Morkels Alphabet

 

 

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Stian Hole, Morkels Alphabet, Hanser 2016, ISBN 978-3-446-25100-7

 

Seine drei Bücher über den kleinen Jungen Garman haben den Norweger Stian Hole nicht nur in seiner Heimat, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt, auch in Deutschland sehr bekannt gemacht. Hier bei uns hat sich der Hanser Verlag seiner Kunst angenommen, von der ein ganz stiller Zauber ausgeht. Eine farbenfrohe Welt aus einer Mischung aus Fotografie und Gemälde ist das, was einem da entgegenstrahlt.

Man hat seinen Stil des Kinderbuches eine „neue, aufregende künstlerische Handschrift“ genannt, und tatsächlich sind seine, Fotomontagen ähnlichen, Verbindungen zwischen klassischen Zeichnungen und Menschengesichtern, die aussehen wie Fotografien neu und so noch nicht in Bilderbüchern gesehen worden.

In seinem vierten Buch „Annas Himmel“ erzählte er 2014 die Geschichte von Anna und ihrem Vater. Annas Mutter ist gestorben. Die Trauer von Vater und Tochter ist groß, aber unterschiedlich. Die Mutter fehlt an allen Ecken und Enden und sie wissen nicht, wie sie mit ihrem Schmerz und ihrer Trauer umgehen sollen. „Annas Himmel“ war ein wunderbares, feinfühliges und zartes Buch über die Trauer, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Ein gelungener, auch spirituell gelungener Versuch, sowohl Trauer zu verstehen als auch Hoffnung zu fassen und beiden einen Ort zu geben.

Diese Anna, die ihre Mutter verloren hat an einen  frühen Tod ist auch die Hauptperson des neuen fünften Buches von Stian Hole. Eine Tages findet sie auf dem Feld vor ihrem Haus einen Zettel mit einer Botschaft. Sie schreibt auch einen Zettel und bekommt heraus, dass der erste von Morkel stammte, einen stillen, verträumten Jungen aus ihrer Klasse.

Morkel hat ein Baumhaus, in das er sich immer wieder zurückzieht. Als Anna ihn dort besucht, kommen sie sich näher, unterhalten sich darüber, was um sie herum geschieht, und finden eine besondere Freude daran zu schauen, was mit den Buchstaben  geschieht, wenn sie zu Wörtern oder Sätzen werden.

Eines Tages kommen keine Zettel mehr von Morkel, doch Anna hat einen von ihm entworfenen Plan. Mit dessen Hilfe macht sie sich auf Morkels Suche.

Es ist eine zarte und feinfühlige Geschichte von zwei Außenseitern, die gemeinsam einen Weg finden, um sich einander vertraut zu machen und ihr Glück zu finden. Sie will Kinder ermutigen, ihr Leben immer in die eigenen Hände zu nehmen und es mit Sinn zu erfüllen.