Der Biber hat Fieber

 

 

 

42601357zTanja Jacobs, Der Biber hat Fieber, Oetinger 2015, ISBN 978-3-7891-7880-1

 

Kleine Kinder bekommen oft einmal Fieber. Das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers und in der Regel gar nicht schlimm. Dennoch brauchen die Kinder, die sich dann schlapp und müde fühlen, Zuwendung und Trost.

In dem hier vorliegenden kleinen Bilderbuch mit schönen Reimen von Tanja Jacobs und sympathischen Illustrationen von Susanne Weber wird das beispielhaft gezeigt. Nachdem er einen kräftigen Stamm bearbeitet hat klagt der Biber über Fieber.

Nacheinander kümmern sich andere Tiere um ihn: das Frettchen schickt ihn ins Bettchen, die Schnecke gibt ihm eine Decke, der Igel hat ihm einen Tee gekocht und das Karnickel macht ihm kalte Wadenwickel. Und die ganze Truppe kocht ihm eine leckere Suppe.

Durch die Hilfe und den Trost dieser ganzen Truppe geht es dem Biber bald schon wieder sehr viel besser und er bedankt sich bei ihnen.

Dieses Bilderbuch ist sehr gut geeignet zum Vorlesen für kleine Kinder, die aus welchem Grund auch immer, einen Fieberschub haben. Denn mindestens genauso wichtig wie Wadenwickel und Medizin ist menschliche Zuwendung und Trost in einer Situation, in der man sich schlecht fühlt. Es ist ein schönes Trostbuch für die Kleinsten ab etwa 18 Monaten.

 

Gefühlige Zeiten

 

 

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Christian Sehrendt, Gefühlige Zeiten, Dumont 2015, ISBN 978-3-8321-9790-2

 

 

Hauptsache man ist authentisch. So beschreibt der Historiker und Kunsthistoriker Christian Sehrendt in seinem Buch „Gefühlige Zeiten“ die Stimmung im Lande. Nicht erst seit gestern, sondern seit einer geraumen Zeit schon. Er bemüht zur Unterstreichung seiner These, dass wir in Gesellschaft und Kultur in einer Zeit der Neo-Romantik leben, mit unzähligen Texten aus der Popmusik, der Literatur und einer Vielzahl eigener kulturwissenschaftlichen Betrachtungen und Reflexionen.

Er führt diese „zwanghafte Sehnsucht nach dem Echten“ zurück auf eine zunehmende Entfremdung angesichts der riesigen Komplexität unserer globalisierten Welt. Seine Sprache allerdings, die er benutzt, ist alles andere als romantisch. Sie nimmt den Leser mit auf spannende Reisen durch unser Land und seine Mainstreams.

Was mir bei aller Freude und allem Erkenntniszuwachs bei der Lektüre aber gefehlt hat, ist eine aus allen Einzelbeobachtungen schlüssig formulierte Beweisführung, warum er so viele Ähnlichkeiten mit der klassischen Romantik sieht. Genauere Vergleiche etwa von Liedtexten, Bildern, Theaterstücke etc. hätten da vielleicht weitergeführt.

Und so ist das Buch angenehme Unterhaltung, aber kein sozialwissenschaftlicher Wurf.

 

Deutscher Wein, Deutsche Küche

 

 

 

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Paula Bosch, Tim Raue Deutscher Wein, Deutsche Küche, Callwey 2015, IS´VBN 978-3-7667-2174-7

 

Dies ist ein Buch, wie es der bei Wein und Küche eher auf deutsche Herkunft spezialisierte Durchschnittsgourmet gut gebrauchen kann. Seine Autoren gehen davon aus, dass Deutschland sowohl was den Wein betrifft als auch in der Küche beim Vergleich mit den oft so hochgelobten Franzosen oder Italienern durchaus mithalten kann, wenn nicht sogar mehr.

Zunächst stellt die Sommeliere Paula Bosch ihre Auswahl der 100 besten Winzer Deutschlands vor und ihre jeweils besten Lagen und Weine. Nach den Anbaugebieten geordnet, kann man sehr schnell diejenigen Winzer ausfindig machen, die in der Nähe des eigenen Wohnorts leben. Mit Hilfe eines ausführlichen Registers ist es ein Leichtes, einen Termin auszumachen für eine gesellige Weinprobe auf dem Weingut und/oder einen Einkauf.

Natürlich sucht man vergebens nach einem Hinweis auf den seit Jahren geliebten eigenen Winzer, aber das ist normal bei subjektiven Zusammenstellungen. Tatsache ist: deutsche Weine, vor allen Dingen in ihren klassischen Rebsorten angebaut, können sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen.

Und sie munden hervorragend zu den insgesamt 218 Rezepten, die der Meisterkoch und Küchenchef Tim Raue im zweiten Teil des schwergewichtigen Buches zusammengestellt hat. Vorspeisen, Fisch-und Fleischgerichte und Nachspeisen aus den verschiedenen Regionen Deutschlands werden jeweils für 4 Personen verständlich und leicht nach zu kochen vorgestellt. Der Clou dabei: Paula Bosch empfiehlt zu jedem dieser Rezepte einen der im ersten Teil vorgestellten Weine, die dort sehr übersichtlich in fünf Preiskategorien von 10 Euro bis über 40 Euro beschrieben werden.

Das reich bebilderte Buch eignet sich hervorragend als ein Geschenk für eine Einladung zu einem Essen etwa. Statt über ein, zwei Flaschen edlen Weins freut sich jeder Gastgeber über ein solches Kompendium. Vielleicht macht die Runde dann gleich einen gemeinsamen Besuch bei einem der dort porträtierten Winzer in der Nähe aus.

Erben auf Italienisch

 

 

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Piersandro Pallavicini, Erben auf italienisch, Folio Verlag 2015, ISBN 978-3-85256-669-6

 

Dieser Roman ist eine auch sprachlich derbe Kost. In bester Tradition italienischer Komödien zieht der Autor Piersandro Pallavicini alle Register des schwarzen Humors und einer überwältigenden Situationskomik, die den Leser alle Paar Seiten sowohl zum Lachen bringt, als auch zu dem Gedanken, ob er sich das weiter antun soll.

Pallavicini erzählt die Geschichte des alten Käsefabrikanten Alfredo Pampaloni. In den 60 er Jahren reich geworden und als Vorbild dem große Gunter Sachs nacheifernd, hat er sich entschlossen, sein Erbe endlich aufzuteilen (beziehungsweise das, was von ihm noch auffindbar ist).

Er ruft alle seine Kinder zu sich in sein Feriendomizil in einem heruntergekommenen Bergdorf, das einmal zu einem großen touristischen Zentrum ausgebaut werden sollte, an dem aber die Zeit ebenso vorbeigegangen ist wie an Pampaloni selbst.

Und es kommen aus London der Sohn, ein Galerist , der ganz scharf ist auf das große Geld, das er schon von weitem riecht, und die Tochter Carla, die sich schon seit ihrer Kindheit ewig benachteiligt fühlt und jetzt als Universitätsprofessorin arbeitet.

Aus ihrer Sicht bekommen wir als Leser mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit jenes Treffen in den Bergen berichtet. Da brennen auf einmal Häuser. Millionen sind und bleiben verschwunden und ein großes Familiengeheimnis zieht alle in seinen Bann.

Eine köstliche Lektüre, die, bleibt man nach anfänglichen Zweifeln dabei, sich lohnt und einen immer wieder in lautes Lachen ausbrechen lässt. Bester schwarzer italienischer Humor vom Feinsten.

Die Nacht als ich sie sah

 

 

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Drago Jancar, Die Nacht , als ich sie sah, Folio 2015, ISBN 978-3-85256-670-2

 

Drago Jancar gilt heute als der bedeutendste Schriftstellers des jungen Sloweniens. Vor der staatlichen Selbständigkeit zu Zeiten von Titos Jugoslawien saß er wegen feindlicher Propaganda des Öfteren in Haft.

Als im März 2015 die sterblichen Überreste von Ksenja Hribar und ihrem Mann Rado in einem Wald in Oberkrain gefunden wurden, nachdem sie 1944 von Partisanen aus ihrer Burg Strmol verschleppt wurden, da war ein Verbrechen aufgeklärt, das über eine lange Zeit noch die Geschichtenerzähler in den Cafes des Landes faszinierte. Dragor Jancar nimmt diese wahre Begebenheit zum Anlass seines neuen Romans, in dem er diese schillernde Frau in den Erinnerungen von insgesamt fünf Personen, die er ihr begegnen lässt in den Jahren vor ihrem Tod, wieder auferstehen und lebendig werden lässt.

Im Roman heißt sie Veronika Zarnik und ihr Mann Leo. Zunächst erzählt der Offizier, der Veronika noch vor dem Krieg das Reiten beibringt und sich dabei in sie verliebt, wie er durch den Einfluss von Leo Zarnik versetzt wird in die Provinz, seine Karriere abstürzt, sie aber zunächst mit ihm geht und zu ihm hält. Schon in dieser ersten Näherung wird deutlich, welche Persönlichkeit diese Frau ist. Sie kann Flugzeuge fliegen, liebt Pferde und das Reiten und auch Papageien und Alligatoren. Einmal , so erzählt man sich, habe sie einen Alligator auf der Straße spazieren geführt.

In den folgenden Beschreibungen eines deutschen Wehrmachtsarztes, der auf dem Schloß der Zarniks öfter zu Gast war, ihrer hinfälligen Mutter, einer Haushaltshilfe und eines Partisans, der an ihrer Verschleppung beteiligt war, entfaltet Drago Jancar nicht nur ein buntes Kaleidoskop einer schillernden Persönlichkeit, sondern auf dem Hintergrund der Geschichte Veronikas und ihres Schicksals erzählt er vom Schicksal einer ganzen Epoche, vom Aufstieg der Nazis, über die Partisanen Titos bis zur kommunistischen Herrschaft nach dem Krieg.

Es gelingt ihm auch sprachlich ganz hervorragend, das Einzelschicksal von Veronika und den fünf Menschen, die ihre Erfahrungen mit ihr beschreiben, sehr konkret und unideologisch zu verknüpfen mit den politischen Umständen dieser Zeit. So wird nicht nur das Porträt einer ganz außergewöhnlichen Frau gezeichnet, sondern auch eines Landes, dessen Geschichte mir bisher sehr fremd war.

 

Königsblau

 

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FC Schalke 04, Königsblau. Die Geschichte des FC Schalke 04, Verlag Die Werkstatt 2015, ISBN 978-3-7307-0204-8

 

Viele Kilogramm schwer kann man dieses voluminöse Werk kaum in Händen halten beim Lesen, sondern muss es auf einer festen Ablage durchblättern. Waren in den letzten Jahren Bücher über verschiedenen Fußballvereine, die hauptsächlich beim Göttinger Verlag Die Werkstatt erschienen, von professionellen Sportjournalisten verfasst (hier ist insbesondere der rührige Dietrich Schulze-Marmeling zu nennen, der auch nennenswerte Biographie über einzelne berühmte Fußballer geschrieben hat), ist dieses sporthistorische Werk von der Vereinsführung selbst in Auftrag gegeben und herausgegeben worden.

Ein erster Verdacht, das könnte zu Lasten der Unabhängigkeit gehen, bestätigt sich beim kursorischen Lesen nicht. Skandale werden aufgearbeitet und vollständig dargestellt. Natürlich atmet das Buch die seit über einhundert Jahren währende Begeisterung der Menschen im Pott über ihren Verein und ihre teilweise legendären Spielerpersönlichkeiten, die alle abgebildet und beschrieben sind.

Chronologisch aufgebaut, kann man mit der Zeit anfangen, in der die eigene Begeisterung und das Interesse an Schalke 04 begann. Beim Rezensenten sind das die frühen siebziger Jahre. Selbstverständlich findet man im Anhang dieses Buches, in dem man sich regelrecht verlieren kann, auf über 150 Seiten alle Daten aller Spiele und Spielzeiten und soweit vorhanden, Bilder und Einsatzdaten aller Spieler, die jemals für den FC Schalke in Königslau auf dem Rasen gestanden haben.

Für jeden Schalke-Fan ist dieses Werk ein wunderbares Geschenk.

 

 

Rabensommer

 

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Elisabeth Steinkellner, Rabensommer, Beltz & Gelberg 2015, ISBMN 978-3-407-81200-1

Dieser neue Jugendroman der österreichischen Kinder- und Jugendbuchautorin Elisabeth Steinkellner handelt von einer Lebensphase in der Adoleszenz und von ihren Erfahrungen, die viele Erwachsene kennen. Ich jedenfalls war über die ganze Zeit immer wieder mit meinen Erinnerungen in jenen Monaten, als nach dem Abitur und den sich anschließenden ausgelassenen Feiern über Jahre gewachsene Freundschaften und Lieben zerbrachen, einfach deshalb, weil jeder durch Studien- und Ortswahl einen anderen Weg einschlug.

So ähnlich ergeht es der ich-erzählenden Juli. Ihre drei Freunde Ronja, Niels und August – sie könnten verschiedener nicht sein – sind seit vielen Jahren dicke Freunde, die schon viel miteinander erlebt und etliches miteinander geteilt haben. So wie die Raben, mit denen Juli ihre Truppe gerne vergleicht.

Nun, in ihrem letzten „Rabensommer“ wie sich herausstellt, nach dem Abitur, muss jeder für sich selbst entscheiden, wie es in seinem Leben weitergeht, was die nächste Etappe sein soll. Doch schon bevor jeder von den vieren den nächsten Schritt tut, beginnt sich während des Sommers aus der Sicht von Juli schon alles Schlag auf Schlag zu verändern. Und es fällt ihr schwer, sich damit zurechtzufinden. Plötzlich ohne die Freunde und das tragende Netz der Freundschaft, sieht sie sich gezwungen, ihr eigenes Leben neu zu ordnen und ihm einen neuen Sinn und eine neue Richtung zu geben. „Damit sie wieder tanzen kann. Tanzen, leben, lieben“ (Klappentext)

Elisabeth Steinkellner ist eine gute Erzählerin. Mit einer sehr poetischen Sprache, die den Leser schnell gefangen nimmt, erzählt sie von einer Phase des Erwachsenwerdens, die junge Menschen nicht ohne  Schmerzen und Wunden durchlaufen. Doch das Buch und das Schicksal nicht nur von Juli, sondern auch der anderen drei Freunde machen Mut. Mut, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und darauf zu vertrauen, dass es ein Ziel haben wird. Dass alte Freundschaften im Herzen überleben, und dort doch noch so unendlich viel Platz ist für neue, das ganze Leben lang.

Der Susan-Effekt

 

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Peter Hoeg, Der Susan-Effekt, Der Hörverlag 20915, ISBN 978-3-8445-947-1

 

Die Geschichte im neuen Roman von Peter Hoeg beginnt sehr ungewöhnlich und auch ziemlich unrealistisch. Doch dass es der Autor mit wahrscheinlicher Realität und Plausibilität seiner Figuren nicht so ernst nimmt, daran sollte man sich als Leser sehr schnell gewöhnen. Denn dieser Stil zieht sich durch das ganze Buch durch. Susan, die Ich-Erzählerin des Buches, von Beruf Experimentalphysikerin, ihr Mann Laban, ein Komponist und ihre siebzehnjährigen Zwillinge Thit und Harald haben sich während eines Aufenthaltes im Ausland strafbar gemacht und ihnen drohen harte Gefängnisstrafen.

Da taucht wie aus heiterem Himmel ein Anwalt aus Dänemark auf und holt sie in einer geplanten Aktion zurück in die Heimat. Doch er hat das nicht umsonst getan. Sozusagen als Gegenleistung für die Befreiung von der Strafverfolgung soll Susan für ihn wichtige Informationen beschaffen, Es geht um eine geheime Gruppe des dänischen Staates, die sogenannte Zukunftskommission.

Susan hat eine ganz wichtige Fähigkeit, die sie in der Vergangenheit schon oft der Polizei und anderen staatlichen Stellen gerne zur Verfügung gestellt hat. Wenn Menschen in ihre Nähe kommen, sie reden hören, mit ihr im Kontakt sind, bzw. Susan mit ihnen, dann werden sie völlig unfreiwillig total aufrichtig und erzählen die intimsten und die geheimsten Dinge aus ihrem Leben und ihren (Berufs)alltag.

Doch nicht nur diese Begabung, die sie den „Susan-Effekt“ nennt, macht sie und ihre Familie so außergewöhnlich. Auch in vielerlei anderer Hinsicht ist ihre Familie einfach nicht „normal“. Susan ihr Ehemann und ihre beiden Kinder sind das, was man hochbegabt nennt. Ihre Dialoge sind weniger von Emotionen geprägt, als von kühler analytischer Sprache.

Obwohl dem Leser bis zum Ende nicht wirklich deutlich wird, warum die Familie im Ausland (wo genau?) mit hohen Gefängnistrafen zu rechnen hat, beginnt er irgendwann zu respektieren, dass es Peter Hoeg darum wohl gar nicht geht und gibt sich mit begrenztem Genuss dieser schrägen Geschichte hin. Dass sie am Ende an Fahrt aufnimmt und sich auf ein spannendes Finale zubewegt, erhöht den Lesespass.

Dennoch: sie bleibt seltsam, gespickt mit vielen wissenschaftlichen Denkansätzen, im Sprachstil für Peter Hoeg typisch. Unrealistische, schräge Menschen, an deren Schicksal man aber mit einer gewissen Sympathie Anteil nimmt.

Die Lesung von Sandra Schwittau gibt der Ich-Erzählerin Susan einen starken Charakter, sie macht sie mit ihrer Stimme auf eine Weise lebendig, als würde sie neben einem auf der Couch sitzen, wo man sich entspannt das Buch vorlesen lässt. Mehr noch als das Buch selbst gelingt es der Hörbuchfassung, die außergewöhnliche Spannung und die überraschende Komik von Peter Hoeg in eine erstklassige Unterhaltung zu verwandeln.

10 Dinge, über die Sie nachdenken sollten, bevor Sie sterben

 

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Mike Dooley, 10 Dinge, über die Sie nachdenken sollten, bevor Sie sterben , Knaur 2015, ISBN 978-3-426-65777-5

 

Was wäre, so stellen wir uns einmal vor, einige der Menschen, die wir liebten und die in der Vergangenheit gestorben sind, könnten noch einmal zu uns sprechen. Was würden sie sagen, was berichten von der Welt, wo sie vielleicht sind? Was würden sie uns mitteilen, welche Ratschläge für unser eigenes Leben geben, bevor wir selbst unseren Geist aushauchen.

Klingt esoterisch und ist es auch ein wenig. Der Autor Mike Dooley, dessen Blogbotschaften „Grüße vom Universum“ von über eine halben Million Menschen in 185 Ländern täglich verfolgt werden, hat das versucht in dem vorliegenden Buch.

Er geht davon aus, dass die Menschen, von denen wir uns vielleicht schon vor langer Zeit verabschieden mussten, uns nach ihrer Erfahrungen des Sterbens und des Todes manches anders sehen und entscheiden würden als früher zu ihren Lebzeiten. Ihre Botschaft an uns: wechselt schon jetzt die Perspektive, betrachtet euer Leben einmal aus einem anderen Blickwinkel, dem des Universums, und ihr werdet merken, wie gut das euch tut. Es wird euch gut tun in dem Sinne, dass ihr wirklich erfüllt und glücklich leben könnt, schon bevor ihr sterbt.

Alle bisherigen Paradigmen waren nur für kurzen Zeit augenscheinlich und sie alle haben große Schmerzen verursacht, bis sie größeren Wahrheiten weichen mussten: „Du bist von Natur aus veranlagt“, so fasst Dooley seine Botschaft am Ende des Buches zusammen, „unter unzähligen Möglichkeiten die Wahrheit zu erkennen, die du brauchst, um heute ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Und du hast die Fähigkeit, aus dem Vorhandenen herauszulesen, was du wissen musst – dass du von Gott bist, das du Zeit und Raum gewählt hast, dass du wusstest, was du tatest, dass alles eines Tages einen Sinn ergeben wird.“

Auch wenn einen die komplette Ausrichtung und Denkweise vielleicht nicht immer ganz eingängig und plausibel ist, auch ein Christ etwa kann mit diesem Buch für sich selbst unzählige wertvolle Erkenntnisse gewinnen.

Das freche A

 

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Heinrich Hannover, Das freche A. Vorlesegeschichten und Gedichte, Gerstenberg 2015, ISBN 978-3-8369-5867-7

 

Bis zum Jahr 1995 hat der 1925 geborene Heinrich Hannover als Rechtsanwalt gearbeitet und dabei unter anderem auch Terroristen der RAF verteidigt und sich immer engagiert gegen die Verschärfung von Gesetzen zur inneren Sicherheit des Landes eingesetzt.

Doch schon damals hat er immer wieder Bücher für Kinder veröffentlicht. Er hat Vorlesegeschichten geschrieben und Gedichte. Texte, die mit den Buchstaben spielen und schon kleinen Kindern das Alphabet und das Wunder der Sprache nahebringen sollen.

In diesem Sammelband aus dem Gerstenberg Verlag sind unter dem Titel „Das freche A“ einige seiner schönsten Geschichten und Gedichte versammelt, die die Künstlerin Selda Marlin Soganci mit ganz zauberhaften Bildern illustriert hat. Sie malt ausschließlich auf Holz und kann so dessen Struktur in ihre farbenfrohen Bilder sehr eindrucksvoll einarbeiten.

Die Texte sind nach dem Alphabet geordnet, das heißt jede Geschichte und jedes Gedicht stellt einen Buchstaben ganz besonders liebevoll und phantasiereich vor. Wenn diese Texte laut vorgelesen werden, entfalten sie ihren wahren Reichtum.

Das Buch ist hervorragend geeignet für Kinder im Vorschulalter und wird bei vorlesenden Eltern und zuhörenden Kinder viel Freude auslösen und Spaß bereiten