Der selbstsüchtige Riese

 

 

 

 

Oscar Wilde, Lisbeth Zwerger, Der selbstsüchtige Riese, minedition 2017, ISBN 978-3-86566-348-1

 

Für diese, nun in der Miniversion von Minedition erschienene Ausgabe von Oscar Wildes Kunstmärchen „Der selbstsüchtige Riese“ hat Lisbeth Zwerger schon 1984 bei seinem ersten Erscheinen mit bezaubernden Bildern genau die Stimmung geschaffen, in der sich diese berührende Geschichte abgespielt haben könnte.

 

Als dieser große Mann von einer langen Reise zurückkehrt, stellt er fest, dass sich fröhliche und spielende Kinder in großer Zahl in seinem Garten eingerichtet haben. Er jagt sie zornig weg und verbietet ihnen jeglichen weiteren Zutritt. Ein Schild an der Tür zum Garten droht jedem Zuwiderhandelnden Strafe an.

 

Als nach einigen Monaten der Frühling nach einem langen  Winter kommt, wollen die Vögel in seinem Garten nicht singen und die Bäume nicht blühen. Doch eines Morgens, geweckt durch seltsame und liebliche Musik, entdeckt er aus seinem Fenster schauend  in seinem Garten neben vielen anderen Kindern einen kleinen zarten Jungen, der ihn schlussendlich erkennen lässt, dass er mit dem Vertreiben der Kinder im letzten Sommer einen großen Fehler gemacht hat.

 

Christliche Anklänge (der kleine Junge hat Stigmata Christi an seinen Händen) machen den Tod des Riesen auch für die zuhörenden Kinder erträglich: Der Junge sagt zu dem Riesen: „Du ließest mich in deinem Garten spielen, heute sollst du mit mir in meine Garten kommen, welcher das Paradies ist.“

 

Ein wunderschönes Märchen, das aber nach Erklärungen der vorlesenden Erwachsenen verlangt.