Die Schwalbe, die den Winter sehen wollte

 

 

 

Philip Giordano, Die Schwalbe, die den Winter sehen wollte, Knesebeck 2018, ISBN 978-3-95728-180-7

 

Aus dem Französischen von Ingrid Ickler feinfühlig übersetzt handelt das vorliegende Bilderbuch von Philip Giordano von einer kleinen Schwalbe namens Iris, die nach einem herrlichen Frühling und einem strahlenden Sommer eines Abends kurz vor dem gewohnten Abflug in den Süden zu ihren anderen Vogelfreunden sagt: „Was geschieht eigentlich im Wald, wenn wir nicht da sind?“

 

Niemand weiß die Antwort, außer dass nach dem Herbst der Winter kommt. Iris ist neugierig und beschließt in diesem Jahr zu bleiben. Sie lässt sich auch von Bedenken der älteren und erfahrenen Schwalben nicht abbringen. Eine alte Schwalbe schenkt ihr eine Eichel als Anhänger.

 

Und dann sind sie alle weg und Iris erlebt die sich verändernde Natur, was Philip Giordano in prächtigen Farben gezeichnet hat. Und als dann die Blätter fallen und kaum noch Insekten in der Luft sind, die sie satt machen könnten, hat die kleine Schwalbe zum ersten Mal in ihrem Leben „das Gefühl, ganz allein auf der Welt zu sein.“

 

Als viel Schnee gefallen ist und Iris begeistert im Schnee gespielt hat, den sie zum ersten Mal sieht, landet sie kurze Zeit später erschöpft unter einem Baum und schläft im Schnee ein. Sie wird beobachtet von Sam, dem Eichhörnchen, das auf Nahrungssuche sofort die Eichel in Iris` Federkleid bemerkt hat. Er rettet sie aus dem Schnee und bringt sie in seine Höhle. Dort erzählt Sam ihr von der Härte des Winters. Und sie freunden sich an. Gemeinsam machen sie sich jeden Tag auf die Suche nach den Eicheln, die Sam im Herbst versteckt hat.

 

Sie verbringen den ganzen Winter zusammen und auch als im Frühling die anderen Schwalben wieder aus dem Süden zurückkommen, sehen sie sich oft. Iris indes wird mit den anderen dieses Mal wieder in den Süden fliegen. Aber im nächsten Frühjahr wartet Sam schon auf sie.

 

Ein zauberhaft und farbenprächtig  illustriertes Bilderbuch über die Jahreszeiten und die Gesetze der Natur. Und ein schönes Beispiel einer ungewöhnlichen Freundschaft.