Unsere Kinder

 

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Reimer Gronemeyer, Michaela Fink, Unsere Kinder. Was sie für die Zukunft wirklich stark macht, Gütersloher Verlag 2016, ISBN 978-3-579-08928-7

 

Dies ist ein Buch für Eltern und die, die es noch werden wollen, die sich Sorgen machen, wenn sie an die Zukunft ihrer Kinder denken. Der Zustand der Welt und unserer Gesellschaft machen ihnen Angst, dass ihre Kinder noch so aufwachsen können, wie sie es aus ihrer eigenen Kindheit kannten. Und so verfallen viele Eltern in erzieherische Hektik und pädagogische Panik und enden als Helikoptereltern zum Schaden ihrer Kinder.

Die beiden Autoren fragen: „Sind unsere Kinder eigentlich auf die globalen und lokalen Krisen, in die sie stürzen werden, vorbereitet? Sind sie imstande, sich die Zeitgeistzipfelmütze vom Kopf zu reißen, um sich auf den Weg zu machen, der aus der Ich-Gesellschaft herausführt?“

Und dann erläutern sie in sieben Kapiteln die Elemente von Persönlichkeitsbildung, die sie für die kommende Generation für wichtig halten:

 

  1. Was Kinder wirklich wissen müssen
  2. Ein Aus für die Helikopter-Eltern
  3. Vom Narzissmus zum Du
  4. Vom Glück der Verschiedenheit
  5. Digitalisierung als Chance
  6. ADHS, Social Freezing und der Sinn von Parenting Apps
  7. Stärke. Der Weg in die richtige Richtung

Schon aus den Überschriften wird ersichtlich, dass es um ganz andere Werte und Fähigkeiten geht als die, die in diesen Tagen hochgehalten werden. Wenn man mit Jugendlichen spricht, bekommt man auch den Eindruck, dass sie viele davon schon antizipieren in ihren Wünschen und Träumen für ihr Leben.

Sie werden vielleicht nicht die Fehler machen, nach denen die Australierin Bronnie Ware Menschen an ihrem Lebensende fragte. Sie hörte fünf zentrale Aussagen:

„1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben,   statt so zu leben, wie andere es von mir erwarten.

  1. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
  2. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
  3. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.
  4. Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.“

Starke Kinder sind Kinder, die von ihren Eltern dazu befreit werden, sich treu zu bleiben, nicht nur zu arbeiten, ihren Gefühlen Ausdruck zu geben, Freunde zu haben und sich Freude zu gönnen.

Ein wichtiges, ehrliches, in vielem ernüchterndes, am Ende aber immer Mut machendes Buch.