Wolfi der Hase

 

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Ame Dyckman, Zachariah Ohora, Wolfi der Hase, NordSüd 2016, ISBN 978-3-314-10332-2

 

Dies ist ein absolut empfehlenswertes Buch über Vorurteile, Anderssein und Freundschaft. Von Zachariah Ohora einfach und ansprechend illustriert, erzählt Ame Dyckman eine Geschichte, die Ohora im New Yorker Park Slope Viertel ansiedelt, wo sie lange in einer Wohnung im Untergeschoss wohnte.

Dort wohnt auch Familie Hase, die eines Tages vor ihrer Haustür in einem Bastkorb ein Wolfsbaby findet. Während die Eltern ohne Vorurteile das kleine Baby aufnehmen und Wolfi nennen, ist die Tochter Nora davon überzeugt, dass der Wolf sie früher oder später alle fressen wird.

Nora und Wolfi müssen in einem Zimmer schlafen. Zur Sicherheit montiert sie sich eine Taschenlampe auf ein Stirnband. Als ihre Freunde sie besuchen, sind auch die davon überzeugt: der Wolf wird sie fressen. Sie wollen fortan nicht mehr bei Nora spielen. Darüber ist Wolfi sehr traurig und weicht Nora nicht mehr von der Seite. Er wächst auf und verhält sich wie ein Hase. Wird auch von Noras Mutter wie ein Hase verkleidet als sie eines Tages, als keine Lebensmittel mehr im Haus sind, in einem Laden einkaufen gehen. Dort will ein Bär die Kinder verdrängen und greift Wolfi an. Doch Nora schlägt den Bär brüllend in die Flucht.

Als Geschwister gehen sie glücklich zurück. Ein schönes Bilderbuch, das auf eine witzige Weise das Thema Anderssein behandelt.

 

This is not a love song

 

 

 

 

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Jean-Philippe Blondel, This is not an love song, Deuticke 20916, ISBN 978-3-552-06293-1

 

Ähnlich wie in seinem letzten Buch „6 Uhr 41“, einem kleinen, unterhaltsamen und in seiner Thematik doch tiefgründigen Roman, beschreibt der französische Autor in seinem neuen kurzen Roman “This is not an love song“  eine Geschichte, zu einem reizvollen Thema, das sicher schon jeden Menschen mindestens einmal in  seinem Leben beschäftigt hat: was wäre gewesen, wenn?

Protagonist und Ich-Erzähler des Romas ist Vincent, ein in England lebender Franzose, der dort mit einem Freund eine sehr erfolgreiche Unternehmenskette für hochwertiges Fast-Food aufgebaut hat, nachdem es lange in seinem Leben so ausgesehen hatte, als würde er nichts zustanden bringen.

Über Nacht teilt ihm seine englische Ehefrau mit, dass sie eine Auszeit für ihre Ehe brauche:

„Dann erklärte sie mir, das sei bestimmt nicht der Auftakt zu einer Trennung oder der Vorwand für ein amouröses Abenteuer. Sie brauche einfach nur eine kleine Auszeit.“ Gleichzeitig schlägt sie ihm vor, diese Zeit doch zu nutzen und seine Eltern und seine Familie in Frankreich zu besuchen. Sie indessen werde eine Woche lang gar nichts tun und ausspannen. Vincent stimmt zu uns reist ab.

Vermeintlich schon lange vergangen und abgehakt, spürt er, in seinem Heimatort angekommen, sofort, wie ihn seine Vergangenheit einholt: Seine Eltern, die Langeweile des Dorfes, eine ehemalige Jugendliebe, sein Bruder und dessen Frau, mit der ihn keine großen Sympathien verbinden: Sehr rasch merkt er, wie viele unaufgeräumte Punkte es aus seiner Jugendzeit noch gibt.
„Ich schließe die Augen und erstelle im Kopf eine Liste der Dinge, die ich in dieser Woche in Frankreich machen will. Das beste Mittel, um einzuschlafen. Natürlich etwas Zeit mit meinen Eltern verbringen. Meinem Vater helfen, den Hauseingang neu zu streichen, das ist bei ihm eine richtige Obsession geworden … Versuchen, mit Jérôme zu reden – auch wenn keine große Hoffnung besteht, dass das irgendetwas bringen könnte … Vielleicht zufällig Fanny über den Weg laufen. Nein, es nicht dem Zufall überlassen. Sie anrufen und nicht wieder auflegen.“

Doch es kommt anders. Zwar trifft er seine Jugendliebe Fanny zufällig und kommt auch mit seinem Bruder erstaunlich gut zurecht. Aber als ihm die Frau seines Bruders die Wahrheit über dessen private Probleme offenbart, verwandelt sich die Ich-Erzählung in eine für den Leser nicht immer einfache Mischung aus Realität und Phantasie.

„This is not a love song“ ist ein eigenwilliger Roman, der schnell gelesen ist, aber wegen seiner übertragbaren Familiendynamik mit vielen dunklen und geheimnisvollen Stellen zur Identifikation einlädt.  Der Leser wird mitgenommen auf eine spannenden und sehr überraschend Reise in die eigene Jugend und der Erfahrung , dass es keinen besseren Spiegel gibt als alte Freunde.

 

 

 

Gorsky

 

 

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Vesna Goldsworthy, Gorsky, Deuticke 2016, ISBN 978-3-552-06310-5

 

Über Vesna Goldsworthys erste auf Deutsch erschienenes Buch „Heimweh nach Nirgendwo“ (2005) schirbe ch damalks begeistert in einer Rezension:

„Vesna Goldsworthys Buch ist ein bewegendes Zeugnis aus dem Herzen von Europa, ein trauriges Epos über den Verlust einer Kultur, die für die Betroffenen eben doch mehr war als ein liberal-kommunistischer Überwachungsstaat, ein Land, das auch Heimat war und ihr Wurzeln schenkte, die im neuen Land nur mühsam wieder wachsen können.

Wie schön wäre es, wenn diese wunderbare Schriftstellerin weiterleben könnte und uns noch weitere Bücher mit dieser wunderbaren Sprachmacht schenken könnte!“

Leider fanden ihre beiden nächsten Bücher offenbar keinen Verleger im deutschsprachigen Raum. „Inventing Ruritania“ blieb bisher leider ebenso unübersetzt wie ihr Gedichtband „The Angel of Salonika“ (2011). Wenn man die bisher spärliche Kritikerreaktion auf ihr neues Buch berücksichtigt, stehen die Chancen wohl auch sehr schlecht, dass in absehbarer Zeit sich daran etwas ändert.

Dabei ist der Roman „Gorsky“, der 2015 in England erschienen ist und nun bei Deuticke in der Übersetzung von Henriette Heise vorliegt, wieder voller Eleganz und sprachlicher Anmut verfasst. Inspiriert unter anderem von F. Scott Fitzgeralds „The Great Gatsby“ und voller Verehrung für die russische Literatur erzählt sie eine Geschichte, die beiden viel verdankt.

Es geht um Roman Gorsky, einen russischen Oligarchen, der so reich ist, dass er selbst nicht genau weiß, wieviel Geld er hat. Er besitzt unter anderem mitten in London ein großes und repräsentatives Anwesen. Er lässt es auf eine Weise renovieren und umbauen, die jegliche Vorstellungskraft sprengt und alles, was London diesbezüglich bisher erlebt, übersteigt.

Das Zentrum dieses Anwesens, um das sich alles andere dreht und anordnet, ist eine riesige Bibliothek, die alexandrinische Ausmaße annehmen soll. Er beauftragt den Buchhändler und Ich-Erzähler des Roman Nikola mit der Zusammenstellung der Bibliothek. Gorsky will mit diesem Werk voller bibliophilen Raritäten, bei dem ihn Nikola fachkundig unterstützen soll, eine von ihm verehrte und angebetete Frau namens Natalia aus Russland beeindrucken und von seiner Liebe zu ihr überzeugen.

Nikola ist in den neunziger Jahren vor dem Krieg aus Serbien geflohen und der Auftrag, den er erhält, fasziniert ihn, weil nicht nur er, sondern auch der Leser mit einer Fülle ganz besonderer und wertvoller Literatur, oft in Erstausgaben in Verbindung kommt. Doch die Welt des Oligarchen, mit der er dadurch in Kontakt kommt, stößt ihn auch ab.

Vesna Goldsworthy hat in „Gorsky“ eine spannende und hintergründige Geschichte erzählt über einen reichen und einsamen Mann und seine Welt. Einen Mann, dem sein ganzes Geld nichts nutzt und das ihn nicht glücklich macht und der Erfüllung seiner großen Liebe regelrecht im Weg steht.

Ich habe das Buch gerne und mit großer Begeisterung über die Sprachkunst der Autorin gelesen.

 

 

 

 

 

Weit über das Land

 

 

 

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Peter Stamm, Weit über das Land, S. Fischer 2016 , ISBN 978-3-10-002227-1

 

Warum verlassen Menschen von einem Tag auf den anderen alles, was sie haben, ihre ganze Familie und verschwinden einfach? Was macht das mit ihnen selbst, und wie geht es denen, die zurückgelassen werden?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der neue kleine Roman von Peter Stamm. Er handelt von Astrid und Thomas. Die beiden haben zwei Kinder und nennen ein Haus ihr Eigen, führen ein ganz normales Leben. Bis offensichtlich für beide überraschend, Thomas eines Tages abends das Haus verlässt und nicht mehr wiederkommt.

Dass Menschen ihre Lieben auf diese Weise zurücklassen ohne sich ihnen zu erklären, geschieht öfter, als man denkt und ist deshalb auch in der Literatur ein bekanntes Thema. Pascal Mercier hat es in „Nachtzug nach Lissabon“ vor vielen Jahren beschrieben und Stefan Slupetzky hat in diesem Jahr in „Der letzte große Trost“ eine sehr interessante Version vorgelegt.

Peter Stamm erzählt von den Tagen und Monaten nach Thomas` Verschwinden in zwei Strängen. Zum einen beschreibt er mit den für ihn bekannten ausufernden Naturbeschreibungen umrankt, den Weg und die Gedanken von Thomas und zum anderen die Gefühlswelt und die Gedanken seiner zurückgelassenen Frau Astrid. Ohne wörtliche Rede beschreibt Peter Stamm in einer sehr emotionslosen und nüchternen Sprache den Weg von Thomas und wie das Leben von Astrid weitergeht. Dem Leser bleibt eigentlich bis zum Ende unklar, warum er gegangen ist und es bleibt ebenso irritierend, dass und wie Astrid zu dem ermittelnden Polizisten Patrick eine ganz besondere Beziehung entwickelt.  Auch die zahlreichen Rückblenden bringen da wenig Aufklärung, machen aber die Figuren plastischer. Dennoch kommen sie einem beim Lesen nie wirklich nahe.

Im letzten Drittel des Buches verschwimmen die Handlungsstränge von der Realität hin zu einer möglichen oder fantasierten Zukunft. Auch hier, wie in den ersten Teilen des Buches bleibt dem Leser erheblicher Interpretationsspielraum, den Peter Stamm offensichtlich bewusst so beabsichtigt.

Keine der Figuren wächst dem Leser wirklich ans Herz. Sie bleiben in ihrem Handeln fremd und kühl. Ihr Leben geht weiter aber die Ungewissheit bleibt. „Weit über das Land“ ist ein Buch über die Rätselhaftigkeit des Lebens. Ein Leben, in dem sich über Nacht Abgründe auftun können, die auf immer unverständlich bleiben.

Ein Buch, das mich jedenfalls ein wenig ratlos zurückgelassen hat.

 

 

Die Rückkehr

 

 

 

 

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Natalia Chernysheva, Die Rückkehr, Atlantis 2015, ISBN 978-3-7152-0695-0

 

Ein Bus in der Großstadt, ein Bus, der aufs Land fährt. Mitten in der scheinbaren Einöde steigt eine junge Frau aus. Sie geht zu einem Hof, der nur so groß wie ein Damenschuh ist, bewirtschaftet von einer alten Frau, so groß wie ein Daumen. Doch die beiden scheinen sich zu kennen, sehr herzlich ist das Wiedersehen und als der Hut der Alten auf dem Kopf der Jungen landet, ist alles plötzlich ganz anders. Nun ist die Junge so winzig, dass sie gar nicht vom Stuhl auf den Tisch schauen kann und die Alte wird zur Riesin. Gleich geblieben ist nur die stille Freude der beiden, sich zu haben.

Es geht in diesem bezaubernden Bilderbuch , das völlig ohne Worte auskommt, um die Rückkehr in die Heimat, zur Oma, aber auch die Rückkehr in die Kindheit, in alte Beziehungsmuster, das Paradies der Kindheit,  in eine fremdgewordene Welt.

Deshalb ist es nicht nur für Kinder zu empfehlen, auch die Erwachsenen, die es zusammen mit ihren Kindern anschauen und darüber mit ihnen sprechen, werden spüren, dass es vielfältige Emotionen in ihnen auslöst. Denn Rückkehr ist im Leben vieler Menschen ein wundes Thema.

Mach dein Leben zum Abenteuer

 

 

 

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Joachim von Loeben, Mach dein Leben zum Abenteuer, Goldegg 2016, ISBN 978-3-903090-28-6

Wer kennt diese Gedanken und diese Sehnsucht nicht? Allen äußeren und inneren Zwängen entfliehen, frei sein. Mit Selbstbewusstsein Altes verlassen und  Neues wagen, anderen helfen und sie unterstützen, einfach leichter, kreativer und vor allen Dingen  gelassener leben ?

Joachim von Loeben hat getan, wovon andere nur träumen: Er brach aus seinem Alltag aus, bereist seitdem die Welt, lernte Neues kennen, erlebte viele Abenteuer und stellte sich den Herausforderungen seiner neuen Zukunft.

Mit seinem Motivationsbuch reflektiert er seine Erlebnisse, erzählt, was sich für ihn verändert hat, und ermutigt andere dazu, ihre Komfortzone ebenfalls zu verlassen und Neues zu wagen. In seinen spannenden Reisegeschichten verknüpft er jedes Land mit einer Erkenntnis, die er gewonnen hat.
1.    Suchen Sie die Veränderung – und Sie werden Ihr Glück finden.
2.    Denken Sie positiv – Sie können Ihr Leben steuern.
3.    Entscheiden Sie sich- und machen Sie es sich bei Ihren Entschlüssen einfach mal leicht
4.    Keine Angst vor Fehlern mehr
5.    Entdecken Sie Ihre Kreativität und finden Sie heraus, was Sie eigentlich wollen
6.    Ziele schnell und sicher erreichen
7.    Lernen Sie das Unvermeidliche zu akzeptieren
8.    Lösen Sie Ihre Konflikte – mit Intelligenz, Diplomatie und Humor
9.    Mut ist ein Muskel, der trainiert werden kann
10.    Sein statt Haben – warum weniger manchmal mehr ist
11.    Schweigen ist die beste Art, sich selbst kennenzulernen
12.    Helfen Sie anderen, dann helfen Sie sich selbst zu einem erfüllten Leben

Das Buch nimmt den Leser zwar mit auf eine spannenden Reise um die Welt, führt ihn aber auch ohne das er selbst eine solches Abenteuer unternimmt, zu sich selbst, zu den kleinen Veränderungen im Alltag, die das Leben frei, sinnvoll und auch abenteuerlustig und mutig machen.

Ganz schön super

 

 

 

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Nanna Prieler, Ganz schön super, Nilpferd 2016 , ISBN 0978-3-7074-5177-1

 

In diesem außergewöhnlichen Bilderbuch hat die Graphikerin Nanna Prieler alle Register ihres Könnens gezogen und ein farbenfrohes Werk vorgelegt, das nicht nur die Kinder ab 3 Jahren ansprechen wird, für die es empfohlen wird, sondern sicher den vorlesenden Erwachsenen Freude bereiten wird.

Erzählt wird die Geschichte des eingebildeten Katers Kalle. Er hält sich für den Größten  und findet alle andern Tiere nur doof. Der Elefant ist ihm zu groß, die Katze viel zu dünn, der Pinguin zu dick, der Affe zu bunt und so weiter. Echt alles doof, findet Kalle.

Und so sondert er sich immer mehr von den anderen Tieren ab und wird bald alleine dastehen, wenn nicht die anderen Tiere eine blendende Idee hätten – sie halten Kalle einen Spiegel vor…

Ein schönes, in der Gestaltung absolut außergewöhnliches Bilderbuch zum Thema Vielfalt und Toleranz.

 

Das vergessliche Eichhörnchen

 

 

 

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Susanne Timbers, Das vergessliche Eichhörnchen, Minedition 2016, ISBN 978-3-86566-267-5

 

Die ist ein schönes und feinfühliges Buch, das den Kindern am Beispiel einer Geschichte aus der Tierwelt das Phänomen von Demenz und Alzheimer bei Menschen nahebringen soll. Ein Phänomen, das immer mehr Kinder bei ihren eigenen Groß- oder Urgroßeltern erleben und damit klarkommen müssen.

Das Buch erzählt die Geschichte von Eichhörnchen, das alt und vergesslich geworden ist. Es weiß nicht mehr, wo es seine Nüsse als Vorrat für den langen Winter versteckt hat. Zum Glück hat das Eichhörnchen Freunde, die ihm dabei helfen, mit einem Gedächtnistraining die Nüsse wiederzufinden

So weit so gut. Die Tiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Nicht so der clevere Eichelhäher, der versucht, dem Eichhörnchen den Nussvorrat abzuluchsen. Vor lauter Aufregung im Kopf wird das Eichhörnchen ohnmächtig, und der Eichelhäher bekommt es mit der Angst zu tun und ruft die anderen Tiere um Hilfe.

Mit einem gemeinsamen Nussmahl besiegeln sie ihre zukünftige Freundschaft, denn der Eichelhäher verspricht, dem Eichhörnchen in Zukunft zu helfen.

Im Anhang hat die Biologin Tanja Dietrich alle wichtige Informationen gesammelt „ wie Tiere den kalten Winter überstehen.“

Ein schönes, lehrreiches und sensibles Bilderbuch.

 

Hector und die Suche nach dem Paradies

 

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Francois Lelord, Hector und die Suche nach dem Paradies, Piper 2016, ISBN 978-3-492-05627-4

 

In seinem neuen, dem siebten Band seiner erfolgreichen Reihe um den Arzt Hector geht Francois Lelord in der Lebensgeschichte Hectors weit zurück bis in sein 25. Lebensjahr. Wir schreiben das Jahr 1978 und Hector arbeitet als Assistenzarzt in einem Krankenhaus. Er ist noch jung, auf der Suche, und schwere Lebens- und Sinnfragen beschäftigen ihn. Besonders als ein kleiner Patient, der ihm anvertraut war, stirbt, quält er sich mit der Frage so vieler Menschen und Philosophen: wie kann Gott, wenn es ihn gibt, so etwas Grausames zulassen?

Und er ist zum ersten Mal in seinem Leben richtig verliebt und zwar in die unnahbare Clotilde, eine Kollegin aus dem Krankenhaus. Mit ihr, einer überzeugten und der Mystik zugeneigten Christin, die mit einem Leben als Nonne liebäugelt, kann Hector über all diese Fragen gut reden.

Mit ihr bricht er auch im Auftrag ihres Chefs in der Klinik in den Himalaya auf, als mehrere Patienten der Klinik apokalyptische Wahnvorstellungen ausbildeten, nachdem sie einen besonderen Tee getrunken haben.

Sie sollen Doktor Chin, den Eigentümer des Tees aufspüren, der sich dorthin geflüchtet hat. Mit in diesem spannenden Spiel ist auch der Arzt Armand aus der Klinik, der im Auftrag einer Arzneimittelfirma gute Geschäfte wittert.

Immer wieder werden Fragen zu Gott und Jenseits aufgeworfen, und in Nepal erfährt nicht nur Hector,  sondern vermittelt über ihn auch der Leser, mögliche Antworten des Buddhismus und anderer Religionen darüber, was die Welt im Innersten zusammenhält.

Eingebettet in eine durchaus spannende Rahmenhandlung, erfährt der Leser von Francois Lelord wieder sehr viel über wichtige Fragen des Lebens, über den Sinn von Leiden und über die Liebe, die Liebe zu einem anderen Menschen und die zu Gott.

Eine leichte und dennoch anspruchsvolle Lektüre für alle, die die Bücher über Hector lieben und die nicht aufhören Fragen zu stellen, auch die, auf die sie nie eine Antwort erhalten werden.

 

 

 

 

 

 

Sündigen erlaubt

 

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Elisabeth Polster, Sündigen erlaubt. Zum Wohlfühlgewicht ohne Diät, Goldegg 2016, ISBN 978-3-903090-19-4

Die Lebensmittelexpertin Elisabeth Polster versucht in ihrem hier vorliegenden Buch mit dem bezeichnenden Titel „Sündigen erlaubt“ einen Weg der Ernährung aufzuzeigen, der weg führt vom Diätwahnsinn hin zu einer langfristigen Ernährungsumstellung. Dabei ist sündigen erlaubt. Sie hält nichts von strengen Crash-Diäten und möchte zu einem neuen, gesunden Ernährungs-Bewusstsein anregen.

Sie zeigt überzeugend auf, dass Crash-Diäten oder andere extreme Reduktionskost-Kuren auf  Dauer keinen Sinn haben. Entspannung ist angesagt bei diesem Thema hineinbringen, denn Kalorien zählen oder sich etwas zu verbieten, das macht Stress und ist komplett kontraproduktiv. Bewusst gesund und vor allem artgerecht zu essen, das führt langfristig zum Wunschgewicht.

Sie plädiert für artgerechte Ernährung. Viel frisches Obst, Gemüse und Nüsse, Kräuter, Samen, Eier, Fisch, Fleisch, Geflügel – idealerweise biologischer Herkunft. Finger weg von industriell verarbeitetem Zucker oder Weißmehl und aus Weißmehl erzeugten Produkten. Und eine tägliche Bewegung tut not. Denn durch Bewegung kann überschüssiges Cortisol, welches in Stresssituationen vermehrt ausgeschüttet wird und ein Fettverbrennungshemmer ist, abgebaut werden. Nach Stress-Stunden soll man bewusst Ruhephasen einbauen.

Zum Sündigen sagt sie: Wir sollten diese Lebensmittel, die uns mehr schaden, als gut tun, bewusst ganz selten essen. Aber niemals ständig darauf verzichten. Ab und zu ist auch ein Schnitzel oder eine Portion Pommes vollkommen ok.
Ihre Faustregel: Dreimal am Tag bewusst gesund essen, so oft wie möglich frisch kochen und zu unverarbeiteten Lebensmitteln greifen, das macht auf Dauer schlank.