Alles richtig gemacht

 

 

 

 

Gregor Sander, Alles richtig gemacht, Penguin 2019, ISBN 978-3-328-60667-3

 

Gregor Sanders hier vorliegender mittlerweile dritter Roman ist eine funkelnde Geschichte über die frühen und die späten Jahre des wiedervereinten Deutschlands am Beispiel einer Freundschaft zweier Männer.

 

Thomas, der die Geschichte als Ich-Erzähler erzählt kommt genau wie Daniel aus Rostock. Als die DDR zusammenbricht, brechen sie gemeinsam auf nach Berlin. Sie probieren dies und das. Ihr Leben ist unbeschwert und kommt ihnen vor wie eine einzige Party.

 

Doch irgendwann ist Daniel weg. Spurlos verschwunden. Thomas studiert Jura, gründet eine Familie und ist bald schon Partner in einer eigenen Rechtsanwaltspraxis.

 

Als das Buch beginnt, ist Thomas 50 Jahre alt. Er ist auch als Rechtsanwalt mittlerweile ziemlich bürgerlich geworden und hat Mandanten, die er früher sofort abgelehnt hätte. Er ist ziemlich durch den Wind, denn seine Frau hat ihn verlassen und seine beiden Töchter mitgenommen.

 

Als in dieser Phase seines Lebens sein alter Freund Daniel wieder auftaucht, fragt sich Thomas sehr schnell, ob dieser etwa mit dem Auszug seiner Frau zu tun hat. Offenbar ist Daniel mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

 

Hier an dieser Stelle setzen zahlreiche Rückblicke in die Zeit vor dem Fall der DDR ein, in die Kindheit und Jugend der beiden Freunde. Thomas erzählt von ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin und so manchem Abenteuer auch abseits der Regeln und Gesetze.

Über die ganze, am Ende des unterhaltssamen Buches doch sehr überraschend Handlung über gelingt es Gregor Sander, das Lebensgefühl einer jungen Generation nach der Wende einzufangen. Aber auch die Schilderung der Verbürgerlichung von Thomas Existenz und Leben und des Absturzes von Daniel als zwei sich entgegenstehenden Lebensentwürfen ist ihm hervorragend gelungen.

 

Wer hat in seinem Leben was richtig gemacht? Das fragt sich am Ende auch ein von dem Buch angenehm unterhaltener Rezensent.  Denn die Frage „Wer waren wir, wer sind wir geworden?“ sind nicht nur die des Autors und seiner Hauptfiguren. Jeder Mensch über 50 stellt sie sich irgendwann einmal. Der Roman tut dies auf eine witzige, ehrliche, stellenweise bestürzende aber immer sehr liebevolle Weise.