Der Bärenberg

 

 

Max Bolliger, Jozef Wikon, Der Bärenberg, Bohem 2018, ISBN 978-3-85581-528-9

 

Der Bilderbuchverlag Bohem aus der Schweiz hat in diesem Herbst den Bilderbuchklassiker von Max Bolliger mit den klassischen Illustrationen von Jozef Wilkon wieder aufgelegt.

 

„Der Bärenberg“ ist eine Geschichte von Angst und Mut, eine Geschichte von Selbstvertrauen und Kraft und dem Mut zum eigenen Weg.

Drei kleine Bären sind miteinander unterwegs. Sie stehen am Fuße eines Berges, dessen Gipfel einladend im Sonnenlicht strahlt. Alle drei sehnen sich danach, dort oben zu sein, und beschließen hinaufzuklettern. Sie machen sich frohgemut auf den Weg, singen unterwegs Bärenlieder. Als sie kurze Zeit später an eine Wegkreuzung kommen, müssen sie eine Entscheidung treffen. Ist der rechtsabbiegende Weg der Richtige oder der nach links?

Sie können sich nicht einigen und so geht jeder seinen eigenen Weg. Der erste Bär nimmt den linken Weg, der zweite den rechten, der dritte kann sich nicht entscheiden. Kurze Zeit später hört der frohen Sinnes dahinschreitenden erste Bär die Stimme des dritten Bärs hinter sich, der ihn vergeblich einzuholen versucht, denn er bleibt immer wieder stehen und schaut zurück.

 

Der erste Bär kommt an einen steilen Abgrund, über den ein Steg führt auf dem auf der anderen Seite ein Wolf ihm den Weg versperrt. Mutig kämpft der Bär mit dem Wolf, spürt während des Kampfes seine Kräfte wachsen. „Du hast mich besiegt!“ sagt der Wolf am Ende und gibt den Weg zum Gipfel frei.

 

Dem zweiten Bär, der den rechten Weg gewählt hatte, passiert ähnliches. Auch ihm folgt hasenfüßig und vergeblich der dritte Bär, bevor er an einem anderen Steg einem Tiger gegenübersteht, der ihm den Weg streitig macht. Der zweite Bär besiegt mit Kräften, die aus dem Mut entstehen, den Tiger und trifft oben auf dem Gipfel den ersten Bär.

 

Der dritte kleine Bär indes hatte den Tiger von weitem gesehen und war schnell wieder nach Hause zurückgelaufen.  Die beiden anderen auf dem Gipfel mit der wunderschönen Aussicht aber nehmen sich etwas vor:

„Wie schade, dass der dritte kleine Bär nicht bei uns ist“, sagen sie. „Aber wir wollen ihm davon erzählen, Wir müssen ihm helfen, seinen eigenen Weg zu gehen und sich weder vor Wölfen noch vor Tigern zu fürchten.“

 

Ein Bilderbuch mit einer wunderbaren Botschaft: jeder gehe seinen eigenen Weg, fürchte sich nicht vor dem Kampf mit dem „Wolf“ oder dem „Tiger“ die sich ihm in den Weg stellen wollen.  Und: manchmal führen auch unterschiedliche Wege zum selben Ziel. Ein Bilderbuch, das eine Botschaft auch durchaus für die vorlesenden Erwachsenen besitzt.