Goldregenrausch

 

 

 

Claudia Schreiber, Goldregenrausch, Kein & Aber 2018, ISBN 978-3-0369-5783-8

 

Das neue Buch von Claudia Schreiber ist wieder ein wunderbares Porträt eines starken Mädchens, das sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzt und schlussendlich sein Glück findet. Ob es die eine oder andere autobiographische Reminiszenz gibt, vermag ich nicht zu sagen, der Roman spielt jedenfalls in einer großen Landwirtsfamilie in der niedersächsischen Provinz zu einer Zeit des 20. Jahrhunderts , in der Claudia Schreiber selbst als zweitjüngstes Kind von Landworten aufwuchs.

 

Marie Lenz, die Hauptperson des Romans, ist das jüngste Kind einer Landwirtsfamilie, die hart arbeiten muss, um ihren Unterhalt zu bestreiten. Sie wächst unter Bedingungen auf, die heutzutage schon nach einigen Tagen das Jugendamt auf den Plan rufen würde.

Nachdem sie beim Stillen fast erstickt, muss sich Marie über die nächsten zwei Jahre die mütterliche Milch mit einem etwas perversen Finanzbeamten teilen, der die Milch von der Mutter kauft. Die macht es sich, angeblich krank, bequem, und setzt schon das kleine Baby immer wieder auf eine Decke in den Garten, in der Hoffnung, dass die verstoßene Schwester des Bauers, Tante Greta, sich um das Kind kümmert. Die weigert sich zunächst standhaft, für das Kind zu sorgen, zu zerrüttet ist das Verhältnis zu ihrem rüpelhaften Bruder. Doch irgendwann erreicht das kleine Mädchen schrittweise ihr Herz und im Laufe der Jahre nähern die beiden sich langsam einander an.

 

Sie entdecken ihr ähnliches Schicksal und Marie übernimmt Maries große Liebe zu Pflanzen und genaue Kenntnis ihrer Wirkungen, besonders die von Goldregen. Über die Jahre werden sie gemeinsam so stark, dass sie auch vor Vergeltungsschlägen gegen ihre Feinde nicht mehr zurückschrecken.

 

Und Marie findet schließlich trotz einer Herkunftsfamilie, in der die Sorge um das nackte Überleben keinerlei Gefühle zuließ, doch noch so etwas wie persönliches Glück.

„Goldregenrausch“ erzählt eine faszinierende und berührende Geschichte über die Kraft der Liebe, die in einem Menschenkind sozusagen nachwachsen kann, auch wenn sie zunächst verweigert wird.

Und es ist eine Geschichte über die Liebe zur Natur und die Kräfte die ihr innewohnen. Zwei Menschen wachsen zusammen, die für eine gemeinsame liebevolle und nahe Beziehung vom Leben eigentlich nicht füreinander vorgesehen waren.

 

Ich habe das mit einer reichen Sprache geschriebene Buch in einem Rutsch gelesen –und es sehr genossen.

 

Die Glocke im See

 

 

Lars Mytting, Die Glocke im See, Insel Verlag 2019, ISBN 978-3-458-17763-0

 

In seinem neuen Roman, der als Beginn einer Trilogie angekündigt wird, verlegt der norwegische Schriftsteller Lars Mytting die Handlung in das Jahr 1880 und den Ort der Geschichte in das Gudbrandsdalen, wo er auch selbst herstammt. Man spürt fast auf jeder Seite, wie sehr er mit den Mythen, Traditionen und Bräuchen dieser abgeschiedenen Gegend verwachsen ist.

Im Zentrum des Buches steht eine Stabkirche in Butangen, einem kleinen Dorf mit vielen zum Teil weit auseinanderliegenden Höfen und ihren beiden „Schwesternglocken“. Deren mythologische bis ins 13. Jahrhundert zurückreichende Geschichte wird zum Beginn des Romans erzählt und sie beeinflussen die Handlung bis zum Ende.

 

Zwei männliche Hauptrollen sind vergeben. Da ist zum einen der junge lutherische Pfarrer Kai Schweigaard, der gerade die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche übernommen hat und sich bemüht, die alten, teils noch aus den nordischen Naturreligionen stammenden Traditionen der Gemeinde zu verändern. Dafür will er zunächst die alte Stabkirche abreißen und eine neue bauen. Er hat erfahren, dass es in Dresden in Sachsen in der dortigen Kunstakademie Wissenschaftler gibt, die sich für alte Stabkirchen interessieren. Die Dresdner Akademie schickt im Auftrag des sächsischen Königshauses den jungen und begabten Architekturstudenten Gerhard Schönauer nach Butangen, der die alte Kirche vermessen, ihren Abbau überwachen und dann in Dresden ihren Wiederaufbau leiten soll. Vom Erlös soll die neue Kirche finanziert werden.

 

Die dritte Hauptperson ist die junge Astrid Hekne, die seit ihrer Kindheit schon anders ist als alle anderen Mädchen im Dorf. Früh schon träumt sie von einem Leben, das aus mehr besteht als aus Heirat, Kinderkriegen und harter Feldarbeit bis zum frühen Tod. Als der neue Pfarrer seine Tätigkeit aufnimmt, sucht Astrid, die zunächst noch im Pfarrhaus arbeitet, wo sie auch für den alten Pfarrer im Haushalt half, dessen Nähe. Kai Schweigaard leiht ihr seine Zeitungen und findet nicht nur Gefallen an ihrem Wissendurst. Obwohl schon lange verlobt, fühlt er sich zu Astrid hingezogen. Auch Astrid träumt, wenn sie alleine ist, von einem möglichen Leben als Pfarrfrau.

 

Doch als sie Gerhard Schönauer kennenlernt, verliebt sie sich in ihn, obwohl sie gegen den Abbau der Kirche rebelliert, denn mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst der Kirche gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach und dass sie von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht.

 

Astrid ist von dem modernen und weltoffenen Gerhard fasziniert und er erwidert ihre Zuneigung. Doch auch ihre Gefühle für den Pastor sind noch da. Wie soll sie sich entscheiden?

 

Man kann dieses fast 500 Seiten starke Buch nicht mehr lange aus der Hand legen, hat man sich gleich zu Beginn von der wunderbaren Sprache Myttings und seiner warmherzigen Beschreibung nicht nur der Menschen Butangens, sondern auch der rauen Landschaft des Gudbrandsdalen anstecken lassen.

 

Ich bin sehr gespannt, ob der zweite Band der Trilogie eine Fortsetzung des ersten sein wird.  Das Ende von „Die Glocke am See“, das natürlich nicht verraten wird, legt eine solche mögliche Fortsetzung nahe. Ich werde sie mir jedenfalls nicht entgehen lassen.

 

Ein wunderbares, poetisches Buch, mit großer Sprachmacht erzählt.
 

 

 

Dieses Buch wird nicht lustig

 

 

 

Cirocco Dunlap, Olivier Tallec, Dieses Buch wird nicht lustig, Gerstenberg 2018, ISBN 978-3-83695665-9

 

Schon der Titel dieses von dem bekannten Olivier Tallec illustrierten Bilderbuchs von Cirocco Dunlap, das Ebi Naumann aus dem Englischen übersetzt hat, weckt Interesse. Weil man schon vermutet, dass bei Bildern von Tallec das genaue Gegenteil herauskommen wird.

 

Damit wird auch die ziemlich intellektuelle und altklug aussehende kleine Maus rechnen müssen, die zu Beginn des Bilderbuches verspricht, dass sie sich, egal was passiert, nicht  rühren und keine Mucks von sich geben wird. Doch schon das Auftauchen des Klau-Wals irritiert sie etwas und als dann das Licht ausgeht, geht es richtig los. Und als es wieder angeht, befindet sich ausgerechnet diese Maus auf einer riesengroßen Schwerelosigkeitsparty voller verrückter Typen.  Und sie fängt an, mit den Zehen im Takt zu wippen.

 

Und so wie Maus eine tolle Zeit hat, wird es auch den kleinen Kindern gehen, denen man dieses Buch vorliest.

 

Es ist sehr lustig.

Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche

 

 

Doris Wagner, Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche, Herder 2019, ISBN 978-3-451-38426-4

 

Der massenhafte und weltweite sexuelle Missbrauch von Kindern durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter der katholischen Kirche wird mittlerweile auch von Papst und Bischöfen nicht mehr geleugnet. Die Amtskirche tut sich aber trotz gegenteiliger Beteuerungen nach wie vor sehr schwer damit, die Ursachen dieses Missbrauchs zu benennen und durch Abschaffung des Zölibats und strengere Auswahl ihrer Kandidaten etwa Abhilfe zu schaffen.

 

Die Theologin und Philosophin Doris Wagner, die schon in ihrem vielbeachteten Buch „Nicht mehr ich“ von ihren Erfahrungen berichtete, hat nun in einem neuen Buch erstmals ausführlich die unterschiedlichen Facetten des Phänomens manipulativer Seelenführung im Bereich der katholischen Kirche beschrieben und verdeutlicht diese durch eine Vielzahl realer von ihr recherchierter  Fallbeispiele.

 

Gefährliche „Seelenführer“ sind aus Sekten oder aus evangelikalen Gruppen schon lange bekannt, dass es so etwas wie spirituellen Missbrauch auch in der katholischen Kirche gibt, scheint angesichts des massenhaft aufgedeckten sexuellen Missbrauchs nicht weiter überraschend.

Und es wird an vielen Stellen deutlich, dass eine Kirche, die ihre Botschaft als alleinige Wahrheit versteht, nur sehr schwer damit umgehen kann, wenn nichtgeweihte Gläubige ihren Glauben und ihre Spiritualität selbst definieren.

 

Wagner beschreibt, welche Denkmuster und Traditionen der Kirche diesen Missbrauch begünstigen und macht Vorschläge, wie man ihm vorbeugen kann. Denn trotz ihrer schlimmen Erfahrungen liebt sie ihre Kirche.

Jochen Sautermeister, Professor für Moraltheologie und Direktor des Moraltheologischen Seminars an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn, schreibt in seinem Nachwort zu diesem sich langsam zum Bestseller entwickelnden Buch: „Zur Förderung von spiritueller Selbstbestimmung und zur Verhinderung von geistlichem Missbrauch bedarf es neben theologischer und spiritueller Bildung einer Aufklärung über die Strategien und Dynamiken spirituellen Missbrauchs, wie sie von Doris Wagner sensibel und transparent beschrieben worden sind.“

 

 

 

 

Agathe

 

Anne Cathrine Bomann, Agathe, Hanser Verlag 2019, ISBN 978-3-446-26191-4

 

Selbst als Psychologin arbeitend, erzählt die dänische Autorin Anne Cathrine Bomann in ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Roman (Franziska Hüther hat ihn aus den Dänischen übersetzt) von einem Psychoanalytiker. Sie verlegt die Handlung des Romans in das Jahr 1948 in einen Vorort von Paris, in eine Wohnung in der sie selbst Jahrzehnte später selbst für ein Jahr gelebt hat. Der Psychoanalytiker wird in fünf Monaten 72 Jahre alt werden, und hat beschlossen, dann seine Tätigkeit zu beenden. Eine Tätigkeit, die ihm offensichtlich schon seit langem keine Freude mehr macht, wenn er sie denn jemals mit irgendeinem Gefühl für seine Patienten ausgeübt hat. Seit 35 Jahren führt Madame Surrugue seine Patientenverwaltung und hält die Praxisräume in Schuss. Der Arzt selbst lebt ein einsames, ja fast schon armseliges Leben.

Als sich eines Tages –  er zählt noch insgesamt achthundert Gespräche,  die er bis zu seinem Ruhestand führen muss-  eine Frau namens Agathe, die dringend mit dem Arzt sprechen will, nicht abwimmeln lässt und von Madame Surrugue einen Termin bekommt, kommt frischer Wind in sein Leben. Die neue Patientin ist eine manisch-depressive Person, die sich schon seit über zwei Jahrzehnten relativ erfolglos in psychiatrischer Behandlung befindet.

 

Sie mischt schon nach wenigen Gesprächsterminen das Leben des Analytikers auf, das sich in den letzten Jahren dumpf dem Ruhestand entgegen bewegte. Nachdem sie es tatsächlich geschafft hat, sich in seinem Terminkalender einen festen Platz zu erkämpfen, löst sie, mit jedem Gespräch mehr, etwas bei ihm aus, was er schon lange nicht mehr erlebt hat, wenn er es überhaupt jemals kennengelernt hat. Agathe holt ihn aus seiner angeblich professionellen Distanz, die nur noch zur Lethargie degeneriert ist ohne irgendein Gefühl für die Menschen, die ihm gegenüber auf dem Diwan liegen und über ihre Probleme reden.

 

Seit langem hat er wieder einmal ein Gespür für die Seele des Menschen, der da seine Hilfe sucht. Er hört wieder zu. Doch auch sie selbst durchbricht die kühle Distanz und konfrontiert den Analytiker mit seinem Leben und zeigt ihm, wie leer und einsam es ist und wie wenig er eigentlich von den Menschen versteht, für die er doch da sein will. Sie konfrontiert ihn damit, dass er nach dem Ende seiner Tätigkeit, der er doch so entgegenfiebert, nichts mehr haben wird, wofür er morgens aufsteht.

 

Nachdem seine Angestellte Madame Surrugue eine lange Zeit zu Hause bleibt, um ihren krebskranken Mann zu pflegen, verkommt die Praxis regelrecht, was Agathe natürlich treffend bemerkt. Ein Besuch bei dem Ehemann seiner Angestellten und ein eher hilfloses Gespräch mit ihm über die Angst vor dem Tod, tauen den ich-erzählenden Analytiker weiter auf.

 

Und so überrascht es nicht, dass Frau Surrugue, als sie nach der Beerdigung ihres Mannes, an der der Arzt teilnimmt und sogar Worte des Mitgefühls findet, in die Praxis zurückkehrt, einfach entscheidet, dass diese weitergeführt wird. Und es überrascht auch nicht, dass Agathe es am Ende schafft, den Arzt in eine Cafe zu locken: „Na, Doktor, kommen Sie nun oder nicht?“, fragt sie ihn am Ende des Buches. Und der Leser ahnt, dass nicht nur das Privatleben des Arztes eine späte Wendung erfahren wird, sondern auch die professionellen Gespräche, die er weiter führen wird, von mehr Empathie für seine Patienten geprägt sein werden.

Anne Cathrine Bomann hat eine wunderbare  zeitlose Geschichte erzählt  über Nähe und Freundschaft, voller Zärtlichkeit für ihre Personen und mit wamherzigem Humor. Fazit: Es ist nie zu spät, um Nähe zuzulassen.

 

 

Steh auf Mensch. Was macht uns stark

 

 

 

Samuel Koch, Steh auf Mensch. Was macht uns stark, Adeo 2019, ISBN 978-3-86334-211-1

 

Die Zahl der Bücher, die in den letzten Jahren zum Thema „Resilienz“ auf den Markt gekommen sind, ist mittlerweile nicht mehr zu überblicken. Resilienz als die durch Erziehung, durch Lebenserfahrung und harte Arbeit am eigenen Selbst erworbene Fähigkeit, mit Rückschlägen im Leben so umzugehen, dass sie einen nicht umwerfen, sondern dass man im Gegenteil aus ihnen neue Lebenskraft gewinnt und schöpft.

 

Immer wieder aufstehen, wenn man hingefallen ist. Auf kaum einen trifft das so zu wie auf Samuel Koch, der nach einem schrecklichen Unfall bei der Sendung „Wetten, dass?“ auch als Rollstuhlfahrer seinen Lebensmut nicht verloren hat. In früheren Büchern hat er von seiner Geschichte zurück ins Leben berichtet. In seinem neuen Buch, das ausdrücklich kein Resilienzratgeber sein möchte (oder doch?),  geht Samuel Koch vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrungen und unzähligen Gesprächen mit Todkranken und Topmanagern, Flüchtlingen und Häftlingen, aber auch mit den „Giselas von nebenan“ geht Samuel Koch der spannenden Frage nach: was eigentlich gibt Menschen wirklich die Kraft, immer wieder aufzustehen, nachdem das Schicksal sie auf den Boden geworfen hat?  Kann man solche Widerstands- und Hoffnungskraft oder  Resilienz lernen und wenn ja, braucht es dazu vielleicht andere Ansätze als bisher gedacht?

 

Auf seiner sehr persönlich gehaltenen und den Leser von der ersten Seite ansprechenden Spurensuche wurde Samuel Koch von dem bekannten Hirnforscher Gerald Hüther unterstützt.

 

Koch kritisiert die herkömmlichen Resilienzratgeber als nicht hinreichend und lernt aus seiner eigenen Geschichte und den zahlreichen Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen einen eigene  Ansatz zu formulieren, der mich sehr angesprochen hat und denke ich auch andere Menschen einladen kann, sich auf sie Suche nach sich selbst und ihrer inneren Kraft zu begeben.

 

Insofern ist das Buch hilfreich, authentisch und  ehrlich und hilft Menschen auf der Suche oder mit schweren Schicksalen vielleicht mehr als so mancher Ratgeber, der sie vielleicht schon ratlos zurückgelassen hat.

 

Ein sehr empfehlenswertes Buch.

Wer hat den Schnee gestohlen

 

 

Yaroslava Black, Ulrike Jänichen, Wer hat den Schnee gestohlen, Urachhaus 2018, ISBN 978-3-8251-5176-8

 

In ihrem ersten gemeinsamen Bilderbuch beschwören Yaroslava Black und Ulrike Jänichen die Kraft des Wünschens und schreiben und zeichnen einfühlsam von kindlicher Sehnsucht.

 

Der kleinen Gerda geht es so wie vielen Kindern, wenn das Weihnachtsfest bald vor der Tür steht und alle Bäume schon lange ihre Blätter verloren haben. Sie hofft, dass es bald schneit! Die Nachbarn, mit denen sie ins Gespräch kommt, sagen ihr, Schnee könne ihnen in diesem Jahr nun wirklich gestohlen bleiben. Gerda, die mit dieser Redewendung der Erwachsenen nichts anfangen kann, nimmt sie wörtlich und beginnt langsam zu fürchten, dass der Schnee wirklich von jemand geraubt worden ist.

 

 

Sie macht sich auf die Suche und beginnt mit all ihrer Sehnsuchtskraft sich den Schnee so herbei zu wünschen, dass er genau am Heiligen Abend doch noch kommt, und den Menschen eine weiße Weihnacht beschert.

 

Manchmal hilft es an Wunder zu glauben.

 

 

Das Elefantenkind. Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam…

 

 

Rudyard Kipling, Das Elefantenkind. Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam…, minedition 2018, ISBN 978-3-86566-332-0

 

Irgendwann vor langer Zeit hat der Autor des Dschungelbuchs, Rudyard Kipling, einem „allerliebsten Liebling“ eine andere Geschichte aus Afrika erzählt. Die Geschichte „Das Elefantenkind“ ist zum Klassiker geworden, obwohl sie vielen modernen Menschen nicht gefällt. Sie kritisieren, dass ein Kind in diesem Buch für seine Neugier und  seinen Wissensdurst immer wieder von anderen, denen er Fragen stellt, verprügelt wird.

 

Doch diese Kritiker seien gefragt, wie denn heute wirklich neugierige Kinder, die mit ihren Fragen nicht locker lassen, von Erwachsenen behandelt werden. Sei`s drum. Heutige Kinder werden deshalb an der Geschichte keinen Schaden nehmen, sondern sich den kleinen mutigen und neugierigen Elefanten zum Vorbild nehmen, nicht nachzulassen, wenn sie wirklich etwas wissen wollen.

Vor langer Zeit, so erzählt Kipling, hatten die Elefanten noch keinen Rüssel, sondern nur eine knubbelige Nase. Das kleine Elefantenkind ist neugierig, es sieht, dass viele andere Tiere in der Steppe ganz besondere Körpermerkmale haben und fragt sie danach. Dass er dabei sowohl beim Strauß, als auch bei der Giraffe und dem Flusspferd auf Unwillen stößt, hatten wir schon erwähnt. Doch dann trifft er den kleinen Kolokovogel, der ihn zu einem Fluss schickt.

 

Dort trifft er eine Schlange und ein Krokodil, das ihm in die Nase beißt und ihn fressen will. Doch durch tapferen Widerstand und mit der Unterstützung der Schlange verlängert sich seine Nase zu einem Rüssel. Stolz kehrt er damit heim und kann sich nun  auch besser gegen seine Brüder wehren.

 

Das amüsante und lehrreiche Märchen vom Autor des Dschungelbuchs Rudyard Kipling wird durch die detailreichen, großformatigen Illustrationen von Jonas Lauströer zu einer spannenden Fantasiereise zum Vor- und Selberlesen.