Je größer der Dachschaden, desto besser die Aussicht

Selten habe ich ein Buch getroffen, dessen Titel so überhaupt nicht zum Inhalt passt. Weder spielen Dächer noch Aussichten eine Rolle. OK, wenn man lang genug interpretiert, passt der Begriff »Aussicht« schon irgendwie, aber das tut er ja dann immer. Auch die pinken Punkte stimulieren nicht ganz zum Hinfassen. Wenigstens konsequent wurde der Schnitt auch verpinkt.

Das Buch selbst ist unterhaltsam, schnell zu lesen, die Story einfach: Nell, Anfang 40, sagt von sich, sie ist auf der falschen Seite der Vierzig angekommen: kein Mann, pleite, keine Kinder. Ihr Traum von Hochzeit, eigenem Café in Kalifornien ist geplatzt, sie zieht nach London zurück. Dort kann sie sich nur Untermiete leisten, während sie all ihre perfekten Freundinnen trifft, die mit perfekten Familien in perfekten Häusern leben. Sie nimmt einen Job als Nachrufschreiberin an, lernt die unkonventionelle Witwe Cricket kennen und schreibt Dankbarkeitslisten mit der nötigen Ironie. Und dann irgendwie nimmt die Geschichte ihre Lauf.

Leichtes Lesefutter mit einer Tasse Tee – oder einem Gin Tonic. Nett.