Krieg der Generationen

 

 

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Michael Opoczynski, Krieg der Generationen, Gütersloher Verlagshaus 2015, ISBN 978-3-579-06618-9

 

Eine engagierte und stellenweise zornige Streitschrift legt der ehemalige Leiter der ZDF- Wirtschaftsredaktionund Moderator der Sendung WISO, Michael Opoczynski unter dem Titel „Krieg der Generationen“ vor. Es ist eine Streitschrift, in der er heftig gegen die Gleichgültigkeit der Alten polemisiert, die sehenden Auges die größten Katastrophen in der Geschichte des Planten heraufbeschworen haben. Sie haben innerhalb weniger Jahrzehnte das Werk von Generationen vernichtet, und hinterlassen ihren Kindern und Enkeln eine Wirklichkeit, wie sie selber niemals erleben mussten.

„Wir dürfen nicht die Generation der Heuschrecken sein“, schreibt er leidenschaftlich, „die frisst, was ihr unterkommt, und sich nicht schert, was nach ihr kommt. Wenn unsere Nachfahren in einer unmenschlichen Welt leben müssen, sind wir schuld.“

Besonders an die in der Regel sehr gut situierten Rentner und Pensionäre geht sein Appell, nicht ihr ganzes Geld für teure Urlaube und exklusive Autos zu verjubeln. „Sie können sich und ihre Leistungsfähigkeit in Projekte einbringen, die Nähe herstellen zwischen Jung und Alt.“

Und er fordert jeden Einzelnen auf: „Lasst uns den Generationenkrieg beenden. Und der Jugend dabei helfen, neue Wege zu gehen. Das wird unbequem für uns vermeintliche Sieger, die wir im Schaukelstuhl wippen und es uns gut gehen lassen.“

Viele Menschen über 60 leben weit entfernt von ihren Kindern und Enkeln und leiden darunter. Könnten sie das, was sie denen gerne geben würden, nicht auch anderen Kindern in ihrem Ort geben, in Kitas, Vereinen oder der Nachbarschaft?

Ich stimme dem Autor zu, wenn er die Hoffnung äußert, das es noch eine gute Zukunft für alle geben kann, wenn Alt und Jung gemeinsam den Blick schärfen für die Aufgaben der Gegenwart.