Eine Welt aus Zeichen

 

 

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Martin Kuckenburg, Eine Welt aus Zeichen. Die Geschichte der Schrift, Theiss 2015, ISBN 978-3-8062-2627-0

 

In einem reich illustrierten sehr repräsentativen Band aus dem Theiss Verlag beschreibt der Wissenschaftsjournalist Martin Kuckenburg die Geschichte der Schrift. Er hat das Buch sowohl regional als auch chronologisch-strukturell aufgebaut und beschreibt „eine Welt aus Zeichen“ in drei Hauptkapiteln

 

  • Bild und Keil – die frühen Schriftkulturen des Alten Orients
  • Orakelknochen und Maya-Glyphen – Schriftsysteme in anderen Weltteilen
  • Vom Mittelmeer um die Welt – Entstehung und Siegeszug des Alphabets

Beeindruckende Bilder, Zeichnungen und immer wieder im Text herausgehobene wichtige Zitate lockern ein lehrreiches und ungemein verständliches Buch auf, in dem mir jedenfalls deutlich wurde, wie eminent wichtig die Schrift und auch ihre Weiterentwicklung für die Kultur und das Denken der Menschen war und ist und auch in Zukunft sein wird.

In seinem Ausblick am Ende des Buches zur Zukunft der Schrift bezeichnet er die modernen, oft erst im Computerzeitalter entstandenen Auflockerungen der Schrift und Verstöße gegen die herkömmlichen Schreibregeln als eine Bereicherung. Bildsymbole und Ideogramme seien wie in den frühen Schriften keine Notbehelfe. Vielmehr: „Zumindest im Bereich der Computerschrift und der informellen Kommunikation werden sie derzeit auch bei uns ein Stück wiederbelebt, und weit davon entfernt, der Schriftkultur zu schaden, wird diese Entwicklung im Gegenteil sogar zu ihrer Zukunftsfähigkeit und lebendigen Fortdauer in einer immer stärker visuell geprägten Welt beitragen.“

Etwas, woran sich der Rezensent, der sich damit schwer tut, noch gewöhnen muss. Aber niemand muss ja diese neuen Elemente benutzen. Er wird auch so verstanden. Wichtig ist nur, dass man irgendwann die Texte seiner Kinder und Enkel noch verstehen kann.