Meine Ungelesenen

Sie stapeln sich – untergebracht in perfektem Design.  Viele Bücher sind es, und es gibt zu wenig Zeit.  Sehr viele Bücher – und viel zu wenig Zeit.

Ein Buch nach dem anderen habe ich liebevoll ausgewählt. Da liegt Rankins „Saints of the Shadow Bible“ über Melvilles „Moby Dick“, „Middlesex“ zwischen der „Eleganz des Igels“ und „tschick“. Ich freue mich auf jedes Buch, liebe es schon jetzt. Stets denke ich, o ja, du wirst das nächste sein – oder du – oder du … und kurz bevor ich mich seufzend und voller Vorfreude in meinem Lesesessel niederlasse, stehe ich vor meinem Bücherregal – und kann mich nicht entscheiden. Der Tag war lang, ich bin etwas müde, die Stimmung ist nicht so euphorisch, wie dieses Buch – oder das – oder jenes es verdient hätte. Und so ist die Liste der Ungelesenen weiterhin lang und jedes einzelne geliebt.

Es verhält sich ein wenig wie mit einer angehimmelten, unerwiderten Liebe: Ich ersehne es, will es, doch wenn ich dann könnte, dann hab ich ein wenig Angst davor, dass es nicht hält, was ich mir davon verspreche, dass es mich enttäuschen könnte und meine Phantasie ein wenig zu weit davongaloppiert ist …