Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht (Hörbuch)

 

 

 

 

 

Jostein Gaarder, Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht (Hörbuch) der Hörverlag 2019, ISBN 978-3-8445-3575-4

 

Es ist der 23. April 2009. Der Ich-Erzähler des neuen schmalen Buches von Jostein Gaarder hat von seiner Ärztin und ehemaligen Geliebten Marianne eine niederschmetternde Diagnose erhalten.  Albert leidet an ALS, einer unheilbaren Krankheit, die zu einem qualvollen Tod führen wird.  Seine Frau Eirin ist weit weg auf einem wissenschaftlichen Kongress in Australien, wo sie einen für sie wichtigen Vortrag halten wird.

Um sich zu sammeln und um die für ihn wichtige Entscheidung zu treffen, ob er seinem Leben ein Ende setzen soll, bevor sein Leid beginnt und er anderen zur Last werden wird, fährt er in eine einsame Ferienhütte an einem Waldsee namens Glitrevik in Norwegen.  Schon vor langer Zeit haben Albert und Eirin diese Hütte von einem Bauern gekauft, nachdem sie als frisch Verliebte schon viel früher auf einer Wanderung auf der Suche nach einem Unterschlupf in diese Hütte eingebrochen waren.

 

Albert richtet sich notdürftig in der Hütte ein und beginnt in das aktuelle Hüttenbuch zu schreiben. Zwei von ihnen haben Albert und seine Familie schon vollgeschrieben bei früheren regelmäßigen Aufenthalten.

 

Er schreibt die ganze Nacht, um mit sich selbst und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Hauptsächlich aber geht er immer wieder der Frage nach, ob er seinem Leben noch in dieser Nacht ein Ende setzen soll, bevor es die Krankheit tun wird.

 

Er erzählt dem Hüttenbuch, wie er Eirin kennenlernte und wie sie als jung Verliebte in das Märchenhaus einbrachen, das sie später gekauft haben. Wie dann seine Ehe zu kriseln begann, welche Rolle Sohn und Enkelin für ihn spielen und von seiner großen Begeisterung für die Astrophysik.

 

Sein Text wird eine tiefgehende und berührende philosophische Reflexion über die Momente, die genau richtig waren, im kosmischen Sinn und in seinem persönlichen Leben. Immer wieder entdeckt er bei seinen nächtlichen Reflexionen Erlebnisse in seinem eigenen Leben, die rückblickend gesehen, „genau richtig“ gewesen sind. Momente in seinem bisherigen Leben, in dem er dem Menschen begegnet ist, der dann den nächsten Schritt beeinflusst hat oder den weiteren Weg mit ihm zusammen ging.  Hier entdeckt der von dieser Erzählung gebannte und bewegte Leser vieles, was in seinem eigenen Leben „genau richtig“ gewesen ist.

 

Der Leser folgt den Gedanken und Reflexionen Alberts durch eine lange Nacht, bis irgendwann ein Boot ohne Ruder auf dem Glitrevik treibt und ein Fremder in der Dämmerung erscheint. Genau richtig ?

 

Lassen Sie sich von einem wunderbaren kleinen Buch und seinem überraschenden Ende bezaubern und berühren.

 

Wieder ein großes philosophisches Buch von Jostein Gaarder, den unzählige Menschen über mehrere Generationen von seinem Longseller „Sofies Welt“ kennen. Vielleicht ist „Genau richtig“ der Anlass, „Sofies Welt“ noch einmal zur Hand zu nehmen.

 

Der Schauspieler Thomas Loibl hat diese „kurze Geschichte einer langen Nacht“ auf eine eindrucksvolle Weise für das vorliegende Hörbuch eingelesen.

 

Er hat sich mit seiner Stimme und seinem ganzen Einsatz in die Reflexionen von Albert hineinversetzt und interpretiert sie auf eine Weise, die beim Hören, mehr noch als beim Lesen, regelrecht unter die Haut geht. Diese vollständige Hörbuchfassung ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine menschliche Stimme ein Buch zu einem ganz anderen unvergesslichen Erlebnis machen kann.

 

 

 

 

fragile

 

Pedro Jarque Krebs, fragile, teNeues 2019, ISBN 978-3-96171-222-9

 

Dieser schwergewichtige und opulente Bildband aus dem te Neues Verlag umfasst wunderbare und spektakuläre Fotografien von Pedro Jarque Krebs, einem der renommiertesten Tierfotografen der Welt, dessen Bilder seit 2014 schon weit über 100 Auszeichnungen erhalten haben.

 

Der Titel „fragile“, den Krebs diesem wunderbaren Bildband gegeben hat, soll zum Ausdruck bringen, dass die Welt der meisten dieser abgebildeten Tiere angesichts der Tatsache, dass in den letzten 50 Jahren etwa 60% aller Arten weltweit ausgestorben sind, sehr zerbrechlich geworden ist. Auf diese Zerbrechlichkeit weist er mit seinen Bildern ausdrücklich hin, indem er jedes Tier, sei es Vogel, Reptil oder Raubkatze, in ihrer ganz eigenen Intimität darstellt. So entfernt er die Barrieren, die sich über lange Zeit zwischen den Menschen und der Tierwelt aufgebaut haben.

 

So sind Fotos entstanden von atemberaubender Schönheit. Sie sollen ihrem Betrachter eindrucksvoll vor Augen führen, dass der Mensch nicht das Zentrum des Universums ist und der Schutz der Umwelt seine vielleicht wichtigste Aufgabe.

 

Mit hat das Betrachten dieser Bilder so etwas wie Wehmut verursacht, denn man die Entwicklung ganz realistisch betrachtet, wird auch in Zukunft dem Artensterben kein wirklicher politischer und wirtschaftlicher Widerstand entgegengesetzt werden.

 

 

 

Vom Glück der Langsamkeit

 

 

 

 

Quint Buchholz, Vom Glück der Langsamkeit, Gütersloher Verlagshaus 2019, ISBN 978-3-579-01466-1

 

Quint Buchholz, einer der originellsten und besten Illustratoren und Künstler der Gegenwart, hat in der Vergangenheit schon viele Bücher anderer Autoren bebildert, zuletzt etwa das Buch „Nero Corleone kehrt zurück“ von Elke Heidenreich, die dem Buch auch ein kluges und nachdenkliches Vorwort gewidmet hat.

 

Mit einem Gedicht und wunderbaren, einfühlsamen und zarten Bildern besang Quint Buchholz zuletzt 2013 in einem seiner eigenen Bücher die Vielfalt, Faszination und Einzigartigkeit von Büchern aller Art.

 

Das hier vorliegende neue Buch von ihm atmet einen ähnlichen Geist. Buchholz hat viele Texte und Gedichte aus verschiedenen Jahrhunderten ausgewählt und ihnen alte und neue, bisher unveröffentlichte Bilder zugeordnet. Alles dreht sich um einen aufmerksamen und zugleich gelassenen Umgang mit der Ressource Zeit und was dieser Umgang für unser Leben bedeuten kann.

 

Quint Buchholz` unverwechselbare Bilder stellen  Fragen an seine Betrachter. Fragen nach dem Glück, der Stille und immer wieder: was und wann ist der richtige Augenblick, der Kairos im Leben.

 

Inseln sind diese Bilder und die mit ihnen kommunizierenden Texte, sie verlangsamen unsere Wahrnehmung und lassen uns absichtslos innehalten.

 

Wie es in einem Text von Christian Morgenstern aus dem Buch heißt: „den Puls des eigenen Herzens fühlen. Ruhe im Innern. Ruhe im Äußern. Wieder Atem holen lernen, das ist es.“

 

Angesichts der Hektik unserer Zeit und dem Tempo, in dem wir uns selbst vorantreiben bis zur völligen Erschöpfung oder dem Burnout, ist dieses Buch radikal. Radikal langsam. Radikal still. Radikal nachdenklich und kontemplativ.

 

Ein Genuss für die Seele.

 

 

 

Zur Sache. Deutschland. Was die zerstrittene Republik wieder eint

 

 

 

 

 

J

ochen Bittner, Zur Sache. Deutschland. Was die zerstritteneRepublik wieder eint, Edition Körber 2019, ISBN 978-3-89684-270-1

 

Das politische Klima in unserem Land ist spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 in unserem Land in einem so seit der Wiedervereinigung nie dagewesenen schlechten Zustand. Eine normale öffentliche Debatte ist kaum noch möglich. Selbst früher übliche kontroverse Gespräche unter Freunden oder Kollegen enden oft im Abbruch der Beziehung. Das Klima ist vergiftet, alle öffentliche Wahrnehmung ist darauf fixiert, was unser Land spaltet. Die Presse und  die Medien haben daran einen Anteil, die „asozialen“ Medien sowieso.

 

Der ZEIT- Journalist Jochen  Bittner, der an dem Projekt seiner Zeitung beteiligt war, fremde Menschen mit sehr kontroversen Ansichten zu verschiedenen Themen erfolgreich ins Gespräch zu bringen, plädiert in seinem hier vorliegenden Zwischenruf für ein Ende der Dauerempörung, einen vernünftigeren Umgang mit Emotionen in der politischen Debatte und eine Rückkehr zur Sachlichkeit. An den Themen Migration, Integration, Islam, Leitkultur, Heimat, Feminismus und Journalismus deckt er die Lebenslügen unserer gegenwärtigen Gesellschaft auf und identifiziert immer wieder kehrenden Denkschablonen, die das Klima immer nur weiter anheizen und die Spaltung in unserem  Land nur verschärft.

 

Mit vielen Informationen und versachlichendem Hintergrundwissen formuliert er zu jedem dieser Themen Vorschläge, wie man neu denken könnte, andere Richtungen einschlagen und vor allem statt sich gegenseitig abzuwerten und zu diffamieren, miteinander um die jeweilige anstehende Sache ringen könnte.

 

Dabei ist er in jedem einzelnen Fall davon überzeugt, dass es in Deutschlands Öffentlichkeit und Gesellschaft Kräfte und Potentiale gibt, die es besser machen können als derzeit.

 

Ein nötiger und überzeugender Zwischenruf eines kritischen und selbstkritischen Journalisten.

Butz und Rosi besuchen die Oma

Ruth Feile, Butz und Rosi besuchen die Oma, Susanne Rieder Verlag 2019, ISBN 978-3-946100-74-4

 

Das vorliegende Bilderbuch mit Butz und Rosi ist das mittlerweile fünfte Buch, das die in München lebende Ruth Feile mit ihren beiden Hauptfiguren gemacht hat.

Die Geschichte, die in diesem außergewöhnlichen Bilderbuch erzählt wird, ist recht normal und kann von allen Kindern wiedererkannt werden. Denn fast alle haben eine solche Erfahrung schon einmal gemacht, wie sie die beiden Bärengeschwister Butz und Rosi machen, indem im Sommer ganz alleine einige Tage bei ihrer Oma verbringen.

 

Bei der Oma in der Wohnung ist alles anders als zu Hause. Sie kocht andere Dinge, die wunderbar schmecken und ihr Garten ist voller Abenteuer. Und weil Butz und Rosi so viel erleben dort, schalfen sie auch nachts anders und besser.

 

Und die Oma hat für alles ganz viel Zeit.

 

Das Besondere an diesen Bilderbüchern von Ruth Feile über die Familie von Butz aber ist nicht die lustige Geschichte, sondern die Bilder, mit denen sie illustriert ist. Sie sind nämlich allesamt von Ruth Feile  g e n ä h t  worden und wurden dann fotografiert.

 

Durch diese schönen Bilder und die in wechselnden Farben dargestellte Schrift ist ein ganz außergewöhnliches Bilderbuch entstanden, wie sie der kleine Rieger Verlag aus München gerne produziert in  den letzten Jahren.

 

Lisa will einen Hund

 

Helga Bansch, Lisa will einen Hund, NordSüd Verlag 2019, ISBN 978-3-314-10499-2

 

Wenn Kinder in ein bestimmtes Alter kommen, taucht bei vielen von ihnen der Wunsch nach einem Tier auf. Bei Lisa, dem sympathischen Mädchen in dem hier nach zehn Jahren wieder aufgelegten Bilderbuch der Wiener Malerin und Kinderbuchautorin Helga Bansch ist das auch so. Lisas Eltern, in einer kleinen Wohnung lebend und beide berufstätig, versuchen ihrer Tochter den Wunsch auszureden. Die Wohnung ist zu klein und außerdem haben sie viel zu wenig Zeit, um den Hund regelmäßig Gassi zu führen.

Doch Lisa gibt nicht auf. Durch braves Verhalten versucht sie ihre Eltern zu überzeugen und träumt zwischendurch immer wieder von Szenen mit „ihrem Hund“. Als auch ein heftiger Wutausbruch nach so vielen Enttäuschungen nicht weiterhilft und auch am ersehnten Geburtstag sie keinen Hund bekommt, entschließt sie sich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

„Suche Leihhund zum Spazierengehen, Spielen und Spaß haben. Rasse egal“ malt sie mit ungelenken Buchstaben auf ein Papier und hängt es im Park an jeden Baum. Als nach zwei Tagen ein älterer Herr mit dem dicken Dackel Rolfi an der Wohnungstür von Lisas Eltern klingelt, kommt es zu einer wunderbaren Lösung, die alle Beteiligten zufrieden macht.

Wieder ein schönes Bilderbuch von Helga Bansch mit ihren unnachahmlichen Zeichnungen.

 

 

Seestücke 2020

 

Berthold Steinhilber. Seestücke 2020, Dumont Kalenderverlag 2019, ISBN 978-3-8320-4448-0

 

Diese wunderbaren Fotografien von Berthold Steinhilber hat er in allen Teilen der Welt aufgenommen.  Sie zeigen beeindruckende und in ihrer Art einzigartige Meeres- und Küstenabschnitte und ziehen den Betrachter jeden Tag aufs Neue an durch ihre ganz besondere Bildsprache. Sie wirken wie gemalt und sollen an die deutsche Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erinnern.

 

Die Fotografien, die er für diesen Kalender 2020 ausgewählt sind Teil eines fotografischen Langzeitprojekts Steinhilbers, mit dem er auf die Empfindlichkeit und die Bedrohung des Ökosystems Meer aufmerksam machen möchte.

Die mit viel Aufmerksamkeit ausgewählten Kalenderbilder zeigen unter anderen die Kliffs von Moher in Irland, die Kreidefelsen von Étretat in der Normandie, den berühmten Tela Pier in Honduras, ehemalige Verladestation für Bananen, oder den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

 

Alle Bilder, so unterschiedlich sie auch sind, strahlen alle eine große Ruhe und Weite aus, gerade richtig, um nach ihrer Betrachtung einen Tag zu beginnen oder zu beenden.

 

 

 

Das Klimabuch

 

 

Esther Gonstalla, Das Klimabuch, Oekom Verlag 2019, ISBN 978-3-962381-24-0

 

Dieses informative Buch von Esther Gonstalla, die in den vergangenen Jahren bereits durch zwei ähnlich aufgemachte und gestaltete Bücher über die Ozeane und ihre Bedrohung sowie über Atomabfälle und Rückstände von Atombomben, die die Umwelt gefährden, auf sich aufmerksam gemacht hat, kommt genau zur richtigen Zeit.

 

Es zeigt in insgesamt 50 Grafiken „alles, was man wissen muss“ über Kohlendioxid und das Klima, über den Klimatreiber Mensch als den Hautverursacher der Erderwärmung, über die weltweiten Auswirkungen dieses Klimawandels und über die vielfältigen Lösungsansätze, auf verschiedenen Feldern und Gebieten diesem Klimawandel durch persönlichen Handeln und durch politische Entscheidungen etwas entgegenzusetzen und ihn auf ein Maß zu begrenzen, das das Leben auf der Erde weiter möglich macht für Menschen, Tiere und Pflanzen.

 

Mit Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler hat Esther Gonstalla die komplexen Zusammenhänge und wissenschaftlichen Daten zur globalen Erderwärmung, die viele Menschen nicht verstehen können, zu sehr leicht verständlichen Infografiken verarbeitet.

 

Diese 50 Grafiken helfen dem Leser, die Komplexität des Themas zu verstehen. Und wer wirklich verstanden hat, kann vielleicht auch besser und bewusster und entschlossener handeln.

 

Das Buch gehört auf den Schreibtisch jedes „Fridays for future“ Schülers. Und ihren Eltern wird es helfen zu versehen, was ihre Kinder so umtreibt.

Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht

 

Jostein Gaarder, Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht, Hanser 2019, ISBN 978-3-446-26367-3

 

Es ist der 23. April 2009. Der Ich-Erzähler des neuen schmalen Buches von Jostein Gaarder hat von seiner Ärztin und ehemaligen Geliebten Marianne eine niederschmetternde Diagnose erhalten.  Albert leidet an ALS, einer unheilbaren Krankheit, die zu einem qualvollen Tod führen wird.  Seine Frau Eirin ist weit weg auf einem wissenschaftlichen Kongress in Australien, wo sie einen für sie wichtigen Vortrag halten wird.

Um sich zu sammeln und um die für ihn wichtige Entscheidung zu treffen, ob er seinem Leben ein Ende setzen soll, bevor sein Leid beginnt und er anderen zur Last werden wird, fährt er in eine einsame Ferienhütte an einem Waldsee namens Glitrevik in Norwegen.  Schon vor langer Zeit haben Albert und Eirin diese Hütte von einem Bauern gekauft, nachdem sie als frisch Verliebte schon viel früher auf einer Wanderung auf der Suche nach einem Unterschlupf in diese Hütte eingebrochen waren.

 

Albert richtet sich notdürftig in der Hütte ein und beginnt in das aktuelle Hüttenbuch zu schreiben. Zwei von ihnen haben Albert und seine Familie schon vollgeschrieben bei früheren regelmäßigen Aufenthalten.

 

Er schreibt die ganze Nacht, um mit sich selbst und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen. Hauptsächlich aber geht er immer wieder der Frage nach, ob er seinem Leben noch in dieser Nacht ein Ende setzen soll, bevor es die Krankheit tun wird.

 

Er erzählt dem Hüttenbuch, wie er Eirin kennenlernte und wie sie als jung Verliebte in das Märchenhaus einbrachen, das sie später gekauft haben. Wie dann seine Ehe zu kriseln begann, welche Rolle Sohn und Enkelin für ihn spielen und von seiner großen Begeisterung für die Astrophysik.

 

Sein Text wird eine tiefgehende und berührende philosophische Reflexion über die Momente, die genau richtig waren, im kosmischen Sinn und in seinem persönlichen Leben. Immer wieder entdeckt er bei seinen nächtlichen Reflexionen Erlebnisse in seinem eigenen Leben, die rückblickend gesehen, „genau richtig“ gewesen sind. Momente in seinem bisherigen Leben, in dem er dem Menschen begegnet ist, der dann den nächsten Schritt beeinflusst hat oder den weiteren Weg mit ihm zusammen ging.  Hier entdeckt der von dieser Erzählung gebannte und bewegte Leser vieles, was in seinem eigenen Leben „genau richtig“ gewesen ist.

 

Der Leser folgt den Gedanken und Reflexionen Alberts durch eine lange Nacht, bis irgendwann ein Boot ohne Ruder auf dem Glitrevik treibt und ein Fremder in der Dämmerung erscheint. Genau richtig ?

 

Lassen Sie sich von einem wunderbaren kleinen Buch und seinem überraschenden Ende bezaubern und berühren.

 

Wieder ein großes philosophisches Buch von Jostein Gaarder, den unzählige Menschen über mehrere Generationen von seinem Longseller „Sofies Welt“ kennen. Vielleicht ist „Genau richtig“ der Anlass, „Sofies Welt“ noch einmal zur Hand zu nehmen.

 

 

 

Fünf Nüsse für Eichhörnchen

 

 

 

 

Henrike Wilson, Fünf Nüsse für Eichhörnchen, Gerstenberg 2019, ISBN 978-3-8369-6030-4

 

Dieses schöne Bilderbuch von Henrike Wilson erzählt von einem Eichhörnchen, das sich im Herbst, als die Blätter schon im Wind wirbeln und die Nüsse reif geworden sind, an seine jährliche Aufgabe macht, für sein Winterfutter vorzusorgen.

 

Insgesamt fünf große Nüsse hat es bald schon gesammelt und macht sich nun daran, sie alle so zu verstecken, dass niemand anders sie findet und sie ihm im Winter als Nahrung zur Verfügung stehen.

 

Die erste Nuss versteckt  es in einem Korb mit Obst. Aufmerksame Kinder werden sofort beim Betrachten des Buches den Buntspecht erkennen, der das Eichhörnchen beim Verstecken beobachtet.

 

Auch bei der zweiten, der dritten und der vierten  Nuss, die das Eichhörnchen  versteckt, wird es von einem anderen Tier beobachtet. Nur die fünfte Nuss bleibt unbeobachtet.

 

Entsprechend sind im Winter, Schnee ist schon gefallen, als das Eichhörnchen seine Nüsse sucht, die ersten vier verschwunden, Die Kinder, werden beim  Vorlesen sehr schnell aus den verborgenen Hinweise auf dem Bild erraten, wer die Nuss entwendet hat.

 

Die fünfte Nuss wird unversehrt gefunden, und das Eichhörnchen freit sich über sein Superversteck.

 

Ein Buch über die Kunst, sich an dem zu freuen, was einem wichtig ist. Aber auch ein Buch über Gartentiere und den Wandel der Jahreszeiten, in dem es viel zu entdecken gibt, liebevoll in atmosphärischen Bildern erzählt.