Das schlaue Buch vom Büchermachen

 

 

41767841z

 

Daniel Napp, Das schlaue Buch vom Büchermachen, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5882-0

 

Wie heißt die allererste und allerletzte Seite in einem Buch, wenn man es öffnet? Wie kommen die schönen Illustrationen in ein Bilderbuch? Wie entsteht eine Kindergeschichte? Wo entstehen all die Bücher? Wie viele schöne Kinderbücher erscheinen überhaupt und wo kann man sie finden? All das erklärt auf eine schöne und unterhaltsame  Weise Daniel Napps liebevolles Buch „Das schlaue Buch vom Büchermachen“. Nicht nur für Kinder ein facettenreicher und erzählerischer Lehrpfad über die Welt der Literatur und des Büchermachens.

 

Daniel Napp führt zwei Figuren ein. Da ist die Kinderbuch-Autorin Petra Fuchs. Sie  hat eine tolle Idee für ein neues Bilderbuch. Gemeinsam mit Julius Dachs, dem Illustrator, macht sie sich ans Werk, und schon bald ist tatsächlich ein Verlag für ihre Geschichte gefunden. Bis das Buch in die Läden kommt und zu den Kunden gelangt, sind aber noch viel mehr kreative Köpfe gefragt hinter den Kulissen des Büchermachens. Daniel Napp, erfolgreicher Autor und Illustrator von Bilderbüchern wie Dr. Brumm oder Bauer Beck, verrät, was alles zu tun ist, damit aus der Idee ein fertiges Buch wird. So verstehen schon kleine Leseratten und Büchernarren, was sich hinter Begriffen wie „Proof“ und „Imprimatur“ verbirgt und was Lektoren und Hersteller, Drucker und Buchhändler dazu beitragen, dass wir ein schönes neues Bilderbuch in den Händen halten können.

Klara Gluck

 

 

44203112z

 

Emma Levey, Klara Gluck, Orell Füssli 2015, ISBN 978-3-280-03489-7

 

Dieses schöne Bilderbuch der Engländerin Emma Levey, das Seraina Maria Sievi ins Deutsche übertragen hat, erzählt vom dem Bedürfnis und dem Glück, eine Mutter zu sein und von den Anstrengungen und Abenteuern, die ein Huhn namens Klara unternimmt, ein solche zu werden.

Denn nachdem sie einmal ein Ei gelegt hatte, aber daraus kein Küken geschlüpft war, reist Klara Gluck auf der Suche nach Eiern durch die halbe Welt. Auf abenteuerlichen Routen, durch Wasser und Luft und über die Kontinente ist sie auf der Suche.

Und sie wird fündig. Unterschiedlich groß, unterschiedlich gefärbt – es ist eine große Vielfalt an Eiern, die sie da zusammensammelt. Und irgendwann entscheidet sie, die vielen Eier nach Hause zu bringen.

Dort angekommen, beginnt sie mit dem Ausbrüten.  Glücklich und mit großer Ausdauer und Geduld wartet sie, bis nach Wochen das große Schlüpfen beginnt…

Ganz erstaunt und zufrieden ist sie, als sie zusammen mit den Kindern auf der letzten Seite sieht, wie vielen schönen unterschiedlichen Lebewesen sie aus ihren Eiern das Leben geschenkt hat…

Ein schönes Bilderbuch über das Geschenk des Lebens und seine Vielfalt. Und dass es behütet werden muss, bei jedem einzelnen Lebewesen.

 

 

 

Die Bremer Stadtmusikanten

 

 

 

41949844z

 

Lisbeth Zwerger, Die Bremer Stadtmusikanten, Minedition 2015, ISBN 978-3-86566-225-5

Kinder lieben es, Freunde  zu haben und leiden darunter, wenn sie keine finden oder Probleme damit haben. Hier ist der tiefliegende Grund zu suchen, warum kleine Kinder von all den Märchen, die sie kennen, das von den Bremer Stadtmusikanten so lieben. Jene Geschichte der Gebrüder Grimm über den Esel, den Hund, die Katze und den Hahn, die sich, weil sie sich nicht damit abfinden wollen, bei ihren jeweiligen Herren ausgedient zu haben, gemeinsam auf den Weg nach Bremen machen, um etwas ganz Neues zu probieren.

Schon auf dem Weg dorthin können sie ihre Fähigkeiten und ihre Freundschaft unter Beweis stellen, als sie mit ihren Stimmen etliche Räuber aus einem Haus verjagen und sich dann dort gemütlich einrichten. Ob sie jemals nach Bremen gekommen sind?

Lisbeth Zwerger hat mit zarten, auf eine ganz besondere Weise den Betrachter ansprechenden Bildern, die sich doch sehr von den herkömmlichen Illustrationen dieses Märchens unterscheiden dieses kleine und handliche Büchlein Märchen wunderbar in Szene gesetzt.

Lass mich frei!

 

 

 

 

44188190z

Patrick George, Lass mich frei, Moritz Verlag 2016, ISBN 978-3-89565-311-7

Zum wiederholten Mal verblüfft der englische Grafiker und Illustrator Patrick George in einem Bilderbuch, das ohne Worte auskommt, seine kleinen und großen Betrachter mit seiner Folientechnik.

Mit einzelnen Bildelementen bedruckte Klarsichtfolien verwandeln beim Umdrehen das linksseitige und entsprechend auch das rechtsseitige Bild in eine andere Aussage und vervollständigen es.

Waren es im letzten Buch noch die Gegensätze, die es ihm angetan hatten, vermittelt das hier vorliegende Bilderbuch eine andere Botschaft. Es geht um Tiere, die frei sein wollen. Elchköpfe an der Wand, Tigerfelle als Teppiche, Elefanten im Zirkus, Hühner auf engstem Raum, Bären im Zoo, Füchse um Damenhälse – es gibt viele Möglichkeiten, Tiere zu missbrauchen oder zu benutzen.

Durch ein einfaches Umblättern der Klarsichtfolie können die Kinder die Tiere wieder in ihre natürliche Umgebung zurückversetzen. Weil alle Kinder Tiere lieben und sie wollen, dass es ihnen gut geht, werden sie an diesem schönen Buch über Freiheit und Unfreiheit ihre helle Freude haben.

Ein guter Tag zum Leben

 

 

42638378z

 

Lisa Genova, Ein guter Tag zum Leben, Lübbe 2016, ISBN 978-3-7857-2547-4

Lisa Genova hat als promovierte Neurologin und Psychologin ihre bisherigen Romane immer mit neurologischen Themen bestückt und so den Lesern die unterschiedlichsten Krankheitsschicksale nahe gebracht. In ihrem ersten Buch „Still Alice – mein Leben ohne gestern“, das weltweit erfolgreich war, spielte Alzheimer die Hauptrolle. Der zweite Roman „Mehr als nur ein halbes Leben“ befasste sich mit dem Neglect und das dritte mit dem Autismus.

Auch in ihrem neuen hier vorliegenden vierten Roman geht es um ein medizinisches Thema. Es handelt von einer Familie, die von Chorea Huntington betroffen ist. Die Hauptperson des Buches heißt Joe O`Brien, ist 44 Jahre alt und von Beruf Polizist. Er führt ein zufriedenes und bescheidenes Leben mit seiner geliebten Frau und seinen vier Kindern. Eines Tages bekommt  er mit, dass seine Kollegen hinter seinem Rücken über ein angebliches  Suchtproblem tuscheln, das er offensichtlich habe. Auch seiner Frau sind Veränderungen im Verhalten von Joe nicht verborgen geblieben. Nach einen Arztbesuch, zu dem sie ihn überredet, bricht seine Welt zusammen: die Diagnose lautet Chorea Huntington, eine Generkrankung, unheilbar und tödlich.

Intensiv beschreibt Lisa Genova die Reaktion von Joe auf diese Diagnose, die Phasen der inneren Auseinandersetzung damit, bis er endlich lernt, das Unabänderliche zu akzeptieren. Was ihm aber kaum gelingt ist die Angst zu zähmen davor, dass er womöglich mit seinen Genen die Krankheit an seine Kinder weiter gegeben hat.  Als dann schließlich herauskommt, dass bei zwei seiner Kinder, die sich dann doch alle haben untersuchen lassen, die Diagnose positiv ist, ist Joe extrem niedergeschlagen. Doch einer seiner Söhne wird selber Vater, obwohl er mit 50% Wahrscheinlichkeit die Krankheit an sein Kind weitergibt.

Wie kann eine Familie mit solch einer Krankheit leben? Lisa Genova schafft es nicht nur, auf verständliche Weise den Leser über Chorea Huntington zu informieren, sondern verschafft ihm auch einen tiefen Einblick in die Seelenwelt der Familie O`Brien. So kann er  nachvollziehen, was das Leben mit dieser Diagnose bedeutet. Ein täglicher Kampf, der nie enden will,  heftige Schuldgefühle, tiefe Angst seine Familie nicht richtig versorgt zu wissen. So erlebt Joe all das. Aber auch die Kinder leiden, fragen sich ob sie ein eigenes Leben leben dürfen. Und immer wieder die Frage: will ich die Wahrheit wissen? Lasse ich mich untersuchen?

Ein bewegender Roman nicht nur über eine Krankheit, sondern auch über die unendliche Kraft einer Familie mit ihr umzugehen und zu leben.

 

 

Gartengestaltung mit Hochbeet

 

 

 

 

44338443z

 

Victoria Wegner, Gartengestaltung mit Hochbeet, Callwey 2016, ISBN 978-3-7667-2217-1

 

Waren sie früher noch ein Hobby bzw., eine Spezialität ganz bestimmter Öko- oder Biogärtner, haben sich Hochbeete mit ihrem unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Gartens zu einem kleingärtnerischen Renner entwickelt. Durch ihre höher gelegte Lage lassen sie sich bequem und ohne Rückenschmerzen bepflanzen und pflegen und durch ihre besondere Schichtung (wird alles im Buch genau erklärt) versprechen sie auch eine reichere Ernte als herkömmliche Beete.

 

Dieses schöne und praktische Buch zeigt in einer gelungenen Kombination aus Gestaltungsvorschlägen und praktisch-gärtnerischen Tipps eine Vielzahl an Varianten, unterschiedlichen Materialien und Formen für große und kleine, städtische und ländliche Gärten.

 

An insgesamt 20 anregenden Beispielen zeigt die Autorin die vielfältigen Möglichkeiten, die man mit der Gestaltung eines Hochbeets hat. Ein lobenswerter und sehr ausführlicher Praxisteil gibt ausreichend Informationen über die richtige Standortwahl, was man im Hochbeet pflanzen und kombinieren kann und wie man eine besonders ertragreiche Pflanzung erzielt.

 

TipToi Mathe 2. Klasse

 

 

 

 

 

43769369z

 

Eva Odersky, Mathe 2. Klasse, Ravensburger Verlag 2016, ISBN 978-3-473-41807-7

Das Lesen und interaktive Verstehen von Büchern für Kindern mit dem tip toi- Stift ist eine sensationelle Neuheit, die das Lernen für Kinder mit Büchern schon jetzt nach einigen Jahren revolutioniert hat. Einmal angeschafft, passt der Stift zu immer mehr Produkten aus dem Ravensburger Verlag, wie zum Beispiel das Buch „Mathe 2. Klasse“, mit dem Ravensburger einen lukrativen Markt betritt, denn das System ermöglicht es Kindern auch ohne Nachhilfe ihren Stoff zu bewältigen.
Tip Toi ist ein audiovisuelles Lernsystem für Bücher und Spiele, mit dem die Kinder die Welt spielerisch entdecken. Tippt das Kind mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text oder ein entsprechendes Symbol, erklingen passende Geräusche, Sprache oder auch Musik. Eine intelligente Elektronik ermöglicht Kindern, Bücher und Spiele völlig eigenständig immer wieder neu zu erleben.
Ich kann das System nur empfehlen. Die TipToi Büchern sind etwa ein Drittel teurer als die herkömmlichen Wissensbücher bei Ravensburger, aber diese Investition in das Lernen und vor allem die Lernfreude ihres Kindes lohnt sich.
Auch bei dem vorliegenden Buch für Kinder der 2.Klasse. Insbesondere für Kinder, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist, scheint es mir sehr geeignet.

Alles außer Arbeit

 

 

 

 

44048238z

 

Boris von Brauchitsch (Hg.), Alles außer Arbeit. Berliner Lust in den Zwanziger Jahren, Edition Braus 2016, ISBN 978-3-86228-141-1

In seiner kurzen Einleitung zu dem vorliegenden Buch beschriebt der Herausgeber Boris von Brauchitsch die Jahre, die die dann abgebildeten Fotos einfangen wollen. Die Alltagswelt der Zwanziger Jahre, die entstehende Freizeitkultur und ihre bevorzugten Etablissements: das Varieté, die Kneipe, der Lunapark, das Strandbad und die Wälder. Die Weimarer Jahre waren geprägt durch die neu entstehende Massenkultur, medial begleitet von Radio und Film.
Berlin war 1920 die drittgrößte Stadt der Welt, nach New York und London. 1925 übersprang die Einwohnerzahl die 4-Millionen-Marke. Das Berliner Leben zeichnete sich vor allem durch sein hohes Tempo aus: Hier musste alles sofort erledigt werden; Stillstand bedeutete schon damals Rückstand. Wer nicht mitmachte, fiel hinten runter. So ging es vielen damals.
Die Dynamisierung nahezu aller Lebensbereiche machte auch vor der Freizeitkultur nicht Halt. Schon damals kannte man die Vergnügungspflicht und den Anspruch, in der zur Verfügung stehenden Zeit möglichst viel zu erleben — ein Gefühl, dass uns auch heute nicht ganz unbekannt ist.
In Berlin gab es wirklich alles — „Alles außer Arbeit“, denn die gab es tatsächlich nicht für jeden, und viele blieben auf der Strecke. Doch der Aufbau einer kapitalistischen Warenwirtschaft im modernen Stil führte zur Herausbildung eines neuen Standes: den Angestellten. Das Heer dieser kleinen Ladenmädchen, Büro-Angestellten und Arbeitnehmern im Dienstleistungssektor ließ auch ganz neue Arbeitsbedingungen entstehen, die plötzlich neben der Arbeitszeit auch eine „Frei-Zeit“ ermöglichten.
Berlin war eine Stadt im Umbruch. Die alten Mietskasernen wurden nach und nach abgerissen, und neue Bauten wurden errichtet, mit mehr Raum, mehr Luft und Sonne. Die Stadt wechselte ihr Gesicht. Und doch gab es noch viele dunkle Ecken, wo im sechsten, siebten, achten Hinterhof das Licht kaum bis zum Boden kam.

All die politischen Kämpfe und Zuspitzungen in den Zwanziger Jahren sind in diesem Buch nicht oder nur in Andeutungen dokumentiert. Es geht hier weniger um die akribische Dokumentation des Großstadtlebens, als um ein Nachspüren des Lebensgefühls jener Zeit. Dieses Lebensgefühl lässt sich erahnen, wenn man die Bilder in diesem Buch auf sich wirken lässt.

Die ganze Wahrheit über alles

44136330z

 

Sven Böttcher, Mathias Bröckers, Die ganze Wahrheit über alles, Westend 2016, ISBN 978-3-86489-122-9

„Wie wir unsere Zukunft doch noch retten können“ – mit diesem Versprechen wenden sich die beiden Autoren des vorliegenden Buches vor allem an die Generation der 20-30 Jährigen, um ihnen von wie Arbeit bis zu Z wie Zuwanderer nicht nur das Phänomen und seine Problematik in seiner Geschichte und seiner Gegenwart zu erläutern, sondern auch machbare Alternativen anzubieten, für die es sich zu engagieren und zu leben lohnt.

Aufgebaut wie ein Lexikon werden insgesamt über 50 Themen genau analysiert. Doch trotz der langen Literaturliste und den Anmerkungen am Ende des Buches liest es sich sehr gut, wie man das von den früheren Büchern der beiden auch hat erwarten können. Mal engagiert, mal launig und dann wieder empört erheben sie ihre Stimme, ohne an einer einzigen Stelle in jene Endzeitstimmung zu verfallen, die man bei den meisten Büchern und Statements dieser Art schon lange nicht mehr hören kann.

Immer folgt die Erläuterung des jeweiligen Begriffs oder Phänomens einer klaren Dreiteilung. Zunächst wird beschrieben, was einmal damit gemeint war. Dann wird die gegenwärtige Realität mit all ihren Defiziten und Mängeln beschrieben und am Ende folgt unter der Überschrift „Was ihr daraus machen werdet“ eine optimistische “Zumutung“ an die jungen Leser. Das Buch versteht sich also als Ermutigung, Dinge zu ändern, von denen es sonst heißt, sie seien zu kompliziert und sowieso nicht mehr zu retten.

Ein Zitat des lateinamerikanischen Schriftstellers Eduardo Galeano am Ende des Buches ist Zusammenfassung und Motto zugleich:
“Die verkehrte Welt bedeutet uns, die Wirklichkeit zu ertragen, anstatt sie zu verändern, die Vergangenheit zu vergessen, anstatt ihr zuzuhören, und die Zukunft hinzunehmen, anstatt sie uns vorzustellen.”

Blühende Beete

 

 

44339846z

Nick Bailey, Blühende Beete. 365 Tage Gartenglück, Callwey 2016, ISBN 978-3-7667-2208-9

 

Einen Garten zu haben und ihn so zu gestalten, dass dort das ganze Jahr über irgendeine Pflanze blüht: das ist der Traum jedes Gärtners, auch und gerade wenn er im Winter im Garten nicht arbeiten möchte. Denn meist ist es doch so, dass sich die Blütenpracht in allen möglichen Farben auf wenige Wochen im Frühsommer reduziert. Ab August bietet sich dann bis zum Winter ein eher trostloses Bild.

Dieses aus England stammende Buch zeigt mit vielen praktischen Beispielen, wie man harmonische Pflanzungen so plant und ausführt, dass der Garten sozusagen das ganze Jahr über blüht. Es gibt Auskunft darüber, wie man mit der Gestaltung der Farben Formen und Texturen umgeht und die unterschiedlichen Blütezeiten der Pflanzen einbezieht in eine kluge und phantasievolle Kombination.

Zahlreiche Pflanzenporträts und Checklisten der am besten für ein solches Projekt geeigneten Pflanzen machen das Buch ebenso zu einen praxistauglichen Ratgeber wie Ideen und Vorschläge für besondere schwierige Standorte und für Topfpflanzen.

So blüht auch Ihr Garten das ganze Jahr über.