Von Kartoffeln und Kanaken

 

 

Julia Wöllenstein, Von Kartoffeln und Kanaken, mvg verlag 2019, ISBN 978-3-7474-0055-5

 

Julia Wöllenstein ist nicht die erste und wohl auch nicht die letzte Pädagogin, die es wagt, mit einem Buch an die Öffentlichkeit zu gehen und zu beschreiben, wie der wirkliche Alltag an unseren Schulen mittlerweile aussieht. Sie ist nach wie vor engagiert, ein linksliberales politisches Bewusstsein kollidiert jedoch immer mehr mit den Problemen, mit denen sie sich konfrontiert sieht. Die Mehrzahl ihrer Schüler hat einen Migrationshintergrund, was nicht nur aufgrund der oft nur rudimentären Deutschkenntnisse zu Problemen führt. Unterschiedliche kulturelle und religiöse Hintergründe führen zu Konflikten untereinander, die einen Lehrer vor Aufgaben und Herausforderungen stellen, die weit über das normale Unterrichten hinausgehen.

 

Sie müht sich, macht auch, allerdings haarsträubende, Vorschläge, was passieren müsste im Land, damit so etwas wie Integration gelingt, doch ihr Buch liest sich wie eine einzige Dokumentation eines gesamtgesellschaftlichen Scheitern, das die Lehrer an unseren Schulen ausbaden müssen. Denn die Migrationspolitik der Regierung hat genau zu den Problemen geführt, mit denen sich Julia Wöllenstein nicht als einzige konfrontiert sieht.

 

Sie sagt, sie habe Hoffnung für die Zukunft der Integration, doch das Buch ist ein einziges Eingeständnis von niederschmetternder Hoffnungslosigkeit.

 

Das, was viele Mahner schon sehr früh prophezeit haben, zeigt sich mit jedem Jahr in unserem Land mehr. Kulturen, die nicht miteinander vereinbar sind und die dies auch gar nicht wollen, werden irgendwann beginnen, Parallelgesellschaften zu bilden.

 

Man kann es heute schon sehen. Die Perspektiven für die Zukunft sind nicht gut. Munition für Populisten hier und dort.