Schlagwort-Archive: Ratgeber

Reden ist Gold

 

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Jo Eckardt, Reden ist Gold, Patmos 2016, ISBN 978-3-8436-0746-9

 

In vielen Beziehungen, selbst in denen, die auch noch nach vielen Jahren gut funktionieren und in denen beide nach eigener Aussage ganz zufrieden sind, fehlt mit zunehmender Dauer immer mehr ein  wesentliches Element, etwas, ohne das die Beziehung zu Beginn wahrscheinlich gar nicht zustande gekommen wäre: das Gespräch.

 

Die erfahrene Psychotherapeutin Jo Eckardt zeigt in ihrem kleinen Buch sehr eindrucksvoll, „wie Gespräche die Liebe stärken“.  Das mit vielen konkreten Gesprächsanleitungen gespickte Buch zu wichtigen Themen wie Gefühle, Bedürfnisse, Intimität, aber auch über Geld und Macht und über das wichtige Thema Familienleben, Rollenverteilung und Kinder kann nicht nur Paaren, die in ernsten Krisen stecken, Hilfestellungen geben, wieder neu miteinander anzufangen, sondern gibt auch Frauen und Männern, die mit ihrer Beziehung recht zufrieden sind wertvolle Anregungen, das gegenseitige Gespräch zu beleben und so die Beziehung zu bereichern und die gegenseitige Liebe zu stärken.

 

Man kann das Buch zu zweit nutzen, man kann aber auch alleine damit anfangen, das eigene Gesprächsverhalten zu verbessern in der Hoffnung, dass es auch auf den Partner überspringt.

Auf den Punkt

 

 

 

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Michael Altenhofer, Auf den Punkt. 52 Lösungen zu alltäglichen Problemen, Goldegg 2016, ISBN 978-3-903090-25-5

 

Er ist Mentalcoach und ein in Österreich sehr gefragter Vortagsredner. Mit seiner wöchentlichen Kolumne in der Zeitschrift „Krone bunt“ erreicht er ein großes Publikum.

In diesem kleinen Ratgeber will er seine Leser dazu ermutigen sich selbst etwas Gutes zu tun. Er will, dass sie mit ihm zusammen ihr Leben unter die Lupe nehmen und nennt Inspirationen und Ideen, es zu verbessern.

Probleme, so sagt er es in seinem Vorwort seien „wie Mücken im Auge: Sie komme oft unerwartet und lenken uns ab.“

Und jeder geht anders damit um, wenn er im ganz normalen Alltag plötzlich mit etwas konfrontiert ist, das in ihn beeinträchtigt oder hindert. Wie man diesen Steinen, die uns den Weg versperren ausweicht oder sie umgeht, das zeigt er an 52 zuerst in der erwähnten Zeitschrift erschienenen Beispielen.

 

Der Vorteil dieses Buches ist, dass man es nicht von Anfang bis Ende lesen muss. Man kann auch aus dem Inhaltsverzeichnis die Fragestellung /das Problem aussuchen, das einen sofort anspricht und sie so allmählich jene Haltung aneignen, mit der man alltägliche Probleme nicht als eine Last empfindet, unter der man leide und die einem das Leben vergällen, sondern als Anlässe, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, und verändernd zu gestalten.

 

Gefallen hat mir sehr, dass er zuletzt als 52. Lösung davon spricht, dass es immer an der Zeit ist, danke zu sagen: „Dankbarkeit ist eine Bereicherung im wahrsten Sinne des Wortes. Denn durch Dankbarkeit sehen Sie Ihr Leben viel reicher und vollkommener.“

 

Ein sehr praktischer und lebensnaher Ratgeber, geschrieben mit Menschenkenntnis und immer mit einem verständnisvollen Schmunzeln in der Feder.

 

Sei nicht so hart zu dir selbst

 

 

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Andreas Knuf, Sei nicht so hart zu dir selbst. Selbstmitgefühl in guten und in miesen Zeiten, Kösel 2016, ISBN 978-3-466-34622-6

 

 

„Sei nicht so hart zu dir selbst

Es ist okay, wenn du fällst“

Dieses poetische Lied von Andreas Bourani ist in diesen Tagen mehrmals täglich auf den üblichen Radiosendern zu hören und Andreas Knuf, Psychotherapeut in Konstanz, hat es als Motto und Titel seines gleichnamigen Buches gewählt.

Es ist ein sehr verständliches und empathisches Buch, das zeigen will, wie man den permanenten inneren Kritiker nicht nur in Schach hält, sondern ihm etwas entgegensetzen und manchmal auch zum Schweigen bringen kann. Ja, sagt er, es ist möglich damit aufzuhören, ständig kritisch und abwertend mit uns selbst umzugehen. Wie das geht, fragt sich der Leser, der jenes miese Gefühl jedenfalls phasenweise kennt seit seiner Kindheit? Es geht, wenn wir lernen, langsam aber stetig so etwas wie Mitgefühl für uns selbst zu entwickeln und zu halten.

Annahme meiner selbst ist das Stichwort. Ich soll lernen, mich so anzunehmen und wenn es geht auch zu lieben, wie ich bin. Mit allen meinen Gefühlen und sollten sie noch so widersprüchlich sein. Ich muss nicht so sein, wie andere mich wollen, ich muss den gängigen von den Medien vermittelten körperlichen Idealen nicht entsprechen. Ich bin okay so wie ich bin. Das heißt nicht, dass ich nicht auch an mir arbeiten kann, aber nicht deshalb, weil ich mich schlecht fühle, sondern weil ich es möchte ohne äußeren Druck. Die religiöse Variante dieser Einsicht ist etwa 2000 Jahre alt und stammt von Jesus. Nachzulesen in den Evangelien im Neuen Testament.

Mit vielen Übungen, die er allesamt in seiner therapeutischen Praxis erprobt und angewendet hat, gibt Andreas Knuf seinen Lesern praktikable und alltagstaugliche Hilfestellungen.

Viele Menschen, die unter Selbstabwertung leiden und sich permanent schlecht fühlen, sind an anderen Maßstäben und Erwartungen orientiert. Sie denken, sie müssten so oder so sein, damit andere sie gut finden. Sie werden die erstaunliche Erfahrung machen, dass echte und authentische Zuwendung und Sympathie ihnen umso mehr entgegengebracht wird, je mehr sie sie selbst sind.

 

 

Deine Sehnsucht wird dich führen

 

 

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Sabine Asgodom, Deine Sehnsucht wird dich führen, Kösel 2016, ISBN 978-3-466-31041-8

 

„Wie Menschen erreichen, wovon sie träumen“ lautet der Untertitel des neuen Buches der bekannten und erfolgreichen Management-Trainerinnen in Deutschland, Sabine Asgodom. Wovon träumen Menschen nicht alles, seit sie schon als Kinder begannen, sich ihre Zukunft und ihr Leben vorzustellen. Die Träume verändern sich mit der Zeit, werden erwachsener und konkreter, aber in der Regel werden sie nicht verwirklicht. Deshalb, so sagt Asgodom, weil wir sie selbst nicht ernst nehmen, immer wieder andere Prioritäten setzen, uns anpassen und so unsere Träume aus den Augen verlieren und auch aus dem Herzen.

Doch an den unterschiedlichsten Stellen brechen sich unsere Träume und Visionen Bahn. Nicht selten versteckt und als solche erst einmal nicht zu erkennen in Krisen und Krankheiten. Spätestens dann, manchmal auch mit Hilfe einer Therapie stellen sich die Lebensfragen neu: „Was ist mir wichtig? Wie will ich leben? Woran will ich arbeiten?“

Diese Fragen stellen wir uns auch zu Beginn unserer Ausbildung oder am ersten Tag in einem neuen Job. Doch in der Routine des Alltags ordnen wir die eigenen Ziele denen unter, die andere uns vorgeben.

Sabine Asgodom ist davon überzeugt, dass Erfolg immer ein Lebenserfolg ist. Ein Lebenserfolg, der erarbeitet und erstrebt werden kann, wenn wir wieder neu lernen unser Herz zu befragen und uns jucht vollständig von dem bestimmen lassen, was unsere Gesellschaft und unser Wirtschaftssystem uns diktieren.

Die eigene Sehnsucht nach Leben, nach etwas Neuem, und sei es auch noch so marginal und klein, wieder ernst nehmen, dabei die Träume und Visionen von seiner konkreten Gestalt als Kompass verwenden und einsetzen, und Zufälle, aber auch Krisen und Lebenskrisen als Hilfestellung willkommen heißen, davon handelt dieses Buch.

 

 

 

 

 

Die Kunst eine glückliche Frau zu sein

 

 

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Katrin Zita,  Die Kunst, eine glückliche Frau zu sein,  Goldene Verlag 2015, ISBN  978-3-902991-75-1

 

Jenseits aller feministischen  Ideologie und völlig unberührt von der unsäglichen Genderdebatte legt Katrin Zita in ihrem neuen  nunmehr dritten Buch nach ihren insbesondere für Frauen gedachten Reiseführern einen Ratgeber vor, der in seiner Praktikabilität und Bodenständigkeit überzeugt und für Frauen aller Altersklassen oder Bildungsschichten wertvolle Anregungen und Mutmacher enthält.

Sie geht den für Frauen durch ihre jeweilige Erziehung bedingten typischen Gefühlen wie schlechtes Gewissen und innere Zerrissenheit nach, fragt nach der Herkunft weiblicher Unsicherheiten  und zeigt auf , wie Frauen diese heutzutage hinter sich lassen können. Dabei ist es völlig gleichgültig  in welcher Lebensform sie leben, ob sie Kinder haben oder nicht.  Wichtig ist, so sagt  sie, dass Frauen diese alten Gefühle hinter sich lassen  und gemeinsam die Wege beschreiten, die ihnen Erfüllung und Glück bringen.

Frech, frei und anders – und das gemeinsam, das ist ihr sympathisches  Credo:

„Ob Mutter oder  kinderlos,  alt oder jung, groß oder klein – wir Frauen  gehen zukünftig  gemeinsam durch durch dick und dünn.  Diese Parole  dürfen wir in unser Herz schreiben und jede sich selbst das Kleid  und Lebenskonzept schneidern, das ihr am besten steht.“

Der Rezensent  ist dabei aus eigener Erfahrung ziemlich sicher, dass die Männer von dieser femininen Selbstbefreiung  aus alten Gefühlskorsetten aus Herkunftsfamilie (Mutter) und Gesellschaft für ihre eigene Entwicklung, die mindestens  genauso  nötig ist, nur profitieren können.

Vorsicht Operation

 

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Meike Hemschmeier, Vorsicht Operation, Pantheon 2015, ISBN 978-3-570-55250-6

 

Die Journalistin Meike Hemschmeier legt mit diesem Buch die erschütternden Ergebnisse einer systematischen Investigation unserer Krankenhäuser ab und dem System, nach denen sie arbeiten. Sie legt überzeugend dar, „wie wir zu Kranken gemacht werden und was wir dagegen tun können“.

Weil Krankenhäuser Operationen sehr gut bezahlt bekommen im Gegensatz zu anderen Leistungen, die die Menschen vielleicht stattdessen bräuchten, steht Deutschland weltweit an der Spitze der Operationen pro Einwohner. Viele davon sind unnötig und setzen die Patienten hohen Risiken aus, von denen die meisten nichts ahnen. Meike Hemschmeier weist nach, dass man in der Regel sich vor solchen unnötigen Eingriffen, oft als Ergebnis einer regelrechten „Jagd auf operierbare Patienten“, auch schützen kann, in dem man sich rechtzeitig kümmert um Alternativen, Zweitmeinungen einholt und auch langwierigen therapeutische Heilverfahren als Alternative nicht scheut.

Der Rezensent, der in den letzten Wochen jeden Tag in einem Krankenhaus verbracht hat, hat in dieser Zeit vor allem die Qualität und die Kompetenz des ärztlichen und des Pflegepersonal zu schätzen gelernt. Auch dies, so will ich betonen, ist ein Teil unserer Gesundheitssystems, mit dem die meisten Ländern dieser Welt sofort tauschen würden. Die Missstände, die Meike Hemschmeier aufdeckt, haben andere Gründe. Die noch in staatlicher oder kirchlicher Trägerschaft befindlichen Kliniken stehen vor dem finanziellen Aus, immer mehr Fusionen knappern an der Qualität, vom Pflegeschlüssel bis zum Auslagern nicht nur der Raumpflege und die Übernahme dieser ehemals unabhängigen Häuser in privatwirtschaftliche Hände die Helios und andere setzt die Gewinnorientierung an erste Stelle. Die Heilung des Menschen rutscht dann nach hinten.

Am Ende ihres Buches kann die Autorin keine Aspekte der Besserung sehen. Sie hält es aber für wichtig, dass potentielle Patienten, und das sind alle Leser, ihre Sorglosigkeit verlieren, und ein Stück Kontrolle über ihr eigenes Leben wieder gewinnen.

Ein ernüchterndes Buch.

 

 

 

 

 

 

Resilienz. Wie man Krisen übersteht und daran wächst

 

 

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Matthew Johnstone, Resilienz. Wie man Krisen übersteht und daran wächst, Kunstmann 2015, ISBN 978-3-95614-066-2

 

 

Er hat unter schwersten Depressionen gelitten seit er zwanzig Jahre alt war, und er hat in zwei wunderbaren Büchern beschrieben und vor allen Dingen gezeichnet, wie er diesen schwarzen Hund an die Kette legte und sich schließlich von ihm befreite. Diese beiden ebenfalls bei Kunstmann in München erschienenen Bände mit den Titeln:

  • Mein schwarzer Hund (2008)
  • Mit dem schwarzen Hund leben (2009)

sind in vielen Auflagen erschienen und haben vielen Betroffenen und ihren Angehörigen einen Weg aus einer Lebenskrise zeigen können, die jeden fast über Nacht treffen kann. In einem dieser Bücher schrieb er:

„Am Allerwichtigsten ist es, nicht zu vergessen: Wie schlimm es auch immer kommen mag- wenn man die richtigen Maßnahmen ergreift, können und werden die Schwarzen Hundstage vorübergehen.“

Nun, auch nachdem er sich mit Meditation als Hilfe zur seelischen Gesundung und Gesunderhaltung befasste und darüber ebenfalls ein Buch schrieb („Den Geist beruhigen“ 2012) reflektiert er in seinem neuen Buch „Resilienz“ darüber, „wie man Krisen übersteht und daran wächst.“

Dabei orientiert er sich an der Lehre von Viktor Frankl, der fünf Jahre im KZ der Nazis saß und auch Auschwitz überlebte, der in einem seiner Bücher schrieb, dass wir letztlich nicht steuern können, was uns im Leben widerfährt, dass wir aber in einem von vielen nicht für möglich gehaltenen Maß beeinflussen können, wie wir auf die Ereignisse reagieren und sie bewältigen.

Ähnlich wie bei den Büchern über die Depression, wo es Johnstone auf wenigen Seiten und beeindruckenden Zeichnungen gelang etwas zu vermitteln, wofür andere Bücher und Ratgeber Hunderte von Seiten brauchen, schafft er es auch in diesem Buch in wenigen Sätzen Wesentliches über jene Kraft zu schreiben, die „ein Gedeihen trotz widriger Umstände“ (Rosemarie Welter-Enderlin) ermöglicht.

Grundvoraussetzung für die Ausbildung und Entwicklung von Resilienz die Akzeptanz folgender Einsichten:

„* Sie können die Vergangenheit nicht ändern

* Sie können nicht ändern, was Ihnen zugestoßen ist

* Sie können nicht ändern, was Ihnen jemand angetan hat

* Sie können nicht ändern, was sie anderen angetan haben

* Sie können Ihre Familie nicht ändern, so lieb Ihnen das manchmal

auch wäre“

 

Und am Ende eines Buches, in dem man immer wieder lesen kann wie in einer Offenbarung etwas zum Mitnehmen:

„* Schätzen Sie die kleinen Dinge.

* Entwickeln Sie Mitgefühl.

* Freuen Sie sich am Augenblick.

* Lassen Sie Ihren Verstand still werden.

* Streben Sie nach Wohlbefinden.

* Lassen Sie Ihr Herz sprechen.

* Wachsen Sie an Schwierigkeiten.

* Geben Sie nie die Hoffnung auf.

* Leben Sie mit Liebe.“

Weiterführende Links im Anhang verweisen auf hilfreiche Unterstützung.

Ein ganz wunderbares Buch.

 

 

 

 

 

 

Fünf Grundsteine für die Familie

 

 

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Jesper Juul, Fünf Grundsteine für die Familie, Kösel 2015, ISBN 978-3-466-31050-0

Als eine Einführung in die Familienpädagogik des Dänen Jesper Juul und als eine Zusammenfassung seiner Ideen gleichzeitig kann das vorliegende Buch gelesen werden. Jesper Juuls Erkenntnisse aus über 35 Jahren Beratungspraxis in Familientherapie fasst er hier in fünf Grundsteinen zusammen, auf deren Basis, so ist er sich sicher, ein Familienleben gelingt. Wie immer betont er dabei nicht die Schwierigkeiten, sondern er fokussiert auf die Ressourcen, die jede Eltern-Kind-Beziehung hat.

Dabei geht es um:

 

  • Kooperation und Integrität
  • Selbstvertrauen und Selbstgefühl
  • Persönliche Verantwortung
  • Die Kunst, Nein zu sagen
  • Eltern als Leuchttürme

 

Die eher theoretischen Ausführungen zu diesen fünf Grundsteinen werden ergänzt durch Auszüge von Gesprächen, die Juul in seine Therapiepraxis mit Eltern zu den jeweiligen Themen geführt hat.

Ob die Kinder erst ganz klein, im Grundschulalter oder schon in der Pubertät sind: das Buch ist ein hilfreicher Ratgeber zum Ausbau der eigenen Erziehungskompetenz, die Juul bei alle Eltern grundsätzlich annimmt, und die zu entwickeln er ihnen mit seinen Büchern helfen möchte.

 

 

 

Als Paar getrennt, als Eltern zusammen

 

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Jos Willems, Als Paar getrennt, als Eltern zusammen, Patmos 2015, ISBN 978-3-8436-0573-1

 

Die Zahl der Ehen und Beziehungen mit Kinder, die scheitern und die Eltern sich trennen, ist in den letzten Jahrzehnten sehr stark angestiegen. Während die Eltern oft sehr schnell neue Partner finden, sind es die Kinder, die unter solchen Trennungen am meisten leiden, völlig unabhängig von ihrem Alter.

In vielen Fällen solcher Trennungen und Scheidungen geht für die Kinder die intensive Beziehung zu einem Elternteil verloren, den auch gelegentliche Wochenend- oder Ferienbesuche nicht ersetzen können.

Was die Kinder brauchen, ist eine vertrauensvolle Bindung an beide Elternteile, während und auch nach einer Trennung. Das zu ermöglichen, liegt an beiden Elternteilen. Doch wie kann das in dem Durcheinander der Gefühle, in dem Wust gegenseitiger Enttäuschungen und Vorwürfe, die eine Trennung meist mit sich bringen, gelingen? Wie bekommt man das emotional auf die Reihe, ohne die Kinder hineinzuziehen.

Die drei holländischen Autoren dieses aufschlussreichen und verständlichen Ratgebers versuchen zu diesem Thema verschiedene Wege aufzuzeigen, wie zwei Menschen, die als Paar sich getrennt haben, dennoch als Eltern zusammenbleiben können.

An vielen Beispielen aus ihrer Beratungspraxis ( sie sind Anwälte bzw., Beziehungsberater und leben alle in einer Patchworkfamilie) machen sie deutlich, dass es neben den gängigen Betreuungsmodelle (Papawochenende u.ä.) vielfältige Lösungen geben kann, die sich jeweils individuelle erarbeiten können.

Es ist eine besondere Leistung des Buches dass sie Patchworkfamilien nicht idealisiert, sondern immer wieder auf die Probleme und Schwierigkeiten hinweist und sie benennt, die es geben kann und wird, wenn das getrennte Paar es ernsthaft versucht, als Eltern zusammenzubleiben, zum Wohl und zum Segen ihrer Kinder.

Den Ratgeber kann man allen betroffenen empfehlen, weil er in seiner Vielzahl unterschiedlicher Fälle und Beispiele für jeden sicher einige realistische Hinweise enthält, die er in seinem Leben und mit seinen Kindern umsetzen kann.

Auf die innere Stimme hören

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Holger Eckstein, Auf die innere Stimme hören, Kösel 2015, ISBN 978-3-466-34602-8

 

In diesem Buch des Coaches Holger Eckstein geht es darum, durch die innere Stimme, die jeder Mensch in sich trägt, seine eigentliche Bestimmung zu finden.

Deshalb geht es in einem ersten Teil um die innere Stimme und in einem zweiten Teil um die Bestimmung und was die Menschen daran hindert sie zu finden und umzusetzen.

Beide Teile haben drei Kapitel. Im ersten Kapitel des ersten Teils geht es darum die innere Stimme zu finden, die Treue zu eigenen Wesenskern umzusetzen und von innen nach außen zu leben. Hat man die innere Stimme einmal gefunden, geht es darum wie Eckstein im zweiten Kapitel beschreibt, ihr auch zu folgen, den inneren Kritiker in Schach zu halten und Vertrauen ins Leben zu entwickeln. Ging es in den ersten beiden Schritten um Mut und Vertrauen, folgt nun die Hingabe, die Fähigkeit sich der inneren Stimme auch zu fügen.

Dies ist die notwendige Voraussetzung um in der Folge herauszufinden, worin die eigene Bestimmung liegt. Da geht es um Entdeckung, darum die eigene Bestimmung zu erkennen, um Verantwortung, darum, die eigene Bestimmung zu erlernen und um Verwirklichung, darum seine eigene Bestimmung zu erfüllen.

Etliche Stolperfallen gibt es auf diesem Weg, die Eckstein benennt und Erfolgstipps, deren Beachtung bei der Verwirklichung der eigenen Bestimmung helfen kann.

Ein Wegweiser zum inneren Schatz will das Buch sein und kommt beim Erkennen der persönlichen Lebensaufgabe ganz ohne spirituellen Bezüge aus, was mir persönlich fremd ist.