Ein Berg in Tibet. Zu Fuss durch den Himalaya zum Heiligen Berg Kailash

 

 

 

 

 

 

 

Colin Thubron, Ein Berg in Tibet. Zu Fuss durch den Himalaya zum Heiligen Berg Kailash, Dumont Reiseverlag 2017, ISBN 978-3-7701-8288-5

 

Colin Thubron ist ein preisgekrönter britischer Reiseschriftsteller. Seine literarischen Reisereportagen machten ihn schon früh über die Landesgrenzen auch international bekannt. Zuerst erschien das vorliegende Buch im Jahr 2011 und wird nun 2017 in einer zweiten überarbeiteten deutschen Auflage veröffentlicht. 1939 geboren, war Thurbon schon damals ein alter, weiser und welterfahrener Mann, welterfahren.

 

Nachdem seine Mutter gestorben ist, macht er sich auf den Weg nach Tibet. Es wird eine mühe volle Fußreise von Nepal über die tibetischen Pässe zu den magischen Seen unter dem heiligen Kailash, dem heiligsten Berg der Tibeter, der bis heute unbestiegen ist. Dort mischt er sich unter die Pilger und nimmt an der rituellen Umrundung des Berges teil. Er spricht mit den Bergführern, mit Bewohnern abgelegener Dörfer, mit Mönchen in verfallenden Klöstern und bringt uns so die Seele der Tibeter näher. Die Umrundung der Seen lässt ihn sein eigenes Leben neu betrachten.

 

Ein tiefgründiges Buch von großer Erzählkraft.

Die Bayern-Chronik

 

 

 

 

 

Dietrich Schulze-Marmeling, Die Bayern-Chronik, Verlag Die Werkstatt 2017, ISBN 978-3-7307- 0342-7

 

Dieses voluminöse in einem Schuber in einer numerierten Erstauflage ausgelieferte Werk ist ein Meisterstück, das nicht nur in seinem Umfang alle Rekorde bricht. Einer der besten deutschen Fußballautoren hat hier sich selbst und einem Verein eine Chronik präsentiert, die ihresgleichen sucht und die wohl auch für keinen anderen Verein jemals in diesem Umfang und zu diesem Preis erstellt werden wird, schon einfach deshalb weil niemand bereit wäre, 99 Euro für ein Fußballbuch auszugeben, außer eben einem Bayernfan.

 

Band 1 behandelt die Epoche ab der Vereinsgründung, die NS-Jahre, die glorreichen siebziger Jahre bis zur Inthronisierung von Uli Hoeneß als Manager. Band 2 führt die Geschichte bis in die grandiose Gegenwart fort.

 

2000 Fotos und ein ausführliches Register machen das Buch zu einem Präsent, das einen Bayernfan wohl über Jahre erfreuen kann.

 

Ein ideales wertvolles Weihnachtsgeschenk.

 

99 Songs. Eine Geschichte des 20. Jahrhunderts

 

 

 

 

Wolfgang Kos, 99 Songs. Eine Geschichte des 20. Jahrhunderts, Brandstätter 2017, ISBN 9787-3-7106-0022-7

 

Dieses schwergewichtige Buch des Kulturhistorikers Wolfgang Kos ist eine Kulturgeschichte der besonderen Art. Er erzählt sich und seinen Lesern das 20. Jahrhundert am Beispiel von 99 ausgewählten Songs. Songs, die nicht nur zu ihrer Entstehungszeit, sondern auch darüber hinaus „gewirkt“ haben, weil sie emotionale Identifikation boten und viel unmittelbarer als andere Medien die jeweiligen Zeitstimmungen, Lebensbedingungen und Moden, genau wie kollektive Sehnsüchte, Ängste und Utopien auf den Punkt brachten.

 

Songs, in denen sich die Brüche und die Widersprüche der jeweiligen Gesellschaften und ihrer Menschen spiegeln.

 

Kos schreibt: „Die Grundidee wäre: Songs, die die Welt verändert haben. Tatsächlich gibt es Songs, die etwas antizipieren, einen Stimmungswandel spüren, eine Forderung vorwegnehmen und so vom Rand ins Zentrum finden. ‚We Shall Overcome‘ ist das klassische Beispiel: ein Streiklied amerikanischer Gewerkschafter, verbreitet in Volksbildungsheimen, von einer Handvoll Funktionären gesungen, dann die Hymne der Bürgerrechtsbewegung. Solche Lieder schleichen sich herein. Sie gehören niemandem. Songs können ein Klima erzeugen, die Aufnahmebereitschaft wecken.“

 

Die hinter den Songs versteckten erstaunlichen Geschichten machen das Buch nicht nur zu einer interessanten Lektüre, sondern auch zu einem wahrhaft erhellenden Erlebnis.

 

 

 

Das Päckchen (Hörbuch)

 

 

 

 

Franz Hohler, Das Päckchen (Hörbuch), Random House Audio 2017, ISBN 978-3-8371-4057-6

 

Der neue Roman des Schweizer Schriftstellers Franz Hohler beschäftigt sich mit einem alten bibliophilen Werk und seinem Weg durch die Geschichte.

 

Der Roman beginnt damit, dass der Bibliothekar Ernst Stricker am Berner Hauptbahnhof den Hörer eines öffentlichen Telefons abnimmt und nicht wirklich weiß warum:

„Er schaute sich um, um zu sehen, ob da jemand war, der sich vielleicht zurückrufen ließ, aber erst am übernächsten Apparat sprach ein fremdländischer Mann eindringlich und leise in die Muschel, ohne auch nur den Kopf zu drehen. Da machte er den ersten Schritt, hob den Hörer und sagte: ‚Hallo?'“

 

Eine alte Frau am anderen Ende der Leitung sucht ihren Neffen Ernst und Ernst Stricker lässt sich, indem er vorgibt jener Ernst zu sein, und dann auch gleich in die Wohnung der alten Dame fährt, auf eine Geschichte ein, die er nicht für möglich gehalten hätte. Die alte halbblinde Dame bittet Ernst darum, ein kleines Päckchen aufzubewahren, damit es nicht in falsche Hände gelangt. Zuhause öffnet Ernst heimlich das Päckchen, von dem er seiner Frau erst sehr viel später erzählen wird, was die Verwicklungen noch kompliziert, und entdeckt darin an handgeschriebenes Exemplar des sogenannten „Abrogans“ eines Wörterbuchs, das als ältestes deutschsprachiges Buch gilt. Ernst denkt, dass er das Original in Händen hält. In der Zeitung in der das Buch eingewickelt ist, entdeckt er einen Hinweis auf eine Berghütte.

 

Und nun ruht er nicht, bis er dieser Spur folgen kann und Erstaunliches dort findet. In der Zwischenzeit blendet Franz Hohler in der Zeit zurück und erzählt immer wieder von dem Mönch Haimo und seiner Partnerin Maria, der im Jahr 772 durch Zufall Schreiber am Kloster Weltenburg wird und darf den „Abrogans“ schreiben, der ihm vom Abt diktiert wird.

 

Danach wird er vom Abt auf eine über zehnjährige Reise nach Italien geschickt, wobei er (zusammen mit Maria, die unterwegs ein gemeinsames Kind verlieren wird) unterwegs immer wieder Station in Klöstern machen soll, wo er im Gegenzug für die Abschrift des Abrogans andere wichtige Schriften kopieren und nach Weltenburg schicken soll, bevor der Abrogans sein endgültiges Ziel in Montecassino finden soll.

 

In abwechselnden Kapiteln treibt Hohler die alte und die gegenwärtige Geschichte vorwärts mit überraschenden Wendungen und einem versöhnlichen Ende.

 

Ein intelligenter und unterhaltsamer Roman mit viel hintergründigen Humor. Die hier vorliegende ungekürzte Lesung von Gert Heidenreich besticht durch ihre einfühlsame Interpretation der verschiedenen Charaktere und schafft es hervorragend die über 1300 Jahre zwischen den einzelnen jeweiligen Abschnitten stimmlich und atmosphärisch zu überbrücken.

 

 

 

 

 

 

 

Wir werden erwartet (Hörbuch)

 

 

 

 

Ulla Hahn, Wir werden erwartet (Hörbuch), Der Hörverlag 2017, ISBN 978-3-8445-2687-5

 

Nachdem die große deutsche Lyrikerin Ulla Hahn im Jahr 2001 mit „Das verborgene Wort“ den ersten Teil der Lebensgeschichte ihres Alters Egos Hilla Palm erzählte und dafür den Deutschen Bücherpreis erhielt, ließ sie im Jahr 2009 auf ebenfalls über 600 Seiten den zweiten Teil folgen unter dem Titel „Aufbruch“. In beiden Romanen zeigte sie sich nicht nur als eine wahre Künstlerin und Akrobatin des Wortes und seiner ihm innewohnenden Kraft, sondern auch als eine große Meisterin epischer Darstellung.

 

Nachdem Hilla im zweiten Band gegen Ende zum Opfer einer Vergewaltigung wird, für die sich selbst die Schuld gibt – sie nennt sich Hilla Selberschuld – verlässt sie, zumindest unter der Woche, ihren Heimatort Dondorf am Rhein und zieht als Studentin nach Köln, wo sie in einem katholischen Wohnheim nicht nur eine Bleibe, sondern auch Freundinnen findet.

 

Auch im dritten Teil der Tetralogie „Spiel der Zeit“ erzählte 2014 Ulla Hahn mit großer Sprachmacht in einem Gewebe aus Erfahrung, Erfindung und Dokumentation. Dabei ist sie selbst hin- und hergerissen: „So sehr ich weiß, dass es weitergehen muss, so dringend mein erzählerisches Pflichtgefühl gebietet,  Hilla endlich vorwärtszuschicken ins neue Leben, so mächtig treiben mich meine Gefühle zurück zu den Orten und Menschen meiner Kindheit. Erst jetzt beim Schreiben merke ich das. All das Neue, das Hilla erlebt, wird erst neu, wird erst zur Gewissheit, zum Eigen, wenn es sich widerspiegelt im Alten, wenn es zum Vergangene in Beziehung gesetzt wird.“

 

Das ist quasi das Credo, das sich auch durch das neue, das grandiose Gesamtwerk abschließende Buch „Wir werden erwartet“ zieht, das ich gelesen habe, indem ich mir jede freie Minute gestohlen habe, um nicht unterbrochen zu werden. Nicht nur in einem spannenden und bewegenden Handlungsablauf in einer studentenbewegten Epoche Mitte der siebziger Jahre, die ich als junger Student in Frankfurt und Mainz selbst in Erinnerung habe, sondern auch in einem sprachlichen und poetischen Reichtum, den ich so schon lange nicht mehr bei irgendeinem Buch genießen konnte.

 

Zu Beginn ist Hilla Palm noch mit ihrem Hugo zusammen. Wie selten bei einem Paar sind sie auch spirituell eine Einheit, bei aller Kritik an „Demdaoben“ lassen sie die Verbindung zu ihm nicht abreißen, und sind sich sicher, dass es stimmt, was ein junger Pater zu ihnen sagte: „Wir werden erwartet“.

 

Doch Hugo stirbt bei einem Unfall und Hilla stürzt in die größte Krise ihres bisherigen Lebens. Es ist der alte Pfarrer aus dem Heimatort Dondorf, dem es gelingt, ihr durch Zeichen und Verständnis so etwas wie Halt und Orientierung zu geben.

Schon in „Spiel der Zeit“ wurde deutlich, dass die radikalen Auswüchse der Studentenbewegung Hilla abgestoßen haben. Und so landet sie, nachdem sie ihre fast fertige Dissertation in Köln verwirft und nach Hamburg geht, bei der DKP. Dort glaubt sie zunächst, den richtigen politischen Ort gefunden zu haben. Und ihr politisches Engagement bringt sie in einen neuen Kontakt mit ihrer Herkunft, mit ihrem Vater und ihrem geliebten Bruder. Schon bald tauchen erste Zweifel auf an der Ideologie der Partei, doch es wird einige Jahre dauern, bis sie sich davon befreien kann. Doch die neue Verbindung mit dem Vater bleibt.

 

Wieder verwebt Ulla Hahn starke Elemente eines Entwicklungsromans, obwohl er nur einige Jahre umfasst, aber immer wieder die Gegenwart mit der Vergangenheit in Verbindung bringt, mit den Konturen eines imposanten Epochengemäldes der 70-er Jahre.  Da geht es um Sehnsucht und Leidenschaft, da geht es um Wahrheit und Glauben, um den Kampf für Gerechtigkeit und den selbstverantworteten Glauben an Dendaoben in einer sich verändernden Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit. Und es geht darum, wie Liebe alte Verletzungen heilen kann. Um Versöhnung.

 

„Wir werden erwartet“ ist ein großer autobiographisch geprägter Roman und ein gelungener Abschluss einer Tetralogie, die sich über die ersten drei Jahrzehnte Nachkriegsdeutschlands erstreckt. Eine wahre Liebeserklärung an die Sprache, ihren Reichtum und ihre Schönheit und ein Loblied des Lebens und dessen, der es schenkt und bewahrt.

 

Am Ende sieht sie in einem Tagtraum eine alte Frau, die ihr eine Botschaft von Hugo übermittelt: „Mein Hilla, meine geliebte Frau. Du wirst erwartet. Und was dich hier erwartet ist: die Liebe. In unbeschreiblicher, unvorstellbarer Fülle… Lass dir Zeit. Ich kann warten. Hier hat keiner keine Zeit. Weil es keine Zeit mehr gibt. Wir alle hier können warten. Es gibt kein Warten, wo der Augenblick in Ewigkeit verweilt. Und in Schönheit“!

 

Ich habe nie zuvor so poetische Worte über die Transzendenz unseres Lebens und unserer Existenz gelesen. Ja, wir werden erwartet.

 

Die nun drei Monate nach dem Buch im Hörverlag erschienene gekürzte Hörbuchfassung ist von Ulla Hahn selbst eingelesen worden. Es ist eine sehr gelungene und glückliche Lösung, denn niemand kann den Erlebnissen und den Gefühlen von Hilla Palm authentischer ihre Stimme leihen und sie in Szene setzen als Ulla Hahn selbst.

 

 

Sport ist herrlich

 

 

 

 

 

Ole Könnecke, Sport ist herrlich, Hanser 2017, ISBN 978-3-446-25484-8

 

Mit witzigen Tierfiguren führt der Kinderbuchautor auf eine lustige und originelle Weise Kinder und Erwachsene gleichermaßen in die Welt des Sports ein. Da geht es nicht nur um Fußball, das was die meisten Jungs mögen, auch das Reiten ist reizvoll, solange das Pferd macht, was der Reiter oder die Reiterin will.

 

Tennis, Radfahren, Laufen, Schwimmen werden auf witzige Weise illustriert, aber auch Sportarten wie Golf und Rugby kommen zur Sprache.

 

In jedem Fall gilt: Sport ist herrlich. Und genau dazu will das Bilderbuch Lust machen. In Zeiten, in denen immer mehr Kinder keinen Purzelbaum mehr können und immer schwergewichtiger werden mangels ausreichender Bewegung, ein wichtiges Anliegen, das locker rüberkommt.

Gute Nacht , kleiner Bär. Machst du das Licht an?

 

 

 

 

 

Heike Vogel, Lena Kleine Bornhorst, Gute Nacht , kleiner Bär. Machst du das Licht an, Oetinger 2017, ISBN 978-3-7891-0809-9

 

So wie bei vielen kleinen Kindern dauert es bei dem süßen kleinen Bären in dem vorlegenden Bilderbuch für Kinder ab etwa 2 Jahren, bis er endlich soweit ist, dass in seinem Zimmer endgültig das Licht ausgemacht werden und er zum Schaf finden kann.

 

Immer noch hat er etwas vergessen. Zuerst seinen Schnuffel-Wal, dann sein Brumm-Auto und sein Schnulli. Immer wieder sind die Kinder, die dieses Buch in der Hand halten eingeladen, mit einem Druck auf eine entsprechende batteriegeladen Taste dem kleine Bär das Licht anzumachen, damit er seine vergessene Sachen  ins Bett holen kann.

 

Ein schönes Mitmach-Lichtbuch für alle Kinder, die gerne Schalter drücken.

Ice is black

Laurent Baheux, Ice is black, te Neues 2017, ISBN 978-3-9617-048-5

 

Dieser Bildband des eigentlich als Sportfotograf arbeitenden Laurent Baheux will eine umfassende Bestandsaufnahme arktischer Landschaften und Tierwelten sein, ihre massive Bedrohung darstellen und zum aktiven Schutz dieser Natur aufrufen.

 

Selbst ein  großer Liebhaber der schwarz-weiß. Fotografie, hat Laurent Baheux diese Eislandschaften unter dem Titel „Ice is black“ festgehalten.

 

Eindrucksvolle Bilder sind so entstanden, durchaus, aber mich haben sie nicht wirklich angesprochen. Sie können die gefährdete Schönheit der arktischen Landschaften und ihrer Tierwelt nicht abbilden, wie das farbige Bilder tun.

 

Ich würde deshalb aus dem Angebot der Bildbände über die arktische Welt lieber zu einem farbig gestalteten greifen.

 

Mutig, Mondän, motorisiert. Rasante Geschichten von der Frau am Steuer

 

 

 

Susanne Gretter, Mutig, Mondän, motorisiert. Rasante Geschichten von der Frau am Steuer, Elisabeth Sandmann Verlag 2017, ISBN 978-3-9455433-37-5

 

Eine rasante Spritztour durch Kunst, Kultur, Mode und Literatur unternimmt Susanne Gretter in einem neuen Buch des nun zu Suhrkamp gehörenden Elisabeth Sandmann Verlags, der schon viele Bücher zu ganz besonderen Frauen veröffentlicht hat.

 

Sie zeigt in dem mit vielen Fotografien prächtig ausgestatteten Band, wie eng die Geschichte des Automobils verknüpft ist mit den Biografien ganz besonderer und erstaunlicher Frauen. Verwegene und mutige Frauen, die nicht nur grandiose Fahrerinnen sind, sondern auch sich in der Technik und dem Service ihrer meist schnellen Gefährte auskennen, reichen von der Weltreisenden Clärenore Stinnes, der Rennfahrerin Anita Kind, den lässig-coolen Abenteuerinnen Annemarie Schwarzenbach und Erika Mann und der Pionierin Bertha Benz bis zu den Schriftstellerinnen Gertrude Stein und Françoise Sagan.

 

Ihnen und vielen mehr wird in diesem Buch ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. Ein besonderes Geschenk für Frauen, die selbst gerne Auto fahren, auch mal schneller als ihren Männern lieb ist.

 

Kommt das Nashorn

 

 

 

 

 

Heinz Janisch, Helga Bansch, Kommt das Nashorn, Jungbrunnen Verlag 2016, ISBN 978-3-7026-5895-3

 

In ihrem leider im Gegensatz zu ihren anderen Bilderbuchproduktionen nur wenig beachteten Buch „Kommt das Nashorn“ erzählt Heinz Janisch eine schöne Geschichte von der Sehnsucht vom Anders-Sein und Helga Bansch hat sie eindrücklich illustriert.

 

Hauptperson ist ein großes Nashorn, ein großes Gebirge, das die Erde erbeben lässt, wenn es läuft. Dieses Nashorn hat einen großen Traum. Es möchte einmal so leicht sein, wie der kleine Vogel der auf seinen Rücken sitzt und ihm die ledrige Haut reinigt. Auf der anderen Seite wäre der Vogel gern einmal so schwer wie das Nashorn. Dann könnte ihm der Wind nichts mehr abhaben.

 

So haben beide ihre Sehnsucht nach dem Anders-Sein und werden doch gebraucht so wie sie sind. Und das ist gut so.