Alle Beiträge von Winfried Stanzick

Mein kuschelweiches Schäfchen-Buch

 

 

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Monika Neubacher-Fesser, Mein kuschelweiches Schäfchen-Buch, Ravensburger Verlag 2015, ISBN 978-3-473-31689-2

 

Für ganz kleine Kinder ab etwa drei Monaten sind die Kuschelbücher dieser ministeps- Reihe aus dem Ravensburger Verlag gedacht. Ganz aus Stoff, aber wie ein richtiges Buch zum Umblättern, können die Babys dieses Buch in den Mund nehmen, sich an ihm Kuscheln, und es macht auch Geräusche.

Denn die Ohren des kleinen Schafes, das die Babys beim Umblättern über eine grüne Wiese mit allerlei interessanten Objekten führt, knistern leise, wenn man sie anfasst. Die ministeps-Reihe ist aufgebaut in fünf Altersstufen. Dieses kuschelweiche Schäfchenbuch gehört zur ersten von 0-6 Monaten. Eltern, die davon überzeugt waren, werden auch in den kommenden Lebensmonaten und -jahren ihrer Kinder immer wieder gerne auf Produkte aus Ravensburg zurückgreifen, bis hin zu der sensationellen Tip-Toi-Technik, mit der Kinder später ihre Bücher und deren Inhalte erschließen können.

Emma kauft ein

 

 

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Alice Melvin, Emma kauft ein, Kunstmann 2015, ISBN 978-3-95614-034-1

 

Eine lange und insgesamt zehn Sachen umfassenden Liste hat sich die kleine Emma gemacht, bevor sie sich auf ihre Einkaufstour durch die Stadt macht.

Sie will eine gelbe Rose, einen Gartenschlauch, Trauben, Rollschuhe, einen Kakadu, ein Metallkazoo, einen Teppich, einen Krug, ein Törtchen und einen Lolli. Doch es ist nicht etwa ein Einkaufszentrum, das sie aufsucht, sondern sie besucht viele kleine Geschäfte. Die finden die Kinder, die dieses Buch anschauen und seinen in wunderbaren Reime verfassten texte vorgelesen bekommen, indem sie auf jeder neuen Seite eine weitere aufklappen. Schon von außen sehen diese Läden toll aus, und inne drin sieht man sich hineingenommen in zauberhafte Welten mit tausend zauberhaften Dingen.

Emma findet alles, wobei ihr die das Buch betrachtenden Kinder natürlich mithelfen sollen, nur gelbe Rosen findet sie nicht. Oder doch? Wartet bis zur letzten Seite!

Ein wunderbares Bilderbuch, mit Reimen, die Susanne Weber gelungen ins Deutsche übertagen hat. Eine Hommage an die alte, warme Welt der kleinen Läden und des Einkaufens.

Auf Wiedersehen kleiner Vogel

 

 

 

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Maja Bach, Auf Wiedersehen, kleiner Vogel, Coppenrath 2015, ISBN 978-3-649-62102-7

 

Eine ganz zarte und wunderbar poetische Geschichte über das Abschiednehmen und den Tod hat Maja Bach in diesem schönen Bilderbuch geschrieben und gezeichnet.

Als Lotta und Ole, die etwa fünf Jahre alt sind, zusammen mit dem schon sieben Jahre alten Paul auf der Wiese im Garten Herbstindianer spielen, da entdeckt Ole plötzlich einen toten Vogel auf dem Boden. Die beiden anderen Kinder kommen schnell gelaufen, und dann entwickelt sich zunächst ein lebhaftes Gespräch über ihren Fund, bei dem der schon ältere Paul den beiden Kleinen einiges zu erzählen weiß, wie das so ist, wenn man tot ist.

Über viele Fragen denken die Kinder dann nach und finden Antworten. Sie erinnern sich an die Beerdigung von Lottas Oma und finden in den Ritualen der Erwachsenen, an die sich Lotta noch gut erinnern kann, Anhaltspunkte für ihr eigenes Ritual, mit dem sie den kleinen toten und zerzausten Vogel zurechtmachen und ihm ein würdiges Grab schaufeln.

Und damit der Vogel auch gut im Himmel ankommt, schicken sie Lottas Oma eine Nachricht dorthin, dass sie ihn gut empfangen soll.

Eine wunderbar leichte Geschichte zu einem schwer anmutenden Thema ist Maja Bach da gelungen, die sehr gut geeignet ist, mit Kindern in ein Gespräch über Sterben und Tod zu kommen, insbesondere dann, wenn die Kinder damit konfrontiert sind.

 

 

Für immer und jetzt

 

 

 

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Michaela Vieser, Irmela Schautz, Für immer und jetzt, Kunstmann 2016, ISBN 978-3-95614-064-8

„Wie man hier und anderswo die Liebe feiert“, das ist das Thema dieses unterhaltsamen, kurzweiligen und mit vielen schönen Illustrationen versehenen Buches von Michaele Vieser und der Künstlerin Irmela Schautz.

Beide sind sie in ihrem bisherigen bewegten Leben schon in der ganzen Welt herumgekommen und haben dabei unter anderem gelernt, dass es für ein und dieselbe Sache oder Phänomen in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Rituale und Praxen gibt.

Michaela Vieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, Liebesbräuche zu sammeln und zu dokumentieren. Manche muten dem westeuropäischen Menschen fremd an, dennoch lohnt es sich, auch in den ungewöhnlichsten Bräuchen anderer Kulturen etwas zu entdecken, was für unsere Beziehung zu unserem jeweiligen Liebsten vielleicht auch von Wichtigkeit und Bedeutung sein könnte.

Und so kann man sich bei der wirklich unterhaltsamen Lektüre vielleicht auch nur von ausgewählten Kapiteln dieses Buches auf eine Entdeckungsreise machen, und im zunächst Fremden etwas ganz nahes entdecken für sich selbst.

Probieren Sie es ruhig aus und erzählen Sie anderen davon.

Endlich Cowboy

 

 

 

 

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Antje Szillat,  Endlich Cowboy,  Coppenrath 2015, ISBN  978-3-649-62090-7

Obwohl, wie mir scheint, die Zahl von Kindern und Jugendlichen  erheblich abgenommen hat, die, wie der  Rezensent in seiner Jugend, die Bücher von Karl May, Friedrich Gerstäcker und anderen im Dutzend verschlingen, gibt es immer  wieder mit jeder neuen Generation Kinder, Jungen und Mädchen, die sich begeistern für Cowboys und Indianer.

Insbesondere für sie haben Antje Szillat  und  Ute Simon das vorliegende Buch gemacht, in dem ein kleiner Junge  von seinem  Cowboyvater im Lassowerfen unterrichtet wird  und beim Üben ein Indianermädchen kennenlernt. Als sie gemeinsam in einer großen  Anstrengung einen kleinen Waschbären vor dem Ertrinken retten, steht ihrer Freundschaft nichts mehr im Wege.

Das Cowboyleben ist spannend und so sinken alle am Abend müde in einen wohlverdienten Schlaf.

Am Nordpol ist alles wieder gut

 

 

 

 

 

 

 

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Helga  Bansch,  Am Nordpol ist alles wieder gut, Nilpferd 2015, ISBN  978-3-7074-5170-2

In ihrem neuen Bilderbuch erzählt die österreichische Künstlerin Helga Bansch die Geschichte eines kranken Jungen namens Leppo und seinen Eltern. Seinen Vater nennt er Peppo, und der und seine Mama machen sich große Sorgen, als Leppo wieder einmal mit Fieber in seinem Bett liegt. Während  die Mama Tee bringt und Wadenwickel macht, fragt Peppo seinen  Sohn, ob er sich etwas wünschen möchte. „Die Welt will ich sehen“, murmelt Leppo.

Sein Vater ist ein kluger und phantasievoller  Mann und lässt sich darauf ein. Wahrscheinlich während der Vater  phantastische  Reisegeschichten erzählt und sie mit wunderbaren Bildern ausmalt,  folgt ihm sein Sohn und sie durchziehen die Welt. Sie queren die Wüste mit Hitze und Kälte, durchkämmen den Regenwald,  tauchen mit einem U-Boot und steuern einen Eisbrecher in der Nähe des Nordpols.

Als Leppo am nächsten Morgen  aufwacht,  geht es ihm schon viel besser. Aber der Vater muss am nächsten Abend wieder erzählen.  Das kann Ihnen mit diesem typischen Bansch-Buch auch passieren,  wenn sie es Ihrem Kind schenken.

Yamaha FJR

 

 

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Matthias Coombs,  Yamaha FJR 1300,Delius Klasing Verlag 2015, ISBN  978-3-667-10316-1

 

Dieses für jeden Fahrer  beziehungsweise  Besitzer  eines Motorrads der japanischen Firma  Yamaha unverzichtbare  Handbuch benötigen  insbesondere alle diejenigen,  die aus Spaß  oder simpel aus Geldmangel ihr Motorrad  selbst warten und  bei Bedarf auch reparieren.

Für die Modelle FJR  1300 aus den Jahren 2001-2005, für die Modelle  FJR 1300 A seit dem Baujahr 2003 und für das Modell FJR 1300 AS der Baujahre  2006 bis 2012 bietet das Buch reich schwarz-weiss bebildert  alle Abläufe bei allen Wartungsarbeiten,  alle Handgriffe bei den unterschiedlichsten  Reparaturen  und für den jeweiligen  Aus- und Einbau alle  genauen Abmessungen.

Sinnvoll  zusammengefasst und übersichtlich  präsentiert bietet dieses Handbuch alles, was der Yamaha-Schrauber  wissen muss.

 

Der Blick fremder Augen

 

 

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Andrea Sawatzki, Der Blick fremder Augen, Droemer 2015, ISBN 978-3-426-28139-0

 

Dieses neue Buch von Andrea  Sawatzki, das genau wie ihre drei früheren Bücher mit Sicherheit im Laufe des Jahres 2016 verfilmt werden wird,  ist viel mehr als ein klassischer Kriminalroman. Zwar gibt es mit Melanie Fallersleben eine Kommissarin, und es gibt auch einen  Fall. Doch der Schwerpunkt des spannenden  Buches liegt in der genauen Inspektion der Innenseiten und psychischen  Biographien  ihrer  Protagonisten.

Sich in die Opfer genauso wie in die Täter hineinzuversetzen, geradezu  zu verschmelzen mit ihrer Geschichte um sie zu verstehen, das ist für Melanie Fallersleben der schwierigste Teil ihrer Arbeit. Aber auch eine  Dimension, die sie über die Maßen fasziniert und regelrecht gefangen nimmt.

Intime Akte sind für sie Begegnungen mit toten Opfern, in deren Leben sie im Rahmen ihrer Ermittlungen eintaucht. Und in der Verfolgung  der Täter  ist sie nicht weniger  intensiv. Ihre Nachforschungen machen auch vor den tiefsten  Abgründen der menschlichen Seele nicht  halt.

Kein Wunder,  dass sie, die selbst nach der Trennung  von ihrem Mann noch unter den Folgen einer schweren Lebenskrise leidet, von der Ermittlung in ihrem neuen  Fall bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit geführt wird. Denn sie tritt in einem Fall unendlicher Grausamkeit lange auf der Stelle.  In einem klassischen Kriminalroman wäre das langweilig und würde die Spannung rausnehmen.  Nicht so bei Andrea Sawatzki.

Mit ihrer auch sprachlich anspruchsvollen Beschreibung ungeahnter psychologischer Abgründe steigert sie mit jeder weiteren Seite eine Spannung, die auch durch die am Ende wenig überraschende Handlung nicht geschmälert wird und das Buch zu einer exquisiten Unterhaltung macht.

Man darf auf die Verfilmung ebenso gespannt sein wie  auf Sawatzkis nächstes Buch. So langsam beginnt sie sich  im illustren Kreis anspruchsvoller Krimiautoren zu etablieren.

 

 

Und mancher noch ist auf dem Weg

 

 

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Olaf Daecke  (Hg.), Und mancher noch ist auf dem Weg. Stufen des Lebens – von Dichtern gesehen, Urachhaus 2014, ISBN 978-3-8251-7898-7

Nicht nur die Anthroposophie, sie aber ganz besonders,  geht davon aus,  dass unser menschliches Leben von der Geburt bis zum Tod verschiedene Entwicklungsstufen durchläuft. Während viele Menschen durch immer größer gewordenen  Druck gar keine Muße mehr finden, über ihr Leben nachzudenken um es gegebenenfalls auch in eine andere Richtung zu lenken, haben die Dichter zu allen Zeiten diese Poesie besessen, indem sie die Verschiedenartigkeiten der menschlichen Lebens- und der Entwicklungsstufen  beschrieben und charakterisiert haben.

Olaf Daecke hat insgesamt acht dieser Lebensstufen identifiziert  und zu jeder eine Anzahl von Gedichten und auch Prosatexten ausgewählt. Sie sind alle mit einer Zahl versehen, die im Anhang auf die jeweilige Quelle hinweist. Wertvolle Worte sind das, die nicht nur in Zeiten, wo wir unser Leben aufbauen und es wächst hilfreich werden können,  sondern die auch in biographischen Einschnitten, bei Wendepunkten im Leben und in Krisen helfen können, zu neuen orientierenden Einsichten  und Vertiefungen zu kommen.

Ein Buch, das sich wunderbar zum Verschenken zu ganz verschiedenen Anlässen  eignet.

 

 

Plötzlich und unerwartet

 

 

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Kirsten Schubert,  Plötzlich und unerwartet. Der steinige Weg der Erben und Unternehmensnachfolger , Murmann  Verlag 2015, ISBN  978-3-86774-466-9

Es kann in jedem privat geführten Unternehmen  geschehen, und es geschieht landauf  landab jeden Tag. Durch den Tod des bisherigen  Inhabers der oft über eine lange Zeit von ihm geführten mittelständischen  Firma, kommt es meist völlig unvorbereitet für die Erben zum Schwur. Oft genug ist noch nicht einmal  hinreichend geregelt,  wie das Erbe überhaupt  verteilt wird und wie es mit der Firma und der Verantwortung für Dutzende oder Hunderte  von Arbeitsplätzen weitergehen soll.

Die Autorin des vorliegenden Buches,  Kirsten Schubert, die mittlerweile ein eigenes Beratungsunternehmen leitet, das  Unternehmerfamilien  bei der Nachfolgeregelung  und beim Generationenübergang beratende  Hilfestellungen anbietet, kennt diese Fragen aus eigener Erfahrung.

An vielen Beispielen bekannter und oft großer Unternehmensfamilien erläutert  sie,  welche Hürden und Probleme  auftreten können auch außerhalb plötzlicher  Todesfälle.  Sie sieht das Vererben von Unternehmen  als eine Lebensaufgabe,  die von ihren  Eigentümern  oft unterschätzt wird, nicht nur zum Schaden der Firma und ihrer Mitarbeiter und deren Angehörigen, sondern auch zum Ärger  der Erben. Sie vergleicht die Regelung des Nachlasses  und der Nachfolge  mit einer Schifffahrt  durch ein Riff. Deshalb nannte sie ihr  Beratungsunternehmen  „reef consulting“.

Das, was sie selbst erlebte, dass nämlich alle Stolpersteine, auf die sie als Nachfolgerin und Miterbin eines Familienunternehmens  traf, gleichzeitig immer auch Lösungsansätze für seine erfolgreiche Sicherung bargen, das legt sie am Ende eines auch für Anwälte und Steuerberater eminent  wichtigen Buches in einer Art Checkliste vor, von denen der zentralste Rat zitiert werden soll : „Betrachten Sie das unverzagte  Nachdenken über das, was nach Ihnen kommt, gleichermaßen als persönliche und unternehmerische  Pflicht.“

Der ermutigende Hinweis, dass „Nachfolger “ auf Englisch „successor“ heißt,  beendet ein für alle großen und kleinen Unternehmen und Unternehmer und Unternehmensnachfolger wichtiges  Buch.