Reframe it. 42 Werkzeuge und ein Modell

 

 

 

 

 

Andre und Gieri Hinnen, Reframe it. 42 Werkzeuge und ein Modell, Murmann 2017, ISBN 978-3-86774-573-4

 

„Die Komplexität unserer Umwelt steigt ins Unermessliche – wenn nicht gar ins Unerträgliche. Und der unaufhörliche Informations-Tsunami weckt in vielen von uns den Wunsch nach Überschaubarkeit und beschleunigte Informationsaufnahme.“ (aus dem Vorwort)

 

Weil Komplexität uns überfordert, greifen wir in der Regel zum Mittel der Vereinfachung. Doch, so warnen die beiden Brüder Hinnen in ihrem hier vorliegenden Buch, die Vereinfachung bietet keine wirkliche Lösung des Komplexitätsproblems, ist sogar gefährlich. Vereinfachungen führen zu falschen Rückschlüssen, der Illusion von Sicherheit und Realitätsferne. Überall kann man diese Vereinfachungsversuche beobachten. Twittern etwa, die Reduktion eines Inhalt auf 140 Zeichen, die Formulierung von anspruchsvollen Unternehmensstrategien auf eingängige Ein-Satz-Visionen oder Wahlprogramme mit einfachen Hetzparolen.

 

Überall merken wir die Folgen: Forschungsergebnisse werden ignoriert, Unternehmensstrategien landen im Sand, in der Politik häufen sich die Fehlentscheidungen und überall: Fake News.

 

Die Brüder Andri und Gieri Hinnen präsentieren in ihrem vorliegenden Buch „Reframe it!“ eine andere Methode, um komplexe Sachverhalte verständlicher zu machen.  Sie werden nicht vereinfacht, sondern sozusagen umgestaltet und neu „gerahmt“.

 

Diese neue Darstellungsform eröffnet die Möglichkeit, einen bestimmten Sachverhalt aus einer anderen Perspektive zu betrachten, ihn müheloser zu verstehen und zu verinnerlichen. Und es dann auch an andere zu kommunizieren, die es so besser verstehen können.

 

An insgesamt 42 Beispielen mit Tools, farbigen Illustrationen und entsprechenden teilwiese irrwitzigen Fallbeispielen wird nachvollziehbar verdeutlich und illustriert,  wie Reframing funktioniert.

 

Ein hilfreiches Buch für alle Berater, Manager, Unternehmer, Wissenschaftler und andere Storyteller. Ein Buch, das einen zutiefst demokratischen Impetus hat, weil es Menschen beteiligen will an komplexen Fragestellungen, vor denen viele schon lange kapituliert haben. Es könnte auch Politikern helfen, der Versuchung zur schnellen Vereinfachung zu widerstehen und so den Populisten das Wasser abgraben.