Die Frau im Musee d` Orsay

 

 

David Foenkinos, Die Frau im Musee d` Orsay, Penguin Verlag 2019, ISBN 978-3-328-60086-2

 

Der neue Roman von David Foenkinos schließt sich in seiner literarischen Qualität nahtlos an seine Vorgänger und zeigt ihn nicht nur als einen der erfolgreichsten zeitgenössischen französischen Schriftsteller, sondern auch als einen besten. In einer dramatischen Liebesgeschichte, die er so geschickt aufgebaut hat, dass eine den Leser an das Buch fesselnde Spannung bis zum Ende erhalten bleibt, erzählt er feinfühlig und vollen Herzenswärme davon, wie ein Mensch selbst im tragischen Scheitern seinem Leben eine neue Wendung geben kann.

 

Zunächst wird der Leser mit dem unter seinen Studenten sehr beliebten Antoine Duris bekannt gemacht. Er ist die leidende und dennoch mutige Hauptfigur in einem sehr unterhaltsamen und auch bewegenden Roman, dessen Unterthema die Faszination und Schönheit der Kunst ist.

 

Denn Antoine Duris ist Professor für Kunstgeschichte an der Hochschule der Schönen Künste in Lyon. Seine abwechslungsreichen und originellen Vorlesungen und Seminare sind überlaufen und dennoch hat er ein Ohr für jeden einzelnen seiner Studenten.

 

Deshalb versteht es niemand, als Antoine sozusagen über Nacht eines Tages seine Stelle an der Hochschule kündigt, seine Wohnung auflöst und sein Hab und Gut einlagert. Hat es damit zu tun, dass seine Beziehung nach nur sieben Jahren gescheitert ist und seine Partnerin Louise ihn verlassen hat?

 

Nur mit einem Koffer bestückt, reist er nach Paris und bewirbt sich am dortigen Musee d`Orsay als Wärter. Als die Personalchefin des Museums, Mathilde, ihn trotz seiner Überqualifizierung einstellt, da spürt der Leser schon, dass zwischen diesen beiden Menschen sich im Verlauf der Handlung noch eine ganz besondere Beziehung anbahnen wird. Sie hat auch den deutschen, etwas unglücklich gewählten, Titel inspiriert, während es im französischen Original treffender um „Schönheit“ geht.

In vielen Rückblicken entfaltet David Foenkinos nun die genaue Vorgeschichte der dramatischen Entscheidung, die ihn nach Paris geführt hat. Nachdem Antoine am Ende des ersten Kapitels zusammen mit Mathilde, die sich da schon sehr angenähert haben, nach Lyon gefahren war, und ihr dort einen  Grabstein zeigte mit der Aufschrift „Camille Perrotin, 1997-2017“, wird in der Folge die Geschichte dieser überaus talentierten jungen Kunststudentin erzählt. Sie ist neben Antoine die eigentliche  Hauptfigur des Buches. Nachdem sie einer Vergewaltigung durch ihren privaten Kunstlehrer zum Opfer gefallen ist, versucht sie sich durch ihre Kunst von den furchtbaren seelischen Folgen dieser Tat zu befreien. Niemand, auch Antoine nicht, dem die Studentin schon lange in seinen Vorlesungen aufgefallen ist, ahnt, was geschehen ist und unter welchen Ängsten Camille leidet.

 

E stellt sich heraus, dass es letztlich Camilles Schicksal war, das er nicht verhindern konnte, dass Antoine letztlich aus der Bahn geworfen hat und ihn nach Paris gehen ließ.

 

Neben dem ernsten Thema des Buches baut Foenkinos aber auch immer wieder humorvolle Szenen ein und meldet sich oft in ironisch-hintergründigen Fußnoten zu Wort. Leicht und elegant geschrieben gelingt es David Foenkinos auch in diesem Buch wieder, eine Liebesgeschichte voller Schönheit und Tiefe zu erzählen, die den Leser von Beginn an in ihren Bann zieht und ihn mit ihrem Ende seltsam beglückt zurücklässt.

 

 

 

 

 

 

Das Supermolekül. Wie wir mit Wasserstoff die Zukunft erobern

 

 

 

Timm Koch, Das Supermolekül. Wie wir mit Wasserstoff die Zukunft erobern, Westend Verlag 2019, ISBN 978-3-86489-240-0

 

Immer wieder hört man als Laie in der Debatte um Energiewende, Klimawandel und CO 2 Problem davon, dass der Antriebsstoff der Zukunft nicht der von seiner Energiebilanz sehr ungünstige Elektromotor sein wird, sondern Wasserstoff, ein absolut klimaneutraler Energieträger.

Ich wusste nicht, dass schon heute Ariane-Raketen mit diesem Antriebsstoff ins All geschossen werden, und hatte auch keine Ahnung davon, dass Wasserstoff mehrfach günstigere Eigenschaften als Speichermedium besitzt als andere Energieträger, auch alternative.

 

Für solche interessierten Zeitgenossen wie mich hat Timm Koch das vorliegende Buch geschrieben. Er führt nicht nur in den neuesten Stand der Technik ein und analysiert verständlich die Wasserstofftechnologie, sondern räsoniert auch darüber, wieso die enormen und zukunftsfähigen Potentiale des Wasserstoffs quasi totgeschwiegen werden. Stattdessen werden neue riesige Gaspipelines gelegt, durch Fracking in den USA gewonnenes Flüssiggas über den Atlantik geschafft und dafür neue Häfen an der Nordseeküste gebaut und selbst von Umweltschützern und Grünen die E-Mobilität hochgejubelt, als gäbe es keine noch besseren Alternativen.

 

In die Wasserstofftechnologie hingegen wird kaum investiert. Sie ist Timm Koch seit Jahren ein Herzensanliegen und auch mit diesem Buch versucht er eine Bresche zu schlagen in die Phalanx der herkömmlichen Energieträger. Ich verstehe nun mehr davon und kann nachvollziehen, warum immer mehr Wissenschaftler und auch der eine oder andere Politiker vom Wasserstoff als dem Zukunftsretter spricht.

 

Wasserstoff ist eine Schlüsseltechnologie und die Chancen für ihren Durchbruch werden in den nächsten Jahren immer besser werden. Davon bin ich überzeugt, nachdem es sich gezeigt hat, dass das Klimathema jedenfalls bei uns die Europawahl nicht unwesentlich beeinflusst hat. Das Thema wird das Thema der nächsten Jahre bleiben.

 

 

Zärtlichkeit. Eine Philosophie der sanften Macht

 

 

Isabella Guanzini, Zärtlichkeit. Eine Philosophie der sanften Macht, C. H. Beck 2019, ISBN 978-3-406-73122-8

 

Mitten in einer Welt, die den Menschen immer mehr abverlangt, wenn sie in dem Kreislauf des Erfolgs und des Wettlaufs um die Siegerkrone des Ersten mithalten wollen, hat die Haltung, die die italienische Philosophin und Fundamentaltheologin Isabella Guanzini hier in ihrem von Grit Fröhlich und Ruth Karzel ins Deutsche übersetzten Essay, beschreibt, keine gute Konjunktur. Wer sich anschickt, über Zärtlichkeit als einer Lebenshaltung sich selbst und anderen, ja auch der Welt gegenüber zu sprechen und ihr nachzuspüren auf dem Weg, eine „sanfte Macht“ wieder zu entdecken, muss aufpassen, nicht als kitschig oder sentimental herüberzukommen.

 

Isabella Guanzini versucht dies, weil sie feststellt: „Zärtlichkeit ist zu einem Nahrungsergänzungsmittel des Privatlebens geworden“.

 

Die Gesellschaft verlangt den Einzelnen immer mehr ab. Die Menschen werden innerlich hart, sie sind erschöpft und überreizt. Jene sanfte Macht der Zärtlichkeit, die ihnen helfen könnte, wirklich menschlich zu bleiben, kommt unter die Räder.

 

Doch mit wachsender Versteinerung wächst gerade auch in jungen Menschen immer mehr die Sehnsucht, dieser harten Welt etwas anderes entgegenzusetzen. Isabella wirbt für diese Haltung der Zärtlichkeit gegenüber dem eigenen und fremden Leben, um menschlich zu bleiben oder es wieder zu werden.

Zärtlichkeit als eine geistige Haltung, mit der wir sanft – und nicht durch Härte – das eigentliche Potenzial des menschlichen Lebens freisetzen und uns zugleich aus der zermürbenden mentalen Erschöpfung unserer Zeit befreien können. Vielleicht hat sie als Theologin auch im Kopf, dass Mystiker immer schon glaubten, die Beziehung zwischen Gott und den Menschen sei eben durch diese Haltung geprägt.

 

Sie ermutigt ihre Leser und Leserinnen, indem sie M. Gualtieri zitiert:

„Du aber glaube nicht denen,

die den Menschen zeichnen als lahmendes Tier

und diese Welt als Kugel am Abgrund.

Glaube nicht denen, die alles tiefschwarz und

Blutig malen. Das tun sie, weil es einfach ist.

Wir sind nur verwirrt, glaube mir.

Doch wir fühlen. Noch fühlen wir.

Noch können wir lieben. Noch fühlen wir Mitleid.

Es ist ein Glanz in allen Dingen. Ich habe ihn gesehen.

Nun sehe ich ihn klarer noch.

Ein Glanz. Hab keine Angst.“

 

Ein Mut machendes, Hoffnung ausstrahlendes Buch, das das Leben liebt.

 

 

 

 

 

 

Monster

 

 

 

 

 

 

Yishai Sarid, Monster, Kein & Aber 2019, ISBN 978-3-0369-5796-8

 

Der Ich-Erzähler des neuen bei Kein & Aber erschienenen und von Ruth Achlama aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzten Romans von Yishai Sarid schreibt einen langen Brief an seinen Chef, den Leiter der Gedächtnisstätte Yad Vaschem in Israel.

 

Er versucht darin zu erklären, wie es dazu kam, dass er als anerkannter Führer, der Besucher, die hauptsächlich aus Israel kommen, durch die nationalsozialistischen Vernichtungslager in Polen führt, irgendwann am Ende der ganzen Handlung im Lager Treblinka einen deutschen Dokumentarfilmer mit einem Faustschlag niederstreckt.

 

Yishai Sarid hat in seiner Hauptfigur einen Menschen beschrieben, der vielleicht überzeichnet, aber nicht weniger realistisch zeigt, wie Grausamkeiten Menschen auch dann in ihren Bann ziehen, wenn sie längst vergangen sind und der Erinnerung angehören.

 

„Monster“, damit sind die Monster der Vergangenheit gemeint, die bis in die aktuelle Gegenwart hineinreichen und ihr Werk treiben, hat er sein Buch genannt. So beschreibt er seinem kleinen Kind, das ihn fragt, warum er immer solange in Polen unterwegs ist, was er dort tut: gegen die Monster kämpfen.

 

Der Erzähler, der in seiner Dissertation die Techniken der unterschiedlichen Konzentrations-und Vernichtungslager beschrieben hat und zum Fachmann in diesen Fragen geworden ist, beschreibt nicht nur die spezielle israelische Erinnerungskultur kritisch, in der Schulklassen aus dem ganzen Land nach Polen reisen und dort auf eine fast einstudierte Weise trauern. Er rührt aber auch an ein Tabu, indem er beschreibt, wie die jungen Leute seltsam fasziniert sind von der Systematik der deutschen Lager und ihren Hass eher auf die Polen richten als auf die Deutschen. An mehreren Stellen berichtet er davon, wie die jungen Israels unter sich raunen, dass sie gerne genauso mit den Arabern zu Hause umgehen würden.

 

Sarid formuliert mutig Fragen, die in Israel nur hinter vorgehaltener Hand gestellt werden:  was ist die Verbindung zwischen den vernichteten Juden damals und den Israelis heute?  Wo verläuft die Grenze zwischen einer aufrichtigen Erinnerungskultur, die er nicht in Frage stellt und der Vereinnahmung des Gedenkens für die eigenen persönlichen bzw. politischen Zwecke, die er sehr wohl kritisiert?

 

Sarids Buch handelt von Moral und von Opferrollen. In seiner Direktheit und Offenheit zielt er auch beim deutschsprachigen Leser mitten ins Herz und hat sicher in Israel selbst für etliche Debatten gesorgt.

 

Es ist ein ehrlicher, starker Roman, der unter die Haut geht und mich jedenfalls sehr nachdenklich gemacht hat.

 

 

 

 

Lufthansa City Guide. New York

 

 

Marianne von Weidenfels, Lufthansa City Guide. New York, Callwey 2019, ISBN 978-3-7667-2392-5

 

Ein handlicher Reiseführer liegt hier in der Lufthansa-Reihe des Callwey Verlags vor, der sowohl für Menschen interessant ist, die schon öfter in New York waren, und Vieles schon kennen, als auch für solche, die in der nächsten Zeit  planen zum ersten Mal die Stadt zu besuchen, die nie schläft.

 

Wie andere Stadtführer auch finden sich hier die klassischen Sehenswürdigkeiten, das Metropolitan Museum of Modern Art (MoMA), den Central Park, die »High Line« oder das »9/11 Memorial«.

 

Doch das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was New York so besonders macht. In erster Linie geht es in diesem Buch um Orte, die man ohne die Hilfe von Insidern nicht findet. Und diese Insider kennen sich aus, denn sie sind Teil der Seele der Kultur von New York.

Beispielsweise Star-Fashionista Olivia Palermo, Designerin Tory Burch oder PR-Chefin Vanessa von Bismarck führen Sie an Orte, die Sie in keinen anderen Führer erwähnt finden. Mit ihnen unternehmen Sie verschiedene Touren durch die hippsten Viertel von New York.

 

Insgesamt neun außergewöhnliche Per­sönlichkeiten beschreiben ihre Lieblingsplätze, die New York für sie so einmalig machen: angesagte Galerien, intime Nachbarschafts-Bars, ungewöhnliche Bou­tiquen, Spitzen-­Restaurants und originelle Hotels. Der Reiseführer ist in Viertel aufgeteilt, denn jedes Viertel hat seinen ganz eigenen Charakter – von der noblen Upper East Side mit ihren prunkvollen Palästen und berühm­ten Museen, dem trubeligen Shopping­ Mekka SoHo über das »Village« mit seinen kleinen Restaurants und Coffeeshops.

 

Absolut zu empfehlen für jeden New York Reisenden. Für manche hier vorgestellten Orte braucht man aber ordentlich Geld, aber das ist in jeder großen Stadt so.

 

 

 

 

Volcanic Summits

 

 

 

Adrian Rohnfelder, Volcanic Summits, te Neues 2019, ISBN 978-3-96171-173-4

 

Adrian Rohnfelder ist ein leidenschaftlicher Reise- und Abenteuerfotograf, der schon viel gesehen und erlebt hat, und dabei fantastischen Fotos machte. Lange Zeit war sein „Traum von Unerforschten“, wie es im Untertitel dieses faszinierenden Buches von ihm heißt, als einer der ersten Menschen überhaupt die jeweils höchsten Vulkane der sieben Kontinente zu besteigen. Seit er 2008 in Indonesien nei einem Vulkanausbrich dabei war, hat ihn die Begeisterung für die glühenden Giganten auf der Welt nicht mehr losgelassen.

 

Dabei ist im Unterschied zu anderen Bergsteigern sein  Hauptziel nicht die Besteigung des Vulkans selbst, sondern sein Fokus liegt immer auf den Bildern, die auf diesem Weg entstehen

Und so fährt er mit dem Fahrrad hoch über den dampfenden Regenwäldern im Kilimandscharo-Massiv; durch die brodelnde Hitze der Atacama-Wüste in Chile auf den Gipfel des Ojos del Salado; im Niemandsland der Antarktis auf den spektakulär vergletscherten Mount Sidley, der so abgelegen ist, dass ihn erst eine Handvoll Menschen überhaupt je zu Gesicht bekam.

 

Und so sind auf diesen sieben Reisen zu den höchsten Vulkanen der Kontinente spektakuläre Fotografien entstanden, die zusammen mit den spannenden und unterhaltsamen Reiseerzählungen den Leser sofort in den Bann ziehen.

 

Ein wunderbares Buch.

Ja heißt ja und …Ein Monolog

 

 

 

Carolin Emcke, Ja heißt ja und …Ein Monolog , S. Fischer 2019, ISBN 978-3-10-397462-1

 

Wie können Menschen, Frauen und Männer, Heterosexuelle und Homosexuelle, in der heutigen Zeit, nach der von der MeToo-Bewegung angestoßenen und längst nicht abgeschlossenen Debatte über Sexualität und Lust und in diesem Zusammenhang über Macht und Gleichheit reden und nachdenken? Wie beeinflussen die tausendfachen Missbräuche die Einstellung vor allem junger Menschen zur Sexualität und zum Respekt vor der Würde desjenigen, mit dem sie eine Beziehung eingehen (wollen)?

 

Denn alles kritische und selbstkritische Nachdenken lässt doch die Fragen nicht verschwinden. Und Carolin Emcke stellt in einem selbstkritischen und nachdenklichen Monolog sich und anderen diese Fragen: „Welche Bilder und Begriffe prägen unsere Vorstellungen von Lust und Unlust? Wie lässt sich Gewalt entlarven und verhindern? Wie bilden sich die Strukturen und Normen, in die Männer und Frauen und alle dazwischen passen müssen? Was wird verschwiegen, wer muss ohnmächtig bleiben? Wie lassen sich Lust und Sexualität in ihrer Vielfalt ermöglichen?“

 

Am Ende, zwischen langem Kreisen zwischen Sexualität und Begehren und der Wahrheit, schreibt sie fast flüsternd und sich auf so etwas wie Hoffnung beziehend:

„Am Anfang ist immer der der Zweifel. Manchmal wünschte ich, ich könnte ihn abstellen. Aber ohne diesen Zweifel würden wir die anderen nicht mehr entdecken und berühren wollen, würden nicht mehr neugierig sein können auf das, was entsteht, wenn wir einander begegnen und begehren.

Ohne Zweifel und das genaue Hinhören,

ohne das Dialogisch

wären wir nicht mehr lernfähig,

nicht mehr lustvoll,

nicht mehr wir selbst.“

 

 

Das kleine Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht.

 

 

 

Risotto, ti amo. 101 Rezepte der besten Köche der Welt

 

 

Riso Gallo, Risotto, ti amo. 101 Rezepte der besten Köche der Welt, Callwey 2019, ISBN 978-3-7667

 

Risotto ist ähnlich wie Pasta oder Pizza seit Generationen eine Mahlzeit, wie sie das arme Volk in Italien aß. In den letzten Jahrzehnten, auch durch den Tourismus und durch die vielen italienischen Gaststätten und später dann Restaurants und Trattorien, die überall in Deutschland seit Ende der fünfziger Jahre eröffnet wurden, haben diese Gerichte eine grandiose Erfolgsgeschichte geschrieben. Gerade das Risotto mit seiner sehr einfachen Grundherstellung ist nicht nur bei Kindern beliebt überall auf der Welt.

 

Nicht nur in feinen italienischen Restaurants, sondern auch bei den großen Köchen dieser Welt, steht Risotto in den unterschiedlichsten Variationen auf der Speisekarte.  Mit wenigen Zutaten lassen sich fantastische Rezepte kochen, egal ob man für zwei oder eine ganze Mannschaft kocht.

 

Paul Riso hat für diesen Band mit fantastischen Fotografien Spitzenköche aus aller Welt zu einem Wettstreit eingeladen. Herausgekommen sind 101 wunderbare, größtenteils leicht nachzukochende Rezepte, voller Vielfalt um eine einfache Grundzutat herum.

 

Auch die Zutaten der meisten Rezepte lassen sich ohne großen Aufwand organisieren, wenn man von einigen exotischen Variationen einmal absieht.

 

Natürlich sind die großen Köche Italiens vertreten, genauso wie Heinz Winkler und Cornelia Poletto für Deutschland sowie das weltberühmte Le Cirque in New York. Ein Kochbuch, das in keinem Regal fehlen sollte.

 

 

Von Kartoffeln und Kanaken

 

 

Julia Wöllenstein, Von Kartoffeln und Kanaken, mvg verlag 2019, ISBN 978-3-7474-0055-5

 

Julia Wöllenstein ist nicht die erste und wohl auch nicht die letzte Pädagogin, die es wagt, mit einem Buch an die Öffentlichkeit zu gehen und zu beschreiben, wie der wirkliche Alltag an unseren Schulen mittlerweile aussieht. Sie ist nach wie vor engagiert, ein linksliberales politisches Bewusstsein kollidiert jedoch immer mehr mit den Problemen, mit denen sie sich konfrontiert sieht. Die Mehrzahl ihrer Schüler hat einen Migrationshintergrund, was nicht nur aufgrund der oft nur rudimentären Deutschkenntnisse zu Problemen führt. Unterschiedliche kulturelle und religiöse Hintergründe führen zu Konflikten untereinander, die einen Lehrer vor Aufgaben und Herausforderungen stellen, die weit über das normale Unterrichten hinausgehen.

 

Sie müht sich, macht auch, allerdings haarsträubende, Vorschläge, was passieren müsste im Land, damit so etwas wie Integration gelingt, doch ihr Buch liest sich wie eine einzige Dokumentation eines gesamtgesellschaftlichen Scheitern, das die Lehrer an unseren Schulen ausbaden müssen. Denn die Migrationspolitik der Regierung hat genau zu den Problemen geführt, mit denen sich Julia Wöllenstein nicht als einzige konfrontiert sieht.

 

Sie sagt, sie habe Hoffnung für die Zukunft der Integration, doch das Buch ist ein einziges Eingeständnis von niederschmetternder Hoffnungslosigkeit.

 

Das, was viele Mahner schon sehr früh prophezeit haben, zeigt sich mit jedem Jahr in unserem Land mehr. Kulturen, die nicht miteinander vereinbar sind und die dies auch gar nicht wollen, werden irgendwann beginnen, Parallelgesellschaften zu bilden.

 

Man kann es heute schon sehen. Die Perspektiven für die Zukunft sind nicht gut. Munition für Populisten hier und dort.

 

 

 

 

 

Schau mal, ein Marienkäfer

 

 

Bärbel Oftring, Jana Walczyk, Schau mal, ein Marienkäfer, Gerstenberg 2019, ISBN 978-3-8369-5659-0

 

Nachdem die bekannte Autorin von Sachbilderbüchern für Kinder mit den Themen Natur und Tiere, Bärbel Oftring im vergangenen Jahr sich dem Leben einer Schnecke im Jahreslauf gewidmet hat,  widmet sie sich in ihrem neuen Buch dem kleinen Marienkäfer und seinem Leben durch die Jahreszeiten. Wieder hat Jana Walczyk mit großen und farbenprächtigen Illustrationen das Buch ausgestaltet und sein Anschauen zu einer wahren Freude für Kinder und Erwachsene gemacht.

 

Zu Beginn liegt noch Schnee, die Schneeglöckchen treiben der ersten Frühlingssonne entgegen und auf einem ihrer Blüten ist ein Marienkäfer gelandet.

 

Ein Kind, mit dem sich jedes dieses Buch betrachtenden Kind sofort identifiziert, zumal es von der Autorin im weiteren Verlauf des Buches immer wieder persönlich angesprochen. Das Kind im Buch und das Kind vor dem Buch können seinem Nachwuchs beim Aufwachsen zusehen, erfahren vom Nutzen des Käfers im Garten und dürfen sogar einen Blick unter seine Flügel werfen. Unter den Klappen des fortlaufenden Textes gibt es noch viel mehr Wissenswertes über den Siebenpunkt- Marienkäfer und seine farbenfrohen Verwandten zu entdecken.

Am Ende des Buches findet man noch eine Bauanleitung für ein „Marienkäfer-Winterhäuschen“, eine vielleicht schöne und sinnvolle handwerkliche Beschäftigung der Eltern mit ihrem Kind. Damit auch im nächsten Jahr der Marienkäfer wieder in den Garten kommt.