Andere Wesen. Frauen in der Kirche

 

 

 

 

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Theresia Heimerl, Andere Wesen. Frauen in der Kirche, Styria 2015 , ISBNN 978-3-222-13512-5

 

Die Autorin des vorliegenden Buches, die 1971 geborenen Österreicherin Theresia Heimerl ist Professorin für Religionswissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Graz und schon durch ihr Geschlecht und ihre Konfession sozusagen seit Jahrzehnten gezwungen, sich auf unterschiedliche Weise mit dem Frauenbild ihrer Kirche auseinanderzusetzen.

Brave Ehefrau und Mutter – auf dieses Bild wurden Frauen in den offiziellen Verlautbarungen der Kirche gesehen. Frauen in der Kirche das waren und sind auch Denk- und Handlungsverbote, Ab- und Ausgrenzungen. Frauen in der Kirche sind 50 Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil vor allem eines: eine Provokation. Dieses Buch will pro-vozieren, im Sinne von hervor-rufen: Zu einer kritischen Lektüre kirchlicher Frauenbilder.

Und da entdeckt Theresia Heimerl so Erstaunliches, dass sie zu der flotten Aussage kommt:  „Wer es als Frau bis jetzt in der Kirche ausgehalten hat, sollte bleiben, denn jetzt wird’s erst richtig spannend.“

Denn ihr präziser und wissenschaftlicher Blick in die offiziellen Dokumente zeigt deutlich: „Weder werden Frauen grundsätzlich als Sünderinnen oder gar sündiger als der Mann gesehen noch als bloße Verführerinnen tugendhafter Männer. Das Frauenbild der lehramtlichen Texte seit dem II. Vatikanum ist eben nicht jenes des Hexenhammers, sondern der bürgerlichen Romantik.“

Ein genauer Überblick über die Rolle der Frauen in den Dokumenten der Kirche quer durch die Kirchengeschichte bis zu den aktuellen Verlautbarungen fehlt ebenso wenig , wie eine Reflexion der modernen Lebenswelten von Frauen und Männern, der Populärkultur und der Genderdebatte.

Geerdet an die gesellschaftliche Wirklichkeit ist dieses Buch auch für theologische Laien verständlich und macht vor allem Frauen begründeten Mut, weiter sich in ihrer Kirche zu engagieren. Wichtige Veränderungen in der offiziellen Theologie und Praxis sind absehbar.

Das wird auch positive Folgen haben für das Verhältnis zu den protestantische Kirche, in der der Rezensent seit Jahrzehnten als Theologe tätig ist.