IQ- Training für die Generation 55 plus,

 

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Irina Bosley, IQ- Training für die Generation 55 plus, Verlag Modernes Lernen 2015, ISBN 978-3-8080-0753-2

 

 

Die Aussichten für jemand, der heute 55 Jahr und älter ist, in späteren Jahren an irgendeiner der vielen Formen von Demenz zu erkranken, steigen mit jedem weiteren Lebensjahr rasant. Entsprechend nimmt auch langsam die Angst bei vielen Menschen zu, später einmal an einer solchen Krankheit zu leiden, von der man dann gar nicht mehr mitbekommt und durch die man seiner Familie nur zur Last fällt.

Viele Forschungen legen nahe, dass man durch geistige Tätigkeit diesem auch ohne Demenzerkrankung natürlichen Rückgangs der Intelligenzleistung zumindest teilweise vorbeugen kann.

Das vorliegende Trainingsprogramm für insgesamt 30 Tage hat das Ziel, geistige Leistungsfähigkeit mit einem täglichen Training zu erhalten und zu steigern. Es geht dabei um Konzentration, Urteilsvermögen und schlussfolgerndes Denken.

Die Aufgaben sind durchaus anspruchsvoll und nicht immer schnell und einfach zu lösen.

Neben einer gesunden Ernährung, dem reiben von Sport, sozialen Kontakten und Spaß am Leben, sind solche Übungen zum Gehirntraining auf das Beste geeignet, die geistige Fitness zu erhalten und zu steigern.

Man kann dieses Buch allein bearbeiten, aber auch zusammen mit einem Partner etwa. Spaß machen wird es so oder so.

Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine

 

 

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Ralf Frenzel, Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine, Te Neues 2015, ISBN 978-3-8327-3248-6

 

Insgesamt 21 der besten Weingüter des Bordeaux werden on diesem reich bebilderten Buch vorgestellt. Dreisprachig verfasst (deutsch, englisch, französisch) werden jeweils die verschiedenen Chateauxs mit ihrer Geschichte vorgestellt.

Viele wunderbare Bilder geben einen Eindruck über den Luxus, der schon mit den Gerätschaften und den Räumlichkeiten beginnt, in denen dieses Edeltropfen heran reifen.

Um Enttäuschungen vorzubeugen: obwohl es im Titel „… und ihre Weine“ heißt werden einzelnen Jahrgänge etwa und ihre Qualität nicht vorgestellt. Auch gibt der am Ende des Buches abgedruckte Index weder die Adressen noch evtll. Öffnungszeiten an. Ich nehme einmal an, dass diese Weingüter kein Interesse an Öffentlichkeit haben.

 

Dennoch ein schönes Buch für alle Liebhaber wertvoller Bordeauxweine.

Wenn du über den Fluss gehst

 

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Genevieve Damas, Wenn du über den Fluss gehst, Graf 2015, ISBN 978-3-86220-042-9

 

Die belgische Schriftstellerin Genevieve Damas taucht in ihrem von dem Nobelpreisträger Jean-Marie Le Clezio entdeckten und protegierten Debütroman ein in die harte Welt einer Bauernfamilie. Der junge Schweinehirt Francois kann nicht lesen und nicht schreiben. Jeden Tag hütet er seine Tiere, wobei ihm ein zartes Ferkel mit seinen intelligenten Augen besonders angetan hat. Dort, bei seinen Lieblingsschweinen Oscar und Hyménée sucht der arme Junge Trost, weil die Menschen, hauptsächlich sein Vater und seine schon großen Brüder, das vorenthalten, was er eigentlich braucht.

Seit seine Schwester Maryse, den Fluss überquert hat und nicht mehr wiederkam, ist er fast täglich den Schlägen seines Vaters ausgesetzt. Immer wieder warnen ihn Vater und Brüder, niemals über den Fluss hinauszugehen, dorthin wo „das Leben einen fortreißt und von wo man niemals als derselbe zurückkehrt.“

Aber dann fasst er Vertrauen zu Roger, dem Dorfpfarrer, und zu Amélie, dem Mädchen mit dem roten Kleid. Von beiden erfährt er von dem Geheimnis der Buchstaben und lernt lesen. Er lernt die Welt der Bücher kennen und die erschütternde Wahrheit seiner Herkunft wird ihm sukzessive offenbar. Als er endlich weiß, was mit denen geschieht, die den Fluss überqueren, ist er selbst bereit. Er packt seine Sachen und macht sich auf den Weg.

Genevieve Damas hat eine berührende und poetische Geschichte aufgeschrieben, die sie Francois selbst erzählen lässt. Die Verwandlung dieses Jungen von einem fast sprachlosen naiven Kind zu einem neugierigen und mutigen jungen Mann, ist große Sprachkunst. Ein poetischer und literarischer Schatz.

Auf die Veröffentlichung ihres zweiten Romans Histoire d’un bonheur, Paris 2014, darf man gespannt sein. Hoffentlich nimmt sich nach dem Aus für den Graf Verlag ein anderer Verlag dieses Buches an.

 

 

 

Deine Hand in meiner Hand

 

 

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Mark Sperring, Britta Teckentrup, Deine Hand in meiner Hand, ArsEdition 2015, ISBN 978-3-8458-0776-8

 

Von Salah Naoura sehr feinfühlig und in Versen aus dem Englische übertragen, ist hier ein wunderbares Bilderbuch anzuzeigen, das von einer Mäusemutter und ihrem Kind erzählt:

„Deine Hand in meiner Hand,

genauso soll es sein.

Mit deiner Hand in meiner Hand

Sind wir nie allein.“

So beginnt das Buch, das ist sein Motto und Thema. Die Mutter und ihre Kind gehen durch die Welt, die Natur und die verschiedenen Jahreszeiten. Sie teilen schöne Momente und die kleinen und gro0en Wunder der Natur, eingedenk, dass die Zeit endlich ist:

„Lass uns keine Zeit verliern,

die Welt ist riesengroß.

Du und ich und ich und du

Ziehn gemeinsam los.“

Eine zarte und einfühlsame Erinnerung an die Großen, die Zeit mit ihren Kleinen zu nutzen und mit ihnen zusammen die Welt und ihre Welt zu entdecken und zu teilen.

Dass Eltern und Kinder wie die beiden im Buch sagen können:

„So verging ein ganzes Jahr,

vieles ist geschehn.

Mit deiner Hand in meiner Hand

War alles wunderschön.“

 

Familie Maus macht Picknick

 

 

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Kazua Iwamura, Familie Maus macht Picknick, NordSüd 2015, ISBN 978-3-314-10266-0

 

Mit zauberhaften Bildern schildert der japanische Autor Kazua Iwamura eine lustige Mausfamilie bestehend aus Mama Maus, Papa Maus, Oma Maus, Opa Maus und insgesamt 10 Mäusegeschwistern. Hana Christen hat sie aus dem Japanischen übersetzt und Roe Pflock hat daraus wunderschöne Verse gedichtet, die das Vorlesen dieses Buches und das Betrachten der zauberhaften Bildern zu einem sprachlichen und phonetischen Erlebnis machen können.

Auf dem Weg zu dem Platz, wo die Familie Maus ihr Picknick abhalten wird, begegnen sie in Feld und Wald zahlreichen anderen Tieren und vor allen Dingen auch Pflanzen. Sie staunen über ihre Spiegelbilder im Teich und versuchen in punkto Sprungtechnik den Fröschen nachzueifern. Nicht sehr erfolgreich.

Und dann endlich:

„Für die vielen leeren Mägen

Ist das Picknick nun ein Segen.

Alle schmausen höchst vergnüglich –

Essen, Trinken schmeckt vorzüglich !“

Ein wunderschönes Bilderbuch, in dem nicht nur die 10 Mäusegeschwister alles Mögliche entdecken können.

Unter Menschen

 

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Bettina Balaka, Unter Menschen, Haymon 2014, ISBN 978-3-7099-7040-9

 

In diesem Roman von Bettina Balaka geht es nur vordergründig um einen Hund, dessen Leben sie unter seinen verschiedenen Namen, die er bei seinen unterschiedlichen Besitzern hat, verfolgt.

Natürlich werden Hundefreunde an diesem Buch ihre Freude haben, hat doch der Hund Berti, der auch unter den Namen Fekete, Robert Pattinson, Ricky, Zorro und Bagheera auftaucht, die Hunden oft zugesprochenen Fähigkeit, überall dort , wo er hinkommt, Spuren in den Herzen und in den Leben seiner Menschen zu hinterlassen, die er als kleiner Schatten ihres Glücks und Unglücks begleitet.

„Unter Menschen“ handelt aber nicht nur von den Fähigkeiten dieses unglaublichen Hundes, sondern es ist ein Reigen zwischenmenschlicher Tragödien und Komödien.

Das Buch ist geschickt komponiert, ironisch, witzig und unterhaltsamen, voller geistreicher Menschen(er)kenntnis und eine schöne Lektüre nicht nur für Hundefreunde, sondern auch für Menschensucher.

Unter Freundinnen

 

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Angela Pradelli, Unter Freundinnen, Rotpunktverlag 2014, ISBN 978-3-85869-611-3

 

In Buenos Aires macht sich eine Frau auf zum Abendessen mit ihren Freundinnen. Olga, Ema, Patricia und sie: Der dreißigste Dezember gehört ihnen und nur ihnen, schon seit Jahren. Auch wenn dieses Mal alles anders ist. Eine fehlt.

Vier Frauen – vier Freundinnen. Ihr ganzes bisheriges Leben verbindet sie miteinander: eine gemeinsame Kindheit, in der sie stets wie Pech und Schwefel zusammenhielten, kleine Rebellionen während der Schulzeit, die erste Verliebtheit, Ehemänner, Kinder.

Es sind einfache, fast banale Dinge, die ihnen all die Jahre hindurch widerfahren. Doch zwischen den Zeilen des Alltäglichen scheinen auch ihre Träume, Sorgen, Ängste und auch ihre kleinen Verrücktheiten durch. Immer dann, wenn die vier Frauen am wenigsten damit rechnen, zerbricht die Normalität in tausend Stücke und zum Vorschein kommt das Leben. Vielstimmig, bunt und immer überraschend.

Mit leisem Humor und einem feinen Gespür für menschliche Nähe ergründet Ángela Pradelli das rätselhafte, bedingungslose Wesen von lebenslanger Freundschaft.

Wie schon in „Das Haus des Vaters“ besingt Angela Pradelli die unbedeutenden Schönheit des Lebens

Auch „Unter Freundinnen“ ist erneut ein sanftes und durch und durch poetisches Beispiel dafür, wie die erzählende Erinnerung an einen Menschen diesen in den Nachkommen lebendig hält, ihn achtet und wertschätzt. Dieser so gewonnene Schatz bereichert das Leben der Erzählerin und verwandelt ihre Trauer in Freude.

Ein literarisches Kleinod.

Verliebt in sieben Stunden

 

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Giampaolo Morelli, Verliebt in sieben Stunden, Deuticke 2015, ISBN 978-3-552-06281-8 nicht amazon

 

Paolo ist ein glücklicher Mann. Als erfolgreicher Wirtschaftsredakteur arbeitet er beim „Il Mattino“. Verlobt ist er mit Giorgia, einer außergewöhnlich schönen Frau. Sein Leben ist geradezu perfekt. Doch dann – wegen eines überbuchten Fluges kann er eine Dienstreise nicht antreten – ertappt er Giorgia im Bett mit Alfonso, seinem Boss. Mit einem Schlag geht sein ganzes Leben in die Brüche.

Die Frau ist weg, Job ist weg und Paolo komplett orientierungslos. Lediglich sein Freund Ciro steht treu an seiner Seite. Als Ciro ihm verrät, dass Giorgias und Alfonsos Affäre schon lange kein Geheimnis mehr ist, stürzt Paolo sich von einer Terrasse – und fällt auf das Dach eines Smart Cabrio.

Als er wieder aus dem Krankenhaus kommt, entscheidet er, dass er sein Leben neu ordnen muss und erst mal einen neuen Job braucht. Doch keine der Wirtschaftszeitungen ist interessiert und so landet er schließlich beim „Macho Man“, einem Männermagazin. Nach anfänglichem Widerstand sieht Paolo ein, dass er diesen Job nehmen muss, will er jemals wieder auf die Beine kommen – und er fügt sich in sein Schicksal.

Sein erster Auftrag ist ein Artikel über das Thema „Frauen abschleppen“. Er belegt einen Kurs und schreibt Artikel darüber – zunächst sehr widerwillig, doch sein Artikel kommt an. So gut, dass er eine dauerhafte Kolumne bekommt und die Leiterin des Kurses, Valeria für „Macho Man“ engagiert wird und fortan mit ihm arbeitet.

Langsam findet Paolo gefallen an seiner Arbeit, denn Valeria verspricht ihren Schülern, dass sie jede Frau in sieben Stunden erobern können. Und Paolo beschließt, Giorgia zurückzuerobern. Er wird Valerias Musterschüler, trainiert, stylt sich um und wird langsam tatsächlich der Mann, nachdem sich die Frauen umdrehen. Und endlich kommt die Gelegenheit, sein Können an Giorgia zu testen – und er gewinnt sie zurück – um am Ende festzustellen, dass er sie gar nicht mehr will…

Ein wirklich amüsantes Buch. Die Handlung ist vorhersehbar, aber auch originell und vor allem sehr charmant geschrieben. Eine nette und leichte Sommerlektüre.

Damit du dich im Viertel nicht verirrst

 

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Patrick Modiano, Damit du dich im Viertel nicht verirrst, Hanser 2015, ISBN 978-3-446-24908-0

 

Patrick Modiano, der 2014 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, was nur die überraschen konnte, die sein Werk nicht oder nur unzureichend kannten, ist ein Schriftsteller, der sich in seinen Büchern mit mehr oder weniger autobiographischem Hintergrund der von ihm perfektionierten Kunst des Erinnerns widmet. Immer wieder geht es um die Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich, in der unzähligen Juden um ihr Leben bangen mussten. Modiano, selbst jüdischer Abstammung, verfolgt ihre Spuren und kümmert sich in seinen Büchern auf diese Weise auch um seine eigenen Wurzeln. In dem Buch „Ein Stammbaum“ hat der zurückgezogen lebenden und die öffentlichkeitsscheue Schriftsteller schon 2007 seine Kindheirt beschrieben, eine Zeit, wie sie trostloser, einsamer und unglücklicher kaum hätte sein können. Seine Eltern leben in einer Welt, die mit ihren Sohn nichts zu tun hat. Es ist als gäbe es den kleinen Patrick gar nicht. Die Mutter ist permanent abwesend und kalt, der Vater ist von grausamer Härte und Lieblosigkeit. Ablehnung, Einsamkeit und Bindungslosigkeit- so sieht seine Kindheit und Jugend aus.

Eher teilnahmslos bringt Modiano etwas Licht in die Dunkelheit seiner Herkunft. Erschütternd, das kein einziger Mensch auftaucht, der ihm mit Liebe oder Zuneigung begegnen würde. Umso erstaunlicher, wie sich sein Schaffen dennoch entwickeln konnte. Nicht ohne Grund endet „Ein Stammbaum“ mit der Veröffentlichung seines ersten Buches.

Auch das hier vorliegende neue Buch „Damit du dich im Viertel nicht verirrst“ erinnerte mich wieder an Susanna Tamaros Lebensbericht „Ein jeder Engel ist schrecklich“, wo sie schreibt:
„Weil ich mit dem Feind in mir lebe, mit dem Nebel, der Nacht, der Verwirrung. Weil ich den Schmerz sehe und nichts dagegen tun kann. Weil ich das Unvollkommene sehe, die Leere, das Scheitern, und deren Sinn nicht begreife. Weil ich allein bin, weil mir keiner zuhört, mich niemand an der Hand nimmt. Weil ich irgendwo in mir eine immense Harmonie und ein immenses Licht erahne, und ich mich von diesem Licht und dieser Harmonie entferne wie ein Schiff, das in See sticht. Was zu Anfang der Sinn jedes Atemzugs war, wird mit der Zeit zum Blinken eines Leuchtturms in der Ferne. Ich weine, weil ich Angst habe vor der Leere und der Einsamkeit, die mich erwarten.“

Vorsichtig, unsicher tastend, immer wieder überprüfend und zweifelnd sucht er auch im neuen Buch nach Erinnerungen. Es hat den Anschein, als könne er ohne sie nicht überleben, als gäbe die stückweise Rekonstruktion er eigenen Kindheit und Jugend, bis zu dem Zeitpunkt, als er anfing zu schreiben über eben diese, seinem Leben einen Halt und eine Sicherheit ohne den er vergehen müsste, ohne die er sich als eigene Existenz sozusagen auflösen würde.

Auch im neuen Buch sucht er in unzähligen Rückblenden die Zeit seiner Kindheit auf. Jean Daragne, ein einsam und alleinlebender Schriftsteller ist sein Alter Ego. Als Daragne eines Tages Besuch erhält von Gilles Ottolini und Chantal Grippay, die ihm ein von ihnen gefundenes Notizbuch zurückgeben, tut dieser das nicht selbstlos. Er erhofft sich von Daragne Informationen zu einem Kriminalfall, den er gerade in einem Buch bearbeitet. Doch der kann sich nicht erinnern und macht sich af die Suche nach Orten und Personen, die wichtig waren in seinem Leben als er etwa sieben Jahre alt war. Doch es bleibt bei nebulösen Andeutungen. Bis hin zu einer Flucht nach Rom, an der der kleine Jean Daragne mit Annie Astrand, einer Freundin seiner Mutter beteiligt ist.

„Und ich schwöre dir, in Rom werden sie uns nie finden.“ Modiano lässt den Leser im Unklaren, was die Gefahr nun genau ist und wovor die beiden flüchten. Oft wird nur von Schatten gesprochen. Wie schon im „Stammbaum“ und in etlichen anderen Büchern beschriebt Modiano ein Leben, das sich selbst fremd ist: : „Dieses Kind, von vielen Jahrzehnten in so graue Ferne gerückt, dass ein Fremder aus ihm wurde, nun musste er sich’s eingestehen, das war er.“

Wieder ist der unendliche Schmerz zu spüren über den Verlust der Kindheit, die traumatisierenden Erfahrung des Alleingelassenwerdens. Modiano schreibt dagegen an, als der einzigen Möglichkeit, die ihm zu bleiben scheint, will er sein Leben nicht verlieren. Er setzt so mit jedem Buch die Rekonstruktion seiner eigenen Geschichte aus Fragmenten zusammen.

Wenn man als Leser für die eigene Lebensgeschichte, insbesondere für die Brüche und Abbrüche darin, genügend sensibel und offen ist, wird man auch in diesem Buch vieles finden, was einen tief berühren und öffnen kann.

 

 

Bergfieber

 

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Daniela Schwegler, Bergfieber. Hüttenwartinnen im Porträt, Rotpunktverlag 2015, ISBN 978-3-85869-668-7

 

12 Frauen im Alter zwischen 32 und 79 Jahren werden in diesem außergewöhnlichen Buch porträtiert. Frauen, wie es sie wohl nur in der Schweiz gibt. Sie alle eint ihre zum Teil schon jahrzehntelange Tätigkeit als Hüttenwartin. Sehr pur, immer direkt und mit einer gehörigen Portion Humor erzählen sie von ihrem Leben mit Wind und Wetter, beschreiben immer wieder unterschiedlich und doch wieder ähnlich ihre große Freiheit drt oben am Berg und reden von der Demut, die er sie gelehrt hat.
Porträts ganz eigenwilliger und beeindruckender Frauen haben die beiden Autorinnen durch ihre sensiblen Interviews und Fotografien geschaffen, die die Hüttenwartinnen durch einen Tourentipp ergänzt haben, der von ihrer Hütte seinen Anfang nimmt oder dort sein Ende findet.

Ein ganz besonderes Buch für Liebhaber magischer Orte und außergewöhnlicher Menschen.