Stille Nacht. Heilige Nacht

 

 

Werner Thuswaldner, Robert Ingpen, Stille Nacht. Heilige Nacht, minedition 2018, ISBN 978-3-86566-356-6

 

Es ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder, „Stille Nacht“, ein Lied, das Menschen in aller Welt verbindet und bis heute in mehr als 300 Sprachen gesungen wird, immer dann wenn die Feier der Geburt Jesu Menschen in Kirchen, Häusern und Hütten zusammenbringt. Als ich zu Beginn der 80 er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in einem Dezember meine erste Pfarrstelle übernahm und am Heiligen Abend in den Gottesdiensten dieses Lied mit der Gemeinde singen wollte, musste ich Kopien herstellen, denn das Lied war im Gesangbuch nicht zu finden. Über eine sehr lange Zeit hatte zumindest die protestantische Theologie dieses wunderbare Lied als kitschig denunziert und ihm die Aufnahme in die Gesangbücher verweigert. Wie froh war meine neue Gemeinde, als sie endlich in der dunklen, nur von den Lichtern des Weihnachtsbaums erleuchteten Kirche ihr beliebtes Lied singen konnten. Ich werde diese Stimmung nie vergessen und habe dieses schöne Lied seitdem an jedem Heiligen Abend in die Liturgie eingebaut.

 

In dem vorliegenden von Robert Ingpen mit zarten Bildern illustrierten Bilderbuch erzählt Werner Thuswaldner  sehr kindgerecht die spannende und bewegende Entstehungsgeschichte dieses berühmten Weihnachtslieds.

 

Als am Heiligen Abend 1818 in einem bitter kalten Winter in Oberndorf in Österreich die Orgel ausgefallen ist, haben der junge Hilfspriester Joseph Mohr und der Lehrer Franz Xaver Gruber die Idee, ihre Gemeinde, die unter bitterer Armut leidet, in diesem Jahr bei der Christmette mit einem neuen Lied zu erfreuen.

 

Schon an diesem ersten Weihnachten bei der Premiere haben die Menschen gespürt, was das Besondere an diesem Lied ist, wie es ihre Herzen wärmt und ihre Seelen tröstet. Und später, als durch den Orgelbauer Carl Mauracher und die Zillertaler Familien Strasser und Rainer das Lied zunächst in ganz Tirol bekannt wurde und später in der ganzen Welt gesungen wurde, spürten immer mehr Menschen das gleiche.

 

Ich habe hartgesottene Männer bei diesem Lied am Heiligen Abend weinen sehen, und immer wieder in die strahlenden Augen der Kinder blicken dürfen, wenn wir dieses Lied gesungen haben.

 

Es ist ein Stück gelebter Volksfrömmigkeit, die trotz heftiger Missachtung durch die etablierte Theologie auf eine wunderbare Weise lebendig geblieben ist. Es Kindern nahezubringen ist wichtig, denn dieses Lied wird sie später trösten können.