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Das vergessliche Eichhörnchen

 

 

 

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Susanne Timbers, Das vergessliche Eichhörnchen, Minedition 2016, ISBN 978-3-86566-267-5

 

Die ist ein schönes und feinfühliges Buch, das den Kindern am Beispiel einer Geschichte aus der Tierwelt das Phänomen von Demenz und Alzheimer bei Menschen nahebringen soll. Ein Phänomen, das immer mehr Kinder bei ihren eigenen Groß- oder Urgroßeltern erleben und damit klarkommen müssen.

Das Buch erzählt die Geschichte von Eichhörnchen, das alt und vergesslich geworden ist. Es weiß nicht mehr, wo es seine Nüsse als Vorrat für den langen Winter versteckt hat. Zum Glück hat das Eichhörnchen Freunde, die ihm dabei helfen, mit einem Gedächtnistraining die Nüsse wiederzufinden

So weit so gut. Die Tiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Nicht so der clevere Eichelhäher, der versucht, dem Eichhörnchen den Nussvorrat abzuluchsen. Vor lauter Aufregung im Kopf wird das Eichhörnchen ohnmächtig, und der Eichelhäher bekommt es mit der Angst zu tun und ruft die anderen Tiere um Hilfe.

Mit einem gemeinsamen Nussmahl besiegeln sie ihre zukünftige Freundschaft, denn der Eichelhäher verspricht, dem Eichhörnchen in Zukunft zu helfen.

Im Anhang hat die Biologin Tanja Dietrich alle wichtige Informationen gesammelt „ wie Tiere den kalten Winter überstehen.“

Ein schönes, lehrreiches und sensibles Bilderbuch.

 

Nonna Annas Tagebuch

 

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Bianca Mattern, Nonna Annas Tagebuch, Verlag Modernes Lernen 2014, ISBN 978-3-8080-0737-2

Dieses Buch ist als ein Tagebuch konzipiert ist, und überzeugt durch seine außergewöhnliche Art, sich dem Thema Demenz zu stellen, Es zeigt, wie die Lebensqualität trotz der Krankheit erhalten werden kann bzw. wie man mit Demenz umgehen kann.

Das Tagebuch beschreibt das Leben und die Tage der NONNA ANNA, einer in Rom geborenen und in Italien auf Elba lebenden Frau. Mit Humor, Klarheit und alltagsgewöhnlichen Erklärungen werden die Leser an das ernste Thema herangeführt, ohne dass es aber lächerlich gemacht wird. Vielmehr erfährt man die Vielfalt und Differenziertheit des Themas. Ziel ist, dass man sich empathischer auf demenziell erkrankte Menschen einstellen kann.

Die 13 Kapitel gehen zunächst auf die Biographie von NONNA ANNA ein und beschreiben notwendige Rituale, ehe auf die Demenz als Krankheit eingegangen wird und die Chancen für ein weiteres selbständiges Leben dargelegt werden.

Danach wird das pädagogische Betreuungs- und Beschäftigungskonzept für demenziell veränderte Menschen und Hochaltrige mit Hilfe dieser speziellen Tagebuchform beschrieben – und zwar nicht nur mit Zielen, sondern verknüpft mit einer Vielzahl an Fotos und Illustrationen. Damit ergibt sich eine gewisse „Leichtigkeit“ bei der Beschäftigung mit dem Thema Demenz.
Das gesamte Konzept NONNA ANNA ist ausgesprochen überzeugend und wird im Anhang gut ergänzt durch Informationen über Umsetzungsmöglichkeiten. Die Autorin Bianca Mattern ist selbst seit bald 20 Jahren im Hochaltrigenbereich tätig und verfügt über Ausbildungen in Montessoripädagogik und -therapie.

Gerade für altenpflegerische Fach- und Ergänzungskräfte ein ausgesprochen wegweisendes Buch, aber auch für Angehörige eine gute Verständnishilfe.

Demenz. Angehörige erzählen

 

 

 

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Ute Dahmen, Demenz. Angehörige erzählen, Singliesel 2015, ISBN 978-3-944360-82-9

 

Es sind immer mehr Menschen, die mit der Begleitung und Betreuung eines demenzkranken Angehörigen konfrontiert sind. Sie empfinden es meistens als extrem belastend.

Viele Ratgeber versuchen, den betroffenen Angehörigen und Pflegenden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, doch oft hilft es am besten, zu erfahren und zu hören, dass es anderen Menschen ebenso geht. Dass mein Vater nicht der Einzige ist, der die Plastikblumen gießt. Und dass ich nicht die Einzige bin, die auszurasten droht, wenn die eigene Mutter zum zehnten Mal innerhalb kurzer Zeit dieselbe Frage stellt.

Dieses Buch will dazu beitragen dass betroffenen Angehörige und Pflegende mehr voneinander erfahren. Es will einen Raum schaffen für all die kleinen und große Geschichten, die Menschen erleben, die Betroffene begleiten. Und das sind neben schmerzlichen Erfahrungen immer auch rührende, ja komische Geschichten, die spüren lassen, dass der Umgang mit Demenzkranken nicht nur eine Last, sondern, manchmal jedenfalls, auch eine Bereicherung sein kann.

Ein hilfreiches Buch, das den heute Gesunden vielleicht auch ein Stück weit die Angst nehmen kann vor der Zeit, in der sie selbst vielleicht so weit sind ….