Die kleine Raupe Nimmersatt- 1,2,3 bald ist Weihnachten

 

 

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Eric Carle, Die kleine Raupe Nimmersatt.1,2,3 .. bald ist Weihnachten, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5929-2

 

Auf jeder der zehn Seiten dieses fest eingebundenen Bilderbuchs für Kinder bis drei Jahren hat Eric Carle ganz klein seine Raupe Nimmersatt versteckt.

 

Die Kinder sollen sie nicht nur jeweils entdecken, sondern können mit ihr zusammen von eins bis zehn zählen und Dinge identifizieren, die alle zu Weihnachten gehören, das damit immer näher kommen kann:

 

Einen Weihnachtsmann, Weihnachtsbäume, Schneemänner Stechpalmenblätter, Schneeflocken, Weihnachtskuchen, Sterne, Rentiere und Geschenke.

 

Eine schöne Idee, die Raupe wieder einmal in einem Bilderbuch unterzubringen.

Paul, das Schlafschaf

 

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Martina Badstuber, Martin Gries, Paul, das Schlafschaf, Oetinger 2016, ISBN 978-3-7891-6593-1

 

Eine schöne lustige Einschlafgeschichte haben Martina Badstuber und Martin Gries hier für die Allerkleinsten vorgelegt. Es handelt von Paul. Paul ist ein Schlafschaf. Was das ist?

Ein Schlafschaf muss so lange über den Zaun springen, bis alle einschlafen. Gar nicht so einfach! Paul springt vorwärts, rückwärts, kopfüber, mit dem Po zuerst, dann dreht er sich…

Und wird selbst dabei gaaaanz müde.

 

Ein kleines Bilderbuch, mit dem das Einschlafen richtig Spaß macht.

Nach einer wahren Geschichte

 

 

 

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Delphine de Vigan, Nach einer wahren Geschichte, Dumont 2016, ISBN 978-3-8321-9830-5

 

Nachdem die französische Schriftstellerin Delphine de Vigan vor über drei Jahren mit dem autobiographisch geprägten Roman „Das Lächeln meiner Mutter“ auch in Deutschland der Durchbruch gelang, schrieb uch in meiner Rezension begeistert:

„Delphine de Vigan ist mit ihrer literarischen Suche nach dem Lächeln ihrer Mutter ein Familienroman gelungen, der über drei Generationen wie in einer romanhaften Familienaufstellung ein Bild von einer französischen Großfamilie des Bürgertums der 50 er und 60 er Jahre zeichnet, aber auch ihre dunkle Seiten, ihre Familiengeheimnisse und die Ängste der einzelnen Mitglieder offenlegt. Es herrscht in dieser Familie, geprägt auch durch viele unbearbeiteten Schicksalsschläge eine tiefe Verzweiflung am Leben, eine Familienstruktur, die sich für Einzelne anfühlt wie ein Fluch.“

 

Ein ganz anderer Fluch beginnt für die Autorin nur wenige Monate, nachdem „Das Lächeln meiner Mutter“ in Frankreich erschienen war, und stark beachtet wurde. Als Delphine de Vigan nach bewusst kurz gehaltenen Lesereisen und öffentlichen Auftritten wieder schreiben will, hat sie eine Blockade. Ein Schreibblockade, die sich über drei Jahre hinzieht, und für die sie lange Zeit auch gegenüber ihrem Partner, ihren Kindern und ihren Freunden schweigt, und die sie sich nach dem schmerzhaften Ende nur so im Vorwort zu ihrem neuen Buch erklären kann:

„Die Wahrheit ist, dass ich in dem Augenblick, wo ich mit dem Schreiben hätte anfangen müssen, und zwar gemäß einem Zyklus, in dem sich Latenz-, Inkubations- und Phasen des eigentlichen Schreibens abwechseln – einen quasi chronobiologischen Zyklus, in dem ich seit mehr als zehn Jahren lebte-, in dem Augenblick also, wo ich das Buch, für das ich bereits eine gewisse Anzahl Notizen gemacht hatte und eine umfangreiche Dokumentation zusammengestellt hatte, L. begegnete.“

 

Sie lernt L. auf einer Party kennen, ist sofort wie gefangen und tief berührt von einer Empathie und einem Verständnis, das sie so noch nie erlebt hat. Auch L. ist Schriftstellerin, und schreibt als Ghostwriterin für sehr berühmte Menschen Biographien. Sehr schnell entwickelt sich eine immer tiefere Freundschaft zwischen den beiden, bis am Ende L. sogar bei der Autorin  in der Wohnung wohnt. De Vigan hat L. in die Pläne für ihr neues Buch eingeweiht, diese jedoch rät auf eine sehr heftige Weise davon ab, und will unbedingt, dass de Vigan weiter  nur real geschehene Erlebnisse in ihren Büchern beschreibt. Die Begründungen werden literaturwissenschaftlich und philosophisch ausgeführt und man gerät in eine aktuelle Debatte über Sinn und Zweck von Literatur, speziell Romanen.

Delphine wird durch diese heftige Kritik aus ihrer gewohnten Sicherheit geworfen und am Ende kann sie noch nicht einmal mehr eine Tastatur anschauen. Immer mehr gleitet sie in eine Depression ab, wobei ihr L. immer mehr abnimmt. Fühlt sich Delphine zu Beginn noch tief verstanden, nimmt sogar literarische Hilfe von L. an, um drängende und schon zugesagte Aufträge auszuführen, beginnt sie zunehmend zu erkennen, dass L. auf die Zerstörung ihrer Identität hinarbeitet, an manchen Stellen deren ursprüngliche sogar übernimmt.

 

Delphine beginnt langsam, sich dagegen zu wehren, bespricht Audiodateien auf ihrem Handy, die sie in ihrem PC speichert, um sie später vielleicht verwenden zu können. Doch L. spürt genau, was vor sich geht, und ergreift Gegenmaßnahmen. Nun beginnt sich eine Handlung, die zuvor von einer zunehmend schwierigen Frauenfreundschaft und von literarisch-philosophischen Debatten handelte, zu einem regelrechten Thriller zu entwickeln.

 

Natürlich ist die Tatsache, dass Delphine de Vigan ein neues Buch geschrieben hat, für den Leser schon zu Beginn der Hinweis darauf, dass sie schlussendlich ihre Blockade überwinden wird. Nun ist es aber dennoch eine persönlich erlebte Romangeschichte geworden. Hinweis auf den immer noch bestehenden Einfluss von L., oder überlebensnotwendige Befreiung von ihm, wie beim vorhergehenden Buch?

 

Unabhängig davon, wie viel Fiktion Delphine de Vigan dieser real erlebten Geschichte verliehen hat, ist das Buch ein literarischer Wurf um Freundschaft und Vertrauen, Macht und Machtmissbrauch. Immer mehr nimmt sie den Leser mit hinein in die Suche nach der wahren Identität von L. Die bleibt im Dunkel, aber es scheint sie weiter zu geben. Vielleicht taucht sie im nächsten Roman wieder auf.

Oder ist sie eine geniale Erfindung von Delphine de Vigan, um ihre Schreibblockade zu erklären, wie de Vigans Partner an einer Stelle vermutet?

 

Ein hervorragendes Buch, das dem Leser einiges abverlangt ihn aber auch von Anfang bis Ende mit einem selten anspruchsvollen Leseerlebnis belohnt.

 

 

 

 

 

 

Das Labyrinth der Spiegel

 

 

 

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Andrea Camilleri, Das Labyrinth der Spiegel. Commissario Montalbano wagt sich in gefährliche Gefilde, Lübbe Audio 2016, ISBN 978-3-7857-5281-4

 

Der vorliegende Roman mit Commissario Montalbano aus Vigata in Sizilien ist der nunmehr 18. ins Deutsche übersetzte einer Reihe, die ihr Schöpfer Andrea Camilleri, mittlerweile 91 Jahre alt, in Italien schon auf 23 Bände ausgeweitet hat.

 

Ich habe alle bisher erschienenen Bände vom ersten Band „Die Form des Wassers“ bis zum dem aktuellen vorliegenden in Italien zuerst 2011 erschienenen gelesen, und ich muss sagen, dass ich selten in einer Krimireihe (die meisten mit deutlich weniger Bänden) so wenig qualitative Unterschiede gesehen habe wie bei Camilleri.

 

Obwohl die Besetzung bis auf unwesentliche Veränderungen in seinem Ermittlerteam immer gleich bleibt, ist es jedes Mal ein Genuss zu lesen, wie Montalbano etwa seinen Vorgesetzten mit dessen eigenen Mitteln austrickst oder wie sein tolpatschiger Assistent Catarella jeden Namen verwechselt, der ihm unter die Nase kommt.

 

In den letzten Bänden spielt Camilleri immer wieder mit dem Thema Alter. Montalbanos Zwiegespräche mit seinem Alter Ego deren sich immer mehr um seine Vergesslichkeit und seine abnehmende Energie.

Doch dann zeigt sich der auf sie sechzig zugehende Commissario wieder wie im vorliegende Band von seiner besten Seite, lässt sich von ermittlungstechnischen Sackgassen nicht entmutigen und stellt wieder einmal fest, dass seine Libido noch nicht erloschen ist.

 

Doch die Annäherungen seiner schönen und gut gebauten Nachbarin Liliana, denen er auf den ersten Blick nachzugeben scheint, führen ihn im vorliegenden Buch wieder einmal in große Lebensgefahr, denn er gerät mitten in mafiöse Machenschaften.

 

Wie er mit Hilfe seiner Kollegen, hauptsächlich aber durch seine Kombinationsgabe, mit List und mit gut eingesetzter Hilfe seines Journalistenfreuden Nicolo den Fall so löst, dass die Schuldigen die Sache unter sich selbst ausmachen, ist wunderbar spannend und witzig beschrieben. Warum Montalbano allerdings immer noch jeden Abend mit seiner Freundin Livia telefoniert, obwohl er jedes Mal mit ihr in einen  Streit gerät, weiß wahrscheinlich nur Camillieri selbst. Montalbano scheint sie durch die Zeiten aufrichtig zu lieben, obwohl sie sich in diesem Buch gar nicht sehen.

 

Ich habe das Buch im Urlaub an einem schönen Nachmittag auf der Liege in einem Zug ausgelesen. Eine bessere Erholung und Unterhaltung hätte ich mir nicht wünschen können.

 

Auf insgesamt sechs in Italien schon erschienene, aber noch nicht ins  Deutsche übersetzte Bände können sich alle Freunde dieses Commissarios, der nach wie gutes Essen und guten  Wein goutiert, in den nächsten Jahren freuen.

 

Die in dieser Audio CD vorliegende bearbeitete Fassung des Romans bietet mit der Stimme der Schauspielers und Sprecher Bodo Wolf (Stimme u.a von Robin Williams) nicht nur beste Unterhaltung, sondern auch exquisiten Hörgenuss.

 

Die schwedischen Gummistiefel

 

 

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Henning Mankell, Die schwedischen Gummistiefel, Der Hörverlag 2016, ISBN 978-3-8445-2349-2

Im Jahr 2007 veröffentlichte der mittlerweile verstorbene schwedische Schriftsteller Henning Mankell ein nachdenkliches, stellenweise schwermütiges, aber absolut ehrliches Buch mit dem Titel „Die italienischen Schuhe“ und zeigte mit ihm und anderen, die in diesem Zeitraum nach dem endgültigen Abschluss seiner Wallander-Reihe erschienen sind, dass er viel mehr kann als engagierte Krimis zu schreiben und als einer der besten Schriftsteller der letzten 25 Jahre in Erinnerung bleibt.

Es war ein Buch, in dem der ehemalige Chirurg Frederik Welin sich seiner Schuld und seiner Lebenslüge stellt und am Ende in sein Logbuch notiert:
„Bis hierher sind wir gekommen. Nicht weiter. Aber bis hierher.“
Ich schrieb damals am Ende meiner Rezension:

„Henning Mankell hat ein stilles, aber nicht minder engagiertes und bewegendes Buch geschrieben über Erfahrungen und Auseinandersetzungen des letzten Lebensabschnittes. Ob junge Menschen, die von seinen Wallanderromanen begeistert waren, die neue Stimme Mankells hören wollen, oder überhaupt können, sei dahin gestellt.
Aber wer bereit ist, sich ernst Fragen nach Schuld und Vergebung, Alter und Einsamkeit zu stellen, wird von diesem Roman außerordentlich für sich selbst profitieren.“

Als er im letzten Jahr mit „Treibsand: Was es heißt, ein Mensch zu sein“ nach seiner Krebsdiagnose ein sehr persönliches und ehrliches Buch veröffentlichte, in dem er den Fragen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welche Art der Gesellschaft will ich mitgestalten?“ nachging, über Zukunftsfragen reflektierte, auf die Schlüsselszenen des eigenen Lebens zurückblickte und über die Möglichkeiten nachdachte, in dieser Welt ein sinnvolles Leben zu führen, hatte man das für seine letzte literarische Äußerung gehalten.

Doch vor seinem Tod erinnert er sich noch einmal an seinen nach einem Kunstfehler gescheiterten Chirurgen Frederik Welin aus „Die italienischen  Schuhe“ und schreibt eine Art Fortsetzung, die acht Jahre später spielt und auch ohne die Kenntnis des ersten Romans gut verstanden werden kann, zumal Mankell den wieder ich-erzählenden alt gewordenen Frederik Welin immer wieder auf die Geschichte der „italienischen Schuhe“ zurückkommen lässt.

Frederik Welins Haus in den Schären ist durch eine Brandstiftung vernichtet worden. Was ihm geblieben ist, ist ein Wohnwagen, ein Zelt und zwei ungleiche Gummistiefel. Und ein nunmehr völlig zerstörtes Leben. Lohnt es sich, noch einmal neu anzufangen?
Ein alter Mann, der alles verloren hat, was sein schon vorher brüchiges Leben ausgemacht hat, ringt um sein Leben, von der ersten bis zu letzten Zeile. Und er fragt sich:
Was weiß ich eigentlich über die Menschen, die mir nahestehen? In seinem Fall seine Tochter Louise, seinen Inselnachbarn Jansson, den mittlerweile pensionierten Postboten und die Journalistin Lisa Modin, die nach dem Brand recherchiert und in die sich Welin verliebt.
Was weiß ich über mich selbst? Der ganze Roman ist von der ersten bis zur letzten Zeile einer der ehrlichsten und schmerzhaftesten Selbstreflexionen, die ich je gelesen habe.

Als Welin in Paris, wohin er gerufen wurde, weil seine schwangere Tochter Louise dort wegen eines Taschendiebstahls verhaftet wurde, am Telefon erfährt, dass ein weiteres Haus in den Schären in Flammen aufgegangen ist, fährt er nach erfolgreichen Verhandlungen über Louises Freilassung wieder nach Hause zurück. Dieser zweite Brand, der genau wie der erste mit Brandbeschleunigern gelegt wurde, veranlasst die Polizei, die Ermittlungen gegen Frederik Welin, die ihm schwer zu schaffen gemacht haben,  einzustellen.

Doch wer war es? Wer hat so etwas getan? In den Begegnungen von Frederik Welin mit seiner Tochter, dem Vater des werdenden Kindes, der Journalistin, mit Jansson und anderen Schärenbewohner beschwört Mankell immer wieder die Möglichkeit, aber auch Notwendigkeit menschlicher Nähe angesichts der Einsamkeit, des Alters und dem nahen Tod.

Irgendwann erhärtet sich ein bisher unvorstellbarer Verdacht und das Rätsel der Brände scheint gelöst.  Doch die Beziehungen der Menschen untereinander bleiben ungeklärt und im geheimnisvollen Dunkel.
Fast erwartet man, dass Welin wie am Ende der italienischen Schuhe auch hier sagt:
„Bis hierher sind wir gekommen. Nicht weiter. Aber bis hierher.“
Doch er blickt dem eigenen Tod ins Auge und sagt nüchtern:
„Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr.“

Ein lesenswertes, berührendes und unter die Haut gehendes literarisches Vermächtnis. Henning Mankell war ein Schriftsteller, der durch die Qualität seiner verschiedenen Romane zu Lebzeiten sicher den Nobelpreis verdient hätte.

Seine Bücher werden noch in Jahrzehnten aufgelegt und gelesen werden. Seine kritische und nachdenkliche Stimme allerdings wird fehlen.

Die hier im Hörverlag vorliegende gekürzte Lesung von Axel Milberg (er hatte auch schon die italienischen Schuhe beeindruckend eingelesen) besticht durch ihre Prägnanz. Milbergs Stimme geht unter die Haut, man meint den alten Frederik Welin selbst sprechen zu hören. Die Hörfassung ist noch einmal schwerer zu ertragen – stellenweise jedenfalls – als das Buch. Sich auf die Schilderung von Einsamkeit, Alter und nahem Tod einzulassen, erfordert vom Hörer Einiges.
Wenn er sich jedoch für diese Fragen öffnet beim vielleicht manchmal erschüttert unterbrochenen Hören, wird es ein auch persönlicher Gewinn sein. Ein Sinngeschenk, das ihm Mankell und Milberg da machen.

CLAAS. Mähdrescherbuch

 

 

 

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CLAAS. Mähdrescherbuch. Abenteuerferien mit Sophie und Moritz, Delius Klasing 2015, ISBN 978-3-667-10399-4

 

Dieses wunderbare Mähdrescherbuch ist im Auftrag der Firma CLAAS entstanden und wohl auch deshalb im einem Verlag erschienen, der sonst für Bücher über große, schnelle und ausgefallene Fahrzeuge bekannt ist.

 

Lea Knöte hat eine ansprechende Geschichte über das Geschwisterpaar  Sophie und Moritz geschrieben, die in den Ferien zu ihrem Onkel Rolf und ihrer Tante Caroline auf das Land fahren, die dort einen großen Bauernhof mit großen landwirtschaftlichen  Maschinen betreiben, unter anderem Mähdrescher von der Firma CLAAS.

 

Der Illustrator Tobias Pahlke erfüllte sich mit den Zeichnungen zu diesem Buch einen Kindheitstraum. Deshalb strahlen seine tollen Bilder die Begeisterung für die Landtechnik auf jeder Seite aus.

 

Viele technische Hinweise über die Funktionsweise und auch über die Herstellung eines Mähdreschers sind eingebunden in eine schöne Geschichte, die Mädchen wie Jungen gefallen wird.

Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht aufwachen wollte

 

 

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Sabine Bohlmann, Kerstin Schoene, Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht aufwachen wollte, Thienemann 2016, ISBN 978-3-522-45813-9

 

Wer im vergangenen Jahr an der „ Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte“, seine Freude hatte, wird sich besonders freuen über die hier vorliegende Fortsetzung, in dem unser kleiner widerspenstiger Freund wieder die Hauptrolle spielt.

 

Hatte es im Herbst sehr lange gedauert, bis er endlich einschlief,  ist es nun Frühjahr geworden, und Zeit für alle Siebenschläfer, aus dem Winterschlaf zu erwachen. Das tun sie auch alle, außer einem. Richtig! Es ist genau der kleine, der damals nicht einschlafen konnte.

 

Nun will er einfach nicht aus seinen schönen Träumen aufwachen. Ein Tier nach dem anderen besucht ihn, um ihn aufzuwecken und in den schönen Frühling hinein zu locken.

 

Doch selbst bei dem größten Krach, den die Tiere zusammen veranstalten –  der kleine Siebenschläfer wacht nicht auf. Die Tiere geben auf und suchen das Weite. Und dann ist es ganz still. Langsam öffnet er erst ein, dann das andere Auge, schaut um sich und ruft:

„Guten Morgen! Da seid ihr ja alle! Habt ihr mich vergessen? Ihr hättet mich ruhig mal wecken können!“

 

Ein herrliches Buch für kleine Schlafmützen, die morgens nicht aus den Federn kommen.

 

 

Das Leben und ich

 

 

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Elisabeth Helland Larsen, Marine Schneider, Das Leben und ich. Eine Geschichte über den Tod, Kleine Gestalten 2016, ISBN 978-3-89955-770-1

 

Zuerst 2015 in Norwegen erschienen, ist dieses wunderschöne und poetische Bilderbuch eines der besten Bücher über den Tod, die ich je in Händen hatte. Auch wenn sie noch nicht vom Tod eines Menschen betroffen waren, fragen Kinder schon sehr früh nach dem Tod.

 

Das Bilderbuch von Elisabeth Helland Larsen und Marine Schneider versucht auf eine zarte und liebevolle Weise die Kinder ernst zu nehmen und erzählt vom Tod.  Er hat in diesem Buch die Gestalt eines grünäugigen Mädchens mit einer Blume im Haar. Es zieht durch die Welt und erzählt von sich und dem, was es tut.

 

Mit einer ehrlichen, direkten und poetischen Sprache erklärt Larsen den Kindern auch schwierige Situationen, etwa den Tod vieler Menschen durch Krieg, den Tod kleiner Kinder oder ungeborener Babys. Die  träumerischen, zarten Bilder von Marine Schneider zeigen ohne Worte, was sonst so schwierig zu beschreiben ist.

„Ich bin der Tod.

So wie das Leben

Leben ist,

bin ich der Tod.“

 

So beginnt das Buch und am Ende verknüpft der Tod, der in der Zwischenzeit für die kleinen Leser wie zu einer Freundin geworden ist, seine Existenz mit der Liebe:

„Liebe kann

Trauer und Hass vertreiben.

Liebe kann dich

an jedem einzelnen Tag besuchen.

Liebe stirbt nie,

selbst wenn sie mich trifft.

 

Ich bin der Tod,

ein Teil des Lebens,

ein Teil der Liebe

und ein Teil von dir.“

 

Ein wunderschönes, ernsthaftes und doch leichtfüßig daherkommendes Bilderbuch, das einen entsprechenden Buchpreis verdient hat.

 

Milli Hasenfuss

 

 

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Ulrike Möltgen, Michael Stavaric, Milli Hasenfuss, Kunstanstifter Verlag 2016, ISBN 978-3-942795-40-1

 

Dieses schöne Buch aus der Zusammenarbeit der bei Wolf Erlbruch diplomierten Künstlerin Ulrike Möltgen und des österreichischen Schriftstellers Michael Stavaric ragt aus der Reihe der Bilderbücher dieses Herbstes heraus und ist ein weiteres gelungenes Beispiel des Kunstanstifter Verlags in Mannheim, dass es auch heute noch möglich ist, anspruchsvolle Kinder- und Bilderbuchliteratur zu produzieren.

 

Von malerisch konkret bis nahezu abstrakt, sind die mal farbenfrohen, mal schwarz-weißen Bilder von Ulrike Möltgen, mit denen sie den Weg eines kleinen Hasen namens Milli lebendig werden lässt, das sich vor den überall in seiner Welt lauernden Gefahren fürchtet und verzweifelt nach einem sicheren Unterschlupf sucht.

 

Doch seine weiße Fellfarbe macht es für jeden sichtbar, an keinem Ort im Wald, auf dem Feld oder in der Stadt fühlt es sich sicher.

 

Schon will Milli Hasenfuss aufgeben und ist bereit, dem Fuchs in die Fänge zu geraten, da geschieht etwas Unvorhergesehenes…

 

Ein kleines Kunstwerk nicht nur für Kinder

Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde

 

 

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Daniela Kulot, Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde. Ein Wimmel-Sachbuch, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5892-9

 

Der kleine Bär kann sich glücklich schätzen. Sieben Freunde hat er und er ist froh darüber, dass sie alle ihn so sehr mögen, dass jeder ihm ein Herz schenken möchte. Deshalb besucht in diesem zauberhaften Wimmelbuch der bekannten Kinderbuchautorin Daniela Kulot der kleine  Bär nacheinander alle seine Freunde und lädt die Kinder ein, ihn und seinen Freund auf jeder Doppelseite zu erkennen:

 

  • den Hund Schaudichum auf dem Bauernhof
  • den Maus Scrollmichnicht in der Stadt
  • den Zwerg Gibmalher im Zauberwald
  • den Oktopus Isderklug im tiefen Meer
  • den Cowboy Pfeilimhut im Wilden Westen
  • die Prinzessin Isstsogern im Märchenreich
  • die Hexe Mondisrund im Weltall

In ihrer unverwechselbaren Art hat Daniela Kulot wunderbare Lebenswelten gezeichnet mit lustigen Figuren. Die Kinder können  auf jeder Doppelseite nicht nur den kleinen Bären und seinen jeweiligen Freund identifizieren, der ihm ein Herz schenken möchte, sondern auch die anderen sechs Freunde sind auf jeder Seite  mit versteckt.

 

Daniela Kulot at her best.