Werte für die Medizin

 

 

Giovanni Maio, Werte für die Medizin, Kösel 2018, ISBN 978-3-466-34688-2

 

Unzählige Menschen in den Arztpraxen, bei den Physiotherapeuten, in den Alten- und Pflegeheimen und viele mehr haben tagtäglich zu tun  mit Patienten unterschiedlichen Alters und mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Bedürfnissen. Die allermeisten Menschen haben diesen Beruf gewählt aus dem Motiv heraus, Menschen zu helfen. Sie sind menschenaffin. Sie treibt alle, meist leider unausgesprochen, eine Ethik, die sie motiviert, sich um ihre Patienten zu sorgen.

 

Das vorliegende Buch des Philosophen und Arztes Giovanni Maio will all diesen Menschen Mut machen. Es will ihnen aufzeigen, wie wertvoll und unverzichtbar ihre Tätigkeit ist. Die Entscheidungen, die sie dabei treffen, wirken sich nicht selten auf die gesamte Biografie ihrer Patienten aus. Kleider herrscht in unseren Gesundheitssystemen eine Ökonomie vor, die oft genau den Werten die die Grundlage des Heilens bilden, widerspricht.

 

Giovanni Maio konstituiert in seinem empfehlenswerten Buch so etwas wie eine neue Ethik der Fürsorge. Er plädiert daher für eine Rückbesinnung auf Werte wie Geduld, Behutsamkeit, Reflexivität und Demut, ohne die Fürsorge für den Menschen nicht möglich ist. All diese Werte, die doch für viele die Motivation waren und sind, sich für einen Heilberuf zu entscheiden drohen verloren zu gehen.

Giovannis Maios Buch ist als ein Appel zu verstehen, alle medizinischen Berufe wieder zu entschleunigen und dem Gedanken der sozialen Verantwortung wieder den deutlichen Vorrang zu geben vor der Gewinnorientierung. Dazu ist eine Rückbesinnung auf Werte wie Geduld, Behutsamkeit, Reflexivität und Demut notwendig.

 

Für alle, die täglich mit Patienten zu tun haben, wo und wie auch immer ist dieses Buch eine wichtige Orientierung und Selbstvergewisserung.

 

 

 

 

 

Spirit oft he North. Cocktails und Drinks aus Skandinavien

 

 

Selma Slabiak, Spirit oft he North. Cocktails und Drinks aus Skandinavien, teNeues 2018, ISBN 978-3-96171-154-3

 

Die aus Dänemark stammende New Yorker Star-Mixologin Selma Slabiak teilt ihren Lesern in diesem interessanten Buch nicht nur ihre besten Cocktailrezepte aus Skandinavien mit, sondern versucht mit ihnen auch die Leser zum Nachahmen einzuladen und die einfachen Freuden des Lebens gemeinsam mit Freunden und der Familie zu genießen, eine Tradition, die insbesondere in den skandinavischen Ländern eine lange Geschichte hat.

 

Ihr persönlicher und beruflicher Anspruch, für Geselligkeit und Miteinander zu sorgen, geht Hand in Hand mit ihrem innovativen Fachwissen: Wo sind die besten Zutaten zu finden und wie kommen sie vom Erzeuger direkt auf den Tisch um daraus fantasievolle Longdrink- und Cocktailrezepte für ein facettenreiches Buch zu machen?

In einem so inspirierenden wie originellen Rezeptband für unwiderstehliche nordische Cocktails kombiniert sie vertraute Aromen und ausgefallene Zutaten mit skandinavischen Traditionen und nostalgischen Geschichten aus ihrer Kindheit in Dänemark damit wir alle das Außergewöhnliche im Alltäglichen entdecken und genießen können.

 

Für Freunde der skandinavischen Kultur und ihres ganz besonderen Flairs und für Liebhaber außergewöhnlicher Cocktails und Drinks sehr zu empfehlen.

 

 

 

„Schatz, ich habe das Klo repariert“. Meisterstücke der Heimwerkerkunst

 

 

Marc Steiner, „Schatz, ich habe das Klo repariert“. Meisterstücke der Heimwerkerkunst, Riva Verlag 2018, ISBN 978.3.7423-0658-6

 

Seit 2012 betreibt Marc Steiner die Facebookseite „Pfusch am Bau“, und bringt damit seit vielen Jahren einer immer größer werdende Fangemeinde zum Lachen und Staunen. Mehr als eine Million Menschen klicken täglich seine Seite an.

 

Nachdem er unter dem Titel: „Das kannste schon machen, aber dann isses halt kacke“ eine ganze Menge Schandtaten vermeintlicher Handwerkerprofis veröffentlicht hatte (2014 ebenfalls bei Riva) legt er nun unter dem Titel „Schatz, ich habe das Klo repariert“ mit weiteren ‚Meisterstücken der Heimwerkerkunst‘ nach.

 

Von improvisierten Gerüsten über versteckte Steckdosen bis hin zu phantasievollen Befestigungstechniken bringen über einhundert Bilder den Betrachter zum Lachen.

 

Für versierte Heimwerker ein schönes kleines Mitbringsel, wenn sie dir mal wieder etwas repariert haben, was du nicht konntest.

Tatort Eden 1919

 

 

Maja Nielsen, Tatort Eden 1919, Gerstenberg 2018, ISBN 978-3-8369-5681-9

 

Erneut hat die mehrfach preisgekrönte Jugendbuchautorin Maja Nielsen ein Buch vorgelegt, das historische und aktuelle Themen in einer spannenden und unterhaltsamen Geschichte mit zwei Handlungssträngen verbindet.

 

Im ersten in der jüngsten  Gegenwart spielenden Handlungsstrang erzählt der 17-jährige Biko. Biko ist der Sohn einer ghanaischen Familie und ist im Sauerland aufgewachsen. Als er 2015 von einer renommierten Artistenschule für eine dreijährige Ausbildung überraschend angenommen wird, reist er in die große Metropole Berlin, um seine Ausbildung zu beginnen. Als er in Berlin angekommen, wird er dort für einen Flüchtling gehalten und erlebt am eigenen Leib, wie nah in diesen Zeiten Anfeindung und herzliche Anteilnahme beieinander liegen können.

 

In der Schule selbst lebt er sich schnell ein und gerät dort an einen Brief, der in einem geheimen Fach eines Requisitenkoffers steckte. Sein Dozent Monsieur Vite, dem der Koffer gehört, erklärt  Biko alle Details zum Hintergrund des Schriftstücks.

 

Aus diesen Erläuterungen ergibt sich in einer langen Erzählung von Monsieur Vite der zweite 1918 beginnende Handlungsstrang dieses Jugendbuches. Er ist vom ersten durch ein fetteres Schriftbild sofort unterscheidbar. In diesen Erzählungen  geht es um den Protagonisten Pico, der als Kriegsheimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg an seine ehemalige Dienststelle im Hotel Eden im Jahr 1918 in Berlin zurückkehrt.

Dort trifft er auf seine alte Freundin Donna, die im Untergrund der Novemberaufstände, rund um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, nach dem Ersten Weltkrieg aktiv ist. Im Laufe der Zeit wird Pico wird ebenfalls Teil des Widerstandes und versorgt, als Maulwurf unter Waldemar Pabst, seine Mitwisser mit Informationen.
Immer wieder wechselt Maja Nielsen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wobei die letztere den größeren Teil des Buches ausmacht. Immer wieder ergeben sich daraus Parallelen, die sich am Ende auflösen.

 

Ein gelungener Versuch, Jugendliche mit der revolutionären Situation in Berlin 1918/1919 bekannt zu machen.

 

 

 

 

After Work. Radikale Ideen für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit

 

 

 

Tobi Rosswog, After Work. Radikale Ideen für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit, Oekom Verlag 2018, ISBN 978-3-962380-56-4

 

Das vorliegende Buch ist in seinem Ansatz radikal. Es begnügt sich in Bezug auf die Bewertung der abhängigen Lohnarbeit nicht mehr mit Reformvorschlägen, sondern will echte Alternative aufzeigen, vom Job-Sharing bis zur Karriereverweigerung, vom Arbeiten im Kollektiv ohne Chef bis zur Debatte um ein Grundeinkommen für alle. Tobi Rosswog stellt immer wieder die Frage, warum sich Menschen einem krankmachenden Arbeitssystem ausliefern, das unsere Beziehungen belastet und schlecht für die Umwelt ist?

 

Grundlegend sei, so schreibt er, dass man sich damit auseinandersetzt, wie man wirklich leben möchte. „Sinnvoll tätig sein, statt sinnlos schuften“ ist das Motto seines Buches.

 

Beginnend mit den Fragen „Was brauche ich wirklich?“ und „Was ist mir wichtig?“ tritt der Autor mit seinem Leser in einen Dialog, regt ihn  immer wieder zum ehrlichen Nachdenken an und zeigt viele Alternativen zur gängigen Arbeitspraxis auf. Er thematisiert die Ängste, die eine Veränderung hervorruft, und beschreibt an vielen Beispielen, wie Menschen den Ausstieg aus dem Arbeitssystem gewagt haben und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben.

 

Ich persönlich bin bei allen diesen Ideen schon immer skeptisch gewesen. Auch bei den Ideen, die von SPD und Grünen im Augenblick als Alternative zur Hartz IV diskutiert werden. Sie mögen für einzelne Menschen, die  wenig brauchen, interessant sein. Aber reicht das erwirtschaftete Einkommen aus solcher Art von Arbeit auch für ein Leben im Alter, oder ein Leben in einer Familie mit Kindern?

 

 

 

 

 

Durchgeboxt. Die große Enzyklopädie der Kleinserien und Eigenbauten

 

 

Thomas Braun, Durchgeboxt. Die große Enzyklopädie der Kleinserien und Eigenbauten, Delius Klasing 2018, ISBN 978-3-667-11444-0

 

Schon seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit ist der Käfer von Volkswagen wegen seiner einfachen Bauweise ein beliebtes und dankbares Objekt für Umbauten verschiedener Art. Weil Volkswagen sich weigerte, anderen Herstellern Bodengruppen ohne Karosserie zu liefern, waren diese auf ihre eigene Phantasie und Kreativität angewiesen.

 

Über viele Jahrzehnte hinweg entstanden auf dieser Basis unzählige Coupes und Cabrios mit Sonderkarosserien, oder auch mit veränderten Technik und leistungsgesteigerten Motoren, oft auch von der Schwestermarke Porsche.

Auf diese Weise ist bis heute eine große Fülle von Modellen zusammengekommen, die der Autor des vorliegenden schwergewichtigen Bandes, Thomas Braun, für den Delius Klasing Verlag erstmals katalogisiert und chronologisch aufbereitet hat.

 

Mit informativen Texten zur Technik und Geschichte der mehr als 2000 Sonderumbauten und mit zahlreichen, z.T. unveröffentlichten Fotos lässt sich mit dem Buch die ganze Vielfalt einer Szene erleben, die unverändert aktiv ist.

 

Es enthält unter anderem:

• erschöpfende Übersicht über alle VW-Sonderkarosserien
• mehr als 2000 Modelle von rund 470 Herstellern
Ein für alle Autofans interessantes beeindruckende Ergebnis jahrelanger detektivischer Arbeit.

 

 

Stories für boys who dare to be different. Vom Mut, anders zu sein

 

 

 

Ben Brooks, Stories für boys who dare to be different. Vom Mut, anders zu sein, Loewe Verlag 2018, ISBN 978-3-7432-0259-7

 
Jungs brauchen Vorbilder – heute mehr denn je. In diesem aufwändig gestalteten Buch finden sie über 100 ganz persönliche Geschichten von Künstlern, Wissenschaftlern, Umweltaktivisten, Fußballern, Politikern und Entdeckern – von großen und kleinen Helden aus der ganzen Welt und aus allen Epochen, die Grenzen überschritten haben und gegen den Strom geschwommen sind. Sie alle hatten den Mut, ihren eigenen Weg zu gehen und so ihre Träume zu verwirklichen.

Autor Ben Brooks erzählt  in diesem Buch für Jungen ab etwa 8 Jahren von Persönlichkeiten, die Erstaunliches erreicht und die Welt auf ihre Art ein Stück besser gemacht haben – jenseits von stereotypen Männlichkeitsbildern und Rollenklischees.

Die Botschaft des Buches ist: Man muss sich nicht mit großen Kämpfern identifizieren, die Drachen töten und Prinzessinnen retten, um zum Helden zu werden. Dieses Buch zeigt in vielen Porträts, dass man auch als Querdenker, als sensibler oder introvertierter Junge, als einer der eher der Außenseiter ist und von anderen wenig beachtet wird, später im Leben Außergewöhnliches zu leisten vermag. Das Buch kann kleine und große Jungs darin bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen, zu sich selbst zu stehen und seine eigene Fähigkeiten und Talente wertzuschätzen

Mit spannenden Biografien von großen Persönlichkeiten, etwa:
Ai Weiwei, Barack Obama, Benjamin Zephaniah, Bill Gates, Christopher Paolini, Confucius, Daniel Radcliffe, Galileo Galilei, Hans Scholl, Harvey Milk, Jamie Oliver, Jesse Eisenberg, Jim Henson, John Green, John Lennon, Lionel Messi, Louis Armstrong, Louis Braille, Ludwig van Beethoven, Mahatma Gandhi, Muhammad Ali, Nelson Mandela, Nikola Tesla, Oscar Wilde, Patch Adams, Ralph Lauren, Roald Dahl, Salvador Dalí, Siddhartha Gautama, Stephen Hawking, Steven Spielberg, Tank Man, Thomas Edison, Vincent van Gogh

Hausboot Love

 

 

Jutta Riegel, Hausboot Love, Delius Klasing Verlag 2018, ISBN 978-3-667-11208-8

 

Die Fotografin und Autorin hat in Frankreich auf dem Canal de Bourgogne ganz unterschiedliche Menschen besucht und fotografiert, die ihren Traum von einem Leben auf dem Waser oft schon seit sehr langer Zeit wahr gemacht haben und allein, mit Hund oder mit Partner auf einem Hausboot wohnen und leben.

 

Etwa zwei Dutzend ganz unterschiedliche Boote und ihre Eigentümer werden in diesem kleinen Buch beschrieben und vorgestellt. Originelle Fotografien insbesondere auch von den Innenräumen der Boote, die man normalerweise von außen nicht sehen kann. Bilder, die ausnahmslos zeigen, mit welcher Liebe und Phantasie ihre Eigentümer/innen diese Boote oft über Jahrzehnte eingerichtet und unterhalten haben.

 

Für Liebhaber von Booten und für alle Menschen, die schon einmal von einem Leben auf dem Wasser geträumt haben und sei es auch nur befristet, ist dieses Buch eine Augenweide.

 

David

 

 

 

Judith W. Taschler, David, Droemer 2018, ISBN 978-3-42630480-8

 

Nach dem wunderbaren und hochgelobten Roman „bleiben“, der auch mich vor zwei Jahren begeisterte, legt die bekannte und preisgekrönte Innsbrucker Schriftstellerin Judith W. Taschler schon ein Jahr später einen faszinierenden Roman vor, der nicht weniger als „bleiben“ das Potential zum Bestseller besitzt. Nun präsentiert in der Droemer Verlag in einer preiswerten Taschenbuchausgabe.

 

Raffiniert komponiert, mit hoher psychologischer Dichte und auf allerhöchstem literarischem Niveau erzählt Judith W. Taschler von Familienbeziehungen, von den lebenslangen Folgen einer Adoption (mit Reminiszenzen an Bert Hellingers „Ordnungen der Liebe“) von Identität und wie sie sich gerade an den großen Wendepunkten des Lebens bewährt und erneuert.

 

Als Magdalena Millet nach dreißig Jahren in den kleinen österreichischen Ort Kirchberg zurückkehrt um das verlassene Haus ihrer Großmutter Clara wieder herzurichten, wird das im Dorf mit großer Skepsis beobachtet. Zu viel ist geschehen seit der Zeit vor Jahrzehnten, als sie als kleines Mädchen ihre Eltern verlor.

 

Schon bald nach ihrer Rückkehr begegnet sie Jan, der wie jedes Jahr am Todestag seiner Adoptivmutter dem Baum einen Besuch abstattet, gegen den sie vor langer Zeit betrunken mit dem Auto gefahren war und dabei den Tod gefunden hatte. Dieser ersten Begegnung der beiden Hauptpersonen des Romans, die relativ konfliktreich verläuft, werden im Zuge der Handlung noch weitere folgen.

 

Mit vielen Rückblicken, in denen Jans Onkel Viktor immer wieder eine zunächst dem Leser noch dunkel bleibende Rolle spielt, geht die Autorin immer wieder in verschiedene Stadien der Vergangenheit zurück, kommt wieder in die Gegenwart zurück, um im nächsten Kapitel ohne Zeitangabe in eine andere Vergangenheit zu springen. Das nötigt dem Leser höchste Konzentration ab, zwingt ihn aber auch, selbst über Zusammenhänge nachzudenken, bevor sie im zweiten Teil des Buches langsam offenbar werden.

Es ist ein Roman über Menschen, die auf der Suche sind nach ihren Wurzeln, Menschen, die lernen, in der eigenen Vergangenheit und der ihrer Vorfahren Kraft zu finden für die Gestaltung und die positive Bewältigung ihres eigenen Lebens.

 

Spannend und virtuos komponiert, bereitet der neue Roman von Judith W. Taschler erneut allerhöchsten Lesegenuss und gute Unterhaltung auf hohem Niveau.

 

 

 

 

 

Der Wundergarten. Nek Chand baut sein geheimes Reich

 

 

 

 

 

 

Barb Rosenstock, Claire A. Nivola, Der Wundergarten. Nek Chand baut sein geheimes Reich, Verlag Freies Geistesleben 2018, ISBN 978-3-7725-2886-6

 

Was würden Sie antworten, wenn sie in einer Unterhaltung über Indien oder ggf. in einem  Quiz gefragt würden, was dort nach dem Taj Mahal, den jeder Mensch kennt, das zweitmeist besuchte Kulturdenkmal ist?

 

Es ist der nahe der Stadt Chandigarh gelegene riesige Wundergarten mit Tausenden von Figuren: Göttinnen und Göttern, Menschen und Tieren. Ein einzelner Mensch hat über sein ganzes Leben hinweg von seiner Jugend an dies alles geschaffen aus allem, was er fand und verwerten konnte. Sein Name ist Nek Chand.

In seiner Kindheit am Fuße der mächtigen Berge des Himalaya
hörte Nek Chand von Göttinnen erzählen, von magischen Gänsen und geheimnisvollen Dschungeln. Das war sein Glück. Denn als seine Familie nach Indien fliehen musste – in die fremde, hochmoderne Stadt Chandigarh –, lebten die Geschichten in ihm weiter und machten ihn erfindungsreich. Denn all das wollte er vor sich sehen und um sich haben.

Und so baute er sein Leben lang in der Fremde an einem Reich, in dem die Geschöpfe aus den Geschichten seiner Kindheit Gestalt bekamen.

 

Diese wunderbare und beeindruckende Lebensgeschichte, von der ich selbst erst durch dieses faszinierende Bilderbuch erfahren habe, hat Barb Rosenstock zunächst für eine englische Veröffentlichung erzählt.

 

Brigitte Elbe hat sie ins Deutsche übersetzt und Claire A. Nivolas farbenfroh illustriert. Ein biographischer Essay und eine ausführliche Bibliografie befinden sich am Ende des Buches.

Nek Chand ist am 12. Juni 2015 im neunzigsten Lebensjahr in seinem Felsengarten gestorben.