Dein Körper ist ein Spießer

Markus Baumgartner, Dein Körper ist ein Spießer, Te Neues 2017, ISBN 978-3-8327-3462-6

Dieses Buch ist kein Fachbuch, weder über die traditionelle chinesische Medizin, die sich der Autor Markus Baumgartner in seiner allgemeinmedizinische Praxis ( sie ist für Kassenpatientin zugelassen, er arbeitet mit etlichen anderen Ärzten in einer Praxisgemeinschaft) zu Nutze macht, noch über Psychosomatik, die ein weiteres wesentliches Element seiner Arbeit darstellt.

Eher ist es ein lockerer Erfahrungsbericht über seine Arbeit, bei dessen Lektüre man aber ziemlich viel lernt über sich selbst. Man lernt, sich selbst einfache Fragen nach dem eigenen Leben und seinen Beschwerden zu stellen, etwas, was Hausärzte in der Regel nicht tun, weil es zu viel Zeit kosten würde. Sie fokussieren sich auf die akute Krankheit und blenden den Lebenshintergrund ihres Patienten meist aus. Doch gerade hier liegt so mancher Hund begraben.  Wer sich immer wieder krank fühlt oder dauerhaft schwach und ohne Energie ist,  der wird hier so einiges Erhellendes finden.

Ich glaube, mehr will dieses Buch zunächst nicht, als dass der Leser eine solche ganzheitliche Herangehensweise an seinen Körper, seine Seele und sein Leben übt.  Ich bin sicher, wenn jemand in diese Richtung geht, dann findet er auch einen Arzt, der ihn  dabei unterstützt.

Alle meine Tiere

Hendrik Hellige, Dawid Ryski, Alle meine Tiere, Kleine Gestalten 2016, ISBN 978-3-89955-776-3

Dreiundzwanzig Tiere hat Dawid Ryski auf der jeweils rechten Seite dieses großformatigen Bilderbuches aus dem ambitionierten Kleine Gestalten Verlag  ausdruckstark und farbenfroh gemalt. Hendrik Hellige hat den jeweiligen Tieren einen Namen geben und erzählt in jeweils zwei lustigen gereimten Versen eine kleine Geschichte von ihnen, zu der Dawid Ryski dann wiederum auf der unteren Seitenhälfte eine kleine Illustration hinzugefügt hat.

Es ist ein einfaches, klares und fest gebundenes Bilderbuch, das sich hervorragend eignet für alle Kinder, die Tiere mögen und auch große Bilderbücher.

Zeitfieber

Simon Garfield, Zeitfieber, Theiss Verlag 2017, ISBN 978-3-8062-3443-5

Weniger philosophisch oder naturwissenschaftlich, sondern eher populärwissenschaftlich erzählend ist das neue Buch des englischen Journalisten und Sachbuchautors Simon Garfield aufgebaut. Es werden quer durch letzten Jahrhunderte Geschichten und Anekdoten erzählt, die auf die eine oder andere Weise mit dem Thema Zeit und dem Begriff bzw., der Definition und dem Erleben von Zeit zu tun haben.

In insgesamt fünfzehn Kapiteln folgt Garfield zahlreichen Zeitspuren und nimmt den Leser dabei mit auf eine spannende und zugleich unterhaltsame Zeitreise. Einige historische Abbildungen bereichern und erläutern den gut lesbaren Text. Eine spannende, sehr informative Lektüre,  die den einen oder anderen sicher animieren wird, über seine eigene Zeit und sein eigenes Zeiterleben einmal gründlicher nachzudenken und ggf. etwas zu verändern.

Sichtschutz und Raumteiler im Garten

Marion Lagoda, Sichtschutz und Raumteiler im Garten, Becker Joest Volk Verlag 2017, ISBN 978-3-95453-124-0

In meiner kleinen Stadt ist in den letzten fünf Jahren auf einem ehemals militärisch genutzten und lange brach liegenden Gelände ein Neubaugebiet entstanden, das neben der Umwidmung und Neunutzung vieler alter Gebäude durch großzügige Frei- und Spielflächen besticht und, wohl auch durch die das Bauen begünstigenden Niedrigzinsphase, eine sehr schnelle und aufgelockerte Bebauung mit Einfamilienhäusern ganz unterschiedlichen Typs. Auch die kleinen Gärten auf der Rückseite der Häuser sind bis auf zwei, drei Ausnahmen alle schön gestaltet. Das Einzige, was nicht schön aussieht, sind die Gärten zu den jeweiligen kleinen Straßen begrenzenden verschiedenen Sichtschutzkonstruktionen.

Manche sehen so zusammengeflickt aus, als wäre für diesen letzten Baumaßnahmen kein Geld mehr da gewesen. Der Baumarkt war in der Regel ein billiger Lieferant für einfache Materialien. Manche davon verwandeln ein schönes Haus mit ansprechendem kleinen Garten in einen regelrechten Bunker.

Auch ein Teil der in diesem schönen Buch von Marion Lagoda abgebildeten Häuser stehen in Neubaugebieten. Die für diese Häuser gefundenen Lösungen im Sichtschutz und mit Raumteilern bieten nicht nur für Architekten und Landschaftsgärtner viele Ideen, sondern auch für Besitzer von eigenen Häuser, die einzelne Teile ihres Gartens oder Terrasse voneinander abteilen wollen oder die ganze Fläche gegen den Nachbarn hin vor Einblick schützen wollen.

Das Buch legt einen großen Schwerpunkt zunächst auf Hecken und Bäume, Gräser und Sträucher, zeigt dann verschiedene Mauern und Holzwände als Naturmaterialien bevor  auch neuen Materialen und Kombinationen verschiedener Elemente ausprobiert werden.

Wer immer ein Problem mit störenden Blicken hat, wird in diesem Buch eine Lösung finden, die auch anspruchsvolle Erwartungen erfüllt. Für andere bietet es einen Fundus an Ideen für die Raumbildung im grünen Bereich.

Mein erstes Buch von den Gegensätzen

Nathalie Choux, Mein erstes Buch von den Gegensätzen, arsedition 2017, ISBN 978-3-8458-1852-8

Schon 2012 in Frankreich erschienen, wird dieses schöne, kleine Bilderbuch nun in einer Reihe der ArsEdition herausgegeben, in der bisher etwa ein Dutzend Bilderbücher für kleine Entdecker mit schönen Schiebeeffekten erhältlich sind.

In diesem Buch mit einfachen und  plastischen Illustrationen von Nathalie Choux geht es um Gegensätze.  Gegensätze, die die kleinen Kinder aus ihrer Lebenswelt kennen und die sie hier benennen lernen. Drinnen  und draußen, sauber und schmutzig, groß und klein, weich und stachelig, kurz und lang, fröhlich und traurig, heiß und kalt, leert und voll.

Am Ende des in festem Karton gebundenen Buches sind sie alle noch einmal abgebildet, um die Kinder einzuladen, sie wiederzuerkennen und zu bezeichnen.

Dieses schöne Bilderbuch fördert wie auch die anderen in der Reihe die Sprachentwicklung und Motorik (kleine Schieber können herausgezogen werden) und dient der Wortschatzerweiterung der Kinder ab 18 Monaten.

Krümel und Fussel. Immer dem Rüssel nach

Judith Allert, Joelle Tourlonias, Krümel und Fussel immer dem Rüssel nach, Ravensburger Verlag 2017, ISBN 978-3-473-44690-2

Die Autorin des vorliegenden Bilderbuchs Judith Allerts und ihre Lieblingsillustratorin Joelle Tourlanias mussten gar nicht lange suchen für ein Motiv und Thema eines nächsten Buches. Denn die beiden frechen Wollschweine Krümel und Fussel, von denen die lustige Geschichte des Buches handelt, wohnen auf Allerts kleinem Bauernhof in Oberfranken.

Das Leben dieser beiden Schweine besteht aus folgenden Höhepunkten neben dem Fressen: in der Erde wühlen, sich im Schlamm suhlen und Nickerchen halten.

Doch irgendwann wird das dem agileren Krümel zu langweilig. Ein Funkellicht, das er in der Ferne entdeckt, ist ihm willkommener Anlass zu einem Abenteuer aufzubrechen, auf dem ihn Fussel natürlich begleiten muss.

Sie sind die ganze Nacht unterwegs, gruseln sich zeitweise, begegnen der Maus, dem Fuchs und der Eule, bevor sie – „immer dem Rüssel nach“ in der Morgendämmerung wieder nach Hause kommen.

Diese beiden lustigen Schweine haben das Potential zu weiteren Büchern. Seien wir mal gespannt, ob die Autorinnen solche vorlegen  werden.

Ich bin ein Tiger

Michael Engler, Joelle Tourlonias, Ich bin ein Tiger, Annette Betz 2017, ISBN 978-3-219-11694-6

Der kleine Junge in diesem Bilderbuch ist ein echter Junge und fühlt sich wie ein Tiger.  Am liebsten trägt er sein Tigerkostüm und macht dann alles so, als sei er ein wildes Tier.

Michael Engler mit seiner wunderschönen Geschichte und Joelle Tourlonias, die mit ihren außergewöhnlich starken Illustrationen die Lebenswelt des kleinen Jungen in ein Tigerreich verwandelt, haben mit Sicherheit an eigenen Kindern eine Art persönlichen Anschauungsunterricht gehabt, der sie zu diesem schönen Bilderbuch für kleine Tigerbuben inspiriert hat.

Ein Hund namens Bär

Diane und Christyan Fox, Ein Hund namens Bär, Verlag Freies Geistesleben, 2017, ISBN 978-3-7725-2792-0

Die kleine Lucy in dem hier vorliegenden bezaubernden Bilderbuch von Diane und Christyan Fox, das 2016 zunächst in England erschien, möchte schon lange einen eigenen Hund. Sie hat viel darüber gelesen und auch schon Etliches gespart, um für ihren Hund die entsprechenden Sachen zu kaufen.

Weil sich das aber hinzieht mit dem Hund, macht sie sich eines Tages auf den Weg, selbst nach einem Hund zu suchen. Der Frosch und auch der Fuchs bewerben sich, doch Lucy ist nicht recht überzeugt. Als sie den selbstbewussten Bär trifft, findet sie ihn nicht in ihrem Hundebuch. Er erwidert klug: „Ach, das ist bestimmt ein altes Buch. In letzter Zeit wurden ganz viele neue Hunde erfunden. Mein Name ist Bär.“

Und weil es schon so spät geworden ist, nimmt Lucy den Bär mit nach Hause. Das Zusammenleben der beiden gestaltet sich bei aller Sympathie schwierig, es gibt viel Streit und irgendwann läuft der Bär weg.

Doch sie können das beide nicht aushalten und schlussendlich finden sie sich wieder – ein Herz und eine Seele.

Dieses zauberhafte Bilderbuch erzählt die Geschichte einer unzertrennlichen Freundschaft, die so nicht zu erwarten war.

Über Grenzen denken. Eine Ethik der Migration

Julian Nida-Rümelin, Über Grenzen denken. Eine Ethik der Migration, edition Körberstiftung 2017, ISBN 978-3-89684-195-7

Die Flüchtlingsströme, die insbesondere 2015 über die Balkanroute nach Europa, vor allem nach Deutschland kamen, haben nicht nur in der Politik und der Gesellschaft viele Debatten ausgelöst. Auch wenn im Jahr danach und ganz aktuell sehr viel weniger Migranten unsere Grenzen überschreiten, warten in Nordafrika etwa noch Millionen Menschen auf die ersehnte Reise ins gelobte Land.

Der über alle Parteigrenzen hinweg angesehene 1934 geborene Zeithistoriker Hans-Peter Schwarz hat gerade in einem Buch mit dem Titel „Die neue Völkerwanderung nach Europa“ gezeigt, wie Armut und fehlende Lebensperspektiven einer exponentiell wachsenden Bevölkerung in den Staaten Afrikas und des Nahen Ostens, Kriege und Hungersnöte und die Attraktivität europäischer Sozialstaatssysteme zu einem immer größeren Migrationsdruck auf Europa führen.

„Über den Verlust politischer Kontrolle und moralischer Gewissheiten“ schreibt Hans-Peter Schwarz und entwirft fünf Leitlinien für einen neuen Kurs der Flüchtlingspolitik. Sie alle aber brauchen als Bedingung eine funktionierende und sich erneuernde und vor allen Dingen einige EU, was aber bei nüchterner Betrachtung extrem unwahrscheinlich ist.  Warum sollten Staaten wie Polen, Ungarn, Tschechien etc. auf einmal in der Flüchtlingsfrage kooperieren?

Es ist eine verdunkelte Zeit, in der auch aufgeklärte Philosophen wie Julian Nida-Rümelin vollkommen neu „über Grenzen denken“. In dem vorliegenden  gerade erschienenen Buch denkt der renommierte Philosoph nach über eine „Ethik der Migration“. Er glaubt nicht an das Konzept offener Grenzen als richtige Antwort auf das Elend der Welt, wie sie bei uns immer noch von den Grünen und Teilen der Linken propagiert werden. Er ist überzeugt, dass offene Grenzen das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen würden. Sie sind keine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit.

„Eine Jahrhundertaufgabe für die EU: Schutz der Außengrenzen und Ursachenbekämpfung“ nennt Hans-Peter Schwarz als die wichtigste  Leitlinie einer zukünftigen Flüchtlingspolitik. Da würde Nida-Rümelin ihm zustimmen. Politisches Handeln muss seiner Meinung nach dabei immer auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Angesichts der Komplexität einer solchen in den Ursprungsregionen ansetzenden Migrationspolitik werden verfasste Staaten gebraucht, die handlungsfähig sind.

Ob es gelingen wird, die weltweite Armut (65 Millionen Flüchtlinge  weltweit) und die Perspektivlosigkeit in den Ursprungsländern wirksam zu bekämpfen, lässt Nida-Rümelin offen. Es ist für ihn aber „der Lackmustext unserer Menschlichkeit.“

Einfach Öko

 

 

 

 

Marcus Franken, Monika Götze, Einfach Öko, Oekom 2017, ISBN 978-3-86581-836-2

 

Mit diesem praktischen Ratgeber können Menschen, die in und mit ihren eigenen vier Wänden und ihrem Leben einen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt leisten wollen, die versuchen möchten, den Gedanken der Nachhaltigkeit in ihren Alltag umzusetzen, wichtige erste Schritte tun.

In die verschiedenen Wohnbereiche von Küche bis Balkon unterteilt, geben die beiden Autoren „200 Tipps, die wirklich was bringen“

 

Das Buch

  • präsentiert Ideen zu öko-fairem und lokalem Shopping
  • ist der richtige Begleiter für Ihre persönliche Ernährungs- und Mobilitätswende
  • zeigt, wo Energie- und Stromsparen sich wirklich lohnen
  • entlarvt Öko-Mythen im Haushalt und zeigt, wie es besser geht
  • bietet hilfreiche Internetadressen im Serviceteil

 

Der Vorteil an diesem Buch ist der, dass jeder dort ansetzen kann, wo es ihm am besten passt oder wo es ihm besonders leicht fällt. Es ist wohltuend undogmatisch.