Das freche A

 

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Heinrich Hannover, Das freche A. Vorlesegeschichten und Gedichte, Gerstenberg 2015, ISBN 978-3-8369-5867-7

 

Bis zum Jahr 1995 hat der 1925 geborene Heinrich Hannover als Rechtsanwalt gearbeitet und dabei unter anderem auch Terroristen der RAF verteidigt und sich immer engagiert gegen die Verschärfung von Gesetzen zur inneren Sicherheit des Landes eingesetzt.

Doch schon damals hat er immer wieder Bücher für Kinder veröffentlicht. Er hat Vorlesegeschichten geschrieben und Gedichte. Texte, die mit den Buchstaben spielen und schon kleinen Kindern das Alphabet und das Wunder der Sprache nahebringen sollen.

In diesem Sammelband aus dem Gerstenberg Verlag sind unter dem Titel „Das freche A“ einige seiner schönsten Geschichten und Gedichte versammelt, die die Künstlerin Selda Marlin Soganci mit ganz zauberhaften Bildern illustriert hat. Sie malt ausschließlich auf Holz und kann so dessen Struktur in ihre farbenfrohen Bilder sehr eindrucksvoll einarbeiten.

Die Texte sind nach dem Alphabet geordnet, das heißt jede Geschichte und jedes Gedicht stellt einen Buchstaben ganz besonders liebevoll und phantasiereich vor. Wenn diese Texte laut vorgelesen werden, entfalten sie ihren wahren Reichtum.

Das Buch ist hervorragend geeignet für Kinder im Vorschulalter und wird bei vorlesenden Eltern und zuhörenden Kinder viel Freude auslösen und Spaß bereiten

Meine Welt

 

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Keri Smith, Meine Welt, Kunstmann 2015, ISBN 978-3-95614-063-1

 

Keri Smith macht Bücher von ganz eigener Art. Es sind sozusagen Rahmenbände für das, was die jugendlichen Käufer ihrer Bände aus ihnen machen (sollen). In ihrem neuen Band „Meine Welt“ lädt sie die Nutzer des Buches ein, aufzuschreiben und zu zeichnen, in was für eine Welt sie leben möchten und vor allen Dingen was sie selbst dazu beitragen wollen und können. Denn jeder hat, vielleicht ohne es bisher zu wissen, eine Fülle von Fähigkeiten und Talenten, sich einzubringen in das Leben und in die Welt.

Schon ein erster Überblick über das zweiseitige Inhaltsverzeichnis zeigt die große Vielfalt, Buntheit und Differenziertheit ihrer Vorschläge. Der eigene Lebenslauf und das Bauen eines Zuhauses sind nur der Beginn einer langen Reise durch die Phantasie. Oft stehen die einzelnen Vorschläge relativ unvermittelt nebeneinander, in ihrer Summe aber ergeben sie einen Sinn. Den Sinn nämlich, zu entdecken, auf wie vielfältige Weise jeder mit seinen Sinnen und Gedanken, mit seiner Leidenschaft für das Leben und mit seiner Phantasie sich Werkzeuge aneignen kann, die er auch später als Erwachsener bei der Mitarbeit an der Gestaltung oder auch Umgestaltung der Welt nützlich einsetzen kann.

Ein zauberhaftes Buch, das von seinen Nutzern erst zu einem ganz persönlichen gemacht werden soll mit all dem, was sukzessive oder auch in Ausschnitten von ihnen dort aufgezeichnet und aufbewahrt wird.

Ein schönes Geschenk für kreative und engagierte Jugendliche ab etwa 10 Jahren.

Rolle vorwärts

 

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Samuel Koch, Rolle vorwärts, Adeo 2015, ISBN 978-3-86334-071-1

 

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“

Mit diesem Vers aus dem neutestamentlichen Hebräerbrief beendete Samuel Koch vor etwa drei Jahren die Schilderung seiner Lebensgeschichte, die er zusammen mit dem Journalisten Christoph Fasel aufgezeichnet und in einem bewegenden und ermutigenden Buch veröffentlicht hatte.

Vielen Menschen hat er seitdem gezeigt, wie man auch mit einem solchen schweren Schicksal fertig werden kann, und seinen Lebensmut und sein Glück nicht verlieren braucht. In dem ersten Buch sagt er an einer Stelle:
„Heulen ist nicht mein Ding. Man kann auf jedem Niveau klagen, aber auch glücklich sein.“

In seinem neuen Buch mit dem bezeichnenden Titel „Rolle vorwärts“ erzählt er von seinem Leben als Schauspieler am Staatstheater in Darmstadt, wo ihn der Rezensent in den letzten beiden Jahren schon oft hat spielen sehen, er erzählt von schweren Stunden und immer wieder von seiner durch seinen Glauben geprägten Hoffnung, „dass das Leben manchmal weiter geht, als man denkt.“

Seine Erzählungen und Anekdoten sprühen vor Humor und sind doch so tief. Er lotet seine gesamte Existenz aus, reflektiert sein Leben und sein Schicksal immer auf dem Hintergrund seines lebendigen und auch den Leser fröhlich machenden Glaubens.

Samuel Koch ist durch sein Schicksal und wie er es bewältigt und mit Sinn erfüllt seit seinem schrecklichen Unfall bei „Wetten dass?“ zu einem bekannten jungen Mann geworden. Ein Mann, der nicht abhebt, sondern bei unzähligen Veranstaltungen Menschen mit Worten und Liedern Mut macht, so wie er ihr Schicksal anzunehmen und es in Gottes Hand zu legen. Die Kraft, die ihm daraus erwächst, bleibt vielen Menschen, die ohne Glauben aufgewachsen sind, im Dunkel. Doch obwohl er überhaupt nicht missioniert, sondern einfach frei erzählt von seinen Erfahrungen mit Gott, werden durch sein Buch, sein Leben, sein Beispiel viele Menschen Licht erleben in ihrem jeweiligen Dunkel, aus dem sie nicht herauszukommen glauben.

„Rolle vorwärts“ ist ein wunderbares Lebens- und Glaubensbuch, das Samuel Koch mit den Worten schließt:

„Tränen trocknen, Schmerz lindern. Geht auch schon jetzt. Deshalb werde ich weiter wach, neugierig und abenteuerlustig vorwärtsrollen und versuchen, mit so vielen Menschen wie möglich schon jetzt und hier ein Stückchen Himmel auf Erden zu feiern.“

Faszination Grüne Gärten

 

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Christa Hasselhorst, Faszination Grüne Gärten, Callwey 2015, ISBN 978-3-7667-2170-9

 

Insgesamt 18 sogenannte grüne Gärten aus Deutschland den Niederlanden und Belgien werden in diesem neuen Buch der Gartenexpertin Christa Hasselhorst vorgestellt. Grüne Gärten, so kann man seit etlichen Jahren beobachten, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gärten also, in denen die Farbe Grün aus einer Vielzahl von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen kombiniert, das hervorstechendste Merkmal ist.

In einem ersten Teil werden die einzelnen Gärten in Wort und Bild vorgestellt. In einem zweiten Teil präsentieren die Autoren insgesamt 50 für solche grünen Gärten geeignete Pflanzen und porträtieren sie, von der Agave bis Ziest.

Spezialkapitel über faszinierenden Farne, geheimnisvolle Gräser und magische Moose schließen sich an. Ein ausführliches Pflanzenregister am Ende des Buches ist auch für andere Gartenbücher selbstverständlich, nicht aber die Adressen einiger Gartenarchitekten und –gestalter und Bezugsquellen für die vorgestellten Pflanzen, wie man sie hier findet.

Ein feines Literarturverzeichnis lädt ein zum Weiterschmökern für alle, die sich von der Sinnlichkeit der Farbe Grün haben bezaubern lassen und das eine oder andere Gestaltungselement vielleicht in ihrem eigenen Garten umsetzen möchten. Dafür, auch für kleinere Gärten, bietet das Buch eine Fülle von Anregungen und Beispielen. Deshalb eignet es sich auch hervorragend als Geschenk für Gartenfreunde und solche, die es werden wollen.

 

 

For the Love of Bags

 

 

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Julia Werner, Dennis Braatz, For the Love of Bags, Te Neues 2015, ISBN 978-3-8327-3273-8

 

Taschen sind neben Schuhen der Modeartikel, von dem viele Frauen niemals genug haben können. Ursprünglich im Mittelalter als eine männliche Erfindung zur Aufbewahrung wichtiger persönlicher Dinge erfunden, hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem reinen Damenartikel gewandelt. Dass, wie ich gestern bei einem Einkaufsbummel in Frankfurt auf der Zeil erschüttert feststellte, nun auch immer mehr Männer feminine Taschen tragen, steht auf einem anderen Blatt und wird in diesem schönen Buch nicht thematisiert.

Zum Thema und zu Bild gebracht werden allerdings die unterschiedlichsten Taschenformen, Marken und Icons, auf die Frauen aller Altersklassen nicht erst seit gestern stehen. Oft muss es genau diese sein, Farbe und Marke, Größe und Design müssen genau passen, da gibt es keine Kompromisse, wie ich bei gestrigen Bummel wieder einmal feststellen musste. Und wie groß ist die Freude, wenn genau diese eine Tasche da ist, und sie in das persönliche Eigentum überführt werden kann. Völlig unabhängig davon, dass zu Hause vielleicht schon 30-40 Taschen auf ihren Einsatz warten. Diese eine hat bisher schmerzlich gefehlt in der Sammlung. Und es wird nicht lange dauern da kommt ein neues Modell hinzu.

Dieses Buch in Frauenhand wird mit Sicherheit dafür sorgen. Die abgebildeten und beschriebenen Taschen sind alle nichts für kleine Geldbeutel. Wenn man allerdings beachtet, dass für viele Frauen Taschen unterschiedlicher Größe etwas sind, was früher vielleicht wertvolle Schmuckstücke waren, dann sieht die männliche (und finanzielle) Bewertung schon anders aus.

Mit einem Index am Ende des Buches, kann man (frau) die verschiedenen „bags & brands“, die in dem Buch vorgestellt werden, leicht auffinden. Leider fehlen Bezugsquellen und (natürlich) Preise.

Das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für eine Partnerin oder Freundin, deren Taschenvorlieben man schon lange gelernt hat, zu verstehen.

 

 

Wohnideen aus dem wahren Leben

 

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Petra Harms, Wohnideen aus dem wahren Leben. Best of Interior Blogs, Callwey 2015, ISBN 978-3-7667-2176-1

 

Die Welt der Blogs lässt mittlerweile kaum ein Thema aus. Überall auf der Welt lassen, vorwiegend jüngere Menschen die Web-Öffentlichkeit teilhaben an eigenen Ideen und Texten, aber auch an Bildern und anderen Kreationen.

Der vorliegende Band mit „Inspirationen der Wohnblogger“ in insgesamt sieben Kapiteln die besten von einer Jury ausgewählten Ideen und Wohndesigns aus den „Interior Blogs“ dieser Welt. Hatten bisher viele Bücher mit Wohnideen und Innenarchitektur bei aller Schönheit und Faszination den unabweisbaren Nachteil für mich, dass sich die meisten Menschen mit normalem Durchschnittsverdienst und – vermögen die dort abgebildete riesigen Wohnungen und deren hochgestylte Einrichtungen niemals werden leisten können, ihr Freude also nur im betrachten (und Kauf!) dieser Bücher steckenbleibt, so hatte ich bei diesem Buch auf fast jeder Seite den Eindruck, ja, auf so eine Idee oder eine ähnliche Dekoration ist meine Frau in den letzten zehn Jahren auch schon gekommen. Sie hat es nur nicht in einem Blog gepostet.

Die „Werke“ dieser Wohnblogger sind einfach, voller Anmut und Stil und erzählen oft eine eigene Geschichte oder ein eigenes Gefühl ohne Worte. Sie laden deshalb den Betrachter des Buches an vielen Stellen ein, Mut zu haben zur eigenen Kreativität und abseits von IKEA et.al. Wohnräume, Ecken und ganz persönliche Nische zu gestalten.

Eine Vielzahl von Fotos zeigt wie es gehen kann und die Links zu den einzelnen Blogs geben die Möglichkeit noch mehr zu erfahren und noch mehr Anregungen für die eigenen vier Wänden sich zu holen.

Riesenkrach unterm Blätterdach

 

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Peter Engel, Riesenkrach unterm Blätterdach, Lappan 2015, ISBN 978-3-8303-1230-7

 

 

Die alte Buche ist gefällt worden. Über eine lange Zeit war sie das Zuhause und die Heimat von Familie Specht. Nun müssen sie sich (Vater, Mutter und zwei Kinder) eine neue Bleibe suchen. Da kommt es gerade recht, dass Herr Eichhorn auf seinem Baum den 4. Ast von oben vermieten will: „Es ist der schönste Ast am Baum! Südseite! Fast vier Meter lang, Holzboden und eigener Landeplatz!“

Alle sind zufrieden. Doch bald schon beginnt der Ärger. Denn: „Wie wir alle wissen: ein Specht macht`s seinen Nachbarn selten recht.“ Während Familie Specht mit Eifer an der Rinde des Baums klopft und nach Nahrung sucht, regen sich die anderen Bewohner des großen Baumes auf. Emmi Amsel, eine berühmte Sängerin, fühlt sich in ihrem Schönheitsschlaf gestört, bei Familie Spatz können die Kinder nicht schlafen. Auch die Mausfamilie in den Wurzeln des Baums ist empört über den Lärm.

„Riesenkrach unterm Blätterdach!“

Doch Erich Eichhorn hat eine gute Idee. Er hat lange mit der Familie Specht gesprochen und ihnen vorgeschlagen, für alle ein Fest zu geben….

Wie können die Bewohner eines Hauses bei all ihrer Unterschiedlichkeit in ihren Lebensgewohnheiten und Lebensrhythmen dennoch gut miteinander auskommen? Wie können sie in Frieden miteinander leben und sogar Freude haben an ihrer vielfältigen Unterschiedlichkeit? Dieses witzig gezeichnete Bilderbuch von Peter Engel zeigt überzeugend, wie das gelingen kann. Viele Kinder wohnen in Häusern mit anderen Familien zusammen und lernen schon früh, wie man da aufeinander Rücksicht nehmen muss. Die Idee, die Familie Specht hat, ist auf Menschenhäuser durchaus übertragbar. Warum nicht einmal versuchen?

Herr Lotti findet ein Paket

 

 

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Martin Gülich, Herr Lotti findet ein Paket, Thienemann 2015, ISBN 978-3-522-43784-4

 

Herr Lotti ist ein Briefträger vom alten Schlag. Er liebt seinen Beruf, die vielen Kilometer, die er täglich mit seinem Spezialfahrrad im Dienste seine Postkunden zurücklegt. Machen ihm nichts aus. Für jedes Wetter hat er eine spezielle Uniform, die er jeweils mit Würde trägt. In seiner kleinen Garage hält er sein Dienstfahrrad mustergültig in Schuss, ölt und Pflegt es, damit es für den Einsatz immer bereit ist.

Eine Tages, Herr Lotti hat sich gerade auf seinen Täglichen Weg gemacht, da liegt vor ihm auf der Straße ein rotes Paket. Beim näheren Hinschauen bemerkt er kreisrunde Löcher, und aus dem Paket heraus ist ein leises Kratzen und Fauchen zu hören.

Ohne Anschrift, wo er es hinbringen könnte, nimmt Herr Lotti das Paket mit nach Hause, wagt es aber nicht zu öffnen, weil das gegen die Vorschriften wäre.

Herr Lotti füttert das Felltier ( das hat er bald durch die Löcher hindurch mit seinem Finger herausgefunden) in dem er die Löcher etwas vergrößert. Das Felltier wächst derart schnell, dass der Karton bald schon auseinanderplatzt – und tatsächlich, eine schwarz-gelb gestreifte Katze erscheint. So weit so gut. Doch die Katze wächst immer weiter, und irgendwann ist es klar: in der rote Kiste war ein kleiner Tiger.

Als guter und erfahrener Postbote weiß Herr Lotti ganz genau, was jetzt zu tun ist. Er sendet den Tiger in einem bequemen Paket mit dem Flieger in seine Heimat zurück – nach Indien.

Die Zeichnungen vom Amelie Jackowski passen mit ihrem hintergründigen Witz sehr gut zu einem Bilderbuch, in dem ein sympathischer Mann sich um etwas Verlorenes kümmert und nicht ruht, bis es dort angekommen ist, wo es hingehört. Ein schönes Buch über einen Postboten, dem nichts zu schwer ist, und der seine Pflicht und seinen Dienst erfüllt mir Freude und ohne Groll. Ein Bilderbuch, bei dem die Kinder, denen es vorgelesen wird, mit jeder weiteren Seite gut mit überlegen können, wie es denn nun weitergehen könnte. Das wird ihnen Spaß machen.

Der rote Mantel

 

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Heinz Janisch, Brigitta Heiskel, Der rote Mantel. Die Geschichte vom heiligen Martin, Tyrolia 2015, ISBN 978-3-7022-3489-8

 

Seit 1700 Jahren erzählt man sich die Geschichten vom heiligen Martin, der seinen Mantel teilte, vom Soldat zum Einsiedler und Mönche wurde und schließlich zum Bischof von Myra ernannt wurde. Selten war diese Geschichte in den letzten Jahrzehnten auch und gerade für Kinder so aktuell wie heute. Millionen Menschen sind auf der Flucht und Unzählige von ihnen glauben, dass sie in unserem Land Schutz finden.

Eine riesige Zahl von ehrenamtlichen Helfern engagiert sich in der Unterstützung dieser Flüchtlinge, die zunächst nur in Hallen und anderen Notunterkünften notdürftig auch mit Kleidung und Decken versorgt werden. Von einem dieser Menschen, einer freundliche Frau wird, in diesem Buch von Heinz Janisch, das Brigitta Heiskel sensibel und zart illustriert hat, erzählt.

In einer Notunterkunft, in die der kleine Amir mit seinem Vater nach einer langen Flucht untergekommen ist, bietet ihm eine warme Suppe an. „Das ist eine Suppe, damit wird dir schon warm“, sagt sie, denn sie kann seine Sprache. Und Amir berichtet ihr von einem Mann, der ihm die Hälfte seiner roten Decke geschenkt habe.

Und, der Zusammenhang könnte gar nicht deutlicher sein, erzählt sie ihm und allen Kindern, denen dieses schöne Buch vorgelesen wird, die alte Geschichte von heiligen Martin und warum die Kinder bis auf den heutigen Tag in Erinnerung an ihn und seine tiefe Menschlichkeit am Martinstag Lichter anzünden.

Doch nichts wärmt so sehr wie die Umarmung, in der sich Amir und die freundliche Frau am Ende des Buches befinden, dankbar, dass sie sich begegnet sind.

Schon lange war die Botschaft des heiligen Martin nicht mehr so aktuell wie heute. Dieses Buch eignet sich hervorragend, das aktuelle Schicksal der vielen Flüchtlingen in unserem Land mit seiner alten Botschaft zu verbinden.

Advent, Advent

 

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Marion Elitez, Advent, Advent, Orell Füssli 2015, ISBN 978-3-280-03495-8

 

Wie viele Kerzen müssen brennen, bis endlich der Heilige Abend gekommen ist?

Jenes klassische Adventsgedicht „Advent, Advent; ein Lichtlein brennt…“, das jedes Kind spätestens in der Kindertagesstäte lernt, ist in diesem wunderbaren kleinen Bilderbuch für Kinder ab etwa 18 Monaten von der Künstlerin Marion Elitez auf eine sehr liebevolle Art und Weise illustriert worden.

Sie erzählt dabei mit den einzelnen Worten des Adventsgedichtes mit ihren zarten Bildern die Geschichte eines Geschwisterpaares und seinen Eltern. Das Schmücken des Kinderzimmers vor dem ersten Advent, das Plätzchenbacken am ersten Advent, eine heiße Schlittenfahrt am zweiten Adventswochenende, ein großes Kostümfest im Kindergarten vor dem dritten Advent, der Besuch eines schönen Weihnachtsmarktes am vierten Adventswochenende und dann – endlich – der Heilige Abend- den die Eltern mit einer Glocke einläuten. Welche eine Überraschung, als die beiden Geschwister das Wohnzimmer betreten dürfen!

Eine klassische Familie, die zusammen mit ihren Kindern (und dem Hund!) die Adventszeit „begeht“, an alten Traditionen festhält und somit diese Zeit der frohen Erwartung für ihre Kinder so unvergessen macht, dass diese vielleicht dereinst mit ihren Kindern an diesen Traditionen festhalten. Das hat mir gefallen und mich beeindruckt.