Das zweite Leben des Travis Coates

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John Corey Whaley, Das zweite Leben des Travis Coates, Hanser 2015, ISBN 978-3-446-24741-3

 

„Wisst ihr – ich habe gelebt und dann nicht mehr. Ganz einfach. Und jetzt lebe ich wieder.“

Der das von sich sagt, heißt Travis und ist 16 Jahre alt, als er an Leukämie stirbt. Seine Eltern haben einem Versuch zugestimmt, dem sie wenig Erfolg zutrauten. Travis` Kopf wird eingefroren um irgendwann auf einem anderen Körper wieder zum Leben erweckt zu werden. Dass dies schon fünf Jahre später der Fall sein würde, ahnte niemand.

Travis` Kopf wird auf einen anderen Körper transplantiert und er versucht, wieder am normalen Leben teilzunehmen. Doch alle sind mittlerweile 5 Jahre älter geworden, seine damalige Freundin Cate ist mit einem anderen verlobt, und in seiner neuen Klasse sind ihm alle fremd. Während Travis immer noch 16 ist, gestaltet sich sein Verhältnis zu seinen schon fast erwachsenen ehemaligen Freunden sehr problematisch. Und hinzukommt, dass er das Gefühl hat, dass seine Eltern ihm irgendetwas Wichtiges verschweigen.

Travis versucht verzweifelt, sein altes Leben wiederzubekommen, aber es will ihm nicht gelingen. Lediglich seine Beziehung zu seinem alten Freund Kyle funktioniert gut, und mit seinem neuen Kumpel Hatton aus seiner neuen Klasse versteht es sich gut.
Es ist eine interessante Idee, die Whaley mit großer erzählerischer Begabung und Kunst hier in einem empfehlenswerten Jugendbuch umsetzt. Sehr spannend und locker, stellenweise mit viel Humor erzählt lässt das Buch aber auch einiges offen. So kann man sich vorstellen, welchen Rummel eine solche Transplantation auslösen würde. Doch Travis, der uns seine Geschichte hier erzählt, scheint das alles nicht so sehr wahrzunehmen und so liegt der Fokus der Geschichte auf seiner individuellen Wahrnehmung.

Die ist meisterhaft gelungen. Ein originelles und ergreifend-berührendes Buch mit Anleihen an SF.