Der Zerfall der Demokratie

 

 

 

 

 

Yascha Mounk, Der Zerfall der Demokratie, Droemer 2018, ISBN 978-3-426-27735-5

 

Die Demokratie steckt weltweit in einer tiefen Krise und das eigentlich schon seit vielen Jahren. Hatten sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs besonders in Europa und den USA viele Hoffnungen auf einen endgültigen Sieg der Demokratie gerichtet, war schon bald klar, dass neue Kriege und der entsprechende Terror als Antwort dieses alles gefährden würden. Und gibt es seit Jahren folgendes Phänomen zu beobachten: Die Zahl der Protestwähler steigt, Populisten erstarken, traditionelle Parteiensysteme kollabieren. Ein alarmierender Zustand, den der in Harvard lehrende Politologe Yascha Mounk (er schreibt regelmäßig für die ZEIT, und ist so vielen deutschen Lesern bekannt) in seinem vorliegenden Buch analysiert. Er erkennt zwei Muster:

Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten mit Füßen treten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen – und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe.

 

Mounk erläutert die komplexen Gründe für diese beängstigende Entwicklung und beschreibt die Mechanismen, die unsere Demokratie tatsächlich zu Fall bringen können. Als Gegenmittel und Maßnahmen, um bedrohte soziale und politische Werte für die Zukunft zu retten, nennt er:

  • Nationalismus zähmen
  • Die Wirtschaft sanieren
  • Den Glauben an die Demokratie erneuern

 

Abschließend schreibt er: „Noch können wir nicht wissen, auf welches Schicksal unser politisches System zusteuert. Vielleich erweist sich der Aufstieg der Populisten als kurzlebige Phase, an die Historiker sich in hundert Jahren mit einer Mischung aus Neugierde und Verwunderung erinnern werden. Vielleicht erwiest sie sich aber auch als epochaler Wandel, der eine neue Weltordnung einleitet, in der die Selbstregierung von der Erdoberfläche verschwindet und die Rechte der Menschen überall mit Füßen getreten werden.“

Es wird darauf ankommen, ob genug Menschen sich den bedrohten Werten verbunden fühlen und angstfrei für sie eintreten und kämpfen.