Schlagwort-Archive: Reime

Zusammen

 

 

 

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Daniela Kulot, Zusammen, Gerstenberg 2016, ISBN 978-3-8369-5878-3

Nach ihren ebenfalls bei Gerstenberg in Hildesheim erschienenen Reim-Bilderbüchern „Reim dich ins Bett“ und „Zähl dich ins Bett“ legt Daniela Kulot in  gleicher Aufmachung in diesem Frühjahr ein witziges und lustiges, natürlich wieder gereimtes Bilderbuch vor, das über Unterschiede handelt und wie sie mit freundschaftlicher Haltung ,mit Toleranz und mit Zusammenhalt untereinander überwunden oder überbrückt werden können.

Ein schwarzes Kind und ein weißes, „ob dunkel oder hell – beide sind schnell“.
Ein nicht-behindertes Kind und ein Kind im Rollstuhl: „ob Rolli oder nicht – Äpfel klaun ist Pflicht“. Und sie zeichnet ein Bild, in dem der Rollstuhl mit Backsteinen angewinkelt gegen den Apfelbaum lehnt, und das behinderte Kind dem anderen ermöglicht, kletternd an den ersehnten Apfel zu kommen.

Wie oft bei Daniela Kulot geht es nicht immer politisch korrekt zu. Da werden, wie gesehen, Äpfel geklaut, und Große und Kleine, Junge und Alte mischen zusammen die Welt auf und haben Spaß miteinander.

Man kann dieses Buch vorlesen, immer wieder und mit täglich wachsender Begeisterung, die Kinder ab etwa zwei Jahren können die Reime entweder mitsprechen, aber auch mit ihrer Phantasie neue erfinden, und das alles so lange, bis ihnen die kleinen Augen zufallen.

Eine schöne Idee, die Daniela Kulot mit lustigen und pfiffigen Illustrationen und witzigen und phantasievollen Reimen umgesetzt hat.

Der Gewitter-Ritter

 

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Kai Lüftner, Der Gewitter-Ritter, Klett Kinderbuch 2015, ISBN 978-3-95470-121-6

 

Ich habe schon viele Bilderbücher über Wut und den Zorn von kleinen Kindern gelesen, betrachtet und auch besprochen, aber bisher hat mich keines so berührt, so überzeigt, ja regelrecht mitgerissen in seinen Bildern und sprachmächtigen Reime wie das vorliegende neue Buch von Kai Lüftner mit dem Titel „Der Gewitter-Ritter“.

Es beschreibt einen Wutanfall eines kleinen Jungen, der auf den unteren Seitenhälften wie als Untertitel in zarten Strichen in seiner Veränderung immer wieder fortlaufend abgebildet wird.

Auf den oberen zwei Drittel der Seiten hat Kai Lüftner den Beginn, den Höhepunkt und das Abflachen seines Wutanfalls in kräftigen Farben gezeichnet und das Ganze mit wunderbaren, sprachmächtigen, fast epischen Reimen unterlegt, die, entsprechendes Vorlesen vorausgesetzt, ihre eigene Wirkung entfalten.

Ein Beispiel aus dem Höhepunkt der Wut:

„Ein Grollen, ein Gleißen, ein Dröhnen, ein Reißen,

die Wolken ergrauen, die eben noch weißen,

es rumpelt und bollert aus riesigen Röhren

und außer Gepolter ist nichts mehr zu hören.

Es wittert und wattert, es knirscht und kantert,

es rasselt und prasselt und plötzlich, da plattert –

das Wasser in Massen, aus Kübeln und Tassen,

mit Donnergetöse, ganz böse.“

Doch irgendwann hören die Tränen auf zu fließen, und nachdem sich der kleine Gewitter-Ritter mit einem lauten Schrei von seinem Elend befreit hat, beginnt auch die Sonne wieder zu scheinen und von Papas Schultern sieht die Welt wieder ganz anders aus. Dieser Vater hat, so nehme ich an, die ganze Zeit über den Anfall seines Sohnes beobachtet und ihn „gelassen“.

Ein tolles, im Übrigen preiswürdiges Bilderbuch.

 

 

 

Alle Kinder

 

 

 

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Anke Kuhl, Alle Kinder (mini) ,Klett-Kinderbuch 2013, ISBN 978-3-95470-082-0

Dieses außergewöhnliche Bilderbuch ist nichts für zartbesaitete Eltern und Erwachsene. „Entsetzlich lustig und erfrischend böse“ will es ein ABC-Buch für ausgeschlafene Leseanfänger sein. Ein ABC der Schadenfreude, das für die Kinder heute so normal ist wie nur irgendetwas. Etwa jener Reim, der seit langem von einer Schülergenerationen an die andere weitergegeben wird:
„Alle Kinder gehen zum Friedhof.
Außer Hagen – der wird getragen.“

Kinder finden solche schadenfreudigen Reime originell, und auch wenn sie sonst nicht gerne Gedichte lernen und aufsagen, solche Verse können sie alle dichten. Noch ein paar Kostproben gefällig?

„Alle Kinder laufen ins Haus.
Außer Fritz – den trifft der Blitz.“

„Alle Kinder lesen dieses Buch. (nämlich „Alle Kinder“)
Außer Xaver – der ist ein Braver.“

Man muss nicht erschrocken zurückweichen vor diesem trockenen Kinderhumor, der in diesem Buch mit lustigen und originellen Zeichnungen von Anke Kuhl in Szene gesetzt wurde.

Mir hat das Buch gefallen und ich bin sicher, Kinder ab etwa 5 Jahren sind von diesen Reimen begeistert und können sehr wohl den schwarzen Humor dahinter identifizieren.

Die hier vorliegende Miniausgabe ist handlich, preisgünstig aber keinen Deut weniger witzig.

All the children

 

 

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Anke Kuhl, All the children, Klett Kinderbuch 2015, ISBN 978-3-95470-128-5

 

 

Dieses außergewöhnliche Bilderbuch ist nichts für zartbesaitete Eltern und Erwachsene. „Entsetzlich lustig und erfrischend böse“ will es ein ABC-Buch für ausgeschlafene Leseanfänger sein. Ein ABC der Schadenfreude, das für die Kinder heute so normal ist wie nur irgendetwas. Etwa jener Reim, der seit langem von einer Schülergenerationen an die andere weitergegeben wird:
„Alle Kinder gehen zum Friedhof.
Außer Hagen – der wird getragen.“

Kinder finden solche schadenfreudigen Reime originell, und auch wenn sie sonst nicht gerne Gedichte lernen und aufsagen, solche Verse können sie alle dichten. Noch ein paar Kostproben gefällig?

„Alle Kinder laufen ins Haus.
Außer Fritz – den trifft der Blitz.“

„Alle Kinder lesen dieses Buch. (nämlich „Alle Kinder“)
Außer Xaver – der ist ein Braver.“

Man muss nicht erschrocken zurückweichen vor diesem trockenen Kinderhumor, der in diesem Buch mit lustigen und originellen Zeichnungen von Anke Kuhl in Szene gesetzt wurde.

Mir hat das Buch gefallen und ich bin sicher, Kinder ab etwa 5 Jahren sind von diesen Reimen begeistert und können sehr wohl den schwarzen Humor dahinter identifizieren.

Die nun veröffentlichte englische Ausgabe ist entstanden in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem reimlustigen Klasse 4a der Platanus Schule in Berlin und ihrem Lehrer Simon Gaunt.

 

So macht das Frühenglisch gleich noch mal so viel Freude.

Und wer umarmt mich?

 

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Henning Löhlein, Charlotte Habersack, Und wer umarmt mich ?, Ravensburger Verlag 2015, ISBN 978-3-473-44651-3

 

„Die Tiere machen tolle Sachen,

planschen, spielen, toben, lachen.

Am See im Wald, da steppt der Bär,

bloß Dieter, der beschwert sich sehr.“

In solchen schönen und lustigen Reimen geht es in dem vorliegenden Bilderbuch weiter. Dieter ist ein kleiner Dino, der darunter leide, dass er keine Freunde hat und keiner ihn umarmt. Was er auch tut, wie er sich auch anstrengt, keiner beachtet ihn.

Als er eines Tages einem kleinen Küken geholfen hat und sich danach sehr wohl fühlt, kommt ihm eine Erkenntnis:

„Zuhören, jemand trösten, leben,

Umarmung schenken ist gleich kriegen.“

Sofort malt er ein Schuld auf der er Umarmungen kostenlos anbietet, zum großen Erstaunen und auch zur Belustigung der anderen Tiere. Doch eine Warzenkröte, die nie jemand auch nur anfassen will, nimmt Dieters Angebot an und bricht den Bann.

Das Buch mit den Reimen von Charlotte Habersack und den lustigen Illustrationen von Henning Löhlein ist von der weltweiten „Free Hugs“ Aktion inspiriert und erzählt von offenen Herzen und von dem Glück, den ersten Schritt zu tun.