Blutmond

 

 

 

 

 

Katrine Engberg, Blutmond, Diogenes 2019, ISBN 978-3-257-07058-3

 

Ein Jahr nach dem großen Erfolg ihres Krimidebüts „Krokodilwächter“ um die beiden Kopenhagener Kriminalassistenten Jeppe Korner und Anette Werner legt die dänischen Autorin Katrine Engberg ihren zweiten Fall vor.

 

Jeppe Korner ist nach einem längeren Urlaub in Australien, wo er eine junge Dänin kennengelernt hat, psychisch wiederhergestellt, nachdem er im ersten Band in einem schlimmen seelischen Zustand war. Dafür schleppt sich seine Kollegin Anette Werner, die im ersten Band einen sehr stabilen und ausgeglichenen Eindruck machte, während der gesamten Ermittlungen mehr schlecht als recht hin, bevor der Leser ganz am Ende eine sehr überraschende Erklärung ihres schlechten körperlichen Zustandes erfährt.

 

Es ist Januar in Kopenhagen und klirrend kalt, als der in der Modewelt bekannte Designer und Modezar Alpha Bartholdy am frühen Morgen auf dem Parkplatz des Geologischen Museums tot aufgefunden wird. Vorher fand in den prunkvollen Sälen dieses Museums ein Empfang im Vorfeld der Copenhagen Fashion Week statt, an dem nicht nur Bartholdy teilnahm, sondern, wie sich bald herausstellt, auch Jeppe Korners Freund Johannes. Die Leser des ersten Bandes erinnern sich: bei diesem Freund war Jeppe während seines Durchhängers untergekommen.

 

Doch Johannes ist unauffindbar, als Jeppe und Anette, die sich kurz vor einem Herzinfarkt wähnt, aber dennoch die Zähne zusammenbeißt und weiter arbeitet, ihre Ermittlungen aufnehmen. Bald schon stellt sich heraus, dass Alpha Bartholdy durch eine sehr ätzende Flüssigkeit, die er getrunken hat, qualvoll zu Tode gekommen ist.

 

Die beiden sind noch nicht recht vorangekommen bei ihren Ermittlungen als zwei Tage später ein zweiter Mord auf die gleiche Weise geschieht. Gibt es weitere Parallelen zwischen diesen beiden Mordfällen?  Was und wer konnte dahinter stecken?

 

Wie im ersten Band schon taucht die alte Krimischriftstellerin Esther de Laurenti zusammen mit ihrem Partner Gregers wieder auf, und ihre scharfe Beobachtungsgabe und ihre Leidenschaft für eine bestimmte Radiosendung werden für die sehr überraschende und lange von Engberg vorbereitete Lösung des Falles noch sehr wichtig werden. Genauso wie übrigens etliche schon sehr früh im Buch eingeführte und weiterverfolgte Personen, die mehr oder weniger in die Handlung verwoben sind und die man als Leser von Anfang an im Auge behalten sollte.

 

Engberg lockt ihren Leser genauso wie ihre beiden Ermittler von einer heißen Spur zur nächsten, um dann am Ende wieder völlig überraschend ihre kaum für möglich gehaltene Lösung zu präsentieren.

 

Man darf gespannt sein, wie diese neue Serie weitergeht. „Blutmond“ jedenfalls ist ein spannender Thriller über das glitzernde Leben in der Modewelt, ein Roman über Betrug, Eifersucht, Rache und falschen Schein.