Die Deutschen und ihre Kolonien

 

 

 

 

 

Horst Gründer (Hg.), Die Deutschen und ihre Kolonien, Bebra Verlag 2017, ISBN 978-3-89809-137-4

 

Vor über 100 Jahren besaß Deutschland ein Kolonialreich, das von Togo in Westafrika bis zu den Inseln Samoas im Pazifik reichte. Dieses Buch erzählt die Geschichte der deutschen Expansion von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu ihrem Ende im Ersten Weltkrieg. Dabei geraten die politischen Hintergründe genauso in den Blick wie die praktischen Auswirkungen der deutschen Herrschaft auf die Bevölkerung vor Ort im Positiven wie im Negativen.

 

Die beiden Herausgeber Horst Gründer und Hermann Hiery verfolgen dabei einen Ansatz, der nach einem Überblick über die einzelnen Kolonien in einer geographischen Ordnung den Alltag dort in verschiedenen Kapiteln beschreibt. Ein Thema wird von einem Autor jeweils kolonieübergreifend bearbeitet. Das hilft, die Fakten im Kontext zu betrachten, und permanentes Rückblättern entfällt.

 

War der deutsche Kolonialismus ein von systemischem Rassismus geprägter Überfall auf Länder in Übersee? Spielte das Profitstreben einzelner Unternehmer die ausschlaggebende Rolle, ging es um politisches Machtkalkül, oder glaubte man wirklich an eine „zivilisatorische Mission“? Die verschiedenen Aufsätze (leider ist kein afrikanischer Historiker dabei) zeigen, dass das koloniale Abenteuer, von dem sich der populäre Theologe Friedrich Fabri 1879 „Massenauswanderung als Folge der wachsenden Bevölkerung“, Zugang zu Rohstoffen und eine offensive „deutsche Kulturmission“ versprach, auf große politische Widerstände traf.

 

 

Die Wölfe von Currumpaw

 

 

 

 

 

William Grill, Die Wölfe von Currumpaw, Nord Süd 2017, ISBN 978-3-314-10409-1

 

Schon mit seinem 2015 erschienenen Buch über den Polarforscher Shackleton war der 1990 in Falmouth geborenen Engländer William Grill für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

 

Neben anderen internationalen Preisen für sein neues Kindersachbuch, das unter dem Titel „Die Wölfe von Currumpaw“ ebenfalls bei Nord Süd in Zürich erschienen ist, wurde er für die besten 7 im September ausgezeichnet.

 

In diesem Buch entführt er seinen jungen Leser in die USA, in den Süden, nach New Mexico in das Jahr 1893.  Im Currumpaw-Tal haben die weißen Siedler immer mehr den Raum von frühen großen Wolfsrudeln eingegrenzt und sie dezimiert und zum Rückzug gezwungen. Doch nun macht ein besonderes Rudel das Tal unsicher. Ernest Thompson Seton, ein erfahrener Jäger und Naturforscher, wird beauftragt, das Rudel zu jagen und die Wölfe zu töten.

 

Die Begegnung mit dem schlauben Lobo, wie er ich ihn nennt, dem Anführer des Wolfsrudels wird das Leben Setons nachhaltig verändern. Aus dem einstigen Jäger wird später ein engagierter Naturschützer und ein Mitbegründer der amerikanischen Pfadfinderbewegung.

 

Ebenso lebendige wie klare Illustrationen, Zeichnungen von eindringlicher Schönheit und ungewöhnliche Perspektiven, beeindrucken den jungen wie den schon älteren Leser, der gebannt  des britischen Kinderbuchautors William Grill. Bewegt folgt er der auf Originaltexten Setons beruhenden Geschichte  eines um seine Liebe trauernden Wolfes und staunt darüber, wie reduziert Grill die Weiten New Mexicos, das Cowboyleben und das Verhalten der Wölfe einzufangen vermag.

 

Auf Jesu Spuren. Eine Wanderung durch Israel und Palästina

 

 

 

 

 

 

Nils Straatmann, Auf Jesu Spuren. Eine Wanderung durch Israel und Palästina, Malik 2017, ISBN 978-3-89029-479-7

 

Wandern, wo Jesus von Nazareth wandelte: Der Slampoet und Theologiestudent Nils Straatmann hat genug von der trockenen Theorie an der Uni. Gemeinsam mit seinem alten Schulfreund Sören Zehle will er den Nahen Osten kennenlernen, die Heimat von Jesus Christus.

 

Sie folgen dem Lebensweg des historischen Jesus  – vom vermeintlichen Geburtsort Bethlehem, den heute eine riesige Mauer dominiert, durch den Golan bis zum Hermon, auf dem im Winter der Skitourismus boomt.  Nicht nur durch traumhafte Landschaften führt ihr Weg, sondern auch vorbei an Minenfeldern und Panzern, Mauern, Grenzzäunen und bewaffneten Soldaten.

 

Mit unstillbarer Neugier erkundet der junge Theologe, was von den Ideen des einstigen Erlösers im Heiligen Land geblieben ist. Trifft in einem Beduinen-Camp auf Harry Potter, fährt mit einem der letzten Fischer auf den See Genezareth und wird bei einem palästinensischen Barbier als Spion verdächtigt. Dabei nähert er sich fundiert und ebenso skeptisch wie selbstironisch den drei Weltreligionen an. Räumt mit Vorurteilen und weitverbreitetem Halbwissen auf. Und erfährt bei seinen Begegnungen, dass die Fähigkeit zur Nächstenliebe eine der größten menschlichen Stärken ist.

 

Den Jesus, wie man ich sich vorstellt, hat er jedenfalls im heutigen Israel und Palästina nicht gefunden.

 

 

Degas und sein Jahrhundert

 

 

 

 

 

Werner Hofmann, Degas und sein Jahrhundert, C.H. Beck 2017, ISBN 978-3-406-56497-0

 

Werner Hofmann ist bekannter und sehr produktiver Kunsthistoriker. Sein neuestes, verlegerisch überaus gelungenes Werk beschäftigt sich mit dem Maler Edgar Degas, seinem Leben und Werk und den Künstler, von den er beeinflusst wurde, bzw. mit denen er in einem stetigen Austausch stand.

 

Nicht nur die berühmten Werke werden abgebildet und in sprachlich anspruchsvollen Essays besprochen, sondern auch andere Bilder werden behandelt.  Hofmann hält Degas nicht für einen Impressionisten, als der er immer gehandelt wurde, sondern für einen Realisten, einen „Maler der gesellschaftlichen Entfremdung“ und einen „Analytiker eines gesellschaftlichen Helldunkels“.

 

Die 230 Abbildungen sind ein ästhetischer Genuss und die manchmal schwer zugänglichen, sehr beladenen Texte erweitern den bisherigen Blick auf Degas mit vielen interessanten Aspekten.

 

 

Swiss Rebels

 

 

 

 

 

 

Karlheinz Weinberger, Swiss Rebels, Steidl 2017, ISBN 978-3-95829-380-9

 

Karlheinz Weinberger ist einer der bekanntesten Fotografen der Schweiz. In diesem Band versammelt er unter dem Titel „Swiss Rebels“ unter anderem sein bisher unbekanntes Frühwerk und seine späteren Langzeitstudien. In diesen Fotoreihen versuchte er Männer, mit denen er in platonischen und fortgrafischen Beziehungen stand, in sakralen Ritualen in Szene zu setzen.

 

Zunächst, in den frühen Jahren, sind es starke Porträts von rebellischen Jugendlichen, die später von Bildern von Rockern und Bikern abgelöst werden. Sie alle haben aber einen politischen Charakter, da sie sich den sozialen Fragen der Gesellschaft im wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit stellen.

 

Das Buch begleitet eine Ausstellung gleichen Titels, die anlässlich der „Rencontres d`Arles 2017 zum ersten Mal gezeigt wird.

Im Gehen. Gedichte

 

 

 

 

 

 

Ilse Helbich, Im Gehen. Gedichte, Droschl  2017, ISBN 978-3-99050-002-7

 

Erst 1989 hat die 1923 geborene österreichische Autorin Ilse Helbich begonnen, erste Prosastücke zu schreiben. Später ist sie mit Romanen und Erzählungen einem kleinen Publikum vor allem in der Alpenrepublik bekannt geworden. Im Jahr 2009, schon hochbetagt, hat  sie unter dem Titel „Das Haus“ ein stark autobiographisch geprägtes kleines Buch vorgelegt, in dem sie von einer Frau erzählt und ihren Erfahrungen im letzten Teil ihres Lebens und mit dem sie auch über die österreichische Grenze hinaus einem größeren Publikum bekannt wurde.

 

Die 2012  veröffentlichen „Erkundungen“ unter dem Titel „Grenzland. Zwischenland“, ebenfalls bei Droschl, der sich um die betagte Autorin sehr verdient gemacht hat, beschrieben in kurzen Notaten, aber auch einmal längeren Essays den Alltag und das Leben der über neunzigjährigen Schriftstellerin in ihrem geliebten Haus und in dem Dorf, zu dem sie seit langem selbstverständlich dazugehört. Es sind Beobachtungen von tiefer Spiritualität, wenn sie etwa vom Schreiben erzählt oder von der Langeweile.  Texte sind das, denen man die Anstrengung nicht abspürt, die das Verfassen für die Autorin bedeutet, Texte, die aufmerksam und aufrichtig ihr Leben, ihre Umwelt und die Menschen zurückhaltend beobachtend beschreiben.

 

Da ist auch von viel Schwerem die Rede, doch mit einer solchen literarischen Leichtigkeit, dass man wie schon bei „Das Haus“ bedauert, dass Ilse Helbich erst im hohen Alter mit dem Schreiben begonnen hat.

 

Nun legt Droschl eine schmalen Band mit frühen und auch späten Gedichten der mittlerweile 94- jährigen Ilse Helbich vor, die zeigen, wie schon lange, bevor sie den Mut zu ihrem ersten Prosastück hatte, Ilse Helbich ihre sensible Sprachkunst entwickelt hatte, geprägt von einer scharfen Beobachtungsgabe und einem sensiblem und immer kritischen Blick auf ihre Mitmenschen, ihren Alltag und die Welt, in der sie versucht, sich in den verschiedenen Lebensaltern zurecht zu finden.

Am 20.November 2016 schreibt sie am Ende der Gedichtsammlung: „Es ist gesagt, was zu sagen war. Das Andere, das jetzt ist, entzieht sich den Worten. Tief innen ist jetzt eine Melodie, die sich dem Nachsingen versagt.“

 

Mit der gleichen Haltung sieht sie dem Tod entgegen, wie sie es mit ihrem Leben tat.

 

 

 

 

 

In tiefen Schluchten (Hörbuch)

 

 

 

 

Anne Chaplet, In tiefen Schluchten (Hörbuch), Audio Media Verlag 2017, ISBN 978-3-95639-299-7

 

Anne Chaplet hat eine neue Krimireihe gestartet, die sie in der wilden Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen spielen lässt, wo sie selbst seit vielen Jahrzehnten einen Teil ihres Lebens verbringt. Man spürt ihren Beschreibungen von Natur und Menschen ab, wie sehr sie dieses Land liebt und wie sie sich immer wieder mit ihm und seinen Bewohnern auseinandersetzt. Die sind nämlich in einer langen auf die Hugenotten zurückgehenden Tradition in ihrer Mehrheit rebellisch. Viele Aussteiger und Propheten leben dort und halten die alten Traditionen hoch. Nicht immer gleich verständlich und nachvollziehbar für Fremde, die sich dort niedergelassen haben. So wie die 42 – jährige, frisch verwitwete Tori Gordon, eine ehemalige Anwältin aus Deutschland, die sich dort niedergelassen hat und nach einer neuen Lebensaufgabe sucht.

 

Ihre Freundin Eva betreibt eine kleine Pension. Dort ist ein niederländischer Höhlenforscher abgestiegen. Nach wenigen Tagen schon ist er spurlos verschwunden und Eva ist nicht geneigt, viel zu einer Suche nach ihm beizutragen. Tori allerdings ist von der ersten Minute an beunruhigt, erst recht, nachdem der alte Didier Thibon, der ihr schon seit langem immer wieder von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den zahlreichen Höhlen der Umgebung erzählte, tot aufgefunden wird. Tori wird misstrauisch und macht sich in der Schluchten der wilden Landschaft auf die Suche und bringt sich dabei selber in Lebensgefahr.

 

Wie hängen die Aktivitäten des Holländers mit den Hugenotten zusammen, die in dieser Region einst Zuflucht fanden? Und was hat das alles mit der Geschichte des Dorfes zu tun? Das fragt sie sich, während sie selbst auf Rettung wartet.

 

Anne Chaplet verbindet, ähnlich wie das Martin Walker und Jean-Luc Bannalec mit ihren Krimireihen seit etlichen Jahren tun, spannende Kriminalfälle mit französischer Geschichte, hauptsächlich der dort noch weitgehend unbearbeiteten Zeit des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung. Bei Chaplet kommt in der neuen Reihe noch dazu, dass die spezielle, durch die rebellischen Hugenotten geprägte Eigenart der Menschen und Traditionen in den Cevennen beschrieben wird.

 

Ich war von der ersten Seite an in der Handlung drin, und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, bis ich zu einem sehr überraschenden Ende gelangt war.

 

Das Hören der von der Autorin selbst gelesenen Hörbuchfassung hat mich noch viel mehr als das Lesen des Buches in eine Welt entführt, in der sich Vergangenheit und Gegenwart ganz nah sind, in eine faszinierende Natur und zu Menschen, bei deren Schilderung man spürt, dass Anne Chaplet ihnen in der eine oder anderen Weise selbst begegnet ist. Mit viel Eigensinn, Charme und Esprit macht sie ihren eigenen Krimi zu einem echten Hörerlebnis.

 

Ich freue mich auf den hoffentlich zweiten Band der Reihe.

 

 

 

 

Die Geschichte der getrennten Wege,(Hörbuch)

 

 

 

 

Elena Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege,(Hörbuch), Der Hörverlag 2017, ISBN 978-3-8445-2542-7

Der hier vorliegende dritte Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante mit dem Titel „Die Geschichte der getrennten Wege. Erwachsenenjahre“ ist der bisher beste und auch politischste der bisherigen Roman der auf vier Bände angelegten Reihe. Nicht nur weil er in einer ähnlichen Zeit, eben nur in Italien spielt, hat er mich in vielem an das etwa zeitgleich erschienene vierte Buch der Autobiographie Ulla Hahns mit dem Titel „Wir werden erwartet“ erinnert.

 

Lila und Elena sind mittlerweile erwachsen geworden. Lila hat sich von ihrem Mann Stefano getrennt und lebt nun mit ihrem Sohn Gennaro und Enzo in einem armen Stadtteil und fristet in einer Fleischfabrik ein kärgliches Leben. Elena ist mit ihrem ersten Roman erfolgreich und hat ihren Verlobten Pietro, einen jungen Professor aus einer Familie von Intellektuellen, geheiratet. Sie wird zweifache Mutter und lässt sich, nachdem sie zunächst noch mit engagierten Artikeln in der „Unita“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, immer mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter drängen.

 

Dabei ist in den Jahren 1968 ff. die Gesellschaft, in der sie lebt, vielleicht noch stärker, als das in Ulla Hahns Deutschland der Fall war, von einem enormen Umbruch und einer revolutionären Energie betroffen, die bis zu den Auswüchsen der Roten Brigaden führt.  Viele der früheren, in den beiden ersten Büchern schon aufgetauchten Freunde von Elena, sind in diese gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verwickelt und auch Elena versucht sich damit auseinanderzusetzen. Aber wie schon ihr ganzes Leben lang versucht sie, sich an anderen zu orientieren. Sie will, zu einer Schicht von Menschen gehören, die eine andere Herkunft haben als sie, mit enormen Anstrengungen schafft sie das auch immer wieder, aber sie kommt kaum wirklich zu sich selbst.

 

Das Verhältnis zu ihrer Freundin Lila bleibt entfremdet, auch und gerade dann, als Lila zusammen mit Enzo in der neuen Technik der Computer reüssiert und bei ihrem früheren Erzfeind sich anstellen lässt und eine Menge Geld verdient.  Im zweiten Band stand Elena am Ende einem Mann gegenüber, den sie fast schon vergessen hatte. Dieser Mann taucht wieder auf, und die Beziehung zu ihm scheint dem Leben Elenas eine neue Wendung zu geben. Unklar wird bis zum vierten Band bleiben, ob zum Guten oder zum Schlechten.

 

Es ist beachtenswert, wie es der nach wie vor unbekannten  Autorin gelingt, ihre zahlreichen Figuren (sie werden am Anfang jeden Bandes zum Nachschlagen zwischendurch aufgeführt und vorgestellt) über einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert  in immer wieder neuen Verwicklungen und Situationen  auftauchen zu lassen. Neben dem zweifellos vorhandenen unterhaltsamen Charakter der Romanreihe ergibt sich aber zusätzlich ein überzeugendes Gesellschaftsbild Italiens Im Allgemeinen und Neapels im Besonderen.

 

Es geht um den sich entwickelnden Feminismus, um die politischen Kämpfe der Arbeiter und Studenten und um eine ganze Menge Widersprüche, vor allem aber wieder um diese ganz besondere Freundschaft zwischen zwei Frauen, die aus der gleichen sozialen Situation kommen, deren Leben sich aber so unterschiedlich entwickelt.

 

Der vierte, für den Februar 2018 angekündigte Band wird für eine große Leserschaft nicht nur offenbaren, wie es mit der Geschichte dieser beiden Frauen und dem großen Netzwerk von Personen, in dem sie leben, weitergeht, sondern vielleicht auch das Geheimnis von Lila lüften, deren plötzliches Verschwinden im Alter von 66 Jahren der eigentliche Grund war, dass Elena Ferrante ihre Geschichte niederschrieb.

Der vollständigen Lesung mit einer Gesamtlaufzeit von über 15 Stunden, die die Schauspielerin Eva Mattes für den Hörverlag eingespielt hat, gelingt es hervorragend, das in Dickens`scher Dichte beschriebene Neapel und Italien der siebziger Jahre ebenso lebendig zu machen wie einer unvergleichlichen Freundschaft mit ihrer Stimme Charakter zu verleihen.

Eva Mattes macht das Buch zu einem wahren Hörerlebnis.

 

 

 

 

 

 

 

Mein monsterlanges Zick-Zack-Buch

 

 

 

 

Christian und Fabian Jeremies, Mein monsterlanges Zick-Zack-Buch, Esslinger 2017, ISBN 978-3-480-23344-1

 

Wenn man sie gefalteten Seiten dieses Bilderbuches auseinanderklappt, erhält man mit 3,30 m das längste Wimmelbuch der Welt.

 

Es erzählt ohne Worte die Geschichte von Ping und Pong, die mit Schaufel Sonne schirm und einem Rucksack voller Essen einen Ausflug an den Strand machen. Doch der Schnurk stiehlt ihnen den Rucksack, worauf sich Ping und Pong auf eine Verfolgungsjagd begeben. Eile ist geboten, denn der Schnurk futtert mit jeder Seite mehr von den Vorräten auf.

 

Die Kinder sollen auf jeder neuen Seite, die sie aufschlagen jeweils den Ping und den Pong finden, den Schnurk, das Essen aus dem Rucksack, den Wusel, der sich über die Essenreste hermacht, immer mehr Minnies und die Monster-Goldsterne…

 

Ein großer Such- und Findespaß.

Das Ozeanbuch. Über die Bedrohung der Meere

 

 

 

 

Esther Gonstalla, Das Ozeanbuch. Über die Bedrohung der Meere, Oekom 2017, ISBN 978-3-.960060-12-3

 

Die Belastung der Meere dieser Welt durch den Menschen, sei es durch Überfischung, sei es durch Abwässer oder Plastikmüll hat mittlerweile einen Grad erreicht, der eine große Gefährdung der Lebensgrundlagen der gesamten Menschheit bedeutet. Die Meere sind unverzichtbar für unsere Zukunft und deswegen ist die Frage, wie der Ozean zukünftig aussehen soll, von zentraler Bedeutung. Für das Überleben des Menschen muss die Verschmutzung der Meere und der Verlust der biologischen Vielfalt gestoppt werden. Nachhaltiges Handeln kann gar nicht schnell genug geschehen – deshalb ist „Das Ozeanbuch“ ein dringender Appell an Gesellschaft, Politik und an jeden Einzelnen, etwas in seinem Lebensbereich zu ändern.

Die Infografikerin Esther Gonstalla hat sich aufgemacht, um die Auswirkungen unseres Handelns auf die Meere gemeinsam mit verschiedenen Experten zu hinterfragen und die gefundenen Antworten einem breiten Publikum verständlich zu machen. Herausgekommen ist ein Buch mit über 45 Infografiken, das kritisiert, aufrüttelt, aber auch Hoffnung macht. Sie beleuchtet die Problemzonen des Ozeans eindrucksvoll und ermutigt, über bessere Lösungen und einen ressourcenorientierten Umgang nachzudenken. So soll ein konstruktiver Dialog über alle Grenzen hinweg ermöglicht werden, um ein neues Meeresbewusstsein zu schaffen. Jeder kann etwas bewegen, ob in Wissenschaft oder Gesellschaft. Mit diesem Buch kann man die Zusammenhänge besser verstehen, um diesen besonderen Lebensraum zu schützen.