Der große Oster-Bilderbuchschatz

 

 

 

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Der große Oster-Bilderbuchschatz, Ellermann 2016, ISBN 978-3-7707-3204-3

 

Insgesamt sechs, teilweise schon an anderer Stelle einzeln veröffentlichte Bildergeschichte zum Thema Ostern hat der Ellermann-Verlag in diesem großen und ansprechenden, aber sehr preisgünstigen Band zusammengefasst.

Da versucht das Huhn Helma die Gockel reinzulegen (Erstveröffentlichung 2004), Tilde Michels erzählt vom Hühner-Hasen-Eierkrach (2015), der kleine König von Hedwig Munck begibt sich auf eine lustige Ostereiersuche (2012), der Hase Pauli erlebt frohe Ostern (2001) und Salah Noura erzählt die Geschichte vom Mondei (2013).

Besonders gefallen hat mir die Geschichte „Tim und der Osterhase“ von Katharina Wieker, weil bei Tim und seinem Bruder Juri immer auch die Eltern der beiden eine kleine Rolle spielen.

Alle Geschichten eignen sich hervorragend zum Vorlesen und sind ein Schatz für jedes Osternest.

Heule Eule. Ich will mein Bumm

 

 

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Paul Friester, Philippe Goossens, Heule Eule. Ich will mein Bumm, Nord-Süd Verlag 2016, ISBN 978-3-314-10324-7

Das vorliegende Bilderbuch von Paul Friester und Philippe Goosens ist das nunmehr dritte über die kleine Eule, die gerne mal heftig und laut heult. Hatten die beiden Autoren in den beiden ersten Büchern noch die besondere Beziehung der kleinen Eule zu seiner Mutter in den Vordergrund gestellt, ist die kleine Eule nun etwas größer geworden, und verbringt viel Zeit mit seinen verschiedenen Freunden im Wald.

Und mit seinem Spielzeug, das es in Ermangelung ausgefeilter Sprachkenntnisse „Bumm!“ nennt. Bumm ist ein roter Luftballon, den sie eines Tages vorbeifliegen sieht, und dem sie zunächst vergeblich folgt.
Sie fragt ihre Freunde im Wald, zunächst den Igel, dann das Eichhörnchen, den Maulwurf und den Hirschkäfer. Alle vier versuchen, aus der unvollständigen Beschreibung der kleinen Eule (natürlich heult sie auch mal zwischendurch) klug zu werden und ihr zu helfen.

Erst der Rabe erinnert sich bei der Beschreibung (rund, rot, kann fliegen) an etwas, was er unterwegs gesehen hat. Und tatsächlich, auf einem Baum hängt der rote Luftballon. Die Eule fliegt hoch, mit dem Schnabel zuerst. Und dann wissen die anderen Tiere auch, warum das runde Ding „Bumm“ heißt.

Wenn sie dieses schöne Bilderbuch kaufen und vorlesen wollen, besorgen sie am besten gleich ein Tüte roter Luftballons mit. Denn es wird bald so gehen wie bei der kleinen  Eule am Ende des Buches: „Noch mal!“

Der einsame Engel

 

 

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Friedrich Ani, Der einsame Engel, Droemer 2016, ISBN 978-3-426-28147-5

 

Friedrich Ani ist ein rastloser Schreiber. Kaum hat er mit einem neuen, seinen ehemaligen Kommissar Tabor Süden in vielem ähnlichen Ermittler in „der namenlose Tag“ (Suhrkamp) zum wiederholten Mal den Deutschen Krimipreis gewonnen, legt er bei seinem Stammverlag Droemer auch schon den nächsten, den insgesamt zwanzigsten Roman seines schwermütigen und seinem Autor ans Herz gewachsenen Tabor Süden vor.

Dazwischen fand er noch Zeit für die Vorlage eines hervorragenden, gleichermaßen preiswürdigen Drehbuches, das vor einiger Zeit für das Fernsehen in dem Drama „Operation Zucker: Jagdgesellschaft“ verfilmt wurde.

Der neue Roman knüpft an die Story des letzten („M“) und nimmt besonders zu Beginn Beug darauf. Dort war die Detektei Liebergesell, für die Tabor Süden arbeitet, nachdem er vor Jahren auf der Suche nach seinem verschollenen (!) Vater nach einer Zeit de Kellnerns in Köln wieder nach München zurückgelehrt ist, mit ihren Nachforschungen nicht nur auf die Spuren des verschwundenen Sohns von Edith Liebergesell gestoßen und hatte seinen Tod geklärt, sondern in der Auseinandersetzung mit Neonazis ist auch der Kollege Leonard Kreutzer ums Leben gekommen.

Nun haben eben jene Neonazis in der Detektei Feuer gelegt und die Einrichtung vollständig zerstört. Nicht nur Tabor Süden, sondern auch seine Chefin Edith Liebergesell und seine Kollegin Patricia Roos stehen vor einem Scherbenhaufen ihrer beruflichen und persönlichen Existenz.

Niemand weiß, wie es weitergehen soll, alles steht in Frage und insbesondere Tabor Süden versinkt in eine schier bodenlose Trauer um Leonard Kreutzer, an dessen Tod er sich die Schuld gibt und um alles andere, was er verloren glaubt.

Der einzige Ausweg aus dieser, auch mit viel Alkohol getränkten Schwermut ist seine Arbeit, Ermittlungsarbeit, Suche nach Verschwundenen.

Als Emma Fink, Angestellte des Münchnern Obst- und Gemüsehändlers Justus Greve, diesen bei der Detektei als vermisst anzeigt, und die Detektei mit der Suche nach ihm beauftragen will, nimmt Tabor Süden seine Arbeit wieder auf. Mit der ihm eigenen Methode von Intuition, einer überbordenden Empathie und einer ganz besonderen Fragetechnik, mit der er die Geheimnisse seiner Gesprächspartner und deren Seelen erkundet, such er sich der vermissten Person wieder so anzunähern, dass er stellenweise fast eins mit ihr wird.

Und am Ende kommt Tabor Süden nicht nur seiner Kollegin Patricia Roos näher, sondern auch den Rätseln des Vermissten und der Auftraggeberin. Und die Zukunft der Detektei bleibt offen. Und die die von Anis Serie auch.

In einer Zeitungsrezension war einmal über Anis Bücher folgender Satz zu lesen: „Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken“. Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich möchte ergänzen: er lernt auch anders mitfühlen und anders über Menschen urteilen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, längst in sich selbst verschwunden sind, in „leeren Zimmern“ leben.

Reich an intensiver Sprache mit starken und ausdruckskräftigen Bildern nimmt Friedrich Ani seine Leser wieder mit auf eine spannende Reise durch Bereiche unserer Gesellschaft, die er seinen Tabor Süden erkunden lässt wie kaum ein anderer Krimiautor der Gegenwart. Anspruchsvolle Literatur voller Poesie und Kraft von höchster Qualität.
 

 

Gute Nacht , kleine Eule

 

 

 

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Tanja Jacobs, Gute Nacht, kleine Eule, Oetinger 2016, ISBN 978-3-7891-2553-2

 

Die kleine Eule in dem neuen schönen Gute-Nacht-Bilderbuch von Tanja Jacobs, das Susanne Weber lustig und witzig illustriert hat, ist ein aufgewecktes und quirliges kleines Wesen. Es hat überhaupt keine Lust, abends schlafen zu gehen.

Seine Mama wartet geduldig. Doch zuerst nimmt die kleine Eule ein warmes Bad, das sie aber dazu verführt, ein Piratenspiel zu beginnen. Nachdem sie sich ein Bett aus Moos gebaut hat, benutzt sie es als Trampolin. Der Gesang der Vögel bringt sie genauso wenig zum Schlafen wie eine Tasse Tee. In den Gesang stimmt sie mit ein, und der Tee erinnert sie daran, dass sie noch mal auf das Klo muss.

„Nun ist aber Schluss“, sagt die Eulenmama und gibt ihrem Kind einen Kuss.

„Ach, das hat gefehlt! Jetzt kommt sie zur Ruh,

schon fallen der Eule die Äuglein zu.“

 

Ein schönes, in Reimen gefasstes Gute-Nacht-Buch, das Kinder ab 18 Monaten lieben werden. Und ihre Eltern auch.

Zusammen

 

 

 

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Daniela Kulot, Zusammen, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5878-3

Nach ihren ebenfalls bei Gerstenberg in Hildesheim erschienenen Reim-Bilderbüchern „Reim dich ins Bett“ und „Zähl dich ins Bett“ legt Daniela Kulot in  gleicher Aufmachung in diesem Frühjahr ein witziges und lustiges, natürlich wieder gereimtes Bilderbuch vor, das über Unterschiede handelt und wie sie mit freundschaftlicher Haltung ,mit Toleranz und mit Zusammenhalt untereinander überwunden oder überbrückt werden können.

Ein schwarzes Kind und ein weißes, „ob dunkel oder hell – beide sind schnell“.
Ein nicht-behindertes Kind und ein Kind im Rollstuhl: „ob Rolli oder nicht – Äpfel klaun ist Pflicht“. Und sie zeichnet ein Bild, in dem der Rollstuhl mit Backsteinen angewinkelt gegen den Apfelbaum lehnt, und das behinderte Kind dem anderen ermöglicht, kletternd an den ersehnten Apfel zu kommen.

Wie oft bei Daniela Kulot geht es nicht immer politisch korrekt zu. Da werden, wie gesehen, Äpfel geklaut, und Große und Kleine, Junge und Alte mischen zusammen die Welt auf und haben Spaß miteinander.

Man kann dieses Buch vorlesen, immer wieder und mit täglich wachsender Begeisterung, die Kinder ab etwa zwei Jahren können die Reime entweder mitsprechen, aber auch mit ihrer Phantasie neue erfinden, und das alles so lange, bis ihnen die kleinen Augen zufallen.

Eine schöne Idee, die Daniela Kulot mit lustigen und pfiffigen Illustrationen und witzigen und phantasievollen Reimen umgesetzt hat.

Who the Fuck Is Kafka

 

 

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Lizzie Doron, Who the Fuck Is Kafka, DTV 2016, ISBN 978-3-423-14484-1

 

Die 1953 als Tochter einer Holocaustüberlebenden in Tel Aviv geborene israelische Schriftstellerin Lizzie Doron ist in Deutschland durch ihre ausnahmslos autobiographisch geprägten Bücher bekannt geworden, in denen sie das Lebensgefühl und die Probleme der sogenannten „zweiten Generation“ thematisierte. Nicht nur in ihrem letzten Buch „Das Schweigen meiner Mutter“ versuchte sie sehr eindrucksvoll das Schweigen zu brechen. Es gibt niemand sonst, der in der Lage ist, die widerstrebenden Gefühle der Nachkommen der Überlebenden tiefer und schmerzhafter auszuloten. Man spürt den jeweils sehr sensiblen und gelungenen Übersetzungen Mirjam Presslers ab, welche unsagbare Anstrengung das Schreiben dieser Bücher für Lizzie Doron bedeutet.

Mirjam Pressler hat auch das neue Buch von Lizzie Doron übersetzt und zusätzlich die schwierige Lektorenaufgabe übernommen, denn das Buch sollte zuerst im Ausland erscheinen. Das musste Lizzie Doron dem palästinensischen Israeli Nadim versprechen. Zwar schreibt sie zu Beginn des Buches: „Nadim ist ein fiktiver Held Er steht für viele einer palästinensischen Freunde, die ihre Geschichten mit mir teilen und auf diese Weise halfen, eine Figur wie ihn zu erschaffen, ein Buch wie dieses zu schreiben.“ Doch man hat das Gefühl, dass er sehr real ist.

Auf einer Friedenskonferenz in Rom lernt die Schriftstellerin Anfang 2009 jenen Nadim kennen, während unter dem Namen „Operation gegossenes Blei“ in Israel und Gaza Krieg herrscht. Die beiden freunden sich an, und besonders durch die unsägliche Geduld von Lizzie Doron bleibt diese ungewöhnliche Freundschaft über viele Jahre bestehen und besteht viele Krisen. Er plant schon bald, einen Film über sie zu drehen, von dem sich später herausstellen wird, dass es ihm nur um die Darstellung seines eigenen Schicksals und das seines Volkes geht. Sie möchte in einem Buch sein Leben erzählen, noch besser verstehen, was das Leben eines Palästinensers mit israelischem Pass ausmacht. Natürlich hofft sie dabei auch immer, Nadim ihre eigene Geschichte zu erzählen, doch sie stößt dabei immer auf Widerstände und Desinteresse. So ist sie zum Beispiel erschüttert, dass Nadim nicht weiß, wer Dr. Mengele war und muss lernen, dass Nadim schon bei der Erwähnung der Wortes „Holocaust“ dicht macht. Dennoch gibt sie nicht auf. Ihr Beispiel, so hofft nicht nur sie, sondern auch die Aktivistin Maria, die die Konferenz in Rom organisiert hat und ihre Projekte begeistert unterstützt (wobei für sie Täter und Opfer klar definiert sind in diesem schon ewig anmutenden Konflikt), könnte ein Beispiel dafür sein, wie Frieden möglich wäre.

Lizzie Doron ist zutiefst davon überzeugt, dass die beiden verfeindeten Völker, wollen sie eine Chance haben zu überleben, das Unverständnis füreinander überwinden müssen. Gleichzeitig ist sie sich mit David Grossmann und vielen anderen einig, dass ohne die israelische Armee das Land schon längst nicht mehr existieren würde, und die Juden, wie es Nasser zuerst formulierte, von den Arabern ins Meer getrieben worden wären.

Das Buch und seine Autorin sind voller Widersprüche. Da ist zu einem die Hoffnung, und zum anderen die tief sitzenden Vorurteile und Ängste. Und man spürt eine in den letzten Jahren stärker gewordene Ratlosigkeit, von der Sandra Kegel gestern in der FAZ aus Jerusalem berichtete, wo sie viele der bekannten Schriftsteller auf einer Buchmesse traf, die sich seit Jahrzehnten für eine Versöhnung und für den Friedensprozess einsetzen.
Einer von ihnen, Amos Oz, lässt in seinem gerade erschienenen neuen Roman „Judas“ einen alten weisen Juden sagen: „Die Wahrheit ist, dass alle Macht der Welt den Feind nicht in einen Freund verwandeln kann. Man kann den Feind zum Sklaven machen, aber nicht zu einem Liebenden. Mit aller Macht der Welt kann man einen Fanatiker nicht zu einem aufgeklärten Menschen machen. Und mit aller Macht der Welt kann man aus einem Rachedurstigen keinen Freund machen. Und genau da liegen die existentiellen Probleme des Staates Israel: einen Feind zum Liebenden zu machen, einen Fanatiker zu einem Gemäßigten, einen Rachsüchtigen zu einem Freund.“

Auch Lizzie Doron macht in ihrem Buch immer wieder deutlich, dass die militärische Macht und ihr Einsatz notwendig sind, um den schnellen Tod Israels und seiner jüdischen Bevölkerung zu verhindern.

Es ist eine verzweifelte Zwickmühle, die da mit großer literarischer Kunst beschrieben wird. Die zunehmende Radikalisierung und Fundamentalisierung der jüdischen Ultraorthodoxen wird nicht verschwiegen und stellt in der Zukunft sicher eine ähnlich schwere Bedrohung für den inneren Zusammenhalt Israels dar, wie der Hass der unterdrückten Palästinenser und der Hamas.

Beim Lesen dieses Buches spürt der Leser geradezu körperlich die Qual, die Intellektuelle wie Doron, Oz oder Grossmann nicht erst seit gestern aushalten. Ich kann es allen Menschen sehr empfehlen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, weigern, die Hoffnung für dieses Land und seine Menschen aufzugeben, und denen die einseitige Parteinahme für die Palästinenser von vielen Medien, den Linken und auch der SPD gegen den Strich geht.

Das wahre Leben

 

 

 

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Milena Moser, Das wahre Leben, DTV 2016, ISBN 978-3-42321624-1

Der neue, packende und bewegende Roman von Milena Moser erzählt von zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Bevor sie sich kennenlernen, stecken sie aber beide mit Mitte Vierzig in einer veritablen Lebenskrise. Nevada hat gerade die erschütternde Diagnose bekommen, dass sie unter Multipler Sklerose leidet und sieht sich von einem auf den anderen Tag aus ihrem bisherigen Leben vertrieben. Dennoch gibt sie weiter ihren Yoga-Unterricht in einer einfachen Wohnblocksiedlung.

Dorthin ist Erika, die zweite Frau, mit ihrer schwergewichtigen Tochter Suleika gezogen. Mitten heraus aus einem privilegierten Leben in einer gehobenen Gesellschaft mit gut verdienendem Mann. Bei einem Fest für ihre angeblichen Freunde hat sie gemerkt, wie kaputt ihre Familie ist und wie elend ihr eigenes Leben. Sie beschließt etwas zu wagen, was Milena Moser im Buchtitel „Das wahre Leben“ nennt und zieht in eine Siedlung, die in Zürich als sozialer Brennpunkt bekannt ist. Immer die Sätze ihrer Bekannten Gerda im Ohr, einer erfolgreichen Architektin: „Eine Frau, die hierzulande zu wenig verdient, ist einfach selber schuld. Eine Frau, die verlassen wird, auch. Ich hab die Nase voll von den Weibern, die zu faul sind, um wirklich etwas zu leisten, und die sich dann beklagen, sie seien nicht wichtig!“

In einem Yogakurs von Suleika, den Nevada leitet, kommen sich die beiden unterschiedlichen Frauen näher. Sie erleben zum ersten Mal in ihrem Leben so etwas wie Freiheit, fühlen sich von der jeweils anderen verstanden. Und indem Erika zu sich findet, kann sie auch zu ihrer Tochter einen anderen Zugang finden.

Derweil hat Nevada den jungen Dante kennengelernt und sich ihn verliebt. Er leidet an einem Hirntumor. Doch als er erfährt, dass er vielleicht geheilt werden kann, hat sie Angst, ein gesunder Dante werde eine kranke Nevada nicht mehr lieben können. Doch es kommt alles
anders…

Milena Moser hat eine schöne, vielleicht an manchen Stellen zu schöne Geschichte geschrieben über zwei Frauen, die auf jeweils unterschiedliche Weise und mit gegenseitiger Hilfe aus ihrer schweren Lebenskrise herausfinden, einen neuen Sinn für ihr eigenes Leben entdecken und ihn mit Mut und Zuversicht verfolgen.

Neben einer guten Unterhaltung kann die Lektüre des Buches vielleicht auch die eine oder den anderen ermutigen, eigene Lebenskrisen nicht mehr wegzudrücken, sondern sich mutig und aufrecht an ihre Lösungen zu wagen.

Dieux du stade

 

 

 

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Fred Goudon, Dieux du stade, Te Neues 2015, ISBN 978-3-8327-3286-8

 

Seit 15 Jahren wird der Kalender „Dieux du stade“ (Götter des Stadions) veröffentlicht. Hauptsächlich die Rugbyspieler des legendären französischen Klub Stade Francais sind dort in ihrer ganzen körperlichen und unbekleideten Pracht abgebildet.

 

Die Bilder der Ausgabe 14 und 15 dieses mittlerweile in der ganzen Welt berühmten Kalenders für männliche Aktfotografie hat der französische Fotograf Fred Goudon gemacht. Sie werden hier in einem Bildband gezeigt, der eine fotografische Hommage an die Schönheit und die Ästhetik männlicher Körper ist. Sie erinnern an die Abbildungen antiker griechischer Götter und sind nicht nur für Frauen oder Homophile ein wahrer ästhetischer Genuss.

 

 

Fußball

 

 

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Andrea Schwendemann, Fußball, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-47332650-1

 

Pünktlich zum nächsten Fußball-Großereignis, der Europameisterschaft in Frankreich im Sommer 2016, bei der sich die deutsche Mannschaft gute Siegchancen ausrechnet, veröffentlicht der Ravensburger Verlag in seiner für Kinder von 8-12 Jahren gedachten Sachbuchreihe Profiwissen ein Sachbilderbuch mit umfangreichem Sachwissen zum Thema Fußball.

Mit vielen Fotos auch von berühmten Fußballern und Interviews, unter anderem mit den Trainern Jürgen Klopp und Joachim Löw, geht es um ein tieferes und besseres Verständnis des Phänomens Fußball. Da geht es um seine Geschichte, um Regeln und Taktik und um die vielen Menschen, die nicht auf dem Platz stehen und dennoch nötig sind, um eine Fußballliga am Laufen zu halten.

Natürlich gibt es auch Informationen zum Jugend- und Kinderfußball. Mit vielen aufklappbaren Entdeckerseiten zum Staunen und Verstehen lädt das Buch seine Nutzer ein, es regelrecht zu erforschen.

Für Jungen und Mädchen, die sich für Fußball interessieren gleichermaßen gut geeignet und im gewohnten Standard der „Wieso? Weshalb? Warum?“ – Bände.

 

 

Wo unser Wetter entsteht

 

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Rolf Schlenker, Sven Plöger, Wo unser Wetter entsteht. Eine meteorologische Reise, Belser 2016, ISBN 978-3-7630-2709-5

 

Im Dezember 2015 erschienen, geht dieses Buch des ARD-Meteorologen Sven Plöger und des SWR-Wissenschaftsjournalisten Rolf Schlenker nun schon in die dritte Auflage. Das ist ungewöhnlich selbst für ein populäres Sachbuch und zeigt, wie sehr das Thema Wetter die Gemüter der Menschen beschäftigt.

Jeder Sender im Radio hat seit Jahren einen speziellen Wettermoderator, der oft mehrmals pro Stunde zu den Wetteraussichten des Tages und der kommenden Tage befragt wird. Die Wetterfrösche in den verschiedenen Fernsehkanälen sind in diesen Zeiten oft bekannter als die Nachrichtensprecher.

Zu ihnen gehört seit langem für die ARD auch Sven Plöger, der sich in seinen Moderationen, vor allem aber in seinen Veröffentlichungen dadurch auszeichnet, dass er nicht unbedingt gleich in den Chor derjenigen einfällt, die permanent von der Klimakatastrophe sprechen.

Er plädiert immer wieder, auch in diesem Buch, dafür, die „natürliche“ von der „menschengemachten“ Erwärmung zu trennen.

Für dieses Buch, das seine Leser mitnimmt auf einen Weg, in fünf Schritten das Wetter zu verstehen, haben Rolf Schlenker und Sven Plöger in mehreren Reisen die Schauplätze aufgesucht, die unser Mitteleuropäisches Wetter bestimmen. Sie waren auf den Azoren, in Island und am Golf von Genua und erklären insbesondere die Bedeutung des Atlantiks und des Golfstroms.

Mit zahlreichen Bildern und Fotografien und vor allen Digen mit ihren sehr verständlichen Texten, schaffen es die beiden Autoren, hochkomplexe Zusammenhänge herunter zu brechen und dem normalen Menschen zu erklären.

Nachdem sie in fünf Schritten sehr nachvollziehbar für mehr Verstehen der Zusammenhänge gesorgt haben, widmen sie sich in einem abschließenden Kapitel sehr differenziert dem Klimawandel. Ihre conclusio: Reduzierung der CO 2 Konzentration in der Atmosphäre durch den Verzicht auf Kohle, Gas und Öl. Und das halten sie für machbar.

Wie man die Entstehung von Wetter, wie man Wetterphänomen der Vergangenheit wie den Sturm „Lothar“ oder das Elbhochwasser 2002 anschaulich erklären und dabei noch packend erzählen kann –Rolf Schlenker und Sven Plöger haben es hier vorgemacht.