Blödes Bild

 

 

 

 

Johanna Tydell, Emma Adbage, Blödes Bild, Kunstmann Verlag 2019, ISBN 978-3-95614-327-4

 

Die in Schweden sehr bekannte und erfolgreiche Schriftstellerin für Jugend- und Kinderbücher hat in ihrem hier in der deutschen Übersetzung von Maike Dörrie vorliegenden zweiten Bilderbuch eine schöne Geschichte erzählt, die allen kleinen Schwestern, größeren Brüdern und allen anderen Kindern, die manchmal etwas so richtig blöd finden, sicher gefallen wird.

 

Dazu tragen auch die witzigen und originellen Illustrationen von Emma Adbage bei, die die Geschichte auf ihre eigene Weise erzählen.

 

Das Buch handelt von der kleinen Minze. Wir wissen nicht ganz genau, wie alt sie ist, nur eins steht fest: ihr Bruder Max ist drei Jahre älter als sie. Und deshalb kann er auch vieles besser und schöner als Minze, zum Beispiel Malen.

 

Minze möchte auch so schön malen wie ihr Bruder, doch als sie, wohl an einem Wintertag, zusammen am Küchentisch sitzen, fällt ihr noch nicht einmal etwas ein, während ihr Bruder konzentriert an seinem Bild arbeitet, um das er seinen Arm wie eine Mauer legt, dass Minze nichts abschauen kann.

 

Doch dann hat Minze eine Idee: sie könnte doch Schnee malen. Doch weiß auf weiß geht nicht. Und dann geht alles schief. Kater Klas springt auf den Tisch und stösst die Blumenvase um. Während Max sein Bild rechtzeitig weggenommen hat, ist das von Minze klatschnass. Nachdem Minze es mit dem Fön getrocknet hat, sieht es furchtbar aus und aus lauter Wut knüllt sie es zusammen und schneidet mit ihrer Schere in den Papierball hinein.

 

Sie findet alles blöd, und schaut wütend aus dem Fenster, als ihr Bruder sie ruft und ihr zeigt, was aus dem zerschnittenen Papierball geworden ist: eine perfekte Schneeflocke. Max zeigt ihr sein Bild, ein schönes Porträt von Minze.

 

Und dann machen sie noch mehr Schneeflocken, die sie ans Fenster hängen. Und Minze zeigt ihren großen Bruder, wie es geht.

 

„Blödes Bild“  ist nicht nur eine warmherzig erzählte und witzig illustrierte Geschichte über Lust und Frust des kreativen Schaffens, sondern auch das wunderbare Porträt einer kleinen Schwester, die gerne alles so gut können möchte wie ihr Bruder und die sehr, sehr wütend wird, wenn nichts so gelingt, wie sie sich das vorstellt. Und es ist das sympathische Beispiel eines älteren Bruders, der seine Schwester sehr lieb hat und ihr am Ende ein große Freude macht, indem er ihr zeigt, dass sie viel mehr kann, als sie glaubt.