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Unser Urwald

 

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Matthias Schickhofer, Unser Urwald, Brandstätter Verlag 2015, ISBN 978-3-85033-924-7

 

Matthias Schickhofer, ein engagierter Naturschutz-Aktivist und Fotograf hat schon im Jahre 2013 ein Buch mit dem Titel „Urwald. Österreichs letzte Naturparadiese“ veröffentlicht, von dem einzelne Teile und Fotografien auch in dem neuen vorliegenden Buch wieder abgedruckt sind.

Er hat aber in den letzten Jahren seinen Radius erweitert, und sich in ganz Europa auf die Suche nach echten Urwäldern gemacht. Urwälder sind Waldgebiete, in denen, aus welchem Grund auch immer, noch nie ein Baum gefällt oder eine Schneise geschlagen wurde. Menschen haben in keiner Form in das Leben dieser Wälder eingegriffen.

Oft sind diese Wälder, die er besucht und mit bezaubernden und faszinierenden Bilder festgehalten hat, gar nicht so weit von den großen Städten in Europa entfernt. Dennoch sind es eher der Balkan und Rumänien, wo man in unberührten Flächen die größten Urwälder außerhalb Russlands findet.

Für Schickhofer sind diese Wälder nicht nur als Fotograf interessant. Er nennt sie in seinem Buch einen „ökologischen und genetischen Schatz“.

In einem Interview in der österreichischen Zeitung „Die Presse“ vom 28.9.2015 sagt er, die letzten Urwälder seien „die Botschafter einer alten Welt, in der die Evolution noch ungestört walten kann. Sie haben über Jahrtausende stabile Systeme geschaffen. Wir sollten auf diese ‚Tore von Mittelerde‘ gut aufpassen.“

Das Buch ist voller wunderbarer Fotografien und lehrreichen Beschreibungen der geheimnisvollen Biologie des Waldes. Ich kann es Naturfreunden und Waldliebhabern nur empfehlen.

Deine Hand in meiner Hand

 

 

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Mark Sperring, Britta Teckentrup, Deine Hand in meiner Hand, ArsEdition 2015, ISBN 978-3-8458-0776-8

 

Von Salah Naoura sehr feinfühlig und in Versen aus dem Englische übertragen, ist hier ein wunderbares Bilderbuch anzuzeigen, das von einer Mäusemutter und ihrem Kind erzählt:

„Deine Hand in meiner Hand,

genauso soll es sein.

Mit deiner Hand in meiner Hand

Sind wir nie allein.“

So beginnt das Buch, das ist sein Motto und Thema. Die Mutter und ihre Kind gehen durch die Welt, die Natur und die verschiedenen Jahreszeiten. Sie teilen schöne Momente und die kleinen und gro0en Wunder der Natur, eingedenk, dass die Zeit endlich ist:

„Lass uns keine Zeit verliern,

die Welt ist riesengroß.

Du und ich und ich und du

Ziehn gemeinsam los.“

Eine zarte und einfühlsame Erinnerung an die Großen, die Zeit mit ihren Kleinen zu nutzen und mit ihnen zusammen die Welt und ihre Welt zu entdecken und zu teilen.

Dass Eltern und Kinder wie die beiden im Buch sagen können:

„So verging ein ganzes Jahr,

vieles ist geschehn.

Mit deiner Hand in meiner Hand

War alles wunderschön.“

 

Die Biene die sprechen konnte

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Al MacCuish, Die Biene, die sprechen konnte, Orell Füssli 2014, ISBN 978-3-280-03478-1

 

Voller Charme kommt die von einer wahren Geschichte des französischen Biologen Bernhard Chevilliat inspirierten Geschichte daher. Elegant und leicht erzählt, ist sie sowohl unterhaltsam für die Kinder und vermittelt dazu noch Wissen über die Natur.

 

Belle, ein französisches Mädchen, lebt in Paris. Sie kennt die Stadt ganz genau. Jeden Sommer fährt sie mit ihren Eltern zu den Großeltern aufs Land. Dort bekommt sie ein Geschenk vom Opa, das sie den Sommer lang begleitet und eine wichtige Rolle spielt. Dieses Mal ist es das alte Fahrrad ihrer Mutter, mit dem sie sofort einen Ausflug unternimmt. Typisch für ein Stadtmädchen verfährt sich Belle sofort und stürzt zu allem Unglück auch noch. Hoffnungslos ist sie, als eine Biene zu ihr kommt. Es ist eine besondere Biene, denn sie kann sprechen. Sie hilft Belle und zeigt ihr das Land, den Wald, die Blumen, die Bienen, die Natur. Ein zauberhafter Sommer erlebt Belle.

„La nature est bien faite“, sagt die Biene mitten in der Geschichte zu Belle („Die Natur ist perfekt gemacht.“). Es ist ein Schlüsselsatz für diese wunderbare Erzählung. Leicht und mit französischem Charme macht Al MacCuish den Kindern beim Lesen Lust auf die Natur. „Geht raus, hört genau den Tieren und Pflanzen zu. Beobachtet sie. Erlebt Abenteuer“ ruft er nicht nur seiner Figur Belle zu, sondern allen Kindern.

Gleichzeitig zeigt er den Lesern, wie wichtig die Bienen für die Natur sind. Ohne sie gäbe es nur sehr wenig. Das Reizvolle am Kinderbuch ist die leichte Erzählung, die Vermeidung jeglicher mahnender, störender pädagogischer Hinweise.

Rebecca Gibbon illustrierte das Bilderbuch in genau der richtigen Art und Weise. Die an die 50iger Jahre erinnernden Bilder zaubern einen französischen Sommer auf dem Lande herbei. Frisches Grün und fröhliches Gelb erfreuen Herz und Auge. Immer wieder findet man einfache und dennoch gut zu erkennende Tiere und Pflanzen, die man gut bestimmen kann.

Wer ein Sommerbilderbuch sucht, das leicht-charmant Lust auf Natur macht, dem empfehle ich von ganzem Herzen das wunderbare Kinderbuch „Die Biene, die sprechen konnte“ von Al MacCuish.

 

Das vergessene Wunder

 

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Jörg Romstötter, Das vergessene Wunder, Goldegg 2015, ISBN 978-3-902991-61-4

 

„Wie wir aus der Natur Kraft, Erfolg und Inspiration schöpfen“, das zeigt Jörg Romstötter in dem hier vorliegenden Buch. Eine eindringliche und überzeugende Erinnerung an viele Dinge, die wir Menschen eigentlich seit Generationen wissen, die wir aber ganz oder teilweise in der Hektik des modernen Alltags vergessen haben. Alles wird immer schneller, immer effizienter – wir Menschen unterwerfen uns mehr als freiwillig diesem Stress und wir verlieren alles dabei. Nicht nur unsere innere Ruhe und Gelassenheit, auch unsere Erdung im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Es gibt, wenn man dem Autor glaubt, keine noch so überzeugende Ausrede, sich nicht regelmäßig in die Natur zu begeben, sie aktiv zu suchen und sich in ihr ihr wieder aufzurichten.

 

Die Natur schenkt uns mit all ihrem Reichtum die Kraft, in unserem beruflichen und privaten Alltag klarzukommen, und sie verschafft neue Ideen und Innovationen.

 

Leicht zu lesen, geht dieses Buch doch sehr in die Tiefe. Überzeugend sind die vielen persönlichen Beispiele und Erlebnisse des Autors. Lädt zum Nachdenken und Nachmachen ein.