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Wo kommen die Worte her?

 

 

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Hans Joachim Gelberg (Hg.), Wo kommen die Worte her? Neue Gedichte für Kinder und Erwachsene, Beltz & Gelberg 2011, ISBN 978-3-407-79986-9

Dieses wunderbare Buch, das Hans-Joachim Gelberg in seinem eigenen Verlag herausgegeben hat, ist ein ganz besonderes seiner Art. Und das nicht nur, weil es sich mit Gedichten befasst, für Kinder und für Erwachsene. Ein Buch für alle Lebensalter, und auf keinen Fall von vorne nach hinten zu lesen. Eher, so empfiehlt Gelberg, sollte man es lesen nach dem Prinzip der Flaschenpost, einfach lesen, was man zufällig findet.
Gelberg hat schon in früheren Anthologien Gedichte vor allem für Kinder zugänglich gemacht. Seine im Jahr 2000 erstmals erschienene Anthologie „Großer Ozean“ bot einen breitgesteckten Überblick über neue, aber auch ältere Kindergedichte. Hinzu kamen Texte der modernen Lyrik und ein Streifzug durch die Weltpoesie, die bislang kaum für Kinder genutzt wurde. In einem aufschlussreichen Nachwort über den Umgang mit Gedichten mit dem Titel „Klopfzeichen der Kinderpoesie“ sprach er vor allem die Erwachsenen an, ohne die Kinder wohl kaum einen Zugang zu dieser umfassenden Sammlung bekommen werden.

All dies gilt auch für die neue Sammlung,  die 2011 unter dem Titel „Wo kommen die Worte her?“ zu ersten Mal erschien, das neben mehr oder weniger bekannten Gedichten auch 180 Originalbeiträge zugänglich macht, persönlich und handverlesen zusammengestellt von Hans-Joachim Gelberg. Sie laden Kinder und Erwachsene zum Mitmachen ein und zum Nachspüren.

Die akribisch ausgesuchten Illustrationen lockern die Texte auf. Texte, die einen schier unerschöpflichen Poesievorrat darstellen für eine lange Zeit. Ein Buch, dem zu wünschen ist, dass es kleine und große Menschenkinder in die Welt der Gedichte einführt und sie dort heimisch werden lässt.  Ihr Leben wird reicher dadurch.

Das freche A

 

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Heinrich Hannover, Das freche A. Vorlesegeschichten und Gedichte, Gerstenberg 2015, ISBN 978-3-8369-5867-7

 

Bis zum Jahr 1995 hat der 1925 geborene Heinrich Hannover als Rechtsanwalt gearbeitet und dabei unter anderem auch Terroristen der RAF verteidigt und sich immer engagiert gegen die Verschärfung von Gesetzen zur inneren Sicherheit des Landes eingesetzt.

Doch schon damals hat er immer wieder Bücher für Kinder veröffentlicht. Er hat Vorlesegeschichten geschrieben und Gedichte. Texte, die mit den Buchstaben spielen und schon kleinen Kindern das Alphabet und das Wunder der Sprache nahebringen sollen.

In diesem Sammelband aus dem Gerstenberg Verlag sind unter dem Titel „Das freche A“ einige seiner schönsten Geschichten und Gedichte versammelt, die die Künstlerin Selda Marlin Soganci mit ganz zauberhaften Bildern illustriert hat. Sie malt ausschließlich auf Holz und kann so dessen Struktur in ihre farbenfrohen Bilder sehr eindrucksvoll einarbeiten.

Die Texte sind nach dem Alphabet geordnet, das heißt jede Geschichte und jedes Gedicht stellt einen Buchstaben ganz besonders liebevoll und phantasiereich vor. Wenn diese Texte laut vorgelesen werden, entfalten sie ihren wahren Reichtum.

Das Buch ist hervorragend geeignet für Kinder im Vorschulalter und wird bei vorlesenden Eltern und zuhörenden Kinder viel Freude auslösen und Spaß bereiten