Das Große Rennen

 

Heinz Janisch, Gerhard Haderer, Das Große Rennen, Jungbrunnen 2018, ISBN 978-3-7026-5921-9

 

Heinz Janisch, seit vielen Jahren bekannter und von Kindern und Eltern gern gelesener und vorgelesener Autor schöner, witziger und oftmals hintersinniger Bilderbücher hat zusammen mit dem in Österreich nicht weniger bekannten Zeichner Gerhard Haderer hier ein neues lustiges Bilderbuch vorgelegt.

 

Es geht um das legendäre Pferderennen der Welt, das „Race of the Champions“ in England. Alles, was dort Rang und Namen hat, ist auf der Rennbahn und den Tribünen versammelt. Man hat natürlich Wetten abgeschlossen und hofft neben dem Gesehenwerden in der Gesellschaft auch auf einen Gewinn.

 

Doch in diesem Jahr war vor dem Rennen irgendetwas anders als sonst. Eine seltsam aufgeregte und gereizte Stimmung liegt in der Luft. Eine große Unruhe hat einen Teil des Publikums ergriffen. Vielleicht haben sie gerüchteweise schon etwas gehört von der ungeheuren Neuigkeit. Irgendjemand hat beschlossen, dass in diesem Jahr keine Pferde  das große Rennen bestreiten werden, sondern Kamele. Ja, Kamele. Aus alle Teilen der Welt hatte man sie mit dem Zug, mit einem Schiff und auf Lastwagen zur Rennbahn gebracht.

 

Nun kommen sie mit kleinen Reitern aus verschiedenen Nationen auf die Bahn und nach dem Startschuss rasen Zumela, Karas, Oase, Malura, Wüstenblume und Sandsturm los.  Das Rennen ist spannend, die Führung wechselt dauernd und schon nach wenigen Augenblicken hat das wettbegierige Publikum vergessen, dass es sich in diesem Jahr nicht um Pferde, sondern um Kamele handelt. Hauptsache, meine Nummer gewinnt.

 

Als die sechs Kamele gerade auf einer Höhe sind in ihrem Lauf, bleiben sie plötzlich wie auf ein stummes Kommando hin stehen, werfen ihre Jockeys in den Sand und schütteln sich kurz danach alle vor Lachen.

 

Das zunächst konsternierte Publikum weiß nicht, wie es reagieren soll, viele schauen auf ihre Wettzettel, als ein kleines Mädchen vor der Tribüne laut ausruft:  „Alle haben gewonnen!“

 

„Mit einem Mal löste sich die Spannung auf der Tribüne. Die Aufregung und das Erstaunen verwandelten sich in befreites Gelächter.“

 

Ein hintersinniges von Gerhard Haderer ausdrucksvoll illustriertes Bilderbuch voller versteckter Ironie.

 

Sehr empfehlenswert.