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Wolfi der Hase

 

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Ame Dyckman, Zachariah Ohora, Wolfi der Hase, NordSüd 2016, ISBN 978-3-314-10332-2

 

Dies ist ein absolut empfehlenswertes Buch über Vorurteile, Anderssein und Freundschaft. Von Zachariah Ohora einfach und ansprechend illustriert, erzählt Ame Dyckman eine Geschichte, die Ohora im New Yorker Park Slope Viertel ansiedelt, wo sie lange in einer Wohnung im Untergeschoss wohnte.

Dort wohnt auch Familie Hase, die eines Tages vor ihrer Haustür in einem Bastkorb ein Wolfsbaby findet. Während die Eltern ohne Vorurteile das kleine Baby aufnehmen und Wolfi nennen, ist die Tochter Nora davon überzeugt, dass der Wolf sie früher oder später alle fressen wird.

Nora und Wolfi müssen in einem Zimmer schlafen. Zur Sicherheit montiert sie sich eine Taschenlampe auf ein Stirnband. Als ihre Freunde sie besuchen, sind auch die davon überzeugt: der Wolf wird sie fressen. Sie wollen fortan nicht mehr bei Nora spielen. Darüber ist Wolfi sehr traurig und weicht Nora nicht mehr von der Seite. Er wächst auf und verhält sich wie ein Hase. Wird auch von Noras Mutter wie ein Hase verkleidet als sie eines Tages, als keine Lebensmittel mehr im Haus sind, in einem Laden einkaufen gehen. Dort will ein Bär die Kinder verdrängen und greift Wolfi an. Doch Nora schlägt den Bär brüllend in die Flucht.

Als Geschwister gehen sie glücklich zurück. Ein schönes Bilderbuch, das auf eine witzige Weise das Thema Anderssein behandelt.

 

Die Rabenrosa

 

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Helga Bansch, Die Rabenrosa, Jungbrunnen 2015, ISBN 978-3-7026-5874-8

 

Schon in ihrem 2008 erschienenen Buch „Ein schräger Vogel“ hatte es die Künstlerin Helga Bansch mit den Raben und dem Anderssein. Die Geschichte von dem Raben Robert, der anders ist und auch anders sein will und damit den Unwillen seiner Artgenossen hervorruft, war ein wunderbares Bilderbuch über den Mut zur Individualität , den Zwang zum Konformen und darüber, wie das Bunte über das Schwarze siegt, die Lebenslust über den Lebensfrust, das Spontane über die strenge Ordnung, die Phantasie über die Disziplin.
Nun greift Helga Bansch das Rabenthema und das Anderssein wieder auf und erzählt die Geschichte von Rosa, die mit vier anderen Rabenkindern aus dem Ei schlüpft. Die Eltern nehmen ihre Andersartigkeit natürlich sofort wahr, aber sie nehmen sie wie sie ist und behandeln sie gleich. Sie nennen sie, die sich als kleines Menschenkind herausstellt, „unsere kleine Rabenrosa“. Sie kann natürlich nicht mit ihren vier Geschwistern fliegen lernen und so bleibt sie allein mit ihren Eltern im Nest zurück. Die nehmen sie mit auf ihre große Reise und bald schon wird Rabenrosa bei der Futtersuche für ihre neuen Geschwister helfen. Und der Frosch Rudi will ihr das Schwimmen beibringen….

 

Nachdem sie lange versucht, sich anzupassen, macht sie endlich einfach das, was ihr guttut. Sie entdeckt für sie ganz neue Fähigkeiten und lernt, einfach auf andere zuzugehen – mit ganz überraschenden Ergebnissen