Die ethnische Säuberung Palästinas

 

Ilan Pappe, Die ethnische Säuberung Palästinas, Westend 2019, ISBN 978-3-86489-258-5

 

Ilan Pappe, Jahrgang 1954, war bis 2007 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Haifa und Leiter des dortigen Instituts für Konfliktforschung. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zum israelisch-arabischen Konflikt und zur Geschichte des Nahen Ostens. Die massiven Anfeindungen und die Behinderung seiner Forschungsarbeit, denen er seit der Veröffentlichung seines Buchs „Die ethnische Säuberung Palästinas“ 2006  an der Universität ausgesetzt war, haben ihn veranlasst, in Großbritannien zu leben. Dort lehrt er an der Universität in Exeter.

 

Das nun hier im Westend Verlag wiederaufgelegte Buch, das 2007 beim Verlag 2001 erschien und zu dem Ilan Pappe ein aktuelles Vorwort geschrieben hat beschreibt , wie der militärische Konflikt in den Jahren 1947 bis 1949 in eine systematische Politik Israels übergegangen ist, die bis heute einen Frieden in Palästina verhindert. In der sogenannten Nakba wurden insgesamt 800 000 Palästinenser aus ihren angestammten Gebieten vertrieben und somit nach Pappe die Grundlagen dafür gelegt, dass die Politik Israels bis zum heutigen Tag einen gerechten Frieden in Palästina verhindert.

 

Die Lektüre dieses bewusst einseitig gehaltenen Buches ist nichtsdestotrotz sinnvoll und notwendig, um die Gesamtheit des Kernkonflikts besser zu verstehen. Über die Position Israels , über die permanenten Gewaltdrohung der Palästinenser und ihrer von Beginn der jüdischen Besiedlung bestehenden Forderung, die Juden ins Meer zu treiben (wird bis auf den heutigen Tag so vertreten von den politischen und militärischen Vertretern der Palästinenser, die ihr eigenes Volk mehr ausbeuten und unterdrücken als die Israelis), kann man sich in anderen Büchern informieren. Auch über die von Anfang an terroristischen Grundhaltung der Palästinenser.

 

Ilan Pappe schreibt am Ende seines neuen Vorworts:

„Wenn es uns gelänge, im historischen Palästinas e i n e n  (sic!)demokratischen Staat für alle zu gründen, der auch die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge (ergänze: 7 Millionen !!) willkommen wäre, könnten wir nicht nur für das Ende des Konflikts sorgen, sondern gleichermaßen für das Ende vieler anderen Konflikte im Nahen Osten.“

 

Bei allem gebotene Respekt über die Leistung des vorliegenden Buches: ich halte das für naiv.