Geld, Gesellschaft und Gewalt. Kapital und Christentum 1

 

 

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Eugen Drewermann, Geld, Gesellschaft und Gewalt. Kapital und Christentum 1, Patmos 2016, ISBN 978-3-8436-0817-6

 

Wie man es von Eugen Drewermann gewohnt ist, geht er auch in dieser neuen Veröffentlichungsreihe mit dem Untertitel „Kapital & Christentum“ sein Thema grundsätzlich an, mit unendlich viel von ihm bearbeiteten Material, historischem und noch mehr zeitgenössischem, Verweisen auf die Literatur und unzähligen Anmerkungen und Verweisen.

 

Was in seinen früheren Büchern schon immer durchleuchtete, wird hier grundsätzlich und grundlegend behandelt: seine Kritik an der zerstörerischen Kraft des Kapitalismus. Hatte der Theologe und Psychoanalytiker früher oft auf die Folgen dieser Wirtschafts“ordnung“ und Produktionsweise für die einzelnen Menschen und ihr Zusammenleben hingewiesen, so legt er in diesem ersten Band seiner neuen Reihe den Fokus auf die Zerstörung der Umwelt und der hemmungslosen Ausbeutung  aller natürlichen Ressourcen durch den Menschen. Doch nicht nur die Natur und ihre Grundlagen werden mit einer großen Aggressivität zerstört, sondern der Kapitalismus in seiner neoliberalen Form mit seinem Wachstumswahn und seinem ihm immanenten Konkurrenzzwang zerstört langsam und immer mehr die Grundlagen und die Strukturen unserer Demokratie.  Politiker werden beschrieben, die nur noch als Getriebene handeln können. Man kann sie regelmäßigen Abstanden in den Medien beobachten.

 

In drei großen Kapiteln

  • Faire Preise
  • Faire Löhne
  • Fairer Handel

 

erklärt Drewermann sehr verständlich, aber wie immer mit vielen Details, die Bedeutung der wirtschaftlichen Strukturen. Immer wieder betont er die historischen Zusammenhänge der gegenwärtigen Lage und formuliert Lösungswege, die einleuchtend und tatsächlich realisierbar scheinen.

 

Er plädiert für eine nachhaltige und nicht länger wachstumsorientierte Wirtschaftsform. Interessant und aufschlussreich fand ich, dass Drewermann immer wieder sein tiefenpsychologisches Fachwissen einbringt, um damit gegenwärtige globale Phänomene zu beschreiben und zu erklären.

 

Was das alles mit der christlichen Tradition zu tun hat, wird, so nehme ich an, in den nächsten Bänden der Reihe erläutert.