Felix oder die zehn Dinge, die ich an dir liebe

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Hannah Simon, Felix oder die zehn Dinge, die ich an dir liebe, Frankfurter Verlagsanstalt 2015, ISBN 978-3-627-00213-8

 

 

Felix Parland ist erfolgreicher Architekt, der seinem Chef auch manchmal den Hintern rettet und lügen kann wie gedruckt, wenn es der Karriere nützt. Ihm fehlt nur noch die Beförderung. Doch als die entscheidend näher rückt und Felix seiner Traumfrau begegnet, geschieht das Unwahrscheinliche: Mitten in seiner Glückssträhne bricht er zusammen. In der Notaufnahme versteht Felix nicht viel von all dem medizinischen Fachchinesisch. Sicher ist nur: Er reagiert allergisch auf hochemotionale Situationen. Übersetzt für den Laien: Er hat eine überaus seltene Glücksallergie.

Sein vorher nahezu perfektes Leben kommt nun in Unruhe. Wie soll er im Job Erfolg haben und mit seiner Traumfrau zusammen sein, ohne sich zu freuen? Er bekommt gegen diese Glücksallergie starke Medikamente, die ihn aber müde machen und antriebslos. Deshalb beschließt er, sich selbst absichtlich unglücklich zu machen.

Zu Hilfe kommt ihm dabei, dass ihm bei einem wichtigen Bauprojekt eine Frau vor die Nase gesetzt wird, die auf eine Weise unsympathisch und bärbeißig ist, dass er schon bei ihrem Anblick schlechte Laune bekommt. Doch man ahnt schon bald, dass dies noch nicht alles war …

„Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe“ ist ein wunderbarer Unterhaltungsroman aus der Frankfurter Verlagsanstalt, die ansonsten eher für schwerere Literatur bekannt ist. Ein Protagonist, der seine Geschichte in einem Blog selbst erzählt, versucht auf eine sehr sympathische Weise nicht nur seinen beruflichen Erfolg, sondern sein Liebes- und Lebensglück zu finden.

Hannah Simon schreibt flüssig und flott: Man tut alles, hat man das Buch einmal begonnen, um lange Lesepausen zu vermeiden, um dem jungen Felix auf der Spur zu bleiben. Ein lustiges Buch, romantisch ohne Kitsch und sprachlich ein Genuss.

 

 

 

Alles andere als ein Kinderspiel

 

 

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Yishai Sarid, Alles andere als ein Kinderspiel, Kein & Aber 2014, ISBN 978-3-0369-5703-6

 

Der vorliegende Roman des 1965 in Tel Aviv geborenen Yishai Sarid ist nach „Limassol“, ebenfalls bei kein & Aber sein zweiter, in seiner israelischen Heimat strak beachteter Roman. Sarid war als Nachrichtenoffizier der israelischen Armee tätig, hat dann Jura studiert und arbeitet als Rechtsanwalt in Tel Aviv.

Die ich-erzählende Hauptfigur ist eine Naomi. Seit sie vor etwa fünfundzwanzig Jahren mit ihrem Sohn den Kibbuz und ihren Mann verlassen hat ( die Gründe dafür sind entscheidend, und werden erst im Laufe des Buches deutlich) leitet sie mit viel Herzblut und heiligem Ernst einen Kindergarten im Norden Israels. Sie ist stolz auf ihre Einrichtung und ihre Arbeit: „Mein Kindergarten ist der kultivierteste Ort in dieser Stadt… Er ist wichtiger als der Kulturpalast und das Museum zusammen, die Oper noch dazu genommen.“

Beim Spazierengehen hat sie vor Jahren den Kindergarten entdeckt und damals eine sichtlich überforderte Kindergärtnerin über den Zaun hinweg beobachtet. Sie fragt, ob sie helfen könne, und lässt dann nicht locker.

Später wird die ältere Kindergärtnerin aufhören und Naomi den Kindergarten übergeben inklusive Wohnrecht im selben Haus. Das Haus ist in wenig gutem Zustand, aber das stört Naomi nicht. Sein Eigentümer ein vor Jahren nach Amerika ausgewanderter Überlebender des Holocaust, schließt sie bei seinen Stippvisiten ebenfalls in Herz und verspricht Naomi lebenslanges Wohnrecht und Platz für die Kinder in der inzwischen hochbegehrten Immobilie.

Doch dann stirbt er und hat offenbar kein entsprechendes Testament hinterlassen oder Naomi wurde betrogen. Ein von Erfolg und Selbstbewusstsein strotzender Architekt hat das Grundstück gekauft, will das Haus abreißen lassen und Nobelwohnungen bauen.

„Ein Rechtsanwalt teilte mir mit, … das Grundstück… gehöre jetzt einer Firma mit dem schönen Namen Via Maris GmbH, die die Immobilie aus dem Nachlass von Herschel Kaplan erworben habe. Via Maris verlangte von mir, das Grundstück zu räumen und innerhalb von dreißig Tagen auf dieses Schreiben zu reagieren.“

Naomi beginnt um ihren Kindergarten zu kämpfen und auch um ihren Sohn Noam, der nach langer Zeit sich ihr langsam wieder öffnet und sich in einer Kindergartenhelferin verliebt hat. Die Eltern der Kinder reagieren auf die drohende Schließung mit wenig Verständnis.

Der Roman ist ein intensiv erzähltes Porträt des gegenwärtigen Lebens in Tel Aviv. Geprägt von traumatisierten Vergangenheiten und bedrohlicher Gegenwart. Doch seine Figuren gegen die Hoffnung nicht auf. Sie stellen sich ihrem schweren Leben, öffnen sich langsam ihrem Glück und werden am Ende erschöpft, aber glücklich, nach einem gelungenen Kampf wissen, dass in Israel schon der nächste Tag neue Herausforderungen und Lebensbedrohungen bereithalten kann.

 

 

 

 

 

Der Susan-Effekt

 

 

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Peter Hoeg, Der Susan-Effekt, Hanser 2015, ISBN 978-3-446-24904-2

 

Die Geschichte im neuen Roman von Peter Hoeg beginnt sehr ungewöhnlich und auch ziemlich unrealistisch. Doch dass es der Autor mit wahrscheinlicher Realität und Plausibilität seiner Figuren nicht so ernst nimmt, daran sollte man sich als Leser sehr schnell gewöhnen. Denn dieser Stil zieht sich durch das ganze Buch durch. Susan, die Ich-Erzählerin des Buches, von Beruf Experimentalphysikerin, ihr Mann Laban, ein Komponist und ihre siebzehnjährigen Zwillinge Thit und Harald haben sich während eines Aufenthaltes im Ausland strafbar gemacht und ihnen drohen harte Gefängnisstrafen.

Da taucht wie aus heiterem Himmel ein Anwalt aus Dänemark auf und holt sie in einer geplanten Aktion zurück in die Heimat. Doch er hat das nicht umsonst getan. Sozusagen als Gegenleistung für die Befreiung von der Strafverfolgung soll Susan für ihn wichtige Informationen beschaffen, Es geht um eine geheime Gruppe des dänischen Staates, die sogenannte Zukunftskommission.

Susan hat eine ganz wichtige Fähigkeit, die sie in der Vergangenheit schon oft der Polizei und anderen staatlichen Stellen gerne zur Verfügung gestellt hat. Wenn Menschen in ihre Nähe kommen, sie reden hören, mit ihr im Kontakt sind, bzw. Susan mit ihnen, dann werden sie völlig unfreiwillig total aufrichtig und erzählen die intimsten und die geheimsten Dinge aus ihrem Leben und ihren (Berufs)alltag.

Doch nicht nur diese Begabung, die sie den „Susan-Effekt“ nennt, macht sie und ihre Familie so außergewöhnlich. Auch in vielerlei anderer Hinsicht ist ihre Familie einfach nicht „normal“. Susan ihr Ehemann und ihre beiden Kinder sind das, was man hochbegabt nennt. Ihre Dialoge sind weniger von Emotionen geprägt, als von kühler analytischer Sprache.

Obwohl dem Leser bis zum Ende nicht wirklich deutlich wird, warum die Familie im Ausland (wo genau?) mit hohen Gefängnistrafen zu rechnen hat, beginnt er irgendwann zu respektieren, dass es Peter Hoeg darum wohl gar nicht geht und gibt sich mit begrenztem Genuss dieser schrägen Geschichte hin. Dass sie am Ende an Fahrt aufnimmt und sich auf ein spannendes Finale zubewegt, erhöht den Lesespass.

Dennoch: sie bleibt seltsam, gespickt mit vielen wissenschaftlichen Denkansätzen, im Sprachstil für Peter Hoeg typisch. Unrealistische, schräge Menschen, an deren Schicksal man aber mit einer gewissen Sympathie Anteil nimmt.

 

 

 

Drei tränenlose Geschichten

 

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Erich Hackl, Drei tränenlose Geschichten, Diogenes 2015, ISBN 978-3-257-24306-2

Erich Hackl ist ein Schriftsteller, der die Themen seiner unter die Haut gehenden Erzählungen sämtlich tatsächlichen Begebenheiten, Lebensschicksalen und Biographien verdankt. Oft mit erheblichem Rechercheaufwand gräbt er sich tief in die Geschichten der Menschen ein, deren Schicksal sehr oft mit dem Nationalsozialismus und/oder mit ihrer Zugehörigkeit zum Judentum zu tun haben.

Auch in seinem neuen Erzählband „Drei tränenlose Geschichten“, von denen zwei schon vorher in Österreich in Zeitungen und Anthologien erschienen sind, erzählt er von jüdischen Menschen und ihren Schicksalen.

In „Familie Klagsbrunn“ (hier erstmals veröffentlicht) verfolgt er das Schicksal der jüdischen Familie Klagsbrunn von der Wiener Vorstadt Floridsdorf bis nach Rio de Janeiro, wohin sie vor den Nazis flüchteten und wo die Kinder der Familie später durch ihr politisches Engagement in den revolutionären Zellen erneut verfolgt und gefoltert wurden.

Die Erzählung „Der Fotograf von Auschwitz“ erzählt die Lebensgeschichte des Fotografen, der, weil er lieber Pole sein wollte als arischer Deutscher im KZ landete und dort wegen seiner Fotokunst überlebte. Seine Tauenden von Bilder aus Auschwitz gingen nach dem Krieg um die Welt und haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, das Grauen und die Unmenschlichkeit, die dort herrschten, öffentlich zu machen.

Die dritte Erzählung ist die Spurensuche nach der fest vergessenen Österreicherin Gisela Tschofenig, die in Dachau ihre Hochzeit feiern musste. Hier erinnert man sich an Hackls schon 2002 erschienene Erzählung „Die Hochzeit von Auschwitz“.

Ähnlich wie sich Erich Hackl neben seiner eigentlichen literarischen Produktion immer wieder als Herausgeber von Werken unbekannter oder an den Rand gedrängter Autoren betätigt, so lässt er in seinen eigenen Werken Menschen zur Sprache kommen, bringt Licht in das Dunkel ihres vergessenen, gequälten oder verachteten Lebens, deren Geschichte sonst vielleicht niemand interessieren würde. Es sind Originalgeschichten, die Hackl minutiös und mit viel Empathie und Leidenschaft recherchiert hat. Es ist ein leises Schreiben, das vom Gespür für das leidenden Einzelwesen lebt, „ein Lichtblick in der verödenden geistigen Landschaft“, wie der leider viel zu früh verstorbene Essayist und Kritiker Lothar Baier Hackls Werk vor vielen Jahren schon charakterisiert hat.

Kreuzfahrten Hurtigruten. Bergen-Kirkenes

 

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Ralf Schröder, Kreuzfahrten Hurtigruten. Bergen-Kirkenes, Delius Klasing 2015, ISBN 978-3-667-10030-6

 

Die 12-tägige Fahrt mit dem Hurtigrutenschiff von Bergen nach Kirkenes entlang der großartigen Küste Norwegens mit seinen kleinen Häfen und zauberhaften Fjorden, von schneebedeckten Bergen umgeben, ist eine der berühmtesten Kreuzfahrtstrecken in Europa. 2500 Seemeilen durch eine der beeindruckendsten Naturlandschaften Europas, mit exklusivem Service an Bord, ist diese Fahrt für viele Menschen eine Traumreise, die sie sich irgendwann einmal in ihrem Leben leisten wollen.

Der vorliegende Reiseführer in handlichem Format mit Spiralbindung ist für eine solche Reise ein unentbehrlicher Begleiter an Bord und bei den vielen dort beschriebenen Landausflügen. Er zeigt mit zauberhaften Fotografien und dem gesamten Streckenplan unter anderem:

  • Alle angelaufenen Häfen, Städte und Orte mit ihren Sehenswürdigkeiten, auch den etwas versteckten
  • Übersichtskarten mit dem Routenverlauf
  • Pläne der Häfen, Städte und Orte mit den Wegen zu den Sehenswürdigkeiten, die vom Anleger aus erreichbar sind
  • Vorstellung aller elf Hurtigrutenschiffe
  • Ausflugstipps mit Hinweisen zu Geschichte und Kultur, zu Land und Leuten
  • Reisetipps zum Bordalltag, zu Wetter und Kleidung

Allen, die sich zum ersten oder auch wiederholten Mal für diese traumhafte Schiffsreise entscheiden, kann dieser handliche Reisebegleiter nur empfohlen werden.

So geht Technik

 

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John Fardon, So geht Technik, Gerstenberg 2015, ISBN 978-3-8369-5842-4

 

Es sind nicht nur die kleinen oder größeren Jungs, die wissen wollen „warum Toaster toasten, Flugzeuge fliegen und Wasser aus dem Hahn kommt.“ Auch Mädchen zeigen immer wieder ihr Interesse an Technik und wollen wissen, wie sie funktioniert.

All diesen wissbegierigen Kindern ab dem Grundschulalter hilft dieses zuerst in England erschienene Buch auf die Sprünge. Mit einfachen, aber klaren technischen Zeichnungen illustriert, werden in verständlicher Sprache die Wirkungs- und funktionsweise erklärt von:

Elektrizität, Solaranlagen, Türklingel, Föhn, Küchenmaschine, Pizzabringdienst, Mikrowelle, Kühlschrank, Waschmaschine, Staubsauger, Nähmaschine, Post, Müll, Trinkwasser, Klospülung, Abwasser, Erdgas, Smartphone, Tablet, Toaster, Rauchmelder, 3-D-Drucker, Wetterbericht, Fernsehen, Rakete, Satellit, Auto, Flugzeug und Tauchboot.

Das Buch ist eine wahre Fundgrube für alle technikaffinen Kinder. Aber auch ihre Eltern werden, nehmen sie dieses Buch zur Hand, die Erfahrung machen, dass sie noch eine Menge dazulernen können über die Technik der Geräte, die sie jeden Tag im Haus benutzen.

 

 

 

Demenz. Angehörige erzählen

 

 

 

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Ute Dahmen, Demenz. Angehörige erzählen, Singliesel 2015, ISBN 978-3-944360-82-9

 

Es sind immer mehr Menschen, die mit der Begleitung und Betreuung eines demenzkranken Angehörigen konfrontiert sind. Sie empfinden es meistens als extrem belastend.

Viele Ratgeber versuchen, den betroffenen Angehörigen und Pflegenden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, doch oft hilft es am besten, zu erfahren und zu hören, dass es anderen Menschen ebenso geht. Dass mein Vater nicht der Einzige ist, der die Plastikblumen gießt. Und dass ich nicht die Einzige bin, die auszurasten droht, wenn die eigene Mutter zum zehnten Mal innerhalb kurzer Zeit dieselbe Frage stellt.

Dieses Buch will dazu beitragen dass betroffenen Angehörige und Pflegende mehr voneinander erfahren. Es will einen Raum schaffen für all die kleinen und große Geschichten, die Menschen erleben, die Betroffene begleiten. Und das sind neben schmerzlichen Erfahrungen immer auch rührende, ja komische Geschichten, die spüren lassen, dass der Umgang mit Demenzkranken nicht nur eine Last, sondern, manchmal jedenfalls, auch eine Bereicherung sein kann.

Ein hilfreiches Buch, das den heute Gesunden vielleicht auch ein Stück weit die Angst nehmen kann vor der Zeit, in der sie selbst vielleicht so weit sind ….

 

 

IQ- Training für die Generation 55 plus,

 

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Irina Bosley, IQ- Training für die Generation 55 plus, Verlag Modernes Lernen 2015, ISBN 978-3-8080-0753-2

 

 

Die Aussichten für jemand, der heute 55 Jahr und älter ist, in späteren Jahren an irgendeiner der vielen Formen von Demenz zu erkranken, steigen mit jedem weiteren Lebensjahr rasant. Entsprechend nimmt auch langsam die Angst bei vielen Menschen zu, später einmal an einer solchen Krankheit zu leiden, von der man dann gar nicht mehr mitbekommt und durch die man seiner Familie nur zur Last fällt.

Viele Forschungen legen nahe, dass man durch geistige Tätigkeit diesem auch ohne Demenzerkrankung natürlichen Rückgangs der Intelligenzleistung zumindest teilweise vorbeugen kann.

Das vorliegende Trainingsprogramm für insgesamt 30 Tage hat das Ziel, geistige Leistungsfähigkeit mit einem täglichen Training zu erhalten und zu steigern. Es geht dabei um Konzentration, Urteilsvermögen und schlussfolgerndes Denken.

Die Aufgaben sind durchaus anspruchsvoll und nicht immer schnell und einfach zu lösen.

Neben einer gesunden Ernährung, dem reiben von Sport, sozialen Kontakten und Spaß am Leben, sind solche Übungen zum Gehirntraining auf das Beste geeignet, die geistige Fitness zu erhalten und zu steigern.

Man kann dieses Buch allein bearbeiten, aber auch zusammen mit einem Partner etwa. Spaß machen wird es so oder so.

Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine

 

 

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Ralf Frenzel, Bordeaux – Legendäre Chateaux und ihre Weine, Te Neues 2015, ISBN 978-3-8327-3248-6

 

Insgesamt 21 der besten Weingüter des Bordeaux werden on diesem reich bebilderten Buch vorgestellt. Dreisprachig verfasst (deutsch, englisch, französisch) werden jeweils die verschiedenen Chateauxs mit ihrer Geschichte vorgestellt.

Viele wunderbare Bilder geben einen Eindruck über den Luxus, der schon mit den Gerätschaften und den Räumlichkeiten beginnt, in denen dieses Edeltropfen heran reifen.

Um Enttäuschungen vorzubeugen: obwohl es im Titel „… und ihre Weine“ heißt werden einzelnen Jahrgänge etwa und ihre Qualität nicht vorgestellt. Auch gibt der am Ende des Buches abgedruckte Index weder die Adressen noch evtll. Öffnungszeiten an. Ich nehme einmal an, dass diese Weingüter kein Interesse an Öffentlichkeit haben.

 

Dennoch ein schönes Buch für alle Liebhaber wertvoller Bordeauxweine.

Wenn du über den Fluss gehst

 

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Genevieve Damas, Wenn du über den Fluss gehst, Graf 2015, ISBN 978-3-86220-042-9

 

Die belgische Schriftstellerin Genevieve Damas taucht in ihrem von dem Nobelpreisträger Jean-Marie Le Clezio entdeckten und protegierten Debütroman ein in die harte Welt einer Bauernfamilie. Der junge Schweinehirt Francois kann nicht lesen und nicht schreiben. Jeden Tag hütet er seine Tiere, wobei ihm ein zartes Ferkel mit seinen intelligenten Augen besonders angetan hat. Dort, bei seinen Lieblingsschweinen Oscar und Hyménée sucht der arme Junge Trost, weil die Menschen, hauptsächlich sein Vater und seine schon großen Brüder, das vorenthalten, was er eigentlich braucht.

Seit seine Schwester Maryse, den Fluss überquert hat und nicht mehr wiederkam, ist er fast täglich den Schlägen seines Vaters ausgesetzt. Immer wieder warnen ihn Vater und Brüder, niemals über den Fluss hinauszugehen, dorthin wo „das Leben einen fortreißt und von wo man niemals als derselbe zurückkehrt.“

Aber dann fasst er Vertrauen zu Roger, dem Dorfpfarrer, und zu Amélie, dem Mädchen mit dem roten Kleid. Von beiden erfährt er von dem Geheimnis der Buchstaben und lernt lesen. Er lernt die Welt der Bücher kennen und die erschütternde Wahrheit seiner Herkunft wird ihm sukzessive offenbar. Als er endlich weiß, was mit denen geschieht, die den Fluss überqueren, ist er selbst bereit. Er packt seine Sachen und macht sich auf den Weg.

Genevieve Damas hat eine berührende und poetische Geschichte aufgeschrieben, die sie Francois selbst erzählen lässt. Die Verwandlung dieses Jungen von einem fast sprachlosen naiven Kind zu einem neugierigen und mutigen jungen Mann, ist große Sprachkunst. Ein poetischer und literarischer Schatz.

Auf die Veröffentlichung ihres zweiten Romans Histoire d’un bonheur, Paris 2014, darf man gespannt sein. Hoffentlich nimmt sich nach dem Aus für den Graf Verlag ein anderer Verlag dieses Buches an.