Von den hellen Farben der Seelen. Wie wir lernen, aus uns selbst heraus zu leben

 

Uwe Böschemeyer, Von den hellen Farben der Seelen. Wie wir lernen, aus uns selbst heraus zu leben, Ecowin 2018, ISBN 978-3-7110-0172-6

 

„Im kommenden Jahr werde ich 80. Gut 50 Jahre davon arbeite ich mit Menschen, deren Leben nicht leicht war oder ist. Im letzten Jahr kam ich auf die Idee, meine Erfahrungen in einem Buch zusammenzufassen, nicht trocken, sondern lebendig und farbig wie das Leben selbst. Ich möchte die Zeiten meines Lebens veranschaulichen, die Einfluss auf meinen beruflichen Lebensweg genommen und ihn im Besonderen geprägt haben. Vor allem liegt mir daran, Antworten auf brennende Fragen unserer Zeit zu geben. Ich habe sie in einem dritten Weg neben Psychotherapie und Lebens- und Sozialberatung als eigenständiges System und als logotherapeutisches Präventionskonzept beschrieben.“

 

Uwe Böschemeyer ist neben seiner vielfältigen Tätigkeit als Therapeut und Vortragsredner auch ein unermüdlicher Produzent von Büchern, mit denen er Menschen, die sich von sich selbst entfremdet haben und in ihrem Leben kein Glück erfahren,  helfen möchte, zur Erkenntnis ihrer selbst zu kommen und die schwierige, aber auch freudvolle Veränderungsarbeit am eigenen Selbst zu wagen.

Sehr häufig werden in der Therapie und in diversen Ratgebern jene dunklen Farben der Seele thematisiert, die unsere innere Realität verdunkeln und unser Leben und unsere Lebensfreude hindern an ihrer vollen Entfaltung.  In ausdrücklicher Anerkennung dieser dunklen Nachtseite des Lebens, widmet sich Böschemeyer aber in seinem neuen Buch den „hellen Farben der Seele“. Er möchte „in einer Zeit, in der die Angst zum lebensbestimmenden Gefühl geworden ist“ etwas entgegensetzen. Denn sie sei nur deshalb so groß, sagt er, weil der Mangel an Sinn so groß sei: „Der Mangel an Sinn ist so groß, weil der Halt im Leben so gering ist. Der Halt im Leben ist so gering, weil die Suche nach Sinn so schwierig geworden ist.“

 

Er setzt dieser Entwicklung etwas entgegen, was er die „hellen Farben der Seele“ nennt. Gemeint sind damit Werte wie Freiheit, Verantwortung, Liebe, Mut, Hoffnung, Kreativität, Spiritualität, all das, was Sinn vermittelt, Freude am Leben macht und uns voller Hoffnung auch angesichts des Todes leben lässt. Er erzählt davon, indem er wie nebenbei auch sein eigenes Leben und seine beruflichen Stationen (er war viele Jahre ev. Pfarrer!) reflektiert, erzählt von seinen Erfahrungen und seinen Entwicklungen.

Jeder Mensch trägt das Licht des Lebens in sich, davon ist er überzeugt, eine alte Weisheit des Christentums. Es kommt nur darauf an, es wiederzufinden, denn wir haben es so oft verloren, was wiederum unser Leben so dunkel macht. Der abstumpfende Alltag und das Streben nach Materiellem hindern es am Leuchten und unsere Seele an ihrer Entwicklung.

Die einzelnen Kapitel des Buches erzählen von dieser Wiederentdeckung, davon „wie wir lernen, aus uns selbst heraus zu leben“:

 

 

  • Prägungen – Wie ich wurde, was ich beruflich bin
  • Was sind Werte?
  • Die Macht der Gedanken
  • Die neun Gesichter der Seele (vgl. sein Buch über das Enneagramm „Du bist viel mehr“ (2010)
  • Wege zur Versöhnung, mit sich und mit anderen.

 

Das Buch ist verständlich geschrieben. Wer andere Bücher von Uwe Böschemeyer kennt, wird vieles Bekanntes darin finden, hier ist es aber wie in einer Lebenssumma noch einmal zusammengestellt.

 

Ich kann es allen Menschen für eine aufrichtige und selbsterkennende Suche nur empfehlen.