Menu surprise. Der elfte Fall für Bruno, Chef de police

 

 

 

Martin Walker, Menu surprise. Der elfte Fall für Bruno, Chef de police, Diogenes 2019, ISBN 978-3-257-07063-7

 

Auch der neue, mittlerweile elfte Roman über den sympathischen Chef de police Bruno Corregues aus dem kleinen Städtchen St. Denis im südfranzösischen  Perigord ist eine gelungene Mischung aus verschiedenen Erzählsträngen.

Da ist die Geschichte der jugendlichen Rugbyspielerin Paulette, die Bruno seit ihrer Kindheit trainiert und ausgebildet hat und die nun vor dem Sprung in die französische Nationalmannschaft steht, als sie eine unverhoffte Schwangerschaft daran zu hindern droht.

 

Brunos Freundin Pamela, die neben ihrer Reitschule in den Sommermonaten auch eine Kochschule betreibt, hat neben anderen schon aus den früheren Romanen bekannten Figuren auch Bruno zur Unterstützung gewonnen. Er soll Pamelas Feriengäste in die lokale Küche einführen und sie auch auf verschiedenen Exkursionen auf Märkte und Weingüter begleiten.

 

Doch noch bevor der nächste Kochkurs beginnen kann, wird eine Teilnehmerin vermisst. Die junge Frau eines britischen Geheimdienstoffiziers ist nicht zusammen mit den anderen Gästen in Bergerac gelandet. Bruno macht sich auf die Suche nach ihr und findet sie tot zusammen mit einem ebenfalls toten Mann in einem abgelegenen Haus im Wald.

 

Bruno ist kurz zuvor befördert worden und ist jetzt für den ganzen Bezirk zuständig. Neben aus den früheren Büchern bekannten Kollegen von Bruno hat er es jetzt noch mit weiteren Polizeikräften zu tun.  Bald stellt sich heraus, dass die beiden Todesfälle einen hochpolitischen Charakter haben. Die Geschichte wird schnell zum Fall internationaler Ermittlungen und führen weit in die Geschichte der IRA zurück.

 

Bruno zeigt sich auch diesen weit über seine sonstigen Befugnisse hinausgehenden Ermittlungen gewachsen und trifft auch dieses Mal wieder auf seine große Liebe Isabelle, die zusammen mit anderen Geheimdienstlern aus verschiedenen Ländern zur Lösung des Falles nach St. Denis kommt.

 

Nebenbei erfährt der Leser wieder sehr viel über Rezepte, leckeres Essen und erlesene Weine, traumhafte Landschaftsbeschreibungen wecken seine Sehnsucht, nun doch endlich einmal nach so vielen Bruno-Bänden selbst das Perigord zu besuchen und ein dramatisches Finale sorgt für Spannung in einem Roman, der ansonsten unterhaltsam sich dahinbewegt.

 

Ich fand den politisch geprägten Fall, den Bruno dieses Mal zusammen mit anderen zu lösen hat, mit seinen vielen historischen Informationen sehr aufschlussreich.  In das in der Regel ruhige und von vielen Freundschaften geprägte Leben Brunos mit jedem neuen Band wieder einzutauchen, mich entführen zu lassen in eine Landschaft und ihren unverwechselbaren menschlichen Charakteren, schenkt mir jedes Mal eine angenehme und unterhaltsame, leider wieder viel zu kurze Lesezeit. Zu kurz, weil man immer weiter liest, seltsam verzaubert von der Mischung aus verschiedenen Handlungssträngen, die Martin Walker auch dieses Mal wieder gut gelungen ist.

 

Es deutet sich am Ende an, dass Brunos Liebesleben nach wie vor ungeklärt bleiben wird. Eigentlich, lieber Herr Walker, hat Ihr Bruno das nicht verdient. Wäre es nicht mal Zeit für eine Klärung? Vielleicht schon im nächsten Buch?