Wieso. Weshalb. Warum. Abenteurer und Entdecker

 

 

Susanne Gernhäuser, Peter Friedl, Wieso. Weshalb. Warum. Abenteurer und Entdecker, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-3-473-32947-2

 

Dieses Buch aus der durchweg empfehlenswerten Sachbuchreihe Wieso? Weshalb? Warum? für Kinder von vier bis sieben Jahren aus dem Ravensburger Verlag gibt auf insgesamt acht Doppelseiten mit vielen Klappen, die Einblicke ermöglichen und  Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, eine Einführung in ein Thema, das mich persönlich als Kind sehr interessiert hat, und mit dem sich auch heute Kinder schon im Kindergartenalter gerne beschäftigen, den Abenteurern und Entdeckern diese Welt.

 

Zunächst wird beschrieben, warum Menschen wie etwa die Wikinger schon im frühen Mittelalter ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg nach neuen Ländern gemacht haben. Weitere Seiten beschreiben, wie diese Abenteurer neue und unbekannte Länder entdeckt haben, erklären das Leben an Bord der engen Schiffe und erzählen sehr kritisch von den schrecklichen Folgen für die die einheimischen Bewohner der eroberten Länder.

 

Weitere Seiten erklären die botanischen Entdeckungen von James Cook und vor allem Alexander von Humboldt, befassen sich mit der Entdeckung von Städten früherer Völker und der Frage, warum es so wenige Entdeckerinnen gab, bevor die Autoren sich neuzeitlichen Entdeckungen widmen, etwa die Erstexpeditionen zum Südpol und auf den Mount Everest und zum tiefsten Punkt des Meeres.

 

 

 

 

 

 

Die Frage, was es Zukunft noch alles zu entdecken gibt, etwa auf dem Mars, bildet den Abschluss eines Sachbilderbuchs für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, dem es sehr gut gelungen ist, die Vielfalt des Themas altersgerecht darzustellen, das mit vielen Klappen zum Entdecken und Weiterfragen einlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So funktioniert dein Körper

 

John Fardon, Tim Hutchinson, So funktioniert dein Körper, Gerstenberg 2018, ISBN  978-3-8369-5996-4

 

Vollgepackt bis zum Rand mit Informationen für wissensbegierige Grundschulkinder ab etwa 8 Jahren ist dieses zuerst in England erschienene Sachbuch. Darunter könnte die Übersichtlichkeit leiden, aber ich denke, wenn die Kinder sich die jeweils auf einer Doppelseite beschriebenen Themen langsam und nacheinander vornehmen, haben sie etwas davon und können viel lernen

 

Hunderte kleine Helfer in Blaumännern helfen ihnen dabei und veranschaulichen den Kindern in diesem Buch, wie der menschliche Körper funktioniert: Sie bedienen den »Zentral-Computer« Gehirn, flitzen durch den Blutkreislauf und wagen sich selbst in die dunkelsten Regionen des Körpers vor: den Darm.

 

Das Buch ist eine rasante Tour durch die menschliche Körperfabrik und die detaillierten Illustrationen erklären in vielen Schritt-für-Schritt-Abbildungen die elementaren Vorgänge in unserem Körper. Vier Ausklappseiten und ein umfassendes Glossar runden das superwitzige aber immer faktentreue Sachbuch für an neuem Wissen interessierte Leser.

 

 

 

Wieso. Weshalb. Warum. Wir entdecken heimische Tiere

 

 

Patricia Mennen, Anne Ebert, Wieso. Weshalb. Warum. Wir entdecken heimische Tiere, Ravensburger Verlag 2019, ISBN 978-3-473-32948-9

 

Dieses Buch aus der durchweg empfehlenswerten Sachbuchreihe Wieso? Weshalb? Warum? für Kinder von vier bis sieben Jahren aus dem Ravensburger Verlag gibt auf insgesamt acht Doppelseiten mit vielen Klappen, die Einblicke ermöglichen und  Bewegungen und Abläufe veranschaulichen, eine Einführung in die heimische Tierwelt, die Kinder in ihrem Garten, im Wald und auf Wiesen bei Spaziergängen beobachten können.

 

 

Zunächst wird beschrieben, welche Tiere man sozusagen direkt vor der Haustür finden kann und im eigenen Garten. Dann werden die Kinder in den Wald geführt, wo die Tierwelt am Tag und in der Nacht beschrieben wird.

 

Die Bedeutung und die Wichtigkeit von Wiesen und aufgelockerten Feldfluren folgt, bevor eine Doppelseite sich einem relativ neuen Phänomen widmet, den Wildtieren in der Stadt und was sie dahin lockt.

 

Es folgen Informationen zu den Tieren in den Bergen, an der Küste  und an verschiedenen Wasserstellen an Seen, Teichen und Flüssen. Wieder neu bei uns heimisch gemachte Tiere wie der Luchs und die Ansiedlung von bei uns ausgestorbenen Tieren wie der Wisent bilden den Abschluss eines Sachbilderbuchs für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, dem es sehr gut gelungen ist, die Vielfalt des Themas altersgerecht darzustellen, das mit vielen Klappen zum Entdecken und Weiterfragen einlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die unbewegliche Kirche. Franziskus und die verhinderte Revolution

 

 

 

Marco Marzano, Die unbewegliche Kirche. Franziskus und die verhinderte Revolution, Herder 2019, ISBN 978-3-451-38751-7

 

Wie groß waren die Hoffnungen auch von Menschen, die sich innerlich schon lange von ihrer Kirche gelöst hatten, als vor fünf Jahren der Argentinier Bergoglio zum Nachfolger des deutschen Papstes Ratzinger gewählt wurde.

 

Und gleich zu Beginn seines Pontifikats schienen sich diese Hoffnungen zu erfüllen. In seiner Sprache, in seinen Gesten, in seinen spirituellen und politischen  Botschaften, aber auch in seinen neuen theologischen Ansätzen zeigte sich bisher so nicht Gekanntes, stellenweise Unerhörtes.

 

Vielen auch nichtkirchlichen Menschen überall auf der Welt, besonders aber jenen sehnsüchtig auf Reformen ihrer geliebten katholischen Kirche wartenden Menschen galt er schnell als Hoffnungsträger, als ein Papst, der es mit seinem Schwung und seiner Freude vielleicht auch schaffen würde, nicht nur als Reformer nach außen zu wirken, sondern auch nach innen in die verkrusteten Strukturen des Vatikans erfolgreich hinein zu reichen.

 

Der Professor für Soziologie an der Universität Bergamo, Marco Marzano gilt durch viele Bücher in der letzten Jahren als ein profunder Kenner der inneren Strukturen des Vatikans und der katholischen Kirche. Er anerkennt in seinem neuen hier vorliegenden Buch durchaus die Leistungen von Franziskus, muss allerdings ernüchtert feststellen, dass der Papst nach hoffnungsvollem Beginn mittlerweile von innen her von seinen Gegnern, die er von Anfang an in großer Zahl hatte, schmachmatt gesetzt wurde. Hielten sie am Anfang des Pontifikats noch die Füße still, treten sie nun unverblümt auf die Bühne und hindern Franziskus an jeglichen inneren Reformen.

 

Marzano beschreibt kenntnisreich und für Kirchenlaien sehr aufschlussreich die zahllosen Gründe für die Blockade. Immer wieder, insbesondere in seinem zusammenfasenden Schlusskapitel zeigt Marzano, wohl auch persönlich ziemlich ernüchtert, auf, dass Franziskus zwar „die Meinungen innerhalb der Kirche in ihrer ganzen Vielfalt miteinander versöhnt und, zum Besten der Organisation, die konfligierenden Gruppen und Interessen zu einem stolzen identitären Gebilde zusammengefügt hat“,  sich aber ansonsten „als betagter, der traditionellen katholischen Identität denkbar zugetaner Priester, als treuer Diener der klerikalen Mentalität, als erste und größtes Hindernis auf dem Weg zu jeder echten strukturellen Reform der Institution erwiesen“ hat.

 

Übrigens: auch für die Zeit nach Franziskus sieht Marzano keine wesentlichen Änderungen am Horizont, ganz im Gegenteil geht er davon aus, dass sich Strukturen noch verfestigen.

 

Keine Hoffnung für aufrechte gläubige Katholiken?

 

 

 

Das dauert noch ein bisschen

 

 

 

 

Jan Kaiser, Karin Lindermann, Das dauert noch ein bisschen, Urachhaus 2019, ISBN 978-3-8251-5180-5

 

Pia stellt ihren kleineren Bruder an Rätsel. Und weil der Rätsel liebt, ist er auch gleich mit Begeisterung dabei. „Was ist das?“ fragt sie. „Es ist rund. Es ist weich. Und es dauert noch ein bisschen.“

 

Und Bo macht sich auf die Suche. Und er entdeckt auch viele Dinge, auf die die Beschreibung zutreffen könnte. Der Kuchen im Backofen, den Strumpf, den die Oma strickt, Papa Po, der auf dem Klo sitzt . Immer ist er nahe dran, denn alle diese Sachen brauchen noch ein bisschen.

 

Doch schließlich klärt ihn Pia auf, als sie ihn ins Wohnzimmer führt, wo die ganze Familie versammelt ist. Mama hat ein rundes weiches Kissen auf den Baum. Und sofort denkt er, jetzt hat er es.

 

Aber als die Mutter das Kissen wegnimmt, sieht er ihren dicken und runden Bauch. Hat seine Mama zu viel gegessen? Aber nein! Sie bekommt ein Baby. Und Bo springt vor Freude in die Luft.

 

Ein lustiges Bilderbuch für große und kleine Geschwister und solche, die es werden wollen. Und für alle Familien, die ein rundes und weiches Geheimnis haben, das gelüftet werden will.

 

 

Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur

 

 

Alexander Unzicker, Wenn  man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur, Westend Verlag 2019, ISBN 978-3-86489-244-8

 

Eine dringend nötige „Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten“ hat der Physiker, Jurist und Kognitionspsychologe Alexander Unzicker in diesem Buch vorgelegt. Sehr überzeugend beschreibt er ein Phänomen, das mich persönlich als ein politisch seit meiner frühen Jugend interessierter Mensch schon lange umtreibt. Obwohl ich wie ehedem die Nachrichten verfolge, ausführlich jeden Donnerstag die „ZEIT“ lese und mich täglich über die Onlineversionen der klassischen Tageszeitungen wie FAZ, SZ, sowie dem Onlineportalen von NTV und HR über das Tages- und Weltgeschehen informiere, habe ich seit langem den Eindruck, im Gegensatz zu früheren Zeiten mit kein objektives Bild mehr vom Geschehen in der Welt machen zu können, nicht mehr die verwickelten Zusammenhänge zu erkennen und mir zunehmend schwerer eine eigene Meinung und Haltung bilden zu können. Immer schnellere und häufiger „Breaking News“ auf dem Smartphone lenken ab von den Entwicklungen, die im Hintergrund laufen und die nur selten mit Hintergrundinformationen kritisch beleuchtet werden.

 

Alexander Unzicker analysiert all diese Herausforderungen für unser Denken im postfaktischen Zeitalter und schafft mit seinem Buch Orientierung im großen Durcheinander. Vor allem aber fordert er von uns allen mehr Mut, den eigenen Verstand zu gebrauchen – auch ohne fremde Anleitung.

 

Immer wieder plädiert er mit vielen anschaulichen Beispielen dafür, sich von der Flut der News nicht verrückt machen zu lassen, sondern in Ruhe selbständig über das Wesentliche in der Welt und in meinem eigenen Leben nachzudenken.

 

Ohne fremde Anleitung den eigenen  Verstand gebrauchen, das wäre mal eine Alternative zu dem unendlichen Nachrichtenkonsum und der Lektüre des x-ten Kommentars.

 

Seine Idee, wenigstens zeitweise mal auf Medienkonsum zu verzichten und sich den permanenten Breaking News für eine gewisse Zeit zu verweigern, hat mir gefallen und ich werde es vielleicht einmal probieren.

 

Ein „Nachrichtenfasten“ wäre vielleicht auch eine Idee für die nächste Aktion „40 Tage ohne“ der Kirchen.

 

Backstage. Von PUR, Popstars und den Zehn Geboten

 

 

Dieter Falk, Backstage. Von PUR, Popstars und den Zehn Geboten, Bene Verlag 2019, ISBN 978-3-96340-0934-6

 

Dieses Buch ist eine der authentischsten und ehrlichsten Autobiographien, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Der Vollblutmusiker, Komponist und Musikproduzent Dieter Falk, der seit einigen Jahren auch als Professor für Popmusik an zwei Hochschulen tätig ist, erzählt seine bewegte und vom christlichen Glauben geprägte Lebensgeschichte.

 

Es sind viele bewegende Geschichten dabei, von denen er da erzählt, und die unzähligen sinnstiftenden Momente, die er beschreibt, wirken im Leser tief nach.

 

Mit vielen bekannten Künstlern hat er zusammengearbeitet und seine Lieder und Auftritte bleiben nicht nur für ihn unvergessen.

 

Mit großem Interesse habe ich seine Berichte gelesen von Situationen, in denen er zwischen den Erfordernissen des Musikbusiness und den Imperativen seines Glaubens einen Spagat machen musste. Dass und wie ihm das immer wieder gelungen ist, kann man in einem wirklich empfehlenswerten Buch nachlesen.

 

Die Lebensgeschichte eines außergewöhnlichen Musikers.

 

Herbst-Wörter-Wimmelbuch

 

Rotraut Susanne Berner, Herbst-Wörter-Wimmelbuch, Gerstenberg 2018, ISBN 978-3-8369-5657-4

 

Viele Jahrgänge von Kindern sind seit etwa 2004 mit den schlussendlich fünf Bänden der Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner aufgewachsen, haben mit ihnen erkennen und benennen gelernt, konnten mit Hilfe der mit ihnen die großen Bücher immer wieder betrachtenden Eltern die in den Wimmelbüchern verborgenen Geschichten identifizieren und mit ihrer eigenen Phantasie weitererzählen.

Unser Sohn hat über viele Jahre, seit er etwa eineinhalb war, diese Bücher geliebt und kannte die Namen aller auftretenden Personen. Denen, die von Rotraut Berner ohne Namen gelassen worden waren, gab er welche und die Geschichten, die er um sie herum erfand, waren jedes Mal lustig und lebendig.

 

Als ich das neue Herbst-Wörter-Wimmelbuch in die Hände bekam, habe ich mich gern an diese schöne Zeit erinnert. Berner hat aus dem alten Herbstwimmelbuch ein hochkantiges Buch gemacht, das auf jeder Doppelseite verkleinert die alten Bilder zeigt, aber im unteren Fünftel ein kleines Wörterbuch gezeichnet mit den Objekten, die auf der jeweiligen  Seite zu sehen sind. Die Kinder können deshalb neben dem Betrachten der Bilder und dem Erfinden von Geschichten auch die Objekte und Dinge, die unten abgebildet und benannt sind, suchen, finden und ihren Namen aussprechen lernen.

 

Eine schöne Idee. Bei dieser ganz neuen Art, die Welt von Wimmlingen zu entdecken, lernen die Kinder spielerisch, wie die Dinge heißen und wie ihre Namen geschrieben werden.
 

 

 

 

Abenteuer Seidenstraße. 12.000 Kilometer von Venedig bis Xi`an

 

 

 

Alfred de Montesquiou, Abenteuer Seidenstraße. 12.000 Kilometer von Venedig bis Xi`an, Knesebeck 2019, ISBN 978-3-95728-237-8

 

Immer wieder ist den letzten Monaten von der sogenannten „neuen Seidenstraße“ in den Medien die Rede, mit der die chinesische Regierung mit europäischen Ländern den wirtschaftlichen Austausch befördern möchte.

 

Angelehnt ist diese Bezeichnung an die alte Seidenstraße, eine insgesamt 12.000 Kilometer lange Strecke von Venedig bis nach China, die der legendäre Marco Polo zum ersten Mal befahren hat.

 

Auf dessen Spuren hat der Krisenreporter und Orientexperte Alfred de Montequiou eine abenteuerliche Reise unternommen, die er in diesem wunderbaren, reich bebilderten und überaus lehrreichen Buch beschreibt.

 

Von Venedig über die Türkei, durch den Iran und Usbekistan bis nach China folgt er den Spuren, die der wirtschaftliche Handel und der durch ihn bedingte kulturelle und religiöse Austausch über Jahrtausende hinterlassen haben.

 

Die sehr informativen, kulturgeschichtlich und religionsgeschichtlich bedeutsamen Texte, die er neben beeindruckende Fotografien gestellt hat, erzählen nicht nur von dem Ursprung der Weltreligionen und frühen Hochkulturen, sondern beschreiben auch den unermesslichen Reichtum Asiens und uralte Kulturtechniken.

 

Ergänzt werden diese geschichtlichen Informationen von vielen Anekdoten und Geschichten, die er auf seiner spannenden Reise erlebt hat. Sie machen zusammen ein reiches Buch aus, das für jeden Abenteurer und für alle kulturgeschichtlich Interessierten zu empfehlen ist.

 

 

Dornröschen

 

 

Christina Laube, Mehrdad Zaeri, Dornröschen, Knesebeck 2019, ISBN 978-3-95728-186-9

 

In diesem prächtig ausgestatteten Bilderbuch hat Christina Laube das bekannte Märchen vom Dornröschen mit wenigen Worten ansprechend nacherzählt.

Ihr sensibler Text passt sich hervorragend den wunderbaren Scherenschnitten und magisch-schönen Illustrationen des in Mannheim lebenden Exiliraners Mehrdad Zaeri an, die eine Augenweide sind, und einen das wertvolle Buch nur ganz vorsichtig anfassen und umblättern lassen.

Staunend und ehrfürchtig wie ein Kind schaut man als Erwachsener dieses Buch an, ein ganz besonderes Kunstwerk, das seinen stolzen Preis wert ist.

 

Es ist nicht nur für Kinder geeignet, sondern ziert auch das Regal jedes Liebhabers besonderer Bücher. Die ist mit Sicherheit eines davon.