Das Höcker-Album

 

 

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Christophe Busch u.a., Das Höcker-Album, Philipp von Zabern 2016, ISBN 978-3-8053-4958-1

 

Von allen Konzentrationslagern der Nazis gibt es von Auschwitz/Birkenau die meisten Fotos. Viele davon aufgenommen von Soldaten der Alliierten, nachdem sie im Januar 1945  zu dem Lagern vorgedrungen und die Überlebenden befreit hatten. Nachdem ein ehemaliger US – amerikanischer Nachrichtenoffizier vor etwa zehn Jahren eine private Fotosammlung von Karl Höcker, dem Adjutanten der Lagerkommandanten von Auschwitz, die er in den letzten Kriegstagen an sich genommen und seither verwahrt gehakten hatte, dem „United States Holocaust Memorial Museum“ übergab wurden zum ersten Mal Bilder öffentlich, die auch die Täter zeigten.

 

Insgesamt 116 Fotografien umfasst das Höcker-Album, unter anderen zeigen sie SS-Personal, Wachleute und zum Teil sehr hochrangige Besucher bei unterschiedlichen Freizeitaktivitäten, unter anderem auch von Josef Mengele, von der es vorher kein Bild aus Auschwitz gegeben hat.

 

Nun hat der Philipp von Zabern Verlag dieses Album in einer  wissenschaftlich edierten Ausgabe auf Deutsch veröffentlicht. Insgesamt neun Aufsätze, die dem Bildteil vornagestellt sind, erläutern die Fotografien und die Personen und Szenen, die darauf abgebildet sind. Zu sehen sind Menschen, die gemordet haben ohne Unrechtsbewusstsein. SS-Obersturmführer Karl Höcker, der zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, sagte 1963 im Frankfurter Auschwitzprozess: „Ich habe keinem Menschen etwas zuleide getan, noch ist jemand durch mich in Auschwitz umgekommen.“

 

Diese wissenschaftliche Dokumentation ist bedrückend und beeindruckend zugleich.