Vom Ende der Einsamkeit

 

 

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Benedict Wells, Vom Ende der Einsamkeit, Diogenes 2016, ISBN 978-3-257- 06958-7

 

In seinem neuen, wiederum sehr gelungenen Roman erzählt Benedict Wells die tragische und berührende Geschichte von drei Kindern, die bei einem Autounfall ihre Eltern verlieren und danach elternlos in einem staatlichen Internat aufwachsen.

Der Roman beginnt damit, dass der jüngste von den dreien, Jules , in der Gegenwartsebene nach einem mysteriösen Motoradunfall nach Tagen aus dem Koma aufwacht: „Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich.“  Und sein Leben steht nackt vor ihm: „Was sorgt dafür, dass ein Leben wird, wie es wird?“  Und er beginnt sich zu erinnern an die Katastrophe, die seine Kindheit überschattet hat.

Er beschreibt eine glückliche Kindheit, Urlaube in Frankreich, bei der unbeliebten Mutter des Vaters, liebevolle und glückliche Eltern. Manchmal aber auch nimmt er Stimmungen und Dinge wahr, die er nicht versteht.

Die drei Geschwister entwickeln sich sehr unterschiedlich, verlieren sich schon auf den Internat zunehmend aus den Augen und haben später kaum einen Kontakt miteinander. Doch nach vielen vergeblichen Versuchen und vielen teilweise sehr schweren Lebenserfahrungen finden sie wieder zueinander.

 

Wie Benedict Wells im gekonnten Wechsel zwischen Gegenwart und Rückblenden in die Vergangenheit diese Entwicklung beschreibt, ist meisterhaft und nimmt den Leser so gefangen, dass er das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Der erfolgreiche und bescheiden- zufriedene Marty, die exzentrische Elena, die erst spät im Leben in die Spur kommt, und eben Jules, der melancholisch und lebensängstlich erst langsam, nach vielen Verirrungen zu sich selbst findet. Und zu seiner großen Liebe.

Benedict Wells dekliniert die großen Themen Einsamkeit, tiefe Lebenstrauer und Glück. Sein handelt vom Leben und durch was es beeinflusst werden kann. Was sind wir geworden, und was hat dazu geführt? Was hat uns gefördert, was auch vom Weg abgebracht? Wie schmal ist er doch oft gewesen, jener Pfad, auf dem man jederzeit abstürzen konnte? Und wieviel davon war einfach geschenkt, gesegnet, nicht durch eigenes Handeln gemacht?

Mit diesen nachdenklichen Fragen an das eigene Leben hat mich dieser wunderbare Roman zurückgelassen. Was kann Literatur mehr?

 

 

 

 

 

 

Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel

 

 

 

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Chris Nolde, Eigentlich ist mein Leben gar nicht so übel, Kein & Aber 2016, ISBN 978-3-0369-5736-4

 

Eigentlich will er nur er selbst sein, sich nicht verbiegen lassen, gerade weil er in das normale Leben, was immer das auch sein mag, nicht so recht hinein zu passen scheint. Max, der Ich –Erzähler des hier anzuzeigenden Romans von Chris Nolde, ist 27 Jahre alt, und er ist Schriftsteller aus Berufung. Dass ihm das in der Gegenwart nicht reicht um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, macht ihm nichts. Er hält sich mit einem Job in einem Antiquariat über Wasser und widersteht allen Versuchen seiner Mutter, die ihn zu einem ordentlichen Broterwerb überreden will. Mit 27, so meint sie, sei das nun an der Zeit. Er hat mit seinem ersten Roman ein Buch veröffentlicht, das wenig verkauft wurde, aber viel Aufsehen erregt und Debatten ausgelöst hat.

Nun sitzt er an seinem zweiten Roman, als er Emma trifft, nachdem ihn seine langjährigen Freundin Nele verlassen hat, die es mit der Unschlüssigkeit und Naivität von Max nicht mehr ausgehalten hat. Von Anfang an ist er überzeugt, dass er in ihr eine verwandte Seele gefunden hat, sie verlangt ihm aber auch einiges ab.

Über den Zeitraum eines Jahres darf der von der rasanten und witzigen Geschichte eingenommene Leser teilnehmen an einer erstaunlichen Entwicklung und der Entstehung eines Romans. Ein Roman, der voller tiefsinniger und hintersinniger Bemerkungen und Anmerkungen steckt. Da geht es um das eigene Selbstverständnis als junger Mann, um den Platz im Leben, den man haben möchte, bzw. den andere einem zuweisen wollen und immer wieder um den tapferen, stellenweise verzweifelten Versuch, diese Identität auch zu leben gegen alle Widerstände.

So ganz nebenbei ist es auch ein Buch über Berlin und das Leben dort:

„Berlin bleibt ein Geheimnis. Ein Geheimnis, kein Rätsel. Ein Rätsel kannst du lösen, so wie du die Konventionen eines fremden Landes verstehen lernst, ein Geheimnis aber kennt nur ein Versuch, die Annäherung. Und es steckt immer auch ein Teil von dir drin.“

Die autobiographischen Anleihen sind offensichtlich.

 

 

 

 

Wir bleiben nicht lange

 

 

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Marjaleena Lembcke, Wir bleiben nicht lange, Nagel & Kimche 2016, ISBN 978-3-312-00688-5

Es ist auffallend für mich, wie viele gute Bücher in den vergangenen Jahren erschienen sind, die das Sterben und Abschiednehmen in einer belletristischen Form beschreiben.  Berühmte Menschen sind darunter, wie zum Beispiel der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle, aber auch vorher einem größeren Publikum eher unbekannte Autoren.

Das hier anzuzeigende Buch ist geschrieben von einer Frau, die das Schreiben seit langem zu ihrem Beruf gemacht hat. Und das spürt man dem Buch von der ersten bis zur letzten Seite auch ab. Marjaleena Lembcke, hat in ihrer neuen Heimat Deutschland in einer neuen Sprache viele Kinder-und Jugendbücher geschrieben und sich dort einen Namen gemacht. Sie wurde 1945 in der finnischen Stadt Kokkola geboren und lebt bereits seit 1967 in der Nähe von Münster. Ihre Bücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Nagel & Kimche 2010 „Die Füchse von Andorra“, dessen Audiofassung im März 2012 mit dem Deutschen Hörbuchpreis als bestes Kinderhörbuch ausgezeichnet wurde.

In „Wir bleiben nicht lange“ beschreibt sie eindrucksvoll und mit einer dichten und intensiven Sprache den Abschied zwischen Mirja und ihrer Schwester Sisko. Es ist anzunehmen, dass Marjaleena Lembcke hier stark autobiographisch gefärbte Erfahrungen verarbeitet.

Sisko ist unheilbar krebskrank und liegt in einer Londoner Privatklinik. Mirja, die in Deutschland lebt und dort als Schriftstellerin arbeitet, ist zu ihr geflogen um die letzte Lebenszeit mit ihrer Schwester zu teilen.

Das ganze Buch über reden sie über ihre Vergangenheit, ihre Kindheit in Finnland, über die Eltern und die Familie und immer wieder reflektieren sie ihre Beziehung als Schwestern.  Ob sie gut oder schlecht gewesen ist, wagen sie nicht zu entscheiden. Einig sind sie sich, dass sie eng war.

Es ist geradezu wohltuend trotz des traurigen Themas, als Leser in einen tagelangen Dialog mit hineingenommen zu sein über eine Lebensgeschichte und Beziehung. Im Buch weiter voranschreitend, staunt man über die ehrliche Offenheit, mit der sich dort zwei Menschen begegnen, ihr Leben und Sterben annehmen und voneinander Abschied nehmen in versöhnter Unterschiedlichkeit und Liebe und ohne Groll.

 

 

 

 

 

Luftkinder

 

 

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Ysabel Fantou, Antonia Simon, Luftkinder, Susanna Rieder Verlag 2016, ISBN 978-3-943919-98-1

 

Anna und Antonia sind beste Freundinnen. Manche würden vielleicht sagen: Sie waren beste Freundinnen. Denn Anna ist gestorben. Sie wurde schon krank, als sie noch ein Baby war und die Leukämie kehrte immer wieder zurück, Als sie sieben Jahre alt war, starb sie.

Und doch sind Anna und Antonia noch immer beste Freundinnen, denn Antonia trägt Anna weiter im Herzen. Und eines Tages begegnet sie ihr beim Spaziergang mit ihrem Hund Henry wieder. Hoch oben in den Bäumen lebt Anna – als Luftkind.

„Luftkinder“ erzählt eine ebenso traurig wie tröstliche Geschichte vom Leben und Sterben, basierend auf einer wahren Vorgeschichte. Ein berührendes Bilderbuch. Ein Bilderbuch, das nicht nur Kindern, die unter dem Tod von jemand, den sie liebten, leiden, sondern auch Erwachsenen eine Vorstellung geben kann, wie sie ihre Verstorbenen im Herzen tragen und ihnen nahe bleiben können.

 

Ich bin ein Gast auf Erden

 

 

 

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Manfred Josuttis, Ich bin ein Gast auf Erden, Gütersloher Verlagshaus 2016, ISBN n978-3-579-08230-1

Obwohl ich ihn nie persönlich kennen gelernt oder bei ihm ein Seminar besucht oder eine Vorlesung gehört habe, war Manfred Josuttis mit Beginn der Übernahme des ersten Pfarramtes mit seinen Büchern ein treuer und kritischer Begleiter einer Praxis, die sich unterscheiden wollte. Die die Welt hinein nahm in die Verkündigung, die den Menschen nah und der Botschaft verpflichtet sein wollte.

Besonders die Bücher „Der Pfarrer ist anders“  (1987) und „Die Einführung in das Leben“ haben mir im Pfarramt auf dem Dorf immer wieder Mut gemacht und mich zur kritischen Reflexion der eigenen Lebens- und Arbeitspraxis herausgefordert. Schon im Studium war sein 1974 erschienenes Werk „Praxis des Evangeliums zwischen Politik und Religion“ ein Buch, das die angehenden Pfarrer und Religionslehrer ermutigte und aufforderte und zu einer neuen, veränderten Pastoral.

Nun liegt mir, selbst schon im Ruhestand ein kleines Buch des 80- jährigen Emeritus vor, in dem er sein Leben bilanziert, an seine Lehrer und Lehrerinnen erinnert, die Kämpfe und Konflikte seine Lebens und Lehrens beschreibt.  Das gerade auch für junge Theologen und Christen empfehlenswerte Buch macht deutlich, warum die Theologie von Manfred Josuttis für eine ganze Generation zwischen 1975 und 1995 etwa so anziehend gewesen ist.

Ob seine Texte auch heute noch in der evangelischen Pastoraltheologie besprochen und diskutiert werden, entzieht sich meiner Kenntnis.  Wert wären sie es allema

Die sieben guten Jahre

 

 

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Etgar Keret, Die sieben guten Jahre. Mein Leben als Vater und Sohn, S. Fischer 2016, ISBN 978-3-10-049520-4

 

Er zählt zu den bekanntesten und auch beliebtesten Schriftstellern seines Heimatlandes Israel und wird schon seit langem in einem Atemzug mit den Großen wie David Grossman oder Amos Oz genannt.

Das neue Buch von Etgar Keret ist ein Wagnis. Zum ersten Mal seit 25 Jahren schreibt er keine Fiktion, sondern er erzählt in etwa drei Dutzend Prosastücken Biographisches und Erlebtes aus einem Zeitraum von sieben Jahren. Diese Jahre zwischen der Geburt seines Sohnes Lev und dem Tod seines Vaters haben dem Buch seinen Titel gegeben. In einem Nachwort schreibt er, warum er das Buch nicht in Israel veröffentlicht sehen wollte: „weil es darum um die Menschen geht, die mir die liebsten auf der Welt sind; weil es mich als Autor in eine neue, nicht vertraute Situation bringt, verletzlich und intim.“  Deshalb wollte er diese Erfahrungen nur mit Fremden teilen. Das Buch wurde ins Englische übersetzt und von dort hat es Kerets Freund Daniel Kehlmann ins Deutsche übertragen.

Das Buch beginnt  mit Schilderung einer Art doppelten Geburt. Nicht nur sein Sohn Lev kommt auf die Welt, sondern dieses neue Leben ist mehr, Hoffnung auf Zukunft und Frieden:

„Sechs Stunden später fällt ein Zwerg, dem ein Kabel aus dem Bauchnabel hängt, aus der Vagina meiner Frau und fängt sofort an zu weinen. Ich versuche ihn zu überzeugen, dass man sich gar keine Sorgen machen muss. Dass alles im Mittleren Osten geklärt sein wird, wenn er erwachsen ist. Frieden wird kommen, es wird keine weiteren Terroranschläge mehr geben, und sogar, wenn es ganz selten einmal einen geben sollte, wird immer jemand Originelles, jemand mit ein wenig Vision in der Nähe sein, um ihn perfekt zu beschreiben.“

Nicht nur an dieser Stelle, sondern das ganze Buch durch die verschiedenen Erzählungen gelingt es Keret wie weiland Ephraim Kishon zu einer anderen Zeit, eine Alltagssituation so zu beschreiben, dass sie auf eine betörende Art komisch wird.

Tagebuchartig erzählt er nicht nur von der Entwicklung seines Sohnes, sondern immer wieder auch von seinem Vater. Es ist wie ein nachgeholtes Erwachsenwerden, nicht nur als Mann und Ehemann, sondern auch als Schriftsteller, die er in diesem glücklichen Zeitraum von sieben Jahren erlebt. Dazwischen geht es aber auch immer wieder um die politische Lage in Israel und im Nahen Osten, um die jeden Tag präsente Angst vor Terroranschlägen und feigem Mord.

Keret beschreibt, wie schon auf den Kinderspielplätzen am Rande der Sandkiste, wo er sich als freiberuflicher Vater oft aufhält, die Mütter von kleinen Kindern darüber diskutieren, ob sie es zulassen werden, dass ihre Söhne dereinst den in Israel obligatorischen Militärdienst ableisten werden. Auch seine Frau möchte das nicht und erwidert auf Kerets Einwand, das sei doch eine Bevormundung: „Lieber bevormunde ich ihn, als dass ich in fünfzehn Jahren an einem Militärbegräbnis auf dem Olivenberg teilnehmen muss. Wenn es bevormundend ist, seinen Sohn  daran zu hindern, sein  Leben zu riskieren, dann bin ich eben bevormundend.“

Sie finden einen Kompromiss: Wir würden uns bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr darum bemühen, entweder in der Region oder in unserer Familie Frieden zu schaffen.“

Kerets Texte erzählen von Erlebnissen auf seinen zahlreichen Lesereisen, von der Kindheit seiner Mutter, einer Holocaustüberlebenden in Polen, von seinem Sohn, den er beschützen will und von seinem Vater und dessen Sterben und Tod. An einer sehr berührenden Stelle erzählt er, wie er auf einer Reise nach Los Angeles vier Wochen nach dem Tod seines Vaters erlebt, dass er tatsächlich in seine Schuhe passt. Das ist ihm wie ein Beweis, dass alles gut wird.

Zwischen ernsthafter Tiefsinnigkeit, die den Leser im Innersten berührt, wechselt Keret oft auf derselben Seite zur Komik und Groteske, die dem zuvor Tragischen etwas Leichtes und Schwebendes zu geben vermag.

Vielleicht kann man heute in Israel auch nur so leben ohne zynisch und verbittert zu werden – oder auszuwandern.  „Die sieben guten Jahre“ ist ein Buch voller Liebe und Hoffnung.

 

 

 

 

Männergebete

 

 

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Andreas Ebert (Hg.) Männergebete, Claudius 2015, ISBN 978-3-532-62469-2

 

Ein kleines Buch ist es und ein idealer Wegbegleiter wo immer sich mann auch befindet. Von Andreas Ebert, von dem schon viele Bücher über die Spiritualität von Männern vorliegen, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen, versammelt das Büchlein Gebete von ihm selbst, von Anselm Grün, Richard Rohr, Pierre Stutz und vielen anderen Männern, die Gott suchen und sich selbst.

Diese Gebete lesend und mitsprechend kann man durchaus einen Zugang finden zu sich selbst, zu Gott und dem Mann aus Nazareth. Sie atmen den Duft einer Theologie die, die Freiheit des Menschen liebt und ihm neue Horizonte eröffnen will
Die thematische Einteilung der Gebete erleichtert den Gebrauch des Buches:

  • mit Gott unterwegs
  • Leben, Lieben, Leidenschaft
  • Vaterwunde, Mutterwunde
  • Männergebete der Bibel
  • Kraftort Natur
  • Zwiesprache mit Gott: das Herzensgebet
  • starke Worte für schwache Momente.

Das Büchlein ermutigt Männer, ihre eigene spirituelle Sprache zu finden.

 

Über die Ränder der Seele hinaus

 

 

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Mona Jacobi (Hg.)  Über die Ränder der Seele hinaus, Urachhaus 2015, ISBN 978-3-8251-7910-6

 

Nach Wilhelm von Humboldt sind es die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben. Es sind die Begegnungen von Mensch zu Mensch, an denen wir wachsen und die wir immer wieder brauchen, um uns selbst als Mensch zu empfinden. Mona Jacobi hat für den Urachhaus-Verlag Dichterworte gesammelt und berichtet von Menschgenbegegnungen in denen dies zum Ausdruck kommt.

 

Sie schreibt dazu in ihrem lesenswerten Vorwort:

„Schon bei der Begegnung mit einem Baum können wir uns fragen: Haben wir eine richtige Vorstellung von ihm, wenn wir ihn nur von einer Seite aus betrachten? Und wie viel mehr gilt dies bei einem Menschen! Etwa ein Straftäter im Gefängnis, um ein extremes Beispiel zu wählen: Ist er tatsächlich der Mensch, als den wir ihn aufgrund seiner schlimmen Handlungen betrachten? Oder gibt es noch ganz andere Seiten seines Wesens, die wir gar nicht kennen? Diese Frage allein genügt schon, uns nachdenklich zu stimmen, uns darauf hinzuweisen, dass wir uns nicht mit schnellen Urteilen zufriedengeben dürfen, sondern einander mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zuwenden sollen.“

 

Ein Buch, das zum Nachdenken und zur Selbstbesinnung einlädt und sich sehr gut als kleines Geschenk für Freunde mit offenen Seelen eignet.

 

Kleine Indianerin

 

 

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Geraldine Elschner, Mone Schliephack, Kleine Indianerin, Minedition 2015, ISBN 978-3-86566-227-9

 

Das Indianermädchen Tanzendes Blatt hat es nicht leicht in ihrem Stamm. Sie ist sehr klein und mit ihrer besonnenen und ruhigen Art wird sie von den anderen Kindern nicht für voll genommen. Doch als der Sohn des Häuptlings vermisst wird, ist „Tanzendes Blatt“ die Einzige, die helfen kann.

 

In dieser wunderschön illustrierten und spannenden Geschichte wird erzählt, wie sich vermeintliche Schwächen am Ende als Stärken erweisen. Denn gerade durch ihre ganz besonderen Eigenschaften kann Tanzendes Blatt den Sohn des Häuptlings aus großer Gefahr retten.

Will aber!

 

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Ingmar Wendland, Nina Dulleck, Will aber, Coppenrath  2015, ISBN 978-3-649-61989-5

 

Es gibt bei jedem Kind eine Phase, in der sie das eigene Ich entdecken, ihren Willen und auch die entsprechenden Sprache um das auszudrücken. Für die Eltern ist diese Phase nicht immer leicht, denn es soll alles nach dem Kopf der Kinder gehen, was diese nicht selten mit ihrer eigenen, vielleicht damals strengeren Erziehung konfrontiert oder auch nur ihren Sinn nach Ordnung oder ihren Zeitplan durcheinander bringt.

Das vorliegende in schönen Reimen gefasste Bilderbuch für Kinder bis etwa 2 Jahren erzählt von alltäglichen Situationen und bietet jeweils eine mögliche Lösung an. Auf diese Weise wird auf eine liebevolle und humorvolle Weise die erste Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen geübt.

Ein Menschenkind, das bei dieser Entwicklung von Eltern liebevoll und mit Bindung begleitet wird, wird später besser mit seinen Gefühlen umgehen können.