Die Energiewende. Eine Chance für Europa

 

 

 

Claude Turmes, Die Energiewende. Eine Chance für Europa, Oekom 2017, ISBN 978-3-962380-012-0

 

Niemand bestreitet ernsthaft, dass die Energiewende, also die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf komplett erneuerbare eines der wichtigsten Themen der nächsten Zeit sein wird. Nicht nur bei uns in Deutschland. Die Differenzen, die, wie bei den Jamaika-Gesprächen gut zu beobachten war, werden ausgetragen über den Zeitraum, innerhalb dem diese Umstellung erfolgt sein soll, und über die Frage, wie stark dies subventioniert werden soll, oder ob man es besser dem Markt überlässt.

Claude Turmes, der Autor des vorliegenden Buches, ist seit langen Jahren Mitglied des Europaparlaments und hat einige der zentralen Energie- und Klimareformen Europas geleitet. Er geht der Frage nach, wieso, obwohl die EU-Staaten weltweit führend sind in der Nutzung erneuerbarer Energie und trotz der immensen finanziellen Mittel, die der EU zur Verfügung stehen, die Änderung der europäischen Klimapolitik so langsam voranschreitet.

Ultimate Toys for Men

 

 

 

 

 

 

Michael Brunnbauer, Ultimate Toys for Men, teNeues 2017, ISBN 978-3-96171-018-8

 

Es geht um Autos, Boote, Motorräder, Uhren, Lautsprecheranlagen, Weine und Whiskeys, Schuhe und vieles mehr in diesem in blauem Samt eingebundenen luxuriös ausgestatteten Buch aus dem teNeues Verlag. Lauter ultimative Spielzeuge für Männer, die schon alles haben und vor allen Dingen über viel Geld verfügen.  Denn alles diese in dem vorliegenden Band gezeigten und beschriebenen „Spielzeuge“ bewegen sich in ihrer Sektion in der obersten Preisklasse.

 

Aber es muss ja vielleicht nicht gleich der alte Porsche oder die Uhr für 40.000 Euro sein. Wer seinem Liebsten ein wertvolles, aber durchaus noch bezahlbares Geschenk machen möchte, findet bei den jeweils angegebenen Internetadressen zahlreiche Bezugsquellen z., B. für eine wertvollen Wein oder Whiskey.

 

Oder sie (oder er) schenkt ihm nur zum Anschauen das Buch selbst .

Die Umrundung des Nordpols

 

 

Arved Fuchs, Die Umrundung des Nordpols, Delius Klasing 2017, ISBN 978-3-667-11168-5

 

Dies ist ein ganz außergewöhnliches Buch eines einzigartigen Forschers und Abenteurers. Arved Fuchs, der schon beide Pole innerhalb eines Jahres zu Fuß erreicht hat und unzählige weitere besondere Expedition und Leistungen unternommen hat bzw. vorweisen kann,  fährt mit seinem schon oft genutzten zum Forschungsschiff umgebauten ehemaligen Haikutter „Dagmar Aaeen“ zum Nordpol , um diesen auf den Spuren vielen einer Vorgänger zu umrunden.

 

In einer gelungenen Mischung aus spannender Abenteuergeschichte und historischer Dokumentation, illustriert mit fabelhaften Fotografien ist das Buch ein Leckerbissen für jeden Freund des ewigen Eises und für jeden Liebhaber von ungewöhnlichen Abenteuern.

 

Man hat beim Lesen nicht selten das Gefühl, dass man direkt dabei ist. Erst recht, wenn man die zahlreichen Filme anschaut, die auf der dem dicken Buch beigefügten DVD versammelt sind.

 

Ein wunderbares Buch, das sich als Geschenk für viele Anlässe gut eignet.

Trümmerkind

 

 

 

Mechthild Borrmann, Trümmerkind, Droemer 2017, ISBN 978-3-426-30492-1

 

Mit dem Deutschen Krimipreis ist sie ausgezeichnet worden, die Autorin des hier vorliegenden Romans „Trümmerkind“. Der ist zwar nicht als ausgesprochener Kriminalroman konzipiert, aber deswegen nicht weniger spannend.

 

Sie nimmt die zwischen dem 20.1. und 12 Februar 1947 in Hamburg aufgefundenen Leichen, die damals einem nie entdeckten „Trümmermörder“ zugeordnet wurden, und konstruiert daraus eine Geschichte, die sie bis zur Mitte des Buches in drei zunächst völlig voneinander unabhängigen Strängen, die sie dann, für den Leser bis zuletzt die Spannung aufrechterhaltend langsam zusammenführt.

 

Der eine Strang spielt im Jahr 1947 und erzählt vom schwierigen Leben von Agnes Dietz, deren Mann in Russland vermisst ist, ihrem 14 -jährigen Sohn und dessen kleiner Schwester Wiebke.  Im Januar 1947, die Familie ist nach der Bombardierung Hamburgs 1943 nach Pinneberg zum Onkel gezogen und nun wieder zurückgekehrt – entdecken die beiden Kinder auf ihrem Weg durch die Trümmerfelder, die erst langsam einem Weideraufbau weichen mitten  in einer Zeit großer Not und Hungers, einen  kleinen stummen Junge, den sie mit nach Hause nehmen. Dass Hanno auch eine nackte Leiche gesehen hat, wird er Jahrzehnte verschweigen.

 

Agnes Dietz nennt den Jungen Joost, und macht ihn zu einem Mitglied der Familie. Als sehr überraschend Im Dezember 1947 ihr Mann Gustav aus der Gefangenschaft zurückkehrt, fällt es ihm erst schwer, seiner Frau zu glauben, dass der Junge nein Findelkind ist und ihn als Familienmitglied zu akzeptieren. Sohn und Vater finden Arbeit bei Blohm und Voss und Mutter eröffnet eine eigene Schneiderei.

 

In einem zweiten Strang, der in der Uckermark 1945 spielt, wird die Geschichte und die Flucht der Familie Anquist erzählt, und die literarischen Grundlagen eines Geheimnisses werden gelegt, das sich für den Leser erst am Ende auflösen wird.

 

Dazu ist allerdings ein  dritter Strang die Voraussetzung, der in Gegenwartsebene des Romans im Köln des Jahres 1992 spielt. Dort lebt die etwa 40 Jahre alte Lehrerin Anna Meerbaum getrennt von ihrem ehemaligen Mann Thomas. Als der von einem Klienten erzählt, der auf Rückgabe seines Eigentums in der ehemaligen DDR klagt, schlägt er ihr vor, dass sie sich auch um den Gutshof ihres Großvaters in der Uckermark kümmern soll.

 

Anna ist war nicht geldgierig, aber Thomas Idee legt die Lunte an eine Schnur, die zu ungewöhnlichen Eruptionen in ihrem Leben führen wird. Nachdem sie einmal dort hingefahren ist, findet sie Spuren ihrer eigenen Geschichte und die ihrer Mutter, mit der sie schon lange im Streit lebt. Und sie lernt Joost Dietz kennen, einen Architekten, der mit Restaurierungen von großen Gebäuden befasst ist ….

 

Spannend geschrieben wie ein Krimi geht es in diesem Buch um deutsche Vergangenheit und um die schmerzliche Suche einer Frau nach der Wahrheit, eine Frau, die erkennen muss, dass ein Verbrechen auf schicksalhafte Weise mit der Geschichte ihrer Familie verbunden ist.

 

Ein sehr gelungener Roman.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein passender Mieter

 

 

 

 

Lukas Hartmann, Ein passender Mieter, Diogenes 2017, ISBN 978-3-257-24401-4

 

Liest man die Beschreibung dieses neuen Roman des Schweizers Lukas Hartmann, erwartet man vielleicht einen Krimi. Doch dazu ist die Handlung zu offensichtlich. Es geht Hartmann vielmehr darum, das psychologisch raffinierte Porträt einer Familie und jener Kräfte, die sie zusammenhalten und auseinandertreiben.

 

Da ist der Geschichtsprofessor Gerhard Sandmaier, der außer seinen Büchern wenig wahrnimmt und seine Frau Margret, die von ihrem Teilzeitjob in einer Buchhandlung und den Deutschstunden, die sie für Flüchtlingskinder gibt, nicht recht ausgefüllt ist. Sie haben einen Sohn. Zunächst hat er sich in der Medizin versucht, dieses Studium dann abgebrochen und sich für die Theologie entschieden, eher eine Kopf- als eine Herzentscheidung. Seine Eltern reagieren darauf mit Unverständnis.

Als er dann auch noch aus einen vor Jahren extra für ihn gebauten Anbau auszieht und seine neue Heimat in einer WG findet, steht seine Wohnung leer.

 

Insbesondere Margret forciert deren Vermietung, während Gerhard Sandmaier eher skeptisch ist. Man brauche doch das Geld gar nicht meint er. Penibel und mit großer Akribie suchen sie einen passender Mieter. Aus einer großen Zahl von Interessenten entscheiden sie sich unter der strengen Federführung von Margret für den Fahrradmechaniker Beat, ein Mann der ihren Sohn in vielen ähnlich ist.

 

Der junge Mann lebt zurückgezogen, ist höflich aber sonst sehr distanziert und verweigert sich der Fürsorge von Margret. Als bald nach seinem Einzug sich die Schlagzeilen häufen über einen Messerstecher, der in der Stadt sein Unwesen treibt, da wächst langsam in Margret ein schlimmer Verdacht.

 

Geschickt wechselt Lukas Hartmann die Perspektiven, schreibt aus den verschiedenen Blickwinkel seiner Personen und schildert insbesondere nach dem Schock, als Beat tatsächlich verhaftet wird, wie die schon immer brüchige Familie zusammenbricht und Margret völlig aus der Sour gerät.

Dass das nicht nur mit dem passenden Mieter zusammenhängt, hat Hartmann von Beginn des Buches an immer wieder angedeutet und beschreibt es gegen Ende zu meisterhaft.

 

Lukas Hartmanns Romane sind literarische Meisterstücke vom Feinsten.

 

 

 

Wieviel Uhr ist es nur?

 

 

 

 

 

Daniela Kulot, Wieviel Uhr ist es nur, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5937-7

 

Mit witzigen und für Daniela Kulot typischen Illustrationen in Verbindung mit lustigen Reinem lädt dieses auch n seiner Gestaltung ungewöhnliche Bilderbuch Kinder ab etwa vier Jahren dazu ein, auf eine spielerische  Weise die Uhrzeiten zu lernen und sich mit dem Tagesablauf vertraut zu machen.

 

Mit einer in ein Loch von etwa 8 cm eingelassenen Uhr mit Zeiger können die Kinder die jeweilige auf der Doppelseite beschriebene Uhrzeit  und was zu dieser Zeit im Haus passiert, einstellen.

 

Von Aufstehen bis zum Schlafengehen. Ein weiteres wunderbares Bilderbuch von Daniela Kulot, einer wahren Meisterin.

Reframe it. 42 Werkzeuge und ein Modell

 

 

 

 

 

Andre und Gieri Hinnen, Reframe it. 42 Werkzeuge und ein Modell, Murmann 2017, ISBN 978-3-86774-573-4

 

„Die Komplexität unserer Umwelt steigt ins Unermessliche – wenn nicht gar ins Unerträgliche. Und der unaufhörliche Informations-Tsunami weckt in vielen von uns den Wunsch nach Überschaubarkeit und beschleunigte Informationsaufnahme.“ (aus dem Vorwort)

 

Weil Komplexität uns überfordert, greifen wir in der Regel zum Mittel der Vereinfachung. Doch, so warnen die beiden Brüder Hinnen in ihrem hier vorliegenden Buch, die Vereinfachung bietet keine wirkliche Lösung des Komplexitätsproblems, ist sogar gefährlich. Vereinfachungen führen zu falschen Rückschlüssen, der Illusion von Sicherheit und Realitätsferne. Überall kann man diese Vereinfachungsversuche beobachten. Twittern etwa, die Reduktion eines Inhalt auf 140 Zeichen, die Formulierung von anspruchsvollen Unternehmensstrategien auf eingängige Ein-Satz-Visionen oder Wahlprogramme mit einfachen Hetzparolen.

 

Überall merken wir die Folgen: Forschungsergebnisse werden ignoriert, Unternehmensstrategien landen im Sand, in der Politik häufen sich die Fehlentscheidungen und überall: Fake News.

 

Die Brüder Andri und Gieri Hinnen präsentieren in ihrem vorliegenden Buch „Reframe it!“ eine andere Methode, um komplexe Sachverhalte verständlicher zu machen.  Sie werden nicht vereinfacht, sondern sozusagen umgestaltet und neu „gerahmt“.

 

Diese neue Darstellungsform eröffnet die Möglichkeit, einen bestimmten Sachverhalt aus einer anderen Perspektive zu betrachten, ihn müheloser zu verstehen und zu verinnerlichen. Und es dann auch an andere zu kommunizieren, die es so besser verstehen können.

 

An insgesamt 42 Beispielen mit Tools, farbigen Illustrationen und entsprechenden teilwiese irrwitzigen Fallbeispielen wird nachvollziehbar verdeutlich und illustriert,  wie Reframing funktioniert.

 

Ein hilfreiches Buch für alle Berater, Manager, Unternehmer, Wissenschaftler und andere Storyteller. Ein Buch, das einen zutiefst demokratischen Impetus hat, weil es Menschen beteiligen will an komplexen Fragestellungen, vor denen viele schon lange kapituliert haben. Es könnte auch Politikern helfen, der Versuchung zur schnellen Vereinfachung zu widerstehen und so den Populisten das Wasser abgraben.

 

 

 

 

Was wir alles können

 

 

Heinz Janisch, Lili Schagerl, Was wir können, Tyrolia 2016, ISBN 978-3-7022-3558-1

 

Ein schönes kleines und handliches, in lustigen Reimen gefasstes Bilderbuch zur Sicherheit im Haushalt haben Heinz Janisch (Text) und Lili Schagerl (Illustrationen) hier vorgelegt.

 

Es werden Situationen gezeigt und beschrieben, in denen sich Kinder beim Spiel befinden, aber auch Situationen, in denen Kinder und Erwachsene zusammen im Raum sind zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten.

 

Die Kinder können zusammen mit den vorlesenden Erwachsenen auf jedem Bild zahlreichen Gelegenheiten identifizieren, aus denen etwas passieren kann.

 

Das Buch ist lustig und lehrreich zugleich.

 

 

Mein erstes Wimmelbuch. Jahreszeiten

 

 

 

 

Christine Henkel, Mein erstes Wimmelbuch. Jahreszeiten, Esslinger 32017, ISBN 978-3-48-23301-4

 

In ihrer Reihe „Mein erstes Wimmelbuch“ hat die Autorin und Illustratorin Christine Henkel in den vergangenen Jahren schon etliche wunderbare Exemplare vorgelegt. Nun hat sie eine Ausgabe veröffentlicht bei Esslinger in Stuttgart, in der sie sich mit den Jahreszeiten beschäftigt.

Dabei geht sie nicht in dem gewohnten Viererschritt Frühling, Sommer, Herbst und Winter vor, sondern sie beginnt im Januar und zeigt dann jeweils zwei Monate zusammen auf einer Doppelseite. Auf dem rechten Viertel der rechten Doppelseite hat sie noch einmal die Tiere und Pflanzen aufgelistet und mit ihren Namen genannt, die in den beiden entsprechenden Monaten auf den Wimmelbildern vorkommen.

 

Auf der letzten Doppelseite hat sie in einem schönen Jahreskreis noch einmal die Tier- und Pflanzenwelt von Januar bis Dezember kurz zusammengefasst.

 

Mit diesem Buch können kleine Kinder die Jahreszeiten entdecken, richtig wimmeln  und dabei eine Menge Wörter lernen. Für Kindergarten und zu Hause gleichermaßen geeignet.

Wir sind Gedächtnis. Wie unsere Erinnerungen bestimmen, wer wir sind

 

 

 

 

 

Martin Korte, Wir sind Gedächtnis. Wie unsere Erinnerungen bestimmen, wer wir sind, DVA 2017, ISBN 978-3-421-04435-8

 

 

Martin Korte ist Professor der Biologie an der TU Braunschweig beschreibt in dem vorliegenden Buch legt „Wir sind Gedächtnis – Wie unsere Erinnerungen bestimmen, wer wir sind“ neueste Erkenntnisse zu den Abläufen und Prozessen des Denkens und Erinnerns und stellt die These auf, das es unsere Erinnerungen sind, die bestimmen, wer wir sind.
Martin Korte nimmt den Leser, der sich auf eine anspruchsvolle Lektüre einstellen sollte, mit auf eine Reise durch die Welt in unserem Kopf. Sie beginnt bei unserem autobiographischen Gedächtnis und zeigt, dass Erinnerungen bei jedem Abruf neu konstruiert werden. Über die unbewussten Seiten des Gedächtnisses, zu denen Routinen und Intuitionen gehören, führt sie zu den Arbeitsweisen der Neuronen bis hin zu den Rollen, die der Schlaf und das Vergessen für unsere Gedächtnisprozesse spielen.

Martin Kortes These ist: Erinnerungen sind nicht nur eine Anhäufung von Wissen und Einzelheiten unserer Autobiographie, sondern der Stoff, aus dem unsere Identität geschnitzt ist. Anders gesagt: Wir Menschen sind unser Gedächtnis – und unser Gedächtnis sind wir.