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Verabredet mit dem Glück

 

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Andreas Kumpf, Verabredet mit dem Glück, Verlag Anton Pustet 2015, ISBN 988-3-7025-0803-6
Im Vorwort zu seinem hier vorliegenden Buch berichtet der Psychologe und Coach Andreas Kumpf von einer ihn erschütternden Beobachtung, bei der ihm vor Jahren auffiel, wie viele Menschen, an denen er in der Stadt vorbei lief, in ihren Gesichtern einen Ausdruck großen Unglücks trugen. Damals begann er sich auch wissenschaftlich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Psychologie vor allem hat eine Menge dazu zu sagen, spricht von Lebenskurven und Hormonen, aber bei der Antwort auf die Frage, wie genau man glücklich wird und es auch bleibt, kommt nur wenig Erkenntnis.

Andreas Kumpf hat sich auf die Suche gemacht und in insgesamt 130 Gesprächen mit den unterschiedlichsten Menschen etwas herausgefunden,  was bei  allen Gesprächspartnern eine Rolle spielte und generalisierbar scheint.

Siebzehn von diesen Gesprächen hat er im Buch dokumentiert. Neben ganz normalen, der Öffentlichkeit völlig unbekannten Menschen, hat er neben Ärzten und Psychotherapeuten auch Vertreter der großen Weltreligionen befragt. Auffällig ist, aber nicht besonders erwähnt, dass darunter kein Vertreter des Islam war.

Egal, mit wem er sprach: in jeder Lebensgeschichte gibt es einen Moment, einen Punkt, der den sich anschließenden Kurs des Lebenswegs bestimmt. In Richtung Glück oder zumindest in Richtung Glückssuche.

Es scheint ziemlich klar, dass sich dieser Punkt zu jedem Zeitpunkt des Lebens ereignen oder „offenbaren“ kann. Es liegt an  jedem Einzelnen, diesen Kairos zu erkennen und eine entsprechende Entscheidung zu treffen.
Andreas Kumpf glaubt, dass die Lektüre seiner Porträts seinen Lesern helfen kann, diesen Punkt im eigenen Leben nicht nur zu entdecken, sondern seiner Botschaft zu folgen.
Das  Porträt, das mir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben ist, ist das mit Paul Chaim Eisenberg, dem Oberrabbiner von Wien. Er erzählt von einer Stelle aus dem Talmud, wo es heißt:
„Wer wird geehrt? Der, der die anderen ehrt! Wer ist weise? Der, der von jedem Menschen lernt! Wer ist ein Held? Der, der seine Triebe beherrscht! Wer ist reich? Der, der glücklich ist mit dem was er hat.“

Genau das mache glücklich, wenn man es teilen kann, also in der Lage ist, andere zu beglücken.

Das stimmt, bestätigt der Rezensent, der in der dunkelsten Phase seines Lebens diese Einsicht hatte und ihr seitdem jeden Tag gefolgt und glücklich dabei ist